Arzt-Patienten-Gespräch: 5 goldene Regeln

8. Februar 2019

Ein Arzt-Patienten-Gespräch dauert in der Regel 226,9 Sekunden. Zu kurz, finden viele Patienten und gehen unzufrieden aus dem Sprechzimmer. Wie gelingt die bestmögliche Therapie in kurzer Zeit? Fünf Tipps für effizientere Gespräche von Dr. Johannes Wimmer.

35 Wertungen (3.83 ø)
Allgemein

13 Kommentare:

Biologe

noch eine Anmerkung:
selbst Dr. Wimmer scheint es nicht zu schaffen, trotz seiner ausgeprägt unterstreichenden Mimik und Gestik, sein Anliegen in den 226,9 Sekunden “rüber zu bringen”. Sein Video dauert immerhin 4:11 min = 251 sek

#13 |
  6
Biologe

Frau Winkler ( #10 ) hat sehr recht, vielleicht sollte Dr. Wimmer das Fach wechseln. Wie Dr. Susanne Holst oder Dr. Eckart von Hirschhausen, die an anderer Stelle Hervorragendes leisten ;-)
So ein bißchen Narzißmus gehört einfach dazu

#12 |
  5

Endlich eine alternative Meinung

#11 |
  0
Dr. Catharina von Lany
Dr. Catharina von Lany

Liebe Frau Dr Allgayer.
Ich stimme Ihnen völlig zu. Selbst eine Erkältung / ein grippaler Infekt dauert mit Untersuchung schon in der Regel länger als 3,5min. Ich frage mich allerdings, woher diese Zeitangabe wohl kommt, wenn wir uns im Prinzip alle einig sind, dass dem Patienten und auch uns selbst diese „Medizin auf der Durchreise“ nicht gut tut.

#10 |
  0
Dr Rotraut Allgayer
Dr Rotraut Allgayer

Verstehe nicht, wie man so arbeiten kann. Wir haben 10min Termine für gängige Probleme. Bei psychosomatischen Patienten, chronisch Kranken und schwierigeren Erkrankungen ist schon mal 30-60 min drin. Es gibt ja auch gesprächsziffern, die abgerechnet werden können. Anders würde mir mein Beruf als Allgemeinärztin auf dem Land auch keinen Spaß machen und ich würde auch meinen Patienten nicht gerecht werden. Die haben es verdient, dass wir uns mit ihren Beschwerden und Krankheiten beschäftigen. Kassensystem hin oder her. In 3 min kann ich nicht mal eine Erkältung mit Untersuchung behandeln.

#9 |
  1
Heilpraktiker

Meine langjährige Erfahrung – als Patient: Wenn man etwas mehr zeitliche Zuwendung möchte, ist es hilfreich, sich selbst zumindest in eigener Sache medizinische Grundkenntnisse anzueignen und nach Möglichkeit einige der häufig benutzten ärztlichen Vokabeln (leider oft Latein) zu erlernen – um in der Sprache des Arztes/der Ärztin antworten zu können.
Wichtig ist dann aber, mit seinem (Halb- oder Viertel-)Wissen sehr zurückhaltend umzugehen und keinesfalls als Besserwisser aufzutreten. Am besten möglichst oft geschickte Fragesätze mit sparsam gesetztem Fachvokabular formulieren.

Nach Möglichkeit selbst nicht so viel reden, sondern den Arzt/die Ärztin reden lassen. Das klappt natürlich nur dann, wenn man sich als Patient schon zu Hause optimal vorbereitet hat. Also aufschreiben: Was habe ich/stört mich? Was will ich erreichen (gewünschte Therapiemethode bzw. Medikation)? Dazu den bisherigen Medikamentenplan exakt aufschreiben. Diesen dem Arzt ausgedruckt vorlegen und dabei sein (aufgeschriebenes und mehrfach vor dem Spiegel trainiertes) Anliegen kurz und knapp (max. 1 Minute) vortragen.
Wenn anschließend ärztlicherseits die Gedanken in eine Richtung abzudriften drohen, die den eigenen Zielen (Medis, Theras) zuwiderlaufen könnten, vorsichtig aber bestimmt intervenieren.
Bewährt hat sich die “fragende Gesprächssteuerung”. Zum einen hat der Arzt dann das Gefühl, es seien tatsächlich seine eigenen Ideen, die er da entwickelt und zum anderen fühlt auch er sich als Gegenüber wahrgenommen – menschlich und fachlich.

Wie kann man das hinkriegen ohne gleich selbst Medizin studieren zu müssen? Zuerst sollte natürlich ein ausgeprägtes Grundinteresse für sich selbst und die eigenen gesundheitlichen Schwachstellen (Symptome und Neurotizismen, die sich durch’s ganze Leben ziehen) gegeben sein. Dann hilft: Abendgymnasium besuchen (dabei Latein nicht abwählen! Und lieber Griechisch als Französisch hinzunehmen, falls möglich.), anschließend Heilpraktikerausbildung absolvieren (da wird ja auch ein minimales schulmedizinisches Wissen vermittelt). Sobald es anschließend an die “alternative Heilkunde und ihre speziellen Methoden” geht, kann man ja abbrechen und viel Geld sparen, wenn man sowieso nicht vorhat, als HP zu praktizieren.

Das alles nimmt gar nicht so viel Zeit in Anspruch. Mit 6 bis 7 Jahren ist man schon dabei. Aber es ist ja gut – weil in sich selbst – investierte Zeit!

#8 |
  41
Claudia Winkler
Claudia Winkler

Warum kann Herr Wimmer nicht – so wie andere Leute in diesem Forum auch – einfache Sachverhalte niederschreiben. Ich verstehe nicht, was dadurch gewonnen wird, daß er sich beim Sprechen filmt. Leidet er an Eitelkeit oder Mediengeilheit? Oder ist das ein und dieselbe Krankheit?

#7 |
  21
Nichtmedizinische Berufe

226 Sekunden?
Mein Tipp:
Den Arzt wechseln!
Mehr ist dazu wohl nicht zu sagen.

#6 |
  5
Nichtmedizinische Berufe

Kurz, knapp, auf den Punkt gebracht. Danke für den wertvollen Bitrag.

#5 |
  22
Nichtmedizinische Berufe

3 Minuten – ganz schlimm ist für mich, wenn ich reinkomme und die Ärztin am PC sitzt – bei uns ist das so organisiert, dass die Patienten ins Sprechzimmer aufgerufen werden, nicht dass der Doc ins Zimmer kommt – und auf den Bildschirm schaut, oft auch noch etwas tippt.
Ich WEISS dann einfach nicht, wann ich dran bin zu sprechen. Also warte ich , und sie wartet und so verschenke ich bestimmt 1,5 Minuten von meinen 3.
Ich bin dazu übergegangen, Notizen zu machen, die mitzubringen und vorzulesen. Auf die Weise vergesse ich nix und kann nicht unterbrochen werden. Damit habe ich nur gute Erfahrungen gemacht, die Ärzte schätzen es, dass ich mich systematisch auf den Termin vorbereitet habe. Manchmal gibt es sogar noch Small Talk.

#4 |
  2
Dr. Catharina von Lany
Dr. Catharina von Lany

Ich bin niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin und führe eine Einzelpraxis.
Den meisten Patienten ist es meiner Erfahrung nach wichtig, dass ich als ihre Ärztin ihnen zuhöre, um ihr Problem erfassen und somit auch eine adäquate Therapie einleiten zu können. Eine strukturierte und effiziente Gesprächsführung ist dem durchaus sehr zuträglich und muss nicht bedeuten, dass das Gespräch in den berüchtigten ca 3,5 min zuende ist. Das kann bei einer einfachen Erkältung durchaus reichen. Ein empathischer Umgang und dem Patienten entgegengebrachte Wertschätzung benötigen allerdings oft etwas länger, gerade wenn es sich um schwerwiegende Diagnosen handelt. Dann ist das Gespräch aber sehr wohl auch abrechenbar. Vernünftige Gespräche und ein sorgfältiger Patientenumgang stehen also nicht der Wirtschaftlichkeit der Praxis entgegen, generieren aber oft unerwünschte Wartezeiten. Da muss dann auch der Patient entscheiden, was ihm wichtig ist.

#3 |
  2
Altenpfleger

Diese 5 Regeln können mir im Alltag bestimmt auch helfen. Ich werde das mal ausprobieren.

#2 |
  10

Sehr geehrter Herr Wimmer,

mir – und vermutlich auch Ihren PatientInnen -fehlt in Ihrem Video eine Folie : Empathie zeigen. Empathie muss ja nicht lang sein.. ein nettes Wort oder eine Geste – Hand auf Hand – würde reichen.

Vielleicht machen Sie sich besser dafür stark, dass die ärztliche Beratung länger dauern darf und besser vergütet wird, das wär doch mal eine sinnvolle Maßnahme. Wie wollen Sie einem Tumorpatienten in drei Minuten mit Ihrem Konzept helfen? Für mich sieht das eher so aus- wie kriege ich Geld und den Patienten in drei Minuten los.

Ich würde mich von einem Arzt wie Ihnen nett verabschieden (es zumindest versuchen) und ihn nie wieder aufsuchen. Ich hoffe, dass es junge Mediziner Gibt, die ihren Beruf lieben und entsprechend ausüben.

Dr. (rer. nat) Petra Ortner

#1 |
  13


Copyright © 2019 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: