Diabetes in der Familie: Erhöhtes Prädiabetesrisiko

27. August 2013
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Wenn nahe Verwandte an Typ-2-Diabetes leiden, erhöht sich das Risiko für Prädiabetes, laut einer aktuellen Studie, um 26 Prozent. Einen besonders deutlichen Zusammenhang konnten die beteiligten Forscher bei schlanken Personen messen.

Prädiabetes ist als Vorstufe des Diabetes ein Zustand, bei dem es im Blutzuckerstoffwechsel zu Abweichungen kommt, aber noch keine voll entwickelte Erkrankung vorliegt. Bei bis zu 20% der Betroffenen entwickelt sich aber innerhalb eines Jahres der Prädiabetes zu einem manifesten Diabetes. Während bekannt ist, dass ein Vorkommen von Typ-2-Diabetes in der Familie das Risiko für einen voll ausgebildeten Diabetes erhöht, hat die Forschung bisher noch nicht geklärt, ob eine solche Familiengeschichte auch das Risiko für Prädiabetes erhöht.

Den Einfluss von Diabetes bei Verwandten ersten Grades auf die Entstehung eines Prädiabetes bei weiteren Familienmitgliedern untersuchte Prof. Andreas Fritsche gemeinsam mit Kollegen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung. Die Studie wurde mit etwa 8.100 diabetischen Personen an den Studienzentren des DZD an der Universität Tübingen, am Helmholtz Zentrum München, am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf, sowie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und an der Universität Dresden durchgeführt. Es zeigte sich, dass ein Vorkommen von Diabetes in der Familie das allgemeine Risiko für Prädiabetes um 40 % erhöhte.

Eher Schlanke betroffen

Sobald die Untersuchung die Faktoren Alter, Geschlecht und BMI der Studienteilnehmer berücksichtigte, war das Risiko immerhin noch um 26 % gesteigert. Wurde jedoch auf den Body-Mass-Index (BMI) adjustiert, stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Vererbung und Prädiabetes nur bei nicht adipösen Personen (BMI<30 kg/m2) fest. Fritsche erklärt dies so: „Unsere Daten deuten darauf hin, dass ein Vorkommen von Diabetes in der Familie eher bei schlanken oder leicht übergewichtigen Personen mit dem Auftreten von Prädiabetes verbunden ist. Eine Erklärung könnte sein, dass die Wirkung der Familiengeschichte auf die Entstehung von Prädiabetes nur dann gut messbar ist, wenn sie nicht durch erhebliche andere Risikofaktoren wie Übergewicht überlagert wird.“

Originalpublikation:

Family history of diabetes is associated with higher risk for prediabetes: a multicentre analysis from the German Center for Diabetes Research
Andreas Fritsche et al.; Diabetologia, doi: 10.1007/s00125-013-3002-1; 2013

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1 Kommentar:

Schön
das ist auch bei mir der Fall. Mein latenter Diabetes hat mich seinerzeit von der Bundeswehr befreit! weil bei der Truppe keine Diät möglich ist. Jetzt bin ich bereits 70, habe immer noch Übergewicht und Gott sei Dank keinen manifesten Diabetes.

#1 |
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