Medizinstudium: Auf dem Weg zur Zwei-Klassen-Ausbildung?

21. August 2013
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Die Lösung des Ärztemangels kann doch nicht so schwer sein, oder? Wenn es in Deutschland zu wenige Ärzte gibt, wieso bildet man dann nicht einfach mehr aus? Wir zeigen, warum es immer mehr private Medizinausbildungsmodelle gibt und welche Probleme dies mit sich bringt.

„Ärztemangel“ ist ein Begriff mit dem die heutige Generation der Medizinstudenten aufgewachsen ist. Durch demographischen Wandel und medizinischen Fortschritt kommt es zu einem steigenden Bedarf an ärztlichem Personal, dem durch die seit Jahrzehnten gleich bleibenden Absolventenzahlen nicht nachzukommen ist. Die Folgen sind in den Kliniken durch eine hohe Arbeitsverdichtung und auf dem Lande durch eine strukturelle Unterversorgung am deutlichsten zu spüren.

Mehr Plätze nötig, doch der Staat macht dicht?

Auch wegen der großen Beliebtheit von Medizinstudienplätzen scheint die naheliegendste Lösung des Problems eine Erhöhung der Anzahl eben dieser zu sein. Niemand versteht, warum es nicht dazu kommt und weshalb, sogar im krassen Gegensatz dazu, in Halle oder Lübeck sogar über die Schließung von medizinischen Fakultäten diskutiert wird. Betrachtet man die Situation nach den ökonomischen Grundsätzen von Angebot und Nachfrage, ist die Schlussfolgerung eigentlich ganz einfach. Ein Medizinstudium ist sehr teuer, es gibt aber sowohl auf Patienten- als auch auf Studentenseite einen großen Bedarf: Könnten Privatunis eine Lösung sein?

Privatunis. Vorbild USA?

In den USA gibt es knapp 140 Medical Schools. Nur etwas mehr als 80 davon sind staatlich, der Rest privat. In Deutschland gibt es 36 Fakultäten, privat ist davon bisher nur eine einzige: die der Universität Witten-Herdecke. Das Studium der Humanmedizin kostet dort 41.000 Euro, Zahnmedizin knapp 55.000 Euro, was im Vergleich zu den Studiengebühren in den USA lächerlich ist. Bei der einen wird es wohl zukünftig nicht bleiben.

Universitäten im Ausland haben diesen Bedarf schon seit langem erkannt. Am bekanntesten dürfte dafür die medizinische Ausbildung in Ungarn sein. Aber auch in andere Länder der Europäischen Union zieht es junge Menschen mit finanzstarkem Background, die Medizin studieren wollen. Das führt soweit, dass die Semmelweis Universität in Budapest jetzt eine Dépendance in Hamburg eröffnet hat und Studenten des deutschsprachigen Studiengangs ihre klinische Ausbildung in der Hansestadt absolvieren können. Der Abschluss an der „Asklepios Medical School“, obwohl ungarisch, wird in Deutschland anerkannt, da durch ein EU-Abkommen jeder Abschluss in einem europäischen Land durch die anderen Mitgliedsstaaten anerkannt werden muss. Dass Asklepios durch die Zusammenarbeit mit der der ungarischen Universität den Nachwuchs für die eigene weltweit operierende Klinikkette akquiriert, scheint offensichtlich.

Zwei Wege zum Ziel

Die Universität Witten-Herdecke und die Asklepios Medical School der Semmelweis Universität zeigen die beiden Möglichkeiten der Gründung einer privaten Medizin-Uni in Deutschland. Die erste Möglichkeit ist die Entwicklung eines Konzepts in Übereinstimmung mit der deutschen Approbationsordnung und unter Einhaltung einer Vielzahl von Auflagen. Anschließend muss man dann das Ganze vom Wissenschaftsrat überprüfen lassen und beim Ministerium für Bildung und Wissenschaft des jeweiligen Bundeslandes anmelden. Wie das Akkreditierungsverfahren abläuft und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist in einem eigens dafür veröffentlichen Handbuch nachzulesen. Alle fünf Jahre muss man sich auf selbem Wege reevaluieren lassen. Die Universität Witten-Herdecke hatte damit immer wieder Probleme, was vor allem an ihrer wackligen finanziellen Situation liegt. Im Jahr 2017 wird es dort wieder spannend, denn wenn die Reevaluation negativ ausfällt verlieren die Studenten ihre Studienplätze.

Die zweite Alternative ist die Ausgründung einer Zweigstelle einer bereits existierenden Universität aus dem europäischen Ausland. Dort kann man dann zwar, obwohl die Ausbildung auf deutschem Boden durchgeführt wird, nur den Studienabschluss des jeweiligen Landes erwerben, der wird aber im Regelfall für die Berufsausübung in Deutschland anerkannt.

Neue Bestrebungen

Für beide Möglichkeiten gibt es zur Zeit wieder Bestrebungen, neue Fakultäten zu gründen. Beide in Brandenburg, wo es bisher noch keinen Standort für eine medizinische Ausbildung gibt und der Arztmangel bereits besonders spürbar ist. Zum einen ist unter dem Namen „European University of Health“ in Zusammenarbeit verschiedener Investoren und dem Verbund christlicher Kliniken Brandenburgs der Aufbau einer Fakultät geplant, an dem ein Abschluss einer österreichischen Universität erlangt werden kann. Neben einem innovativen Lehrkonzept sollen auch in Sachen Bewerberauswahl neue Wege gegangen werden: „Wir wollen nicht die Einser-Studenten, die Medizin studieren sollen, sondern die, die soziales Engagement aufweisen und Arzt oder Ärztin werden wollen“, so Johannes Albes vom Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg. Erklärtes Ziel sei insbesondere die Ausbildung des Nachwuchses für die Region Brandenburg.

Das zweite Beispiel ist die Medizinische Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane, die zur Zeit in der Akkreditierungsphase steckt. Gerade aktuell wurde die Eröffnung, die eigentlich für dieses Jahr geplant war, auf Grund von Beanstandungen durch den Wissenschaftsrat auf 2014 verschoben. Mit „Willkommen in der Zukunft der Medizin“ und ebenfalls einem Ansatz, der auf die Ausbildung für die regionale Infrastruktur abzielt, wirbt die Internetseite. Auch hier soll es ein „NC-freies Wunschstudium ohne lange Wartezeiten“ geben. Über zu wenige Bewerber müssen sich beide Hochschulen wohl keine Sorgen machen.

Zwei neue Fakultäten – Ein Grund zur Freude?

Zwei neue Fakultäten sind natürlich begrüßenswert. Dennoch werden beide Initiativen von vielen Seiten kritisiert. In Deutschland wird weiterhin das Humboldt’sche Bildungsideal und das Menschenrecht auf Bildung für alle hochgehalten. Da davon auszugehen ist, dass zukünftig, durch hohe Studiengebühren, Studenten mit wohlhabendem Elternhaus beim Medizinstudium bevorzugt werden, stellen die kursierenden Pläne für private Medizinhochschulen für viele eine ernstzunehmende Gefahr dieses Ideals dar. Viele sehen die Ausbildung zum Arzt weiterhin als staatliche Angelegenheit an, die vorranging dem Wohl der Bevölkerung dienen solle und keinerlei ökonomischen Interessen unterliegen darf.

Private Investoren sollten keine Ausbildung für Ihre Zwecke anbieten können. Also zum Beispiel die Ausbildung des Nachwuchses für eine bestimmte Klinikkette oder die pharmazeutische Industriesparte. Von studentischer Seite werden auch ganz vehement Pläne kritisiert, Studienplatzvergaben an die Verpflichtung zu koppeln, nach dem Studium in einer bestimmten Region tätig zu sein.

Der Staat in der Pflicht

Um die medizinische Ausbildung auch weiterhin kontrollieren zu können, werden dem deutschen Staat wohl nur zwei Möglichkeiten bleiben: Entweder er investiert in die staatliche Ausbildung und schafft mehr Studienplätze oder er reguliert die privaten Studiengänge und sorgt für faire Finanzierungsmodelle für die Studenten. Sonst wird wohl auch zukünftig in der Ausbildung von einer „Zwei-Klassen-Medizin“ gesprochen werden.

53 Wertungen (3.87 ø)

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16 Kommentare:

Gast
Gast

Nach 3 semesters an der AMS Und 3 semestern an einer staatlichen uni kann ich sagen, dass sich die qualität der ausbildung sich nicht mehr unterscheidet als unter den deutschen staatlichen Unis. Jede Uni hat ihre Schwerpunkte. Hier ist Gynäkologie das schwerste Fach, wo anders legt man eher Wert auf patho usw. An der AMS unterrichten Profs welche teilweise vorher auch an anderen Unis waren – also würden die jetzt auf einmal anders unterrichten nur weil sie asklepios auf der Brust stehen haben.
Was ich allerdings mit Sicherheit sagen kann, ist dass das prüfungssystem an der AMS kaum zulässt eine Prüfung zu bestehen ohne zu lernen wie das in manchen Fächern an staatlichen Unis der fall ist, da die Prüfungen dort mündlich sind und nicht aus stumpfem kreuzem bestehen. Es ist schade, dass Studenten die teilweise gezwungen sind große Kredite aufzunehmen um sich ihren Traum vom Medizinstudium zu verwirklichen ständig Steine in den weg gelegt bekommen. Warum muss man sich in Deutschland für private Bildung rechtfertigen, in anderen Ländern ist dieses Model längst angekommen. Natürlich wäre es schön, wenn alle die es wollen Medizin kostenlos studieren konnten, aber da dies nicht der fall ist sollte man doch wirklich nicht den Leuten, welche einen alternativen weg suchen um ihren Traum zu verwirklichen mit Vorurteilen entgegentreten.

#16 |
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Gast
Gast

richtig #13. das ganze ist eine farce. selbst wenn man sein physikum im ausland macht kommt man kaum danach dazu sein studium in deutschland weiterzuführen.
#12 hast du auch irgendwelche verwendbaren argumente dafür?

#15 |
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Heilpraktiker

Ich finde es schade, daß diese notwendige Diskussion wieder zu einer wird, bei der es eher um die Konkurrenz zwischen verschiedenen Elfenbeintum-Anbietern geht als um eine längst überfällige Reform der deutschen Gesundheitsberufe. Und den Zugang dazu. Sehr spannend finde ich an dieser Stelle das US-amerikanische Modell des »Physicians Assistant« (http://www.bls.gov/ooh/Healthcare/Physician-assistants.htm). Es gibt soviel gut ausgebildetes Fachpersonal, das hierzulande mit Hilfstätigkeiten beschäftigt wird. Vielleicht hülfe etwas weniger Standesdünkel und das konstruktive Nachsinnen über die gelungene Argumentation von Katja Benkert in ihrem Kommentar #1.

#14 |
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Gast
Gast

ein abiturient mit 3,5 abi kann doch nur noch auf dem papier medizin in deutschland studieren. In der echten welt ist das nicht mehr schaffbar…

menschenrecht auf bildung für alle etc

ich bitte euch, das ist farce

#13 |
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Gast
Gast

Das sehe ich anders! Es gibt sehr wohl staatliche Studenten in den Asklepios Kliniken…

#12 |
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Gast
Gast

ich glaube nach wenigen minuten nachdenken wird man von selber darauf kommen, dass ein student einer staattlichen uni wohl kaum etwas gutes an einem studenten einer universität wie der asklepios medical school lassen wird.
ausserdem sind meines erkenntnis standes keine staatlichen pj-ler mehr bei den asklepios-kliniken beschäftigt?

#11 |
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Gast
Gast

@Kommentar #8: Genau. Und das mit Studenten der staatlichen Universität. Nur kann man die auch mit anpacken lassen, während AMS-Studenten sofort den Chefarzt zum (Einzel)unterricht einfordern aber keine Ahnung von wichtigsten Grundlagen haben…

#10 |
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Gast
Gast

vorallem ist ja grade ein Medizinstudium nicht mehr nach dem “humbtschen Bildungsideal” frei zugänglich… oder wer ausser 1,0ern hat darauf noch zugriff?

#9 |
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Gast
Gast

““Warum sollten die AMS-Studenten schlechter ausgebildet werden. Damit würde sich die Asklepiosgruppe doch selber schaden!” trifft leider nicht zu. Unterhalten Sie sich doch bitte mit den ärztlichen Kollegen darüber, wie sie die fachliche Qualifikation der AMS-PJler im Gegensatz zu den staatlichen Studenten einschätzen…”
Mit welchen ärztlichen kollegen denn bitte? die pjler der ams sind schliesslich nur in asklepios-kliniken untergebracht?!

#8 |
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Gast
Gast

Das Märchen vom Ärztemangel ist auch so eine Sache.
Ärztemangel gibt es tatsächlich auf dem Land…in Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg oder im flachen Land Niedersachsens.
Aber ganz ehrlich: Bis auf die armen Kollegen aus China, Bulgarien und Rumänien, die mit extrem mangelhaften Sprach- und Fachkenntnissen in diesen Bereichen praktizieren, werden wohl alle angeworbenen Ärzte aus Österreich, Schweiz und Co. ebenfalls eher und lieber in Hamburg, Berlin und München arbeiten. Lieber Kommentator #6: Wo meinen Sie wohl, werden die Absolventen der Asklepios Medical School nach sechs Jahren und zigtausenden Euro lieber (IMPP-konform: “am ehesten”) arbeiten arbeiten?
A) An der Brandenburgischen Seenplatte
B) Im Flachland Niedersachsens (100 km von der nächsten größeren Stadt entfernt)
C) In Hamburg, Berlin, München oder einer anderen Großstadt
D) In Oberunter-Ursel
E) Auf einer Hallig nördlich von Hamburg

#7 |
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Gast
Gast

Dann doch lieber noch weniger Ärzte, als Ärzte die sich ihr Studium erkauft haben oder wie?

#6 |
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Gast
Gast

@Moritz Völker und Philipp Schnorr:
Sicherlich wird sich kaum einer der privaten Asklepios Medical School Absolventen seinen Studienplatz selber finanzieren, sondern in aller Regel mit einem hohen finanziellen Aufwand von den Eltern unterstützt. Eine Bank, die einem einen derartigen Kredit gewährt, kann ich mir -zumindest ohne Bürgschaften durch die Eltern- nicht vorstellen. Insofern findet hier selbstverständlich eine “Negativselektion der Armen” statt!
Wir reden in diesem Land zum Glück offen darüber, dass Menschen mit einem niedrigeren sozialen Hintergrund im Hintertreffen sind. Auch wenn das nicht wirklich auf die Realität zutrifft: BILDUNG MUSS EINE VOM STAAT ZUR VERFÜGUNG GESTELLTE RESSOURCE FÜR ALLE BLEIBEN!!!

Grundsätzlich hätte ich nichts gegen private Universitäten, die den Bedarf decken wollen. Allerdings ist das immer so eine Sache mit den “Privatisierungen”. Als die Asklepios-Gruppe in großem Stil staatlich heruntergewirtschaftete Kliniken eingekauft und professionell privatisiert hat, haben sich die Kommunen anfangs aus ihrer Verantwortung gestohlen und kurzfristig Löcher in den Haushalten stopfen können. Wie so häufig in Deutschland, hat diese neue Geldquelle aber nicht lange vorgehalten. Heute findet man in den Häusern dieses Unternehmens ein straff betriebswirtschaftlich geführtes und (wirtschaftlich) erfolgreiches Unternehmen. Wirtschaftlich erfolgreich bedeutet dabei vor allem: für die Betriebswirte und den Verwaltungsrat. Wirtschaftliche Vorgaben nehmen oft und unter Widerstand vieler Ärzte auch Einfluss auf die medizinische Versorgung. Bei der medizinischen Ausbildung der AMS-Studenten liegt zumindest die realistische Gefahr im Raum, dass sich die Ausbildung nicht in Deckung mit der staatlichen Variante (bei all den berechtigten Kritikpunkten daran) bringen lässt. Das vielgenutzte Argument: “Warum sollten die AMS-Studenten schlechter ausgebildet werden. Damit würde sich die Asklepiosgruppe doch selber schaden!” trifft leider nicht zu. Unterhalten Sie sich doch bitte mit den ärztlichen Kollegen darüber, wie sie die fachliche Qualifikation der AMS-PJler im Gegensatz zu den staatlichen Studenten einschätzen…

#5 |
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Student der Humanmedizin

Ich finde die privaten Unis werden in dem Artikel zu schlecht und ökonomisch orientiert dargestellt. Es ist erstens möglich erst zu studieren und das Geld später -wenn man denn fertig ist- zu zahlen (somit also keine “Negativselektion der Armen”.
Zweitens gehen genau diese Unis das Problem der absolut theoretischen Ausbildung an und integrieren sehr früh Praxisanteile und vermitteln den Stoff einfach zeitgemäß.
Man sollte es nicht kritisieren, wenn Eltern die Ausbildung der Kinder selbst in die Hand nehmen (und damit den Staat sogar sehr entlasten!). Dadurch bleibt den staatlichen Unis im Endeffekt sogar mehr Geld übrig.

#4 |
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Philipp Schnorr
Philipp Schnorr

Warum sollte man diejenigen die sich ein Studium privat finanzieren auch noch dafür bestrafen???

#3 |
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Philipp Schnorr
Philipp Schnorr

Wie schafft es denn bitte mehr Studienplätze, wenn die wenigen privaten noch mehr reguliert werden????

#2 |
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Studentin der Humanmedizin

Diese Lösungsansätze sind sicher nicht verkehrt, aber warum geht man denn keine einfacheren und sofort greifenden Wege?
Möglich wäre es auch das Medizinstudium für Interessierte mit medizinischer Vorbildung (Krankenschwestern/-pfleger, Rettungsassistenten/innen) als “Berufsausbildung” mit studentischem Unianteil freizustellen. Heißt ganz einfach man könnte mit Krankenhäusern und Praxen den Ärztemangel eigentlich praktisch sofort angehen! Es könnte Studenten mit medizinischer Vorausbildung bei der Bewerung zum Studium freigestellt werden, ob sie den alten Studienweg an der Uni gehen wollen, oder eine Art Berufsausbildung zum Arzt direkt in Kliniken und Praxen absolvieren und lediglich Testate und Prüfungen an den Unis oder bei Ihrem ausbildungsleitenden Arzt ablegen.
Zum einen könnte man diese Studierenden in den Praxen und Kliniken im Umfang ihrer vorhanden medizinischen Ausbildung einsetzen (OP-Haken halten, Spritzen setzen, Blut ziehen, Datenerfassung etc.) und so derzeit auf Unibänken “versauerntes” Potenzial nutzen und zum anderen wären diese Studienplätze an den Unis für Studenten, welche frisch von der Schulbank kommen, frei – es könnten also auch mehr Studenten studieren!

Weiter gibt es viele Studierende die eine Zulassung erhalten und nach 1-3 Monaten auf eigenen Wunsch exmatrikuliert werden, da das Medizinstudium doch “ganz anders als vorgestellt ist”. Wäre es hier nicht denkbar, zur Bewerbung bespielsweise einen Nachweis einens min. 4 wöchigen Schnupperpraktikums abzuverlangen, um sicher zu gehen, dass sich der Bewerber zumindest schon einmal mit dem medizinischen Bereich und dem Beruf als Arzt befasst hat und nicht nur studieren möchte, weil “es ja das richtige sein KÖNNTE”?
Sicher ist solch ein Vorabpraktikum auch keine endgültige Garantie, dass das Studium fortgeführt und abgeschlossen wird, aber so könnte sicherlich ein gewisser Anteil unsicherer Bewerber vorab aussortiert werden.

Weiter wäre es für uns Medizinstudenten auch einmal nett, eine feste Studien-/Prüfungsordnung zu haben, die sich nicht stetig ändert. Wie soll man sich hier anpassen?
Eventuell sollte auch über eine 50% theoretische und 50% praktische Ausbildung nachgedacht werden – denn sind wir mal ganz ehrlich, sturres auswendig lernen für Testate und Prüfungen hat nicht wirklich etwas mit Medizin zu tun, ist nach der Prüfung schnell wieder vegessen und nutzt einem Patienten auch nicht wirklich etwas, da nicht jeder Patient gleich ist und immer die selben Symptome zeigt, die eventuell im Lehrbuch standen.

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