ADHS: Zappeln kommt selten allein

20. August 2013
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ADHS, bipolare Störungen und Schizophrenie treten gelegentlich gemeinsam auf. Der Psychologe Henrik Larsson hat mit seinen Kollegen eine große epidemiologische Studie durchgeführt und vermutet gemeinsame genetische und umweltbedingte Wurzeln.

ADHS, Schizophrenie und Bipolare Störung – sie sind Gegenstand aktueller genetischer Studien. Die Studien weisen auf genetische Auffälligkeiten wie beispielsweise geteilte Genloci, genetische Deletionen und Duplikationen (Copy Number Variants, CNV) hin. Henrik Larsson und seine Kollegen wollten nun herausfinden, ob es Hinweise auf geteilte genetische und umweltbedingte Ursachen gibt. Sie analysierten die Daten von 61.187 ADHS-Patienten aus Schweden; 68% der Probanden (n = 41.603) waren männlich. Die Daten stammen aus den Nationalen Gesundheitsstatistiken Schwedens. Es wurden alle Patienten registriert, die zwischen 1987 und 2009 die Diagnose “ADHS” erhalten hatten (ICD-9-Code: 314, ICD 10: F 90). Die in die Studie eingeschlossenen Patienten waren zwischen 3 und 65 Jahren alt, als bei ihnen erstmals ADHS diagnostiziert wurde.

Vergleichstudie mit ADHS-Patienten und Gesunden

Henrik Larsson und sein Team sahen sich die Daten der Studienteilnehmer, die von ADHS betroffen waren, genau an: Wie hoch ist ihr Risiko, auch an einer bipolaren Störung oder Schizophrenie zu erkranken? Aus dem Bevölkerungsregister suchten die Autoren für jeden ADHS-Fall zufällig 10 Kontrollteilnehmer desselben Geschlechts und Geburtsjahrgangs heraus. Keiner der Kontrollteilnehmer hatte eine ADHS-Diagnose zu dem Zeitpunkt, zu dem bei den Indexpatienten ADHS diagnostiziert wurde. Den Autoren lagen ebenfalls die Daten der Verwandten ersten und zweiten Grades der ADHS-Patienten und der Kontrollteilnehmer vor. Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass geteilte genetische und umweltbedingte Risikofaktoren dann angezeigt werden, wenn die Probanden mit der Indexstörung (hier also ADHS) Verwandte haben, die an den beiden anderen zu untersuchenden Störungen leiden. Die Verwandten dürfen jedoch selbst nicht die Indexstörung (ADHS) aufweisen.

24-mal höheres Risiko für Bipolare Störung

In der ADHS-Probandengruppe gab es 60.655 Patienten ohne Schizophrenie. Davon hatten 2989 Patienten (4,9%) eine Bipolare Störung. Hingegen lag bei nur 0,2% der Kontrollgruppe eine bipolare Störung vor. Demnach hatten die Mitglieder der ADHS-Probandengruppe ein 24-mal höheres Risiko, die Diagnose “Bipolare Störung” zu erhalten. Betrachteten die Forscher die Gruppe von ADHS-Patienten ohne Bipolare Störung (n = 58.133), so waren 0,8% von einer Schizophrenie betroffen. In der Kontrollgruppe wiesen nur 0,1% der Teilnehmer eine Schizophrenie auf. Das Risiko der ADHS-Patienten für die Diagnose “Schizophrenie” war also erhöht (OR = 6,7). Auch bei den Verwandten der ADHS-Patienten waren die Risiken erhöht: Verwandte 1. Grades der ADHS-Probanden hatten ein höheres Risiko, an einer bipolaren Störung zu erkranken als die Verwandten 1. Grades der Kontrollgruppe (OR = 1,84–2,54). Auch die Verwandten 2. Grades der ADHS-Gruppe waren eher von einer Bipolaren Störung betroffen als die Verwandten 2. Grades der Kontrollgruppe. Eine “reines” Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom bei den Probanden sagte ein höheres Risiko für eine bipolare Störung bei den Verwandten voraus.

Zusammenhang von ADHS und Schizophrenie

Die Assoziationen von ADHS und Schizophrenie wurden bisher nur wenig beachtet. Studien konnten jedoch bereits zeigen, dass bei Patienten mit einem Beginn der Schizophrenie im Kindesalter eine ADHS-Prävalenz von 84% vorlag. Auch ist ADHS überrepräsentiert bei Kindern von schizophrenen Patienten: Die Prävalenz liegt bei 20–35%. In der Studie von Larsson et al. traten bipolare Störungen bei ADHS-Patienten häufiger auf als die Schizophrenie. Die Wissenschaftler leiten daraus ab, dass ADHS mehr Symptome mit der bipolaren Störung teilt als mit der Schizophrenie. Sie vermuten gemeinsame genetische Wurzeln von ADHS und Bipolarer Störung. Das gemeinsame Auftreten von ADHS und Bipolarer Störung könnte ein Subsyndrom sein, dass sich von den jeweils reinen Erkrankungen unterscheidet, so die Autoren.

Der Streit um die Gene

Immer wieder diskutieren Wissenschaftler darüber, ob ADHS hauptsächlich genetisch vererbt wird oder ob umweltbedingte Ursachen im Vordergrund stehen. Doch die Diskussion ist nicht leicht, denn das Bindeglied zwischen Genetik und Umweltfaktoren bildet heute die Epigenetik: Umweltfaktoren wie z.B. elterliches Verhalten können die Gene in ihrer Expression beeinflussen. Der Kinderpsychiater und Psychoanalytiker Terje Neraal zeigt immer wieder auf, wie groß der Einfluss der Eltern-Kind-Beziehung auf die Entwicklung von ADHS ist. “Anhand einer Studie an 93 nach diesem [Anmerkung der Autorin: beziehungsdynamischen] Modell behandelten Kindern wird gezeigt, dass eine medikamentöse Therapie mit Psychostimulanzien in der Regel überflüssig ist”, schreibt er in seinem Buch “ADHS: Symptome verstehen – Beziehungen verändern”.

Genetische Vererbung kann regelrecht vorgetäuscht werden

Auch bei der Depression zeigen Säuglingsforscher immer wieder, wie eine genetische Vererbung regelrecht vorgetäuscht werden kann: Depressive Mütter können nur eingeschränkt den Kontakt zu ihren Babys aufnehmen und rufen dadurch verschiedene emotionale Störungen beim Kind hervor. Auch kann sich aufgrund des belastenden Beziehungsmangels die Stoffwechsellage des Kindes ändern. In diese Richtung weist beispielsweise die Cortisol-Studie von Lynn Murray et al.. Heute werden die Forscher anscheinend versöhnlicher in ihren gegensätzlichen Ansichten. Anita Thapar und Kollegen der Cardiff University School of Medicine kommen in ihrem Review “What have we learnt about the causes of ADHD?” (2013) zu dem Schluss: “No single risk factor explains ADHD. Both inherited and noninherited factors contribute and their effects are interdependent.”

111 Wertungen (3.78 ø)

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20 Kommentare:

Gisela Satzinger
Gisela Satzinger

Ich arbeite als Heilpraktikerin und Körpertherapeutin mit von AD(H)S Betroffenen Kindern und Erwachsenen. Dieses Syndrom hat sehr individuelle Hintergründe, die oft schon während der Schwangerschaft ihren Ursprung haben. Hier können die substantiell wirkenden körpertherapeutischen Methoden der Teschler Lernförderung manchesmal “dauerhafte Wunder” bewirken und oftmals die Medikamente überflüssig machen. Gisela Satzinger, Erlangen

#20 |
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Birgit Mayer
Birgit Mayer

Ich kann mich dem Kommentar von Herrn Dr. Nixdorf sowie dem Gastkommentar vom 22. August nur zustimmen.

In der Suppe AD(H)S rühren viel zu