Tiere in der Medizin: Ekelhaft gesund

31. Oktober 2012
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Was haben Hunde, Lamas oder Maden miteinander zu tun? Sie alle kommen als medizinische Helfer zum Einsatz. DocCheck beleuchtet therapeutische Einsatzmöglichkeiten von Tieren in der Medizin.

Um bei Diabetes-Patienten Blutzuckerwerte zu erreichen, die den normalen Werten weitestgehend entsprechen, wird, neben einer Ernährungsumstellung sowie einem speziell abgestimmten Bewegungsprogramm, vor allem die Insulintherapie als wichtigste Behandlungstherapie durchgeführt. Das Spritzen von Insulin muss dabei in konstanten Zeitabständen erfolgen und möglichst exakt eingehalten werden, damit der Blutzuckerspiegel optimal eingestellt ist. Zittern, übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe und Nervosität sind erste sichtbare Anzeichen für eine Unterzuckerung bei Diabetespatienten. Hypoglykämie kann entstehen, wenn die Insulindosis des Patienten nicht richtig angepasst wird.

Alarmanlage auf vier Pfoten

Eine haarige Alarmanlage mit kalter Schnauze soll da Abhilfe schaffen. Speziell ausgebildete Vierbeiner können den Blutzuckerspiegel ihres Herrchens riechen und ihren Halter bei Unterzuckerung sofort warnen. Dabei schlagen die sogenannten “Hypo-Hunde” bei Gefahr mit der Pfote gegen das Bein ihres Besitzers oder lecken dessen Hand und das oft, lange bevor das Herrchen selbst erste Anzeichen bemerkt. Die Hunde können in Atem und Schweiß des Diabetikers bestimmte chemische Stoffe erschnüffeln, die bei Hypoglykämie auftreten. Hierauf werden sie explizit trainiert. Zudem bringen die Diabetes-Warnhunde ihren Besitzern bei drohendem Unterzucker Saft, Traubenzucker oder Messgerät, um Schlimmeres zu verhindern. Der Verein “Menschen für Hunde – Hunde für Diabetiker e.V.” bildet bereits seit 2007 Diabetikerwarnhunde in Deutschland aus. Die Ausbildung finanziert sich aus Spenden und dauert in der Regel 18 Monate.

Hier ein paar praktische Tipps für Interessierte:

Für wen ist ein Diabetiker-Warnhund das Richtige?

  • Für jeden Diabetiker, der Probleme mit seinem Diabetes hat
  • Für alleinlebende Diabetiker
  • Für Diabetiker, die nachts unterzuckern
  • Für Diabetiker mit Hypowahrnehmungsstörungen
  • Für diabetische Kinder
  • Für Diabetiker mit Begleiterkrankungen, die Einfluss auf den Blutzucker haben

Welche Hunde sind als Diabetiker-Warnhund geeignet?

  • Hunde mit spitzer Schnauze, damit sich ihr Geruchssinn möglichst gut ausprägen kann
  • Gehorsame und freundliche Hunde
  • Hunde ohne ausgeprägten Jagdtrieb
  • Hunde im Welpenalter (erleichtert das Training)

Weiterführende Links:
Homepage des Vereins “Menschen für Hunde – Hunde für Diabetiker e.V.”
Training mit Diabetiker-Warnhunden

Der richtige Riecher für Krebs

Eine andere schwere Krankheit, bei der die gute Nase der Vierbeiner bald Leben retten könnte, ist das Bronchialkarzinom, nach Angabe des Robert Koch-Instituts die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen in Deutschland. Damit sterben sogar mehr Menschen an Lungenkrebs als an Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen. Entwickelt der Patient die ersten Symptome wie chronische Heiserkeit oder Bluthusten, ist es meist zu spät für eine erfolgreiche Therapie. Nur wenn Lungenkrebs frühzeitig entdeckt wird, was meist per Zufall geschieht, erhöht sich laut einer Studie der American Cancer Society (ACS) die Überlebensquote von 5 % auf 47 %.

Amerikanische und deutsche Forscher haben herausgefunden, dass Hunde bei gezieltem Training nicht nur die Unterzuckerung eines Diabetikers erschnüffeln können, sondern auch Lungenkrebs in der Atemluft eines Patienten feststellen können und zwar unabhängig davon, ob der Erkrankte raucht oder die Lungenkrankheit COPD hat. Mehrere Studien bewiesen, dass die tierische Trefferquote für die Erkennung von Lungenkrebs anhand einer Atemluftprobe des Patienten zwischen 70 – 80 % liegt. So werden uns vielleicht schon bald Vierbeiner an der Tür der Arztpraxen begrüßen.

