Ein Leben zwischen Pipetten und Kongressen – der Arzt in der Forschung

12. Februar 2009
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Nicht jeder Medizinstudent kann sich vorstellen, nach Abschluss seines Studiums im kurativen Bereich, also im Krankenhaus oder in einer Praxis, zu arbeiten. Wer keine Lust auf einen Alltag zwischen Operationssaal und Visite hat, für den kann die Arbeit in der Forschung eine spannende Alternative darstellen.

Uni, Pharmaunternehmen oder Firma?

Wer hauptberuflich seinen Forscherdrang nachgehen möchte, kann dies zum Beispiel an der Universität in den medizin-theoretischen Fächern, unter anderem Pharmakologie oder Mikrobiologie, tun. Auch eine Betätigung in Pharmaunternehmen oder in Firmen der Biotechnologie erlaubt einem (fast) nach Herzenslust seinem Entdeckereifer nachzugehen.

Dabei kann die Arbeit in den verschiedenen Bereichen kaum unterschiedlicher sein. Wenn man die Tätigkeit an einer Universität aufnimmt, muß man damit rechnen, zusätzlich zu seinen Forschungstätigkeiten auch für die Lehre von Studenten verantwortlich zu sein. Die Arbeit als Arzt in einem Pharmaunternehmen setzt wiederum andere Schwerpunkte. Hier kann es sowohl die Überwachung von Medikamentenstudien sein, aber auch die Tätigkeit als Außendienstmitarbeiter, der niedergelassenen und klinisch arbeitenden Ärzten von den neuen Produkten der Firma berichten soll.

Flexibilität vor allem

Wer als Arzt in der Forschung arbeiten möchte, sollte vor allem flexibel sein. Viele Experimente richten sich nicht nach einem Zeitplan und schon gar nicht an die regulären Arbeitszeiten. Besonders in der experimentellen Forschung kommt es häufig vor, dass der Arbeitstag bis in die Nacht hinein dauert. Wichtig ist ebenfalls, dass man schnell eigenverantwortlich arbeitet, selbst Ideen entwickelt und diese dann umsetzen kann. Ebenfalls eine Grundvorrausetzung ist eine hohe Frustrationsgrenze, um auch eine lange Durststrecke an missglückten Versuchen überwinden zu können.

Publikationen heißt mehr Geld

Das Gehalt eines wissenschaftlichen Mitarbeiters orientiert sich an dem eines Assistenzarztes in der Klinik. In der freien Wirtschaft gibt es allerdings große Verhandlungsspielräume nach oben. Um jedoch zu den oberen Gehaltstufen zu gelangen, muss man schon einige Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften vorweisen können. „Publish or perish“ („Veröffentlichen oder untergehen“) heißt die Devise, die in vielen Bereichen der Wissenschaft vertreten wird. Nur wer als Erster ein Ergebnis veröffentlicht erntet die Lorbeeren, die anderen stehen hinten an. Dies erklärt auch den oftmals harten oder sogar überharten Konkurrenzkampf, der zwischen den einzelnen Forschungsgruppen herrscht.

Das Leben eines in der Forschung tätigen Arztes ist sehr anstrengend. Aber natürlich gibt es auch sehr schöne Seiten. Vor allem hervorzuheben sind die weltweit stattfindenden Kongresse. Hier haben erfolgreiche Wissenschaftler die Möglichkeit ihre Ergebnisse zu präsentieren.

Doch wie schafft man den Sprung vom Medizinstudenten in die Welt der professionellen Forscher?

Für viele Medizinstudenten ergibt sich häufig erst innerhalb der Vorklinik zum ersten Mal die Chance sich mit Pipetten, Zentrifugen und Petrischalen auseinanderzusetzen. Im Rahmen dieser Praktika hat man die Möglichkeit sich an das wissenschaftliche Arbeiten heranzutasten und erste Kontakte zu Betreuern und dort tätigen wissenschaftlichen Mitarbeitern zu knüpfen. Grundlage für die Aufnahme in ein Forschungsteam oder für eine Anstellung in einer Pharmafirma ist meist eine fertig gestellte experimentelle Doktorarbeit. Mit Hilfe der dort gewonnenen Kontakte, insbesondere dann, wenn man neue Erkenntnisse publizieren konnte, ist eine Festanstellung häufig sehr gut möglich.

Wer mit viel Arbeit und einem harten Konkurrenzkampf gut umgehen kann, der wird in der Forschung ein spannendes Betätigungsfeld finden.

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