Diabetes: Diät bei chronischer Niereninsuffizienz

22. August 2013
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Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig rotem Fleisch verringert bei Typ 2-Diabetes-Patienten das Risiko, eine chronische Niereninsuffizienz zu erleiden oder bremst den Fortschritt eines bestehenden Nierenleidens, so zumindest aktuelle Studienergebnisse.

Die chronische Niereninsuffizienz ist eine Erkrankung der Nieren, die sich aufgrund von Typ 2-Diabetes (Diabetes mellitus) durch Verdickung der Blutgefäße entwickeln kann und das letzte Stadium einer fortschreitenden Verschlechterung der Nierenfunktion darstellt. Die Folge sind Dialysebehandlung oder Nierentransplantation. Rund ein Drittel aller Diabetiker leidet an einer Nierenerkrankung.

„In der aktuellen Studie haben wir Menschen untersucht, die im Anfangsstadium der Nierenerkrankung stehen oder standen, wir wollten herausfinden, was man tun kann, um die unweigerliche Verschlechterung der Nierenfunktion zu bremsen“, erklärt Studienerstautorin Daniela Dunkler vom Institut für klinische Biometrie und Nephrologie der MedUni Wien.

Das Ergebnis: Patienten, die sich – bei optimaler medikamentöser Einstellung und medizinischer Betreuung – strikt an die gesunde Diät hielten, konnten ihr Risiko für die chronische Niereninsuffizienz um 26 Prozent drosseln, das Mortalitätsrisiko sank sogar um 39 Prozent. Für die Diät wurde der „Alternate Healthy Eating Index“ der Harvard School of Public Health verwendet. Diese Ernährungspyramide sieht u. a. die Verwendung gesunder Öle wie Oliven- oder Rapsöl und den Verzehr von viel Gemüse (ausgenommen Kartoffeln), Obst und Vollkornprodukten sowie von Fisch, weißem Fleisch, Bohnen und Nüssen vor.

Zusätzliche Erkenntnisse

Zudem wurde festgestellt, dass auch geringer Alkoholgenuss mit maximal zwei  kleinen Gläsern pro Tag (1/8 Wein oder 1/3 Bier) einen positiven Zusammenhang zeigen kann: Das Niereninsuffizienz-Risiko sank um 25 Prozent, das Mortalitätsrisiko um 31 Prozent. Die gesundheitsfördernden Effekte dieser Alkoholmenge, die noch unter der sogenannten Harmlosigkeitsgrenze liegt, wurden in dieser Studie in einer speziellen Patientengruppe mit Personen über 55 Jahren beobachtet und können nicht verallgemeinert werden, ganz besonders nicht für Jugendliche, das betonte ergänzend Michael Trauner, Leiter der klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien.

„Gleichzeitig wurde festgestellt, dass moderater Salz- und Eiweißkonsum keine Auswirkungen auf die Entstehung einer Nierenerkrankung bei Diabetes mellitus-Patienten hat“, so der Nephrologe Rainer Oberbauer von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien.

Originalpublikation:

Diet and Kidney Disease in High-Risk Individuals With Type 2 Diabetes Mellitus
Daniela Dunkler et al.; JAMA Intern Med., doi: 10.1001/jamainternmed.2013.9051; 2013

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1 Kommentar:

Ärztin

Wen wundert´s, dass ein gut eingestellter Diabetes und eine ausgeglichene Mischkost zum Erfolg führen. Schade, dass die antidiabetische Therapie nicht differenziert wurde (orale Antidiabetika versus Insulintherapie oder Mischtherapie) Das relativiert die Qualität der Studie. Der moderate Genuss von Alkohol bremst die Gluconeogenese, diese Erkenntsiss ist nicht neu. Vor der Empfehlung Alkohol als “Medikament” mit in die Therapie einfließen zu lassen sollte man allerdings Kenntniss bezüglich des Stoffwechseltypes für den Alkoholabbaue seines Patienten haben.

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