Überlegene Spürnasen

Hunde können mit ihren extrem empfindlichen Nasen ein einziges Duftmolekül inmitten einer Billion anderer ausfindig machen. Diese Fähigkeit beruht auf einem in etwa 30-fach größeren Riechepithel im Vergleich zu dem des Menschen. Die Riechschleimhaut der Hunde ist zudem viel verästelter als bei uns und etwa zehn Prozent ihrer Gehirnrinde sind mit dem Riechen beschäftigt, während es beim Menschen nur ca. ein Prozent ist. Hunde besitzen also die Fähigkeit, komplexe Duftmischungen zu erkennen und von anderen zu unterscheiden. Ein Vorteil, den man bei der Ausbildung von Krebssuchhunden nutzt.

Elektronische Nasen

Was genau die Hunde beim “Krebsschnüffeln” wahrnehmen, ist jedoch noch nicht bekannt. Die Wissenschaftler versuchen den für den Lungenkrebsgeruch verantwortlichen Stoff in der menschlichen Atemluft zu isolieren, um daraus “elektronische Nasen”, also standardisierte Atemgasanalyse-Systeme oder Sensortechnologien für routinemäßige Analysen in Arztpraxen und Krankenhäusern, zu entwickeln. Das hätte den großen Vorteil, dass die Erfolgsquote der Geräte – im Gegensatz zum Hund – nicht von der Tagesform beeinflusst würde. Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen bei über 3500 Duftstoffen, die die menschliche Atemluft enthält. Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung solcher Systeme ist eine genaue Analyse, welche Substanzen für welche Krebsart und möglicherweise auch für welches Stadium der Krebserkrankung charakteristisch sind. Bisher ist das alles jedoch noch Wunschdenken.

Weiterführende Links:
Artikel zu elektronischen Nasen
Infos zu Krebssuchhunden
Lungenkrebsstudie mit Hunden

Buchtipp zum Thema:
“Oscar: Was uns ein Kater über das Leben und das Sterben lehrt”

Die Lamatherapie

Hört man das Wort Lama, denkt man wohl nicht unvermittelt daran, dass dieses Tier einen wertvollen Beitrag beim medizinischen Einsatz am Menschen leistet. Man verbindet das in den südamerikanischen Anden beheimatete Kamel wohl eher mit einer erstaunlichen Treffsicherheit beim Spucken, wenn es sich belästigt fühlt. Doch neben Pferden und Delfinen können auch Lamas zur tiergestützten Therapie beim Menschen eingesetzt werden. Lamas weisen, abgesehen von gelegentlichen Speichelattacken, auch eine Menge positiver artspezifischer Eigenschaften auf. Zum Beispiel ihr zurückhaltendes und gleichzeitig freundlich-neugieriges Wesen, ihre langsamen und gut zu beobachtenden Bewegungen und Körperhaltungen und die Tatsache, dass die meisten Patienten Lamas gegenüber sehr offen sind. Die Lamatherapie findet zum Beispiel Anwendung bei Menschen mit einer Behinderung, psychisch- und Suchtkranken, traumatisierten Patienten oder Verhaltensauffälligkeiten.

Zurückhaltung statt Kuschelkurs

Es gibt für die Lamatherapie speziell eingerichtete Landhöfe, die Familien mit ihren betroffenen Angehörigen eine Kurzzeittherapie ermöglichen. Die Tiere bringen den Patienten sowohl Verbesserungen im Bereich der sprachlichen und motorischen Fähigkeiten und positive Veränderungen im Bereich der Sozialkompetenzen, als auch Linderung der Folgeerscheinungen von psychischen Störungen sowie Hilfe bei der Bewältigung von phobischen Störungen, besonders der Tierphobie. Dabei muss man allerdings betonen, dass dies keine Kuschel- und Schmusetherapie ist. Die Beziehung der Lamas zu den Menschen ist zwar freundlich, aber distanziert, weshalb es sich nicht jedes Tier gleich gefallen lässt, wenn man ihm um den Hals fällt. Auch sind Lamas keine Reittiere, weshalb hier ein völlig anderes tiertherapeutisches Konzept vorliegt als bei der verwandten Hippotherapie.

