Alzheimer und Co: Viel häufiger als gedacht

23. September 2013
Teilen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass neurodegenerative Erkrankungen abseits von Morbus Alzheimer bei alten Menschen noch häufiger sind als bisher gedacht. Eine große Chance sehen die Forscher vor allem in der stärkeren Individualisierung von Behandlungen.

Die Vienna Trans-Danube Aging (VITA)-Studie erschien soeben in der September-Ausgabe des Top-Journals „Acta Neuropathologica“ und wurde von Forschern der Medizinischen Universität Wien, des SMZ-Ost Donauspitals und des Ludwig Boltzmann Institutes für Altersforschung erstellt. Der Erstautor der Studie, Gabor G. Kovacs vom Klinischen Institut für Neurologie, fasst die wichtigsten Erkenntnisse folgendermaßen zusammen: „Die VITA-Studie zeigt, dass zusätzlich zu den klassischen Alzheimer-assoziierten Veränderungen im alternden Gehirn weitere neurodegenerative Erkrankungen, die durch Proteinablagerungen im Gehirn charakterisiert sind, auftreten.“

VITA-Studie als Grundlage individuellerer Behandlungskonzepte für an Demenz Erkankte

Darüber hinaus stellten die Wissenschafter fest, dass Kombinationen dieser „Proteinopathien“ untereinander und mit Erkrankungen der Blutgefäße häufiger sind, als bisher angenommen. Laut Kovacs könnten einige dieser krankhaften Veränderungen zu einem rascheren Fortschreiten der Demenz führen. Jedoch gibt es anscheinend auch Variationen, die weniger „schädlich“ sind und dadurch weniger rasch fortschreiten.

Kovacs: „Es sind deshalb weitere Studien nötig, in denen PatientInnen begleitet werden, um zu erkennen, welche der Kombinationen für die Erkrankten bessere bzw. schlechtere Prognosen mit sich bringen.“ Zusätzlich charakterisierten die AutorInnen neuartige Erkrankungen, welche im alternden Gehirn mit Demenz assoziiert sind. Die in diesem Zusammenhang identifizierten Faktoren sieht Kovacs als Grundlage, um an Demenz erkrankte PatientInnen in Zukunft individueller und damit besser behandeln zu können.

Europaweite Langfrist-Studie unter der Leitung der MedUni Wien

Untersucht wurde im Rahmen der langfristigen, bereits seit dem Jahr 2000 laufenden VITA-Studie eine Gruppe von Einwohner der Wiener Bezirke 21 und 22, die zwischen Mai 1925 und Juni 1926 geboren wurden. Regelmäßige klinische Untersuchungen wurden am Wiener SMZ-Ost Donauspital durchgeführt. Insgesamt 233 Menschen, die im Donauspital verstarben, wurden zudem allgemeinen pathologischen und im Speziellen neuropathologischen Untersuchungen unterzogen.

Originalpublikation:

Non-Alzheimer neurodegenerative pathologies and their combinations are more frequent than commonly believed in the elderly brain: a community-based autopsy series; Kovacs GG et al.; Acta Neuropathol.; 2013 Sep;126(3):365-84.

22 Wertungen (4.09 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

1 Kommentar:

Ingeborg Schnatterzahn
Ingeborg Schnatterzahn

Vielleicht ist Alzheimer ganz “einfach”

Eine aufsteigende Infektion aus dem Sediment in den Kiefernhöhlen , was jeder hat wohl ….
Weil es jeder hat , wird es im MRT nicht berücksichtigt , falls überhaupt die Einstellung des Gerätes entsprechend war . Die meisten Geräte zu den MRT stehen beim 2 . Termin zumeist auf “Routineuntersuchung”
Je nachdem , was man sucht , ob die in die Vergrößerung gehen >> Qualifikation , aber auch merkwüedigerweise der eigene Fesundheitszustand , der oft die Grenzwerte bestimmt — erklärt die Zunahme von Alzheimer …
Laboratorien sind unterschiedlich sensibel ….
Wobei dann noch zum tragen kommt , ob die Keime zusammen gefaßt werden oder ordentlich einzeln auf geführt sind . Wobei Letzteres dann eine Kostenfrage (Therapie) ist …….

In dem Fall gibts nicht “nur” Alzheimer — die Knochen “verfaulen” auch — wird dann Osteoporose allgemein draus gestrickt …

Tja ……

Bedeutet >> man könnte es therapieren …

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: