Macht Wassertrinken schlank?

5. September 2013
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Wer viel Wasser trinkt, nimmt ab. Eine weit verbreitete Annahme. Doch stimmt sie überhaupt? Forscher untersuchten dies in einer umfassenden Meta-Studie. Sie werteten Studien aus, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Wasser und Gewichtsreduktion beschäftigen.

Die Analyse der Studien zeigte, dass zwar nicht Wassertrinken allein, aber in Kombination mit einer Diät beim Abnehmen unterstützend wirken kann. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

Zahlreiche Diätprogramme aus nicht-wissenschaftlichen Zeitschriften und auf Internetseiten versprechen, dass viel Wassertrinken bei der Gewichtsabnahme hilft. Grund für diese Annahme ist vermutlich das schnelle Sättigungsgefühl, welches sich einstellt, wenn man vor einer Mahlzeit Wasser trinkt. Eine weitere Hypothese besagt, dass Wassertrinken den Energieverbrauch ankurbelt und somit den Grundumsatz steigert. „Obwohl in Diäten oft empfohlen wird, viel Wasser zu trinken, gibt es bisher dafür keine wissenschaftlich fundierte Empfehlung. Aufgrund der enormen Präsenz dieser Thematik ist es erstaunlich, dass bisher nur relativ wenige Studien den Zusammenhang  zwischen Körpergewicht und Wassertrinken untersucht haben“, sagt  Dr. Rebecca Muckelbauer, Ernährungswissenschaftlerin an der Berlin School of Public Health der Charité und Erstautorin der Studie.

Die Forscher durchsuchten vier internationale elektronische Datenbanken nach wissenschaftlichen Artikeln in den Sprachen Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch. Von den knapp 5.000 Referenzen erfüllten allerdings nur wenige die Einschlusskriterien. Die meisten Studien konnten die Wissenschaftler aufgrund mangelnder Qualität oder unpassender Inhalte nicht berücksichtigen. Letztendlich eigneten sich 13 Studien für eine detaillierte Analyse. Von diesen zeigten zwei Interventionsstudien und eine weitere Langzeitstudie, dass sich ein gesteigerter Wasserkonsum bei älteren Personengruppen positiv auf den Erfolg einer Diät auswirkte. Die Teilnehmer, die während einer Diät ungefähr einen Liter Wasser pro Tag zusätzlich tranken, nahmen  etwa ein bis zwei Kilogramm mehr ab als diejenigen Personen, die nur an dem Diätprogramm teilnahmen. Bei gesunden Erwachsenen, die sich nicht in einer Diät befanden, zeigte sich kein Zusammenhang mit dem Körpergewicht.

Widersprüchliche Resultate

Weitere sechs Querschnittsstudien, mit Teilnehmern verschiedener Gewichtsklassen, führten zu widersprüchlichen Resultaten.

 Im Ergebnis lässt sich sagen: Wassertrinken kann nicht schaden, vorausgesetzt man leidet nicht an einer Herzschwäche oder an Problemen bei der Flüssigkeitsausscheidung. Und wer Wasser statt Saftschorlen oder Limonade trinkt, kann viele Kalorien sparen. Ob ein erhöhter Wasserkonsum darüber hinaus jedoch auch schlanker macht, muss wissenschaftlich noch gesichert werden.

Originalpublikation:

Association between water consumption and body weight outcomes: a systematic review
Rebecca Muckelbauer et al.; The American Journal of Clinical Nutrition, doi: 10.3945/ajcn.112.055061; 2013

52 Wertungen (4.04 ø)

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5 Kommentare:

Erik Füller
Erik Füller

Also, mal eine ganz freche Überlegung durch Selbstbeobachtung…

Ich habe abgenommen seit ich mehr Wasser trinke, das zeigt mir meine Waage an.
Allerdings ist mir noch etwas aufgefallen. Seit ich die bewusste Entscheidung getroffen habe, zum Essen Wasser zu trinken und keine Saftschorle oder sonstige “Soft-Drinks” sind mir diese besagten Getränke in der Zwischenzeit einfach zu süß.

Könnte da nicht ein Zusammenhang bestehen ;-)
Prost Mahlzeit!

#5 |
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@Dr. med. Richard Gronemeyer: Eine schöne Theorie. Nur ist Körperwärme ja in erster Linie Abwärme und damit ein Abfallprodukt, für deren Elimination der Körper aktive Funktionen wahrnehmen muss. Kurzum spart man durch eine derartige Kühlung sicherlich auch wieder viel Energie ein. Dazu kommt, dass Kälte den Stoffwechsel reduziert und du und – sicher einige genauso wenig wirksame Argumente.
Bei der Theorie müsste man im Winter ja stark abnehmen. Ich schwöre es, ich nehme bei ähnlicher Nahrungszufuhr und Bewegung stets zu über die kalten Monate. ;-)

#4 |
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Peter Ritt
Peter Ritt

Was hier absolut fehlt ist die Tatsache “Wasser ist nicht gleich Wasser”. Es gibt sehr große Unterschiede ob Wasser aus der Wasserleitung oder Mineralwasser getrunken wird. Dass ein mehr an Trinkwasserkonsum auf jeden Fall gesund ist und bei Diäten für eine bessere Verstoffwechslung zuständig ist sollte jedem bekannt sein. Ein großes Glas von meinem Lebensmittel Nr. 1 (energetisiert) trinke ich immer vor dem Essen. Das führt natürlich dazu, dass danach weniger in meinen Magen paßt und gilt für mich als gute Gewichtskontrolle.
Peter Ritt, Mitglied im Berufsverband Deutscher Präventologen e.V.

#3 |
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Das Sättigungsgefühl ist wohl eher nicht :-)! Wasser muss Energie-abhängig aus dem Darm resorbiert werden. Die Frage ist, wie viel muss man trinken, um die normalen Flüssigkeitsbewegungen im Darm (ca. 8 Liter) signifikant zu verändern?

#2 |
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Dr. med. Richard Gronemeyer
Dr. med. Richard Gronemeyer

Wenn man täglich 1 l Wasser mit Kühlschranktemperatur 7°C trinkt und im Körper auf 37°C erwärmt, benötigt man dazu ca. 30 Kcal entsprechend ca. 3 g Fett. Auf ‘s Jahr gerechnet also gut 1 Kg KG.

#1 |
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