Der niedergelassene Angestellte

12. November 2008
Teilen

Kopfpauschalen, IGeL, Gesundheitsfonds, Praxismarketing und so weiter. Schwirrt euch auch schon der Kopf von diesen Wörtern?

Dem niedergelassenen Arzt geht es wohl ähnlich, nur muss er sich als Selbstständiger wegen der Wirtschaftlichkeit seiner Praxis damit befassen. Keine Lust darauf? Dann schau rein ins medizinische Versorgungszentrum…

Die Idee eines MVZ, also medizinischen Versorgungszentrums, ist keineswegs neu, jedoch erlebt sie momentan einen Aufschwung. Vorbild für dieses Modell ist die Poliklinik aus den DDR-Zeiten. In einer Poliklinik arbeiteten mehrere Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen als Angestellte und wurden direkt aus dem Staatshaushalt finanziert.

Was ist ein MVZ?

In dem heutigen MVZ arbeiten viele Ärzte entweder als Angestellte oder freiberufliche Vertragsärzte. Falls ein Arzt dort angestellt ist, bekommt er ein festes Gehalt und ist somit nicht vom wirtschaftlichen Erfolg abhängig, im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Niederlassung.

Wichtig ist, dass ärztliche Tätigkeit und betriebswirtschaftliche Aufgaben im MVZ getrennt sind. Für letzteres ist hier nicht der Arzt, sondern eine Trägergesellschaft verantwortlich, die von Ärzten, Pflegediensten oder Krankenhausträgern gegründet werden kann. Für den Arzt heißt dies weniger Verwaltungsaufwand und mehr Zeit für den Patienten und die Medizin.

Interessantes Arbeitsmodell – vor allem für Frauen

Besonders Ärztinnen entscheiden sich für dieses Modell. Denn die Arbeitszeitgestaltung in solch einem Gesundheitszentrum birgt viele Vorteile für die Ärzte – hier lassen sich laut Bernd Köppl, stellvertretender Vorsitzender des BMVZ, „Familie, Kinder und Praxis gut vereinbaren“. Von 40 Wochenstunden, die auch wirklich realisierbar sind, können die Klinikärzte in Deutschland momentan nur träumen. Auch Teilzeitarbeit ist möglich.

MVZ’s liegen im Trend

Manfred Bunzler, stellvertretender Vorsitzender des BMVZ, geht davon aus, dass „es immer weniger Einzelpraxen geben wird wegen dem wirtschaftlichen und medizinischen Zwang“ und die Bedeutung der MVZ’s zunehmen wird. Laut dem BMVZ gibt es in Deutschland momentan rund 1000 medizinische Versorgungszentren, die Tendenz ist steigend. Wem also der Klinikalltag zu stressig und die gewöhnliche Niederlassung wirtschaftlich zu riskant ist, für den ist das MVZ eine interessante Alternative.

1 Wertungen (3 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: