Palliativmedizin: Kein Leben ohne Tod

19. August 2008
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Tod und Sterben - Themen, die im Studium trotz ihrer Wichtigkeit oft zu kurz kommen. Viele deutsche Universitäten bieten mittlerweile Themen wie Palliativmedizin als Wahlfächer an, um ihre Studenten für diese schwere Thematik zu sensibilisieren.

Spätestens seit im Präpkurs das erste Mal das Leichentuch vom Tisch gedeckt wurde, spielt der Tod eine große Rolle im Medizinstudium. Das Sterben gehört zum Arztalltag unumgänglich dazu. Es ist besonders wichtig den medizinischen Nachwuchs auch für solche Themen zu sensibilisieren, die später im Klinikalltag eine zentrale Rolle spielen. Seine eigene Vergänglichkeit so vor Augen geführt zu bekommen, kann einen schnell überfordern. Um den Studenten den Umgang mit diesem schweren Thema zu erleichtern, bieten viele Unis mittlerweile Wahlfächer auf diesem Gebiet an. So gibt es an der Universität Erlangen im zweiten Semester für die Studenten, die gerade den Präparierkurs meistern, ein freiwilliges Begleitseminar. Alle zwei Wochen kommen unterschiedliche Dozenten in den Kurs und sprechen mit den Studenten über den Tod. Themen wie "Sterben im Hospiz", "Sterben im Krankenhaus", aber auch "Die Rolle des Tods im Islam" stehen dabei auf dem Programm. Der Besuch des Seminars ist freiwillig, die Gesprächsgruppen sind überschaubar. "Mir hat das Seminar sehr geholfen mit dem Tod umzugehen. Ich bin froh, dass wir eine solche Möglichkeit von der Uni geboten bekommen," so eine Erlanger Studentin.

In der Tat sind solche Angebote an den meisten Universitäten gerade erst im Kommen. Wer sich auch im klinischen Abschnitt mit dem Thema Sterben auseinandersetzen möchte, hat dazu im Wahlfach "Palliativmedizin" die Möglichkeit. Unter der Leitung des Lehrstuhls für Anästhesiologie und in enger Zusammenarbeit mit dem Schmerzzentrum können die Studenten ein Wochenende lang über das Thema menschenwürdiges Sterben reden. Abgehalten wird der Kurs in einem nahegelegenen Kloster, das die nötige ruhige und offene Atmosphäre schafft, um solch einem Thema gerecht zu werden. Insbesondere ethische Fragestellungen, die den Umgang mit unheilbaren Krankheiten betreffen, stehen bei der Palliativmedizin im Vordergrund. Medizinische Versorgung spielt dabei eine genauso wichtige Rolle, wie der Umgang mit dem Kranken und den Angehörigen.

Auch andere Universitäten in Deutschland bieten Palliativmedizin mittlerweile als Wahlfach oder freiwilliges Blockseminar an. Mitfühlen, aber nicht mitleiden – besonders in solchen Situationen wird von Ärzten emotional viel abverlangt. Um im Berufsleben solche Themen meistern zu können, sind Fächer wie Palliativmedizin unabdingbar. Ein Wahlfach, das sich wirklich lohnt zu belegen.

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