Das große Krabbeln

Blutegel, Würmer und Maden sind nicht gerade die typischen Haustiere des Menschen. Doch in der Medizin werden sie seit langer Zeit eingesetzt. Als natürliches Säuberungskommando sollen sie Wunden reinigen, den Darm “aufräumen” und das Immunsystem aktivieren. Was sich unappetitlich anhört, bringt in vielen Fällen einen durchschlagenden Erfolg. Dabei ist das Hauptproblem vor allem, den Ekel bei Patienten und medizinischem Personal zu überwinden – ansonsten sind solche Behandlungen meist gut verträglich und im Gegensatz zu Medikamenten besonders nebenwirkungsarm.

Blutegel – Heilen mit Biss

Blutegel haben eine lange Tradition – sie werden schon seit Jahrhunderten zur Therapie beim Menschen genutzt. Setzt man den Egel auf eine Stelle des menschlichen Körpers, so saugt er etwa 3–6 ml Blut; weitere 20–30 ml gehen durch die Nachblutung verloren. Der Biss eines Blutegels ist kurz und schmerzhaft, ähnlich wie bei einem Mückenstich. Das vollgesogene Tier fällt anschließend nach ca. 10–40 Minuten von selbst ab. Dieser Blutentzug soll einerseits zur Entgiftung beitragen, während gleichzeitig die im Speichel des Egels enthaltenen Substanzen blutgerinnungshemmend, aber auch antithrombotisch, gefäßkrampflösend, lymphstrombeschleunigend und sogar schmerzlindernd wirken. Diese Effekte werden insbesondere dem Stoff Hirudin zugeschrieben, der sich mit dem Thrombin des Wirtsblutes verbindet. Deswegen werden die kleinen Blutsauger vor allem bei Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen zu tun haben, eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Krampfadern, Thrombosen und Venenentzündungen. Aber auch bei Wirbelsäulenerkrankungen und Arthrosen leisten die kleinen Helfer erfolgreiche Beiträge.

Dracula lässt grüßen

Robert Krätz, Münchener Medizinstudent im 8. Semester, arbeitet neben dem Studium in einer Praxis für Naturheilkunde. Er ist zuständig für die Durchführung der Blutegeltherapie bei den Patienten und weiß von ihrer anfänglichen Zurückhaltung: “Viele Menschen haben Angst, dass der Biss der kleinen Tierchen zu sehr schmerzt. Zudem denken manche, dass ihr Körper zu viel Blut verlieren würde, weil sich die Blutegel nicht mehr lösen lassen. Diese Vampir-Horrorvorstellung gerät aber schnell in Vergessenheit, wenn die Patienten erstmal die Hand ins Becken strecken und sich mit den Tieren anfreunden. Die paar Milliliter Blut spenden sie dann gerne.” Außerdem ergänzt Robert: “Wir achten bei der Therapie auf strikte Hygienevorschriften. Jeder Egel wird nur einmal am Patienten angesetzt, um die Übertragung von Krankheiten durch das Blut zu verhindern. Danach kommt das Tierchen in den sogenannten Rentnerteich, wo es den Rest seiner Tage fristet.”

Übrigens: Für die Herstellung vieler Sportsalben, die Hirudin als Wirkstoff verwenden, werden Blutegel verwendet. Es gibt auch Pflege-Kosmetika zur Förderung der Hautdurchblutung, die Blutegelspeichelextrakte enthalten. Der Speichel der Blutegel wird dabei gewonnen, ohne die Tiere zu töten.

Blutegel in der Medizin

Würmer – ein gesunder Cocktail

Darmparasiten möchte niemand gerne haben. Doch schaut man genauer hin, offenbaren die Würmer ihre Schokoladenseite: Ein Cocktail aus den Eiern des Schweine-Peitschenwurms “Trichuris suis” stimuliert das menschliche Immunsystem derart, dass entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gelindert werden. Diese Therapie hat erstaunliche Ergebnisse vorzuweisen.

Was anfangs wie eine Aufgabe im Dschungel-Camp anmutet, hat zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden bei den Patienten geführt. Der Wurmcocktail wird etwa zweimal im Monat getrunken. Aus den darin enthaltenen Eiern sollen im Darm die Parasiten schlüpfen, die nach kurzer Zeit sterben und ausgeschieden werden. Dies ist für den Menschen vollkommen harmlos, da die Würmer nur etwa 14 Tage im Darm verbleiben – Zeit genug aber, um das Immunsystem zu stimulieren und für eine signifikante Verbesserung der Symptome zu sorgen. Die Darmwürmer regulieren das menschliche Immunsystem regelrecht, indem sie Immunzellen dazu anregen körpereigene antiallergische Botenstoffe auszuschütten. Ganz uneigennützig ist dieses Verhalten allerdings nicht. “Parasiten müssen zum Überleben mit der Immunabwehr ihres Wirtes fertig werden, dürfen den Wirt dabei aber nicht töten, denn dann sterben sie selbst auch. Im Zusammenleben der Würmer mit dem Immunsystem des Menschen hat sich daher im Laufe der Evolution eine ausgeklügelte Zellkommunikation entwickelt”, erklärt Experte Dr. Martin John.

