Anatomie: Maus statt Messer

5. Dezember 2008
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Zu keinem Fach haben die Medizinstudenten solch eine Hassliebe entwickelt wie zur Anatomie. Man kommt einfach nicht drum herum. Wir zeigen euch jedoch, wie es sich leichter mit der Anatomie leben lässt.

Auf der einen Seite steht der unendliche Berg an Lernstoff, den man bewältigen muss, auf der anderen Seite sollte man als baldiger Arzt seine Lücke hier lieber nicht setzen: die Anatomie.

Der Anatomieatlas ist die Bibel aller Medizinstudenten in der Vorklinik, soviel ist klar. Aber auch in der Klinik kommen die Dozenten in der Vorlesung immer wieder auf Topographie, Aufbau und Gefäßversorgung der Organe zurück. In welchen Gebieten ist Anatomie denn wichtig? Beispielsweise spielt sie eine Rolle für den Chirurgen, der einen Tumor mitsamt Lymphabflussgebiet entfernen muss, oder den Internisten, der die inneren Organe sonographisch erfassen möchte. Außerdem ist die Anatomie zum Verstehen der Pathologie wichtig – ob zum Erlernen der Ausbreitungswege einer Entzündung oder zum Interpretieren eines histopathologischen Befundes.

Vielleicht sollte man sich diese unglaubliche Relevanz des Faches vor Augen führen, um wieder eine Motivation zu bekommen, seine Nase stundenlang in Atlas oder Anatomielehrbuch zu stecken. Sich erst einmal das Wissen anzuhäufen, auf dass man später als Arzt zurückgreifen kann, ist ein langer und mühseliger Lernprozess. Als Ergänzung zu den Hilfsmitteln aus Papier sind aber digitale Medien zum Erlernen des Stoffes sehr hilfreich. Hier sind zwei sehr brauchbare Internetseiten, die einem das Lernen erleichtern können.

Der Mensch in klein, aber fein

Wer zum Verstehen der Embryologie Bilder braucht, ist hier genau richtig. Die Universitäten Freiburg, Lausanne und Bern haben einen Online-Embryologiekurs entwickelt, der vor allem durch seine erstklassigen Abbildungen punktet. Neben ausführlichen Texten zur Embryo- und Organogenese schlagen die Autoren auch eine Brücke zu den zahlreichen Fehlbildungen. Am Ende jedes Kapitels ist ein interaktives Quiz zu finden, sodass man auch sogleich den Lerneffekt überprüfen kann.

Infos zu Embryology.ch

  • Inhalt: Embryologie und Ansätze der embryonalen Pathologie
  • Form des Tools: Text mit interaktiven Bildern, Quiz
  • Relevanz/Zielgruppe: Vorklinik
  • Dauer: 30-60 Minuten pro Modul
  • Voraussetzungen: keine, auch zum Erwerb von Grundlagenwissen geeignet
  • Pro: Quiz; viele Bilder
  • Kontra: die Bearbeitung des gesamten Moduls ist sehr zeitaufwendig

Den „Move“ verstehen

Wie kann man bei den ganzen Knochen, Muskeln und Gelenke den Überblick behalten? Das Mitmach-Programm „Der Bewegungsapparat“ ist dabei eine gute Hilfe. Bei den Lerneinheiten kann man sich die zahlreichen anatomischen Strukturen per Mausklick zeigen lassen, danach muss man in einem Test die Abbildungen die richtigen Namen zuordnen. Für Studenten, die im Bereich der Anatomie schon fit sind, ist der Teil „Klinische Untersuchung“ empfehlenswert, das Videos zur orthopädischen Untersuchung enthält. Die Vorstellung der wichtigsten Krankheitsbilder der Orthopädie rundet das ganze Programm ab.

Infos zum Bewegungsapparat

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