Loch in der Tasche?

23. April 2009
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Semesteranfang heißt für Studenten ein leeres Portemonnaie. Uni-Gebühren, neue Bücher, eigener Kittel  - ein Nebenjob schreit schon ganz laut. Wie man als Pflegehilfe nebenbei was verdienen und gleichzeitig medizinische Erfahrung sammeln kann, lest Ihr im Interview mit Katja.

Katja Steinmann, die im Augenblick ihr Praktisches Jahr absolviert, arbeitet nun schon seit mehreren Jahren als studentische Hilfskraft am Wochenende in der Pflege in einem mittelgroßen Krankenhaus im Ruhrgebiet. Zu Beginn arbeitete sie auf einer internistischen Normalstation, mittlerweile ist sie auch auf der Intensivstation im Einsatz.

DocCheck Campus: Katja, warum hast Du Dich als Pflegehilfskraft beworben?

Ich brauchte unbedingt einen Nebenjob, aber ich wollte auf jeden Fall eine Tätigkeit aufnehmen, die nicht komplett medizinfremd ist. Da ich gerade mein Pflegepraktikum auf einer sehr netten Station abgeleistet hatte, nahm ich all meinen Mut zusammen und fragte bei der Pflegedienstleitung nach einer Anstellung als Wochenendkraft. Ich habe mich sehr gefreut, als es dann wirklich geklappt hat.

DocCheck Campus: Welche Voraussetzungen musstest Du erfüllen, um diese Arbeit zu bekommen?

Eigentlich keine besonderen. Es war wichtig, dass ich über 18 Jahre alt war, damit ich auch die normalen Dienstzeiten abdecken konnte. Außerdem wurde die Stationsleitung über meine Leistung im Pflegepraktikum befragt. Anscheinend habe ich mich ganz gut verkauft, denn binnen einer Woche konnte ich den Arbeitsvertrag unterschreiben.

DocCheck Campus: Wie oft und wie lange arbeitest Du?

Ich arbeite jedes zweite Wochenende, Samstag und Sonntag. Wenn ich für den Frühdienst eingeteilt bin, arbeite ich von 6.00 Uhr bis 13.30. Der Spätdienst beginnt um 13.00 und endet um 20.00 Uhr

DocCheck Campus: Was gehört zu Deiner Tätigkeit?

Ich bin quasi das Mädchen für alles. Ich beginne meinen Arbeitstag im Frühdienst meist mit pflegerischen Tätigkeiten, also waschen und ankleiden der Patienten, aber auch die Erhebung der Vitalparameter zählt zu meinen Aufgaben. Frühstück zubereiten und Anreichen der Nahrung, Kurven schreiben, aber auch Infusionen an- und abstöpseln gehören zu meinem Alltag. Mittlerweile und unter Anleitung einer ausgebildeten Fachkraft darf ich auch subcutan oder intramuskulär Medikamente spritzen.

DocCheck Campus: Wie viel Geld bekommt man für eine solche Tätigkeit?

Ich bekomme mit Grundgehalt und diversen Zulagen, zum Beispiel für Sonntagsarbeit, zwischen 350 und 400 Euro.

DocCheck Campus: Was gefällt Dir an Deiner Arbeit?

Ich finde es toll, dass ich das Medizinstudium mit Praxis ergänzen kann. Ich sehe viele Krankheitsbilder und bekomme eine gewisse Sicherheit zum Beispiel bei der Bewertung von Laborergebnissen. Außerdem nehmen sich viele Assistenzärzte häufig Zeit, um mir das Eine oder Andere zu erklären.

DocCheck Campus: Macht sich diese Arbeit auch für Dein Studium bezahlt?

Ich finde schon. Oftmals ist es so, dass ich mir bestimmte Fakten zu Krankheitsbildern besser merken kann, weil ich mir den Patienten, der diese Erkrankung hatte, ins Gedächtnis rufe. Außerdem darf ich auch häufig schon unter ärztlicher Aufsicht einige kleinere praktische Tätigkeiten ausführen, zum Beispiel sonografieren.

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