Sommer: Kiel – Winter: München

14. April 2009
Teilen

Studienplatzwechsel - die Aussicht klingt verlockend. Doch was so klingt, lässt sich nicht mehr so leicht und spontan realisieren. Wie, wann und wo man den Studienort ändern kann, lest ihr hier.

Von vielen Seiten bekommt man als Student diesen Vorschlag: ein Studienplatzwechsel. Der Wechsel des Studienortes bringt nicht nur neue Erfahrungen einer anderen Stadt mit sich, sondern macht sich gleichzeitig im Lebenslauf gut.
Aus Erinnerungen und Geschichten älterer Mediziner erfährt man, wie sie als Studenten den Sommer entspannt an der Kieler Förde verbrachten, um dann im Winter von München aus die Alpen zu erklimmen. Doch zu Zeiten der ZVS und dem neuen, nun auf 2011 verschobenen Zulassungsverfahren “Modell C“, ist selbst der Einstieg in das Studium im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich erschwert. Da lohnt es sich, mal einen Blick auf die sich bietenden Wechselaussichten zu werfen, wenn man denn einmal einen der raren Studienplätze ergattert hat und nach den ersten Semestern gerne Veränderungen wünscht.

Wann?

Zunächst einmal ist die Frage „Wann wechsle ich?“ entscheidend. Prinzipiell ist ein Wechsel immer möglich. Nur im ersten Semester der Vorklinik gibt es seitens einiger Universitäten Einschränkungen oder auch feste Schranken.

Geringe Chance hat man beispielsweise an den Standorten Aachen, Heidelberg, Homburg, Köln, Lübeck, München und Ulm.

Beliebte und favorisierte Zeitpunkte sind:

  • der Abschluss der Vorklinik mit der 1. Ärztlichen Prüfung
  • der Beginn des Praktischen Jahres.

Zu diesen Zeitpunkten besitzen alle Studierende (mit wenigen Ausnahmen) die gleichen Fähigkeiten, sprich Scheine oder Zeugnisse. Sie befinden sich auf einem gemeinsamen Niveau, so dass man ohne späteres Handicap die Universität wechseln kann.

Dies ist bei einem Wechsel innerhalb der Vorklinik oder Klinik nicht ganz der Fall. Hierbei gilt es, sich vorab zu erkundigen, in welchem Semester welche Leistungsnachweise an den beiden Studienorten erworben werden können. Viele bieten einen recht unterschiedlichen Studienverlauf. Eventuell muss man einige Scheine nachholen, die bereits an der Wunschuniversität in einem früheren Semester absolviert wurden. Beispielsweise erhält man den Schein für die mikroskopische Anatomie bereits im zweiten Fachsemester, in Münster erst nach dem dritten. Anders ist es wiederum bei dem Leistungsnachweis in Biochemie, in Münster bekommt man ihn bereits nach dem dritten Semester, in Freiburg erst kurz vor Ende der Vorklinik, also im vierten Semester.

Im klinischen Abschnitt ist es ähnlich. In Münster wird nun nicht mehr nach Fächern gelehrt, sondern nach Themengebieten. Im Klartext gesprochen, es wird nicht wie herkömmlich nach den klinischen Fächern, wie Innere Medizin, Orthopädie, etc. geordnet unterrichtet, sondern die Lehre ist in unterschiedliche Komplexe wie Atmung, Herzkreislauf, etc. gegliedert. Das führt dazu, dass man viele Scheine erst recht spät erhält. Auch ist es neuerdings so, dass zum Beispiel in Heidelberg und Freiburg das Studienjahr absolviert wird, also ein Studienbeginn jeweils nur zum Wintersemester möglich ist.

Wie?

Eine weitere Frage ist die, nach der Art des Wechsels. Speziell zu den beiden oben genannten Abschnitten des Studiums bietet sich eine direkte Bewerbung bei den entsprechenden Hochschulen an. Viele Universitäten versuchen beispielsweise nach dem Physikum eventuell freie gewordene Plätze aufzufüllen, auch wenn diese Aussicht in den letzten Jahren eher sehr trüb ausgefallen ist.
Erfolgsversprechender hingegen sieht der Studienplatztausch aus. Hierbei ist es nötig, einen Studenten der geeigneten Wunschhochschule zu finden, der nun an die Universität wechseln möchte, an der man selbst gerade im Fach Medizin eingeschrieben ist.
Klingt kompliziert, aber gewisse Einrichtungen leisten Unterstützung.

Im Internet gibt es einige Plattformen, die die Suche erleichtern und dazu führen, dass sich passende Tauschpartner finden.

Ist dies erfolgreich, so sollte sich jeder bei seiner Universität über die anstehenden Formalitäten erkundigen. Diese können noch einmal je nach Studienort recht unterschiedlich ausfallen, stellen aber auch keine allzu große Hürde dar.

Eigene Prioritäten

Schließlich bleibt es jedem selbst überlassen, zu entscheiden, ob er einen Wechsel überhaupt für sinnvoll oder notwendig hält. Neben den anfangs genannten Gründen gibt es sicherlich noch eine Vielzahl an weiteren Argumenten, die jeder für sich zu bewerten hat. Jede Hochschule, jede Stadt und jede Region hat mit ihren Einrichtungen, ihren Menschen, sicherlich auch mit ihrer Geschichte, besondere Eigenheiten und Vorteile.
Eines steht jedoch für alle fest, egal an welcher Universität, egal in welcher Stadt: das Ziel, die Medizin.

12 Wertungen (2.75 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: