Prävention: Mit 3 Regeln gegen den Schlaganfall

30. August 2013
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Ein gesunder Lebensstil mit einem normalen Blutdruck, guten Blutzuckerwerten und Nichtrauchen kann einen Schlaganfall verhindern. Wer diese drei der insgesamt sieben Lebensregeln beachtet, senkt damit einer aktuellen Studie zufolge auch das Schlaganfall-Risiko.

Für einen optimalen Schutz vor Herzkreislauferkrankungen dürfen Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker nicht erhöht sein. Außerdem sollte man körperlich aktiv sein, Übergewicht vermeiden, sich gesund ernähren und nicht rauchen. „Diese sieben Lebensregeln, die die Amerikanische Herzgesellschaft unter dem Motto Life’s Simple 7 zusammengestellt hat, sind wissenschaftlich gut belegt“, sagt DSG-Pressesprecher Professor Dr. med. Joachim Röther von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona: „Wer von diesen Regeln mindestens drei einhält, kann neben dem Herzinfarkt auch sein Schlaganfallrisiko deutlich senken.“

Das ist das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift Stroke veröffentlichten Studie. Mehr als 22.000 Amerikaner im Alter über 45 Jahre wurden über fast fünf Jahre begleitet. Die Teilnehmer füllten zu Beginn der Studie Fragebögen zu ihren Lebensgewohnheiten aus. So konnten die Forscher den Einfluss jeder einzelnen Lebensregel auf die Schlaganfallhäufigkeit untersuchen. „Die Teilnehmer mit einem optimalen Lebensstil erlitten nur halb so häufig einen Schlaganfall wie Teilnehmer, die gegen viele Regeln verstießen“, berichtet Professor Röther.

Die Studie dokumentiert erstmals, dass auch die Einhaltung einzelner Lebensregeln das Schlaganfallrisiko günstig beeinflusst. Die größte Wirkung hat der Blutdruck. Optimale Werte senkten das Schlaganfallrisiko um 60 Prozent. „Der Bluthochdruck kann heute mit Medikamenten ohne Einschränkung der Lebensqualität wirksam behandelt werden“, sagt Professor Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen: „Alle betroffenen Erwachsenen sollten diese Möglichkeit nutzen.“ Einen deutlichen Einfluss hatte auch der Verzicht auf das Rauchen. „Studienteilnehmer, die seit mindestens einem Jahr nicht mehr geraucht hatten, erlitten um 40 Prozent seltener einen Schlaganfall“, berichtet Professor Diener. Gleich groß war der Einfluss des Blutzuckers. „Ein Diabetes gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für den Schlaganfall“, stellt Professor Diener fest.

Bei den anderen Lebensstilfaktoren war die Schutzwirkung vor einem Schlaganfall geringer und statistisch nicht sicher nachweisbar. Niedriges Cholesterin, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Normalgewicht schützen jedoch definitiv vor einem Herzinfarkt und sind deshalb wichtige Gesundheitsziele.

Originalpublikation:
Life’s Simple 7 and Risk of Incident Stroke: The Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke Study.  Kulshreshtha A, et al.; Stroke. 2013;44:1909-1914.

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3 Kommentare:

Horst Rieth
Horst Rieth

keine reanimation für die ratten? kopfschütteln, die prozeße die nach reanimation ablaufen wären mindestens genauso interessant.
na dann in der nächsten publikation :)

#3 |
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Heilpraktiker

Frau Schuster hat ganz und gar und überhaupt recht!
Am 15.06.2013 Juni hatten wir ca. 350 Untersuchungen, Druckdoppler und Lipide, durchgeführt.
Die jüngste Pat. war 28 Jahre jung, Raucherin und Mc-D-Stammkundin, wollte bei AVK II bisher keine Änderung des Lebensstils versuchen, trotz guter Therapieoptionen vor Ort. Viele andere der Untersuchten waren erst N A C H dem Verschluß-ereignis einsichtig. Bei einer Dunkelziffer von 4,5 Mill Betroffenen gibt es reichlich Aufklärungsbedarf und nur wenig Hausarzthonorar. Und nach der Bundestagswahl wird alles besser;-)

#2 |
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Ärztin

Wenn man in einer Studie suggeriert bekommt, dass Medikamente gegen den hohen Blutdruck einen höheren Einfluss auf das Schlaganfallrisiko haben als eine gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und gesunder abwechslungsreicher Ernährung, dann darf man hellhörig werden wem die Studie nutzt.
Mit Bewegung kann man gleichzeitig Bludruck- Cholesterin und BZ und Gewicht senken. Gesunde Ernährung tut ihr übriges dazu und die Rolle des Verzichtes des Rauchens auf die Gesundheit ist hinlänglich bekannt.
Der Trend zum Medikament als Lifetyle-Faktor ist zunehmend.
“Wenn ich nur genug Statine, ß-Blocker und Metformin futtere kann ich den ganzen Tag “abhängen” ohne es bereuen zu müssen”.
Das ist die Message dieser Studie!

-Bei den anderen Lebensstilfaktoren war die Schutzwirkung vor einem Schlaganfall geringer und statistisch nicht sicher nachweisbar. Niedriges Cholesterin, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und Normalgewicht schützen jedoch definitiv vor einem Herzinfarkt und sind deshalb wichtige Gesundheitsziele.-
Das soll wohl ein Witz sein! Diese beiden Sätze schließen sich in ihrer Logig gegenseitig aus. Herzinfarkt und Schlaganfall haben die gleichen Risikofaktoren.
Ich behaupte : die Studie lügt! Hier stehen ganz klar merkantile Interessen im Vordergrund!
Aus der Originalpublikation:
-Data were collected by telephone, self-administered questionnaires, and an in-home examination. –
Dem ist doch wohl nichts hinzuzufügen!

#1 |
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