Arztbewertung: Fachgruppe macht den Unterschied

11. September 2013
Teilen

Deutsche Patienten sind überwiegend zufrieden mit ihren Haus- und Fachärzten. Jedoch sehen sie teils deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Fachgruppen, so zumindest eine aktuelle Auswertung von Patientenbewertungen.

Insgesamt würden, so die Auswertung der Patientenbewertungen des Arztvergleichsportals der Weissen Liste und der darauf basierenden Portale von AOK, BARMER GEK und Techniker Krankenkasse (TK), rund 85 Prozent der Teilnehmer ihren Arzt weiterempfehlen. Dabei würden Internisten und Allgemeinmediziner mit Weiterempfehlungsraten von 89 bzw. 88 Prozent am besten abschneiden. Hautärzte (62 Prozent) und Orthopäden (64 Prozent) erhielten im Schnitt deutlich geringere Zustimmungswerte. Am wichtigsten sei den teilnehmenden Patienten, so die Auswertung, dass niedergelassene Ärzte gut mit ihnen kommunizieren. Die Patienten gäben an, dass sie möchten, dass die Ärzte auf ihre Fragen, Ängste und Sorgen eingehen und ihnen gut zuhören. Auch für diesen speziellen Bereich erhielten Internisten und Allgemeinmediziner am meisten Zustimmung, Hautärzte und Orthopäden am wenigsten. (Eine Liste mit den Weiterempfehlungsraten aller Fachgebiete findet sich am Ende der Meldung.)

Die Auswertung zeige zudem: 17 Prozent der Patienten fühlten sich manchmal bedrängt, Leistungen in Anspruch zu nehmen, die ihre Krankenkasse nicht übernähme. Am seltensten nähmen die Teilnehmer das Angebot von Zusatzleistungen bei Kinderärzten (8 Prozent) und Neurologen (12 Prozent) wahr, am häufigsten bei Augenärzten (37 Prozent) und Orthopäden (27 Prozent). Zudem ließe sich erkennen, dass es auch zwischen einzelnen Ärzten einer Fachgruppe deutliche Unterschiede gäbe. So erreiche zum Beispiel jeder zehnte Orthopäde bei seinen Patienten nur eine Weiterempfehlungsrate von unter 40 Prozent. Mehr als ein Drittel der Orthopäden schneide hingegen deutlich besser ab: Diese würden von 80 bis 100 Prozent ihrer Patienten weiterempfohlen.

Mit dem unabhängigen und kostenfreien Arztvergleichsportal wollen die Initiatoren, nach eigener Aussage, Patienten eine verlässliche Hilfestellung für die Suche nach einem passenden Arzt geben. Die Bewertungen beruhten, so die Projektverantwortlichen, auf einem wissenschaftlich fundierten Fragebogen und würden im Portal erst freigeschaltet, wenn eine Mindestzahl von fünf Bewertungen für einen Arzt vorliege.

Weiterempfehlungsraten nach Fachgebiet (n= 249.256 Bewertungen bundesweit)

  • Gesamt-Durchschnittswert: 85 Prozent
  • Innere Medizin: 89 Prozent
  • Allgemeinmedizin: 88 Prozent
  • Urologie: 87 Prozent
  • Praktischer Arzt / Praktische Ärztin: 87 Prozent
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe: 85 Prozent
  • Anästhesiologie: 84 Prozent
  • Kinderheilkunde / Kinder- und Jugendmedizin: 78 Prozent
  • Chirurgie: 78 Prozent
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde: 78 Prozent
  • Augenheilkunde: 74 Prozent
  • Neurologie: 73 Prozent
  • Psychiatrie und Psychotherapie: 73 Prozent
  • Orthopädie und Unfallchirurgie: 67 Prozent
  • Orthopädie: 64 Prozent
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten: 62 Prozent
7 Wertungen (3.86 ø)
Studium

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: