Urologie in Ghana

19. Juni 2009
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Ländliche Gebiete in Ghana sind urologisch völlig unterversorgt. Seit geraumer Zeit engagieren sich daher Urologen im gemeinnützigen Verein DIE ÄRZTE für AFRIKA e.V. in Missionskrankenhäusern. Die Reaktionen der Patienten geben dem Verein Recht.

DIE ÄRZTE für AFRIKA e.V. wurde im Jahr 2007 in Münster von Urologen und urologisch tätigen Krankenschwestern gegründet. So liegt es denn auch nahe, dass das Betätigungsfeld vor Ort zunächst die Urologie betrifft. An vier Missions- bzw. Diözesankrankenhäusern (Akwatia, Battor, Dzodze, Nkawkaw) in Ghana erfolgen jährlich jeweils mehrere 2-3 wöchige Einsätze von Teams aus zwei Urologen und einer urologischen Stations- oder Operationsschwester. Die Aktivitäten des Vereins werden 2009 mit Fördermitteln des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration in NRW unterstützt.

Pro Woche werden etwa 40 Operationen durchgeführt. In erster Linie handelt es sich um transvesikale Prostatektomien oder transurethrale Prostataresektionen, ferner um endoskopische Operationen von meist ausgedehnten Harnröhrenstrikturen (in der Regel postgonorrhoisch). Ebenfalls relativ häufig sind Harnblasentumoren (Bilharziose) und Prostatakarzinome, seltener Operationen von geburtstraumatisch bedingten vesiko-vaginalen Fisteln oder Operationen an der Niere.

Urologie in Ghana
 
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Urologie in Ghana

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Ausbildung einheimischer Assistenzärzte
19.06.2009
Ausbildung einheimischer Assistenzärzte
Dr. Engel assistiert Dr. Akpakli, einem jungen, engagierten und sehr geschickten, einheimischen Kollegen bei einer Prostata-Operation.

Die präoperativen Untersuchungsmöglichkeiten sind begrenzt. Die Labordiagnostik beschränkt sich in der Regel auf das kleine Blutbild und die Kreatininbestimmung. Neuerdings sind an allen Krankenhäusern Ultraschalluntersuchungen möglich, da zunehmend ältere Ultraschallgeräte gespendet wurden. Deren Auflösungsvermögen ist jedoch leider oft begrenzt. Urologisch-radiologische Untersuchungen (Ausscheidungsurographie, Urethrographie etc.) können nur in wenigen Fällen durchgeführt werden, da das Röntgenkontrastmittel sehr teuer ist und die Kosten von den Patienten selbst getragen werden müssen. Die körperliche Untersuchung, gepaart mit „ärztlicher Erfahrung“ sind also entscheidend und in der Regel für Diagnostik und Indikationsstellung leitend.

Die spezifisch urologisch-endoskopische Diagnostik und Therapie (Urethroskopie, Cystoskopie, transurethrale Resektionen von Prostata und Harnblase und Harnröhrenschlitzungen nach Sachse etc.) können aufgrund der Großzügigkeit deutscher Firmen in zunehmender Maße mit hoher Qualität durchgeführt werden. Besonderer Dank gilt hier der Firma KARL STORZ GmbH in Tuttlingen, die in großzügiger Weise entsprechendes Instrumentarium gespendet hat.

Die postoperative Betreuung, die gerade auf dem urologischen Sektor mit mehrtägigen Katheterspülungen größte Sorgfalt erfordert, hat sich nach großen Anlaufschwierigkeiten inzwischen stark verbessert. Und so ist die Ausbildung sowohl von Stations- als auch Operationspersonal ebenso wie die Fort- und Weiterbildung der einheimischen Assistenzärzte ein zentraler Punkt der Einsatztätigkeit.

Erwähnt werden muss auch die gute Betreuung der deutschen Teams durch die Missionsschwestern. Die Unterbringung in den Gästehäusern ist einfach, aber in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Die Verpflegung – einschließlich des abendlichen Bieres – ist sehr gut.

Insgesamt wird die Tätigkeit vor Ort von den eingesetzten Ärzten und Krankenschwestern als sehr befriedigend empfunden, insbesondere auch wegen der großen und aufrichtigen Dankbarkeit der zahlreichen Patienten.

Helfen Sie mit!

Die Ärzte für Afrika e.V.
Deutsche Apotheker- und Ärztebank Münster
Konto 0007744110
BLZ 300 606 01

www.die-aerzte-fuer-afrika.de

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