Abgeklatscht

20. August 2008
Teilen

Ob Thailand, Schweden oder die Mecklenburgische Seenplatte: Bei warmen Temperaturen lauern die kleinen Plagegeister fast überall auf Erholungssuchende oder Abenteuerlustige. Und das bedeutet mehr als lästiges Sirren, juckende Hautstellen oder schlaflose Nächte. Eine reisemedizinische Beratung zum Thema Mückenschutz kann Schlimmeres verhindern.

Der beste Erkrankungsschutz ist die Vermeidung des Insektenstichs. Wichtig ist daher die Patientenaufklärung zu möglichen Übertragungswegen und der Expositionsprophylaxe. Häufig schätzen Reisende z.B. das Risiko einer Malaria am Vorkommen von Moskitos ab, beurteilt nach dem hörbaren Summen von Mücken und der Menge an spürbaren Stichen. Im Gegensatz zu einheimischen Mücken fliegen Vektoren der Malaria, die Anopheles-Moskitos, jedoch kaum hörbar. Ihr Stich erzeugt auch keine oder nur eine minimale Reaktion. Die Gefahr der Übertragung wird so häufig verkannt. Um Insektenstiche abzuwehren, sind mehrere Präventivmaßnahmen einzusetzen:

Körperbedeckende Kleidung: Dunkle Flächen locken Mücken an, helle Kleidung ist empfehlenswert. Der Stoff sollte sehr dick bzw. dicht gewebt sein. Alternativ lässt sich dünnes Gewebe mit Permethrin imprägnieren. Dies bietet sicheren Schutz über mehrere Wochen und bleibt auch nach dem Waschen (bei 30 °C) noch erhalten.

Moskitonetze: Der beste Schutz gegen nachtaktive Mücken, insbesondere wenn keine Air Condition vorhanden ist. Mückengaze sollte offene Fenster und Türen abschirmen. Die optimale Lochgröße der Netze liegt bei 1,2 – 1,5 mm. Klein genug also, um auch kleinste Stechmücken abzuhalten, groß genug, um noch eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen. Die zusätzliche Imprägnierung mit Permethrin erhöht die Effektivität.

Repellentien: Bieten wirkungsvollen Schutz vor zahlreichen Insekten und Spinnentieren. Informieren Sie Ihre Patienten über folgende Aspekte:

  • Wichtig ist ein lückenloses Auftragen auf nicht bedeckte Körperteile.
  • Repellentien, die Diethylmethylbenzamid (-toluamid) (DEET) beinhalten, bieten mind. 3-4 Stunden lang Schutz gegen viele stechende Insekten. Je höher die Konzentration, desto länger hält der Schutz an. Für Tropenreisen ist eine Konzentration von mindestens 30% DEET zu empfehlen. Es sollte bei Kindern je nach Konzentration erst ab einem bestimmten Alter und möglichst nicht großflächig eingesetzt werden. Bayrepel hat eine ähnlich gute Wirksamkeit wie DEET und kann bei Kindern ab 2 Jahren eingesetzt werden. Mückenschutzmittel auf pflanzlicher Basis sind den chemischen Präparaten deutlich unterlegen. Sie mögen für die Anwendung im heimischen Garten ausreichen, sind jedoch zum Schutz vor mückenübertragener Erkrankungen ungeeignet. Eine Zitronella-Emulsion (10%) bietet nur für ca. 15-30 Minuten effektiven Schutz.

Topaktuelle Reisemedizin-Infos jetzt online abrufen

Beraten Sie Ihre Patienten in reisemedizinischen Fragen? Dann nutzen Sie die aktuellen Fach- und Länderinformationen des CRM Centrums für Reisemedizin jetzt auch online! Mit DocCheck Pro stehen Ihnen diese und viele weitere Premium-Services für nur Euro 4,90/Monat zur Verfügung.

Grundlagen für die qualifizierte reisemedizinische Beratung vermittelt auch der Basiskurs Reise- und Tropenmedizin für Ärzte. Das CRM-Handbuch Reisemedizin (ISBN 978-3-9807142-8-0) ist über das CRM und ab sofort auch zum Direkt-Download über DocCheck Load zu beziehen.

0 Wertungen (0 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: