Orientierungssinn: Gamer haben mehr Hirnstruktur

21. August 2013
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Videospiele boomen, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Doch wie wirkt sich das Spielen eigentlich auf unser Gehirn aus? Dieser Frage gingen Forscher nun im Zuge einer Studie nach.

Wer Videospiele spielt, trainiert den Bereich im Gehirn, welcher für das räumliche Denken des Menschen eine wichtige Rolle spielt. Berliner Forscher konnten in einer Studie feststellen, dass dieser Bereich bei Videospielern ausgeprägter ist. Es handelt sich dabei um die graue Substanz des Gehirns im sogenannten entorhinalen Kortex. „Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise dafür, dass Videospieler sich möglicherweise intuitiv besser in ihrer Umwelt orientieren können“, sagt Studienleiterin Simone Kühn, Wissenschaftlerin am Fachbereich Entwicklungspsychologie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. „Das Videospielen schult die dafür verantwortliche Gehirnregion“, so Simone Kühn.

Doch nicht jedes Videospiel-Genre scheint den gleichen Effekt zu haben: Das größte Wachstum konnte bei den Probanden belegt werden, die Logik- und Puzzle-Spiele wie beispielsweise Tetris, Minesweeper oder Professor Layton sowie Jump and Run-Spiele wie Super Mario 64, Sonic oder Mega Man spielten. Bei Spielern von actionbasierten Rollenspielen wie Fallout, Mass Effect oder Dead Island war die Veränderung hingegen weniger ausgeprägt.

Hirnstruktur im Vergleich

Für die Studie wurden 62 Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren befragt und untersucht. Mit Hilfe des Magnetresonanztomografen (MRT) konnten die Forscher die Hirnstruktur der Spieler messen und vergleichen. Am größten war die graue Substanz bei den Probanden, die die meisten Videospiele in ihrem Leben gespielt hatten. „Je mehr Stunden die untersuchten Männer bisher gespielt hatten, desto stärker war der Gehirnbereich ausgeprägt“, erklärt die Studienleiterin.

Originalpublikation:

Amount of lifetime video gaming is positively associated with entorhinal, hippocampal and occipital volume
Simone Kühn et al.; Molecular Psychiatry, doi: 10.1038/mp.2013.100; 2013

16 Wertungen (3.44 ø)

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3 Kommentare:

Gast
Gast

Warum wurden nur Männer zur Studie zugelassen? Frei nach dem Motto: Traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast?

#3 |
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Martin Falkenberg
Martin Falkenberg

Das ist an sich ein sehr interessantes Thema, und die o.g. Erkenntinisse machen schon neugierig,…
aber: Wie hängen 2D-Spiele (Tetris, Minesweeper) und Logik-Spiele KAUSAL mit einer Vergrößerung von RÄUMLICHEN-Vorstellungs-Bereichen zusammen?
Bei “Super Mario 64” würde ich diese kausale Verknüpfung (3D-Spiel ->3D-Region) noch eher akzeptieren, aber es stellte in der obigen Liste ja nur eine Ausnahme dar!?
Wurden eigentlich auch andere Bereiche des Gehirns auf ihre Veränderungen hin untersucht? (Logik-Spiel -> Präfrontaler Cortex; o.Ä.?)
Wurde beachtet, dass Männer, die Logik-Spiele präferieren sich ggf. auch ansonsten eher mit komplexeren Dingen beschäftigen, als solche Männer, die Action-geladene Spiele präferieren?(Könnte ein Bias sein, den man ausschließen sollte!)

#2 |
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Heilpraktikerin

Gab es einen Grund, weshalb hier nur Männer untersucht wurden?

#1 |
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