Was soll nur aus mir werden?

22. Juli 2008
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In Deutschland gibt es über 50 Gebiete zur Facharztausbildung. Dazu kommen weitere knapp 50 Zusatzweiterbildungen. Auch wenn die meisten Medizinabsolventen wohl wissen in welche Richtung sie später gehen wollen; bei so vielen Möglichkeiten gibt es eine Menge zu bedenken und zu beachten, damit man am Ende auch das wird, was man werden wollte.

Im Studium lernt jeder Student alle Fächer im Überblick kennen, doch wie er dort einmal selbst landen kann, was er dafür tun muss und ob es eventuelle Zusatzqualifikationen zu diesem Fach gibt – das lernt er nicht. Genauere Regelungen zur Weiterbildung, Dauer und Voraussetzungen kennen die wenigsten. Woher auch?
Wie so oft kann hier das Internet weiterhelfen: auf der Homepage der Bundesärztekammer findet sich die Weiterbildungsordnung für Assistenzärzte inklusiver aller in Deutschland offiziell zugelassener Facharztbezeichnungen. Dort finden sich alle Regelungen über Art und Länge der Ausbildung und deren genaue Bezeichnung. Hier sind die Unterschiede der Landesärztekammern je nach Bundesland zu beachten. Auch wenn man sich bereits in der Ausbildung befindet, lohnt es sich gegebenenfalls einen Blick in die Weiterbildungsordnung zu werfen, die im Einzelfall Vorteile bieten kann.

Hat man sich dann für eine Ausbildung entschieden, steht man vor der nächsten wichtigen Frage: Wo soll ich diese Ausbildung machen?
Das Wichtigste hierbei ist, dass sich der angehende Assistenzarzt im Vorfeld informiert, welche Klinik überhaupt weiterbildungsberechtigt ist und ob diese Berechtigung auch für das gewünschte Fach gilt. Ansonsten könnte dies später ernsthafte Probleme und insbesondere lange Verzögerung im eigenen Arbeitsleben heraufbeschwören. Auch diese Information findet sich auf den Seiten der Ärztekammern.
Ist schließlich eine passende Stelle gefunden worden, gilt als letzter Punkt: Dokumentation. Der Assistenzarzt muss seine Ausbildung dokumentieren, also welche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren bereits erlernt wurden, und dies von seinem Weiterbilder bestätigen lassen. Hierfür stehen spezielle Dokumentationsbögen bei den jeweiligen Landesärztekammern zum Download zur Verfügung. Ein Beispiel findet ihr hier.

Doch auch mit der sorgfältigsten Planung können Probleme in der Ausbildung entstehen. Das liegt allerdings am Weiterbildungssystem generell. “Bisher war ärztliche Weiterbildung in Deutschland eher ein Nebenprodukt” weiß Dr. Fotuhi, Leiter der Helios-Akademien. Anstatt eine strukturierte Weiterbildung zu erhalten, wird der Assistenzarzt als Arbeitskraft missbraucht. Allerdings gibt es bereits erste Versuche dies zu ändern, wobei die Helios-Kliniken in Deutschland den Anfang machten. Erster Schritt war die Einführung einer Aufwandsentschädigung für die PJ‘ler. Aber auch die Facharztweiterbildung soll mehr Struktur erhalten; zum Beispiel mit Kursen zu diagnostischen Techniken oder zu außerfachlichen Kompetenzen. Zudem wird eine Befragung durchgeführt, um ein Feedback über die Ausbildung und somit eine Qualitätskontrolle zu erhalten.

Helios macht dabei nach, was im Nachbarland Schweiz schon seit 10 Jahren Gang und Gebe ist. Es bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Jahren auch an anderen Kliniken ein Wandel eintritt, um eine effektive und qualifizierte Ausbildung unserer zukünftigen Ärzte zu gewährleisten.

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