Untersucht wird diese positive Wirkung auf das Immunsystem auch im Rahmen der Bekämpfung allergischer Erkrankungen. Allergologen hoffen, die zelluläre Kommunikation zwischen Würmern und unserem Immunsystem zu entschlüsseln und dadurch eine Basis für die Entwicklung einer antiallergischen Schutzimpfung zu schaffen. Vertreter der Hygiene-Hypothese, nach der eine fehlende Auseinandersetzung des Immunsystems mit Parasiten eine Ursache für die Zunahme allergischer Erkrankungen in Industrienationen darstellt, erhoffen sich dadurch eine medizinische Revolution. Ob es in einigen Jahren allerdings wirklich einen entsprechenden Impfstoff aus Wurmeiern geben wird, bedarf derzeit noch weiterer Forschung.

Therapie mit Wurmeiern

Maden – krabbelnde Biochirurgen

Schon beim bloßen Gedanken an Maden, verziehen viele Leute in Ekel und Grauen das Gesicht. Die kleinen Krabbeltiere haben keinen guten Ruf. Und doch gibt es eine Therapie, bei der Patienten die weißen Larven freiwillig auf ihren Wunden krabbeln lassen. Was wie aus einem Horrorfilm klingt, hat medizinische Notwendigkeit.

Die heilende Wirkung der Maden wurde während des Ersten Weltkriegs von dem amerikanischen Orthopäden und Chirurgen William Baer entdeckt. Die Behandlung mit Maden ist also schon lange bekannt, wurde aber Anfang der vierziger Jahre von den Antibiotika verdrängt. Erst in letzter Zeit entwickelt sich wieder ein Trend, hin zu den kleinen Krabbeltierchen. Sie haben den Vorteil, dass sie auch den Bakterien den Garaus machen, die unempfindlich gegen Antibiotika sind und das besonders schonend und nebenwirkungsfrei. Denn die Maden verspeisen nur das abgestorbene, infizierte Gewebe und schonen die lebenden, gesunden Zellen, während Chirurgen bei der üblichen Methode mit dem Skalpell nichts anderes übrig bleibt, als an den Wundrändern auch gesundes Gewebe prophylaktisch zu entfernen. Die Maden sondern bei ihrem großen Fressen zudem Verdauungssekrete ab, die die Wundheilung fördern und die Infektionserreger direkt abtöten, indem das saure Milieu der Wunde, wo sich die Bakterien heimelig fühlen, verändert wird.

Die kleinen Biochirurgen kommen heute vor allem bei chronischen, schlecht heilenden und offenen Wunden zum Einsatz und haben sogar schon Patienten mit aggressiven Infektionen, die nicht durch Antibiotika zu stoppen waren, vor einer Amputation ihrer Gliedmaßen bewahrt. Heutzutage bleibt den Patienten auf Wunsch sogar der Anblick der Maden erspart. Die sterilen Larven werden in undurchsichtigen, teebeutelförmigen Bio-Bags versiegelt auf die Wunde aufgebracht. Dort verbleiben sie drei bis vier Tage, wobei sie durch das Aufnehmen des nekrotischen Gewebes das Hundertfache ihrer Größe erreichen können. Bei der Behandlung treten in der Regel auch keine Schmerzen auf, die meisten Patienten berichten von einem Kribbeln oder Zwicken. Wenn man also all seine Vorurteile gegen Maden über Bord wirft und sich mit diesen kleinen krabbelnden Helfern anfreunden kann, ist die Therapie eine hilfreiche Alternative zu bisherigen medizinischen Maßnahmen.

110 Wertungen (4.62 ø)
Medizin, Studium

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7 Kommentare:

Ärztin

Zum Kabinett der außergewöhnlichen Therapien fällt mir noch die Antibiose mittels Bakteriophagen ein.
Man kann eine schöne Dokumentation dazu über die Suchfunktion : “Lebensretter-Ostblockviren- ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen” finden.

#7 |
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Medizinphysiker

Erwähnenswert ist auch der sog. “Schimmelhund”, der versteckten Schimmel in der Wohnung finden kann.

#6 |
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@ Inge Hübner:
Es geht _immer_ noch tiefer…
Für mich käme es auch nicht in Frage, ein lebendes Tier zu benutzen und dann umzubringen (auch wenn in der Medizin leider ständig Unmengen von Tieren “verbraucht” werden).
Aufschlußreich finde ich, daß jemand, der sich selbst als “Heiler” bezeichnet, meint, wegen Kreaturen “nicht so zimperlich” sein zu müssen. Ich persönlich bin der Meinung, daß heil sein und andere Lebewesen ausbeuten nicht miteinander vereinbar sind.

#5 |
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Naturwissenschaftler

Wie schon von anderen Lesern erwähnt ist das mit dem “Rentnerteich” reiner Unsinn. Seit 2006 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Rücknahme der Blutegel in einen sogenannten Rentnerteich verboten. Blutegel zur medizinischen Anwendung sind Fertigarzneimittel nach §2 Abs. 1 Nr. 1 Arzneimittelgesetz. In der Human- und auch in der Veterinärmedizin dürfen (sollen) in Deutschland eigentlich nur noch als Arzneimittel eingestufte und entsprechend produzierte Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) zur Anwendung kommen(seit 2008). Nach deren Nutzung handelt es sich bei den Egeln um “gebrauchte Arzneimittel” und die müssen, wie wir alle wissen, fachgerecht entsorgt werden genauso wie die “Inverkehrbringer” solcher medizinischer Egel die Erlaubnis zur Herstellung von Wirkstoffen tierischer Herkunft, Human- und Tierarzneimittel gemäß §13 Abs.1 Arzneimittelgesetz haben müssen. In Deutschland gibts wohl derzeit nur 2 derartige Betriebe (Biebertaler Blutegelzucht und BioRepro GmbH aus Potsdam – Angabe ohne Gewähr). Ich beziehe meine Egel aus der Biebertaler Blutegelzucht und entsorge sie in der Regel durch einfrieren (unter -18 Grad C und mindestens 12 Stunden – dann wie infektiöses biologisches Material praxisgerecht gemäß den Vorschriften entsorgen)

#4 |
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Heiler Eckehard Kiesling
Heiler Eckehard Kiesling

Die Behandlung mit Blutegel und Maden ist uralt und wurde schon von unseren Altvorderen mit Erfolg eingesetzt.
Man sollte da nicht so Zimperlich sein und wegen den Kreaturen und so einen Aufstand machen, wichtig ist doch dem Patient geholfen wurde und er ist wieder genesen.
Schaut euch doch einmal genauer in der Natur um, da werdet ihr allerhand von Paralellen finden.
Auch die Behandlung im Verband mit Waldhonig auf offenen Wunden. Nach einpaaar Tagen bildet sich an den Rändern schon wieder frische neue Haut, was mit der Chemie nach Wochen nicht zu stande gebracht wurde. Probierts doch einmal aus ich habe Erfolge damit erzielen können.
Euer Heiler vom See

#3 |
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Inge Hübner
Inge Hübner

Thema Blutegeltherapie:

Zur Info: Die Blutegel kommen nach erfolgter “Arbeit” leider nicht mehr in den Rentnerteich. Das war einmal und das war auch gut so, schließlich sind es ja Tiere (sprich: Lebewesen). Leider wurde schon vor längerer Zeit eine nicht nachvollziehbare neue Vorschrift hervor gebracht, die verlangt, dass die Tiere nach erledigter Arbeit getötet werden müssen. ZB. in hochprozentigem Alkohol , verbrennen oder einfrieren. Keiner der Alternativen finde ich jetzt wirklich angebracht und auch nicht notwendig, wie die vorherige Lösung gezeigt hatte.
Aber es ist ja “nur ein ” Wurm – der kann sich nicht wehren…..
Wie tief ist die Menschheit gesunken..bzw. wie tief soll es denn noch gehen..???…

Mit besten Grüßen

#2 |
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Dr. med. Wolfram  Netzer
Dr. med. Wolfram Netzer

Interessanter Bericht,insbesondere über die Hypoglucämieschnüffelhunde.Bei
der Vielzahl der gefährdeten Diabetiker dürfte die in Aussicht stehenden Chips,
die den Blutzucker in der Tränenflüssigkeit messen und im Bedarfsfall den
Patienten alarmieren ,preisgünstiger und wirtschaftlicher sein.

#1 |
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