Bye bye Leuchtkasten

17. April 2009
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Im Sommersemester 2009 startet an der Universität Heidelberg ein innovatives Kursangebot – der Hands-On Kurs Interdisziplinäre Radiologie. Mit diesem interdisziplinären Projekt lernen Medizinstudenten, radiologische Bilder richtig zu interpretieren.

Heidelberger Medizinstudenten dürfen sich in diesem Semester auf einen Leckerbissen der besonderen Art freuen einen interaktiven Hands-on Radiologiekurs. Studenten höherer Semester erhalten hier die Möglichkeit, ihre diagnostischen Fähigkeiten zu entwickeln und die Befundung radiologischer Bilder zu trainieren. Zudem frischen sie ihre anatomischen Kenntnisse auf.

Manche Medizinstudenten können auf Erfahrungen aus den vorherigen Semestern zurückgreifen. Denn seit 2007 wird in Heidelberg zusätzlich zum Präparierkurs ein virtueller Anatomiekurs angeboten, in dem die Studenten mit Hilfe eines Computerprogramms Organe, Blutgefäße und Knochen Stück für Stück freilegen können. Im Gegensatz zu diesem virtuellen Anatomiekurs, der sich an Studenten im ersten Semester richtet, wurde der Hands-on Kurs Interdisziplinäre Radiologie für Studenten im klinischen Abschnitt entwickelt.

Die Studenten arbeiten mit Röntgen-, CT-, MRT-, Ultraschall– und nuklearmedizinischen Bildern ausgewählter Patienten. Die kompletten Bilddatensätze können interaktiv betrachtet und auch dreidimensional visualisiert und bearbeitet werden. Solche dreidimensionalen Bildnachverarbeitungen werden im Klinikalltag immer häufiger insbesondere für die Planung schwieriger Operationen angewendet.

In den insgesamt sieben wöchentlich stattfindenden Seminaren, werden je zwei häufige Krankheitsbilder vorgestellt. Im Vordergrund des Hands-On Kurses steht die sichere Identifizierung pathologischer Strukturen auf den radiologischen Bilddaten und die Abklärung möglicher Differentialdiagnosen. Als kleine Hilfe erhalten die Teilnehmer anatomische und radiologisch-pathologische Checklisten, anhand derer sie anatomische Strukturen erkennen und hinsichtlich möglicher Pathologien beurteilen sollen. Die Studenten können ihre erhobenen Befunde gemeinsam mit engagierten, erfahrenen Radiologen und Nuklearmedizinern des Heidelberger Universitätsklinikums besprechen.

Das Projekt wurde von Dr. med. Frederik Giesel und dem Medizinstudenten Fabian Rengier, beide Mitarbeiter der radiologischen Abteilungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Heidelberg, ins Leben gerufen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von DKFZ, Universitätsklinikum und Anatomischem Institut wird den Studenten ein deutschlandweit einzigartiges Projekt angeboten.

Im Sommersemester 2008 durchlief bereits eine erste Testkohorte den Kurs, deren Rückmeldungen äußerst positiv waren. Für sie war das hohe Maß an Interaktivität und die selbstständige Erarbeitung der Fälle eine völlig neue Erfahrung, die den Lerneffekt mehr als potenzierte. Aufgrund der sehr positiven Resonanz wurde nun ein Folgekurs für weitere 80 Medizinstudenten im Sommersemester 2009 konzipiert.

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