On the Highway to Hell

2. September 2008
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"Aaargh! Die Vögel schreien rum und diese gelbe Sau reiert auch schon wieder vom Himmel!" Hier erfahrt ihr mehr über Lerndepressionen für Anfänger und Fortgeschrittene.

Infos:

Es ist fast Mittag als du dich aus dem Bett wälzt, um den Vorhang aufzuziehen und einen vergrämten Blick auf die Welt außerhalb deines Zimmers zu werfen, wo Menschen freudig umherlaufen, sich unterhalten, lachen und ähnlich verabschäuungswürdige Dinge tun. Die Sonnenstrahlen beleuchten anklagend das Innenleben deiner Welt: deinen Schreibtisch, der von Büchern, Zetteln, Ordnern, vertrockneten Textmarkern und angebrannten Tiefkühlpizzarändern bedeckt ist. Die Wände sind übersäht von mehreren Lagen wirrer Merkezettel, die dich hämisch angrinsen. Wieder ein Tag, der dich deiner bevorstehenden Prüfung gnadenlos näher bringt. Du bist erschöpft. Dein gesamter Körper fühlt sich so klebrig an, als hättest du dich in einen dicken Kartoffelbrei getunkt.
Dein Spiegelbild gleicht der Wegbeschreibung zur Hölle. Obwohl du seit Ewigkeiten Tag und Nacht über deinen Büchern hängst, herrscht in deinem Kopf nichts als Durchzug. Niemals wirst du so bestehen. Du wirst desolat durchfallen und alle Welt wird mit dem Finger auf dich zeigen, wenn du das Studium abbrichst und dich schließlich um einen Job in einer Fleischkäsefabrik bewerben musst, um über die Runden zu kommen. Du musst dringend mehr lernen. Von jetzt an bis zur Prüfung, ohne die kleinste Unterbrechung! Auf jeden Fall!

Wo gibt es Hilfe bei Depressionen und Prüfungsangst?

  • Wie äußert sich eine Depression?
    Gedrückte Stimmung, Interessenlosigkeit, soziale Isolierung, Antriebslosigkeit, Vernachlässigung häuslicher Pflichten, geringes Selbstwertgefühl, Konzentrationsdefizite, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Gedanken an den Tod. Diese Symptome müssen fast durchgehend über wenigstens zwei Wochen hinweg auftreten. In Wirklichkeit dauern manche Episoden aber Monate, unbehandelt noch weitaus länger.
  • Jeder fünfte von uns entwickelt mindestens einmal im Leben eine leichte bis mittelschwere Depression. Etwa jeder 25. leidet unter schweren Depressionen.
  • Mehr als die Hälfte der deutschen Studenten leidet nach Ansicht des Sozialwissenschaftlers Wolf Wagner (FH Erfurt) unter Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen, vor allen Dingen in Lernphasen und vor großen Prüfungen.
  • Obwohl eine Depression zumindest vorübergehend zu einer erheblichen Einschränkung der privaten wie beruflichen Lebensführung führt, wird in sehr vielen Fällen die depressive Verstimmung weder erkannt noch behandelt.
  • Etwa jeder sechste der unter schweren Depressionen leidenden Menschen nimmt sich das Leben.

Mitlerweile bieten die Studentenwerke der meisten Unis eine kostenfrei psychologische Beratung für Studierende an. Ein Team von Psychologen, Psychotherapeuten, Theologen und Sozialpädagogen kümmert sich um dich und versucht in einem oder mehreren Gesprächen Lösungen für deine Probleme zu finden. Selbstverständlich sind die Inhalte der Gespräche vertraulich. Einfach anrufen und einen Termin ausmachen oder terminfrei zu Sprechzeiten erscheinen. Eine Liste der Studentenwerke, die psychologische Beratung anbieten, findest du hier.

Wenn du lieber anonym bleiben möchtest, bieten einige Unis eine Studententelefonseelsorge zum Ortstarif an. Die Nightline der Uni Heidelberg zum Beispiel ist eine Initiative von Psychologiestudenten und anderen speziell geschulten Studenten, die dir intensiv zuhören und dich mit Hilfe der "Roger`s Gesprächsführungstheorie" selbst zur Lösung deiner Probleme führen.
Ob deine Uni eine Studententelefonseelsorge anbietet, erfährst du beim jeweiligen Studentenwerk.

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