Aktiver Datenschutz im Praxisalltag

18. Juni 2009
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Immer wieder ist zu sehen, dass die Arzthelferinnen verschriebene Rezepte, überzählige Kopien, Ausdrucke von Patientenlisten oder Leistungs-Tageslisten zerknüllen und in den Papierkorb werfen. Eine absolute Todsünde im Hinblick auf das Praxismarketing und ganz zu schweigen vom Datenschutz.

Top secret

Eine durchgeführte Befragung der Patientinnen von Gynäkologen hat gezeigt, dass der Umgang mit den personensensiblen Daten in der Arztpraxis sehr hoch angesiedelt ist. Niemand will, dass seine Krankengeschichte (und sei es nur in Auszügen) an die Öffentlichkeit kommt.

Deshalb: Besorgen Sie sich einen Aktenvernichter und legen Sie größten Wert auf die Einhaltung Ihrer “Vernichtungsanweisungen”. Die technischen Unterschiede der Geräte liegen meist bei der Schnittbreite der Streifen, die zwischen 0,8 und 12 mm liegen. Die kleinste Schnittbreite wird meist bei “Top-Secret-Unterlagen” in der Wehrtechnik verwendet, was in der Arztpraxis wohl übers Ziel hinausgeschossen wäre. Vernünftig dürfte eine Schnittbreite von 2 bis 6 mm sein.

Tipp

Nicht alle werdenden Mütter wollen, dass ihr (mehr oder minder) freudiges Ereignis sofort jedem bekannt wird. Gerade in Landarztpraxen sollten Ihre Arzthelferinnen hier größtes Geschick beweisen. Geben Sie vielleicht den Mutterpass in einem
neutralen Briefkuvert heraus, anstatt ihn offen über die Anmeldung zu reichen.

Wie sicher sind Ihre Daten?

Ihre Abrechnungsdiskette ist mit einem 128-bit-Schlüssel versehen. D.h. – laienhaft ausgedrückt – man muss eine 128-stellige Zahl herausfinden, um diesen Code zu knacken. Das ist ein sehr hoher Verschlüsselungsgrad. Es gibt nur zwei Schlüssel. Den einen haben die Softwarehersteller, um die Abrechnungsdiskette automatisch zu verschlüsseln und den anderen haben die Kassenärztlichen Vereinigungen, damit Sie Ihre Abrechnungsdiskette auch wieder lesen können. Die KBV hat dafür eigens ein Verschlüsselungsverfahren aus der Schweiz gekauft. Das war sehr clever, weil Verschlüsselungsverfahren aus den USA wesentlich häufiger “Knackversuchen” ausgesetzt sind.
Es werden aber nicht alle Daten verschlüsselt. An dieser Stelle möchte ich mal einen Dank an die KBV schicken, dass die Daten unverschlüsselt bleiben, die wir für eine betriebswirtschaftliche Analyse der Abrechnungsdiskette brauchen.

Um Sie in Ihrem Datenschutz noch weiter zu unterstützen, können Sie sich hier ein kleines Programm herunterladen, dass bestimmte Zeilen (Vorname, Name, Adresse, usw., obwohl diese verschlüsselt sind) löscht und auf eine neue Diskette schreibt. Dieses Verfahren wurde von zwei KVen geprüft und für absolut einfach und sicher eingestuft.

Weitere Informationen zur Analyse der Abrechnungsdiskette erhalten Sie hier.

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