Ärztliche Ausbildung: And the winner is…

2. Oktober 2013
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Medizinstudierende konnten im Zuge einer Online-Umfrage des Hartmannbundes von April bis Juni dieses Jahres die Ausbildungsqualität ihrer Hochschulen bewerten. Nun wurden die Ergebnisse publiziert.

Der Fakultätenpreis 2013 des Hartmannbundes für die beste ärztliche Ausbildung geht an die Universität Witten/Herdecke. Deren Departement für Gesundheit belegt mit der Note 1,58 vor den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Greifswald (Note 1,73) und Heidelberg (Note 1,78) den ersten Platz des zum dritten Mal ausgeschriebenen Preises des Verbandes.

Abgestimmt haben, laut der Angaben des Hartmannbundes, fast 2.400 Medizinstudierende. 19 der insgesamt 37 Fakultäten hätten es zudem ins Ranking geschafft. „Auch wenn es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie handelt, sondern um eine studentische Umfrage“, so Kristian Otte, der Vorsitzende der Medizinstudierenden im Hartmannbund, „haben wir versucht, ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen“. Deshalb seien im Ranking nur die Medizinischen Fakultäten berücksichtigt worden, für die jeweils mehr als 45 Medizinstudierende ihre Bewertung abgegeben hätten.

Die neu gegründete Medizinische Fakultät der Universität Oldenburg erfassten die Zuständigen nicht, da das dortige Medizinstudium erst seit einem Jahr angeboten werde. Dass bereits zum zweiten Mal eine Fakultät mit einem Modellstudiengang den Hartmannbund-Fakultätenpreis gewonnen habe – 2009 war es Aachen – wertet Kristian Otte als positives Zeichen: „Dies bedeutet, dass die neben dem ursprünglichen Regelstudiengang beschrittenen Wege von den angehenden Medizinern nicht mehr nur als Alternativen angesehen werden, sondern mit dem herkömmlichen Medizinstudium gleichzusetzen sind.“

Luft nach oben

Im Mittelpunkt der Umfrage, die online über die Homepage des Hartmannbundes erfolgte, standen 45 Fragen zu Themen wie Qualität der Lehrveranstaltungen, Erweitertes Lehrangebot, Lehrkräfte, Unterstützung bei der praktischen Ausbildung, Ausstattung, Verzahnung der Studienabschnitte, Patientenkontakt, Prüfungen/Promotion oder Dekanat. Die einzelnen Themenkomplexe erhielten nach Auswertung der Einzelfragen Durchschnittsnoten, die dann zu einer Gesamtnote zusammengefasst wurden. Am Ende stand die Fakultät ganz oben im Ranking, für die die beste Gesamtnote ermittelt wurde. „Insgesamt muss man festhalten“, so Kristian Otte, „dass von den Teilnehmern Noten unter 1,5 sehr selten vergeben wurden. Und nur sechs der insgesamt 19 Fakultäten im Ranking haben eine Gesamtnote besser als 2,0 erreicht. Da gibt es für die Fakultäten sicherlich noch jede Menge Luft nach oben, die Qualität ihrer ärztlichen Ausbildung weiter zu verbessern.“

Auch wenn die Fakultäten, für die weniger als 45 Teilnehmer gevotet haben, laut Hartmannbund außer Konkurrenz laufen, wären auch deren Ergebnisse in Kürze auf der Homepage des Hartmannbundes einzusehen. „Auch die Fakultäten sollten ihre Bewertungen einsehen dürfen, die nicht im offiziellen Ranking auftauchen. Denn auch bei einer Bewertung, an der nur 20 oder 30 Studierende teilgenommen haben, können die Fakultäten Rückschlüsse auf ihre Arbeit ziehen“, erläuterte Kristian Otte.

Fortsetzung folgt

Der Fakultätenpreis des Hartmannbundes wurde nach 2005 (Sieger: Universität Leipzig) und 2009 (Sieger: Universität Aachen) bereits zum dritten Mal ausgeschrieben. Da die Resonanz auch auf die diesjährige Umfrage ungebrochen hoch gewesen sei – 2009 hätten 2.100 Medizinstudierende online abgestimmt – werde es, laut Hartmannbund, in vier Jahren eine Fortsetzung geben.

Die Auswertung der Umfrageergebnisse findet sich auf diesen Seiten des Hartmannbundes.

7 Wertungen (4.43 ø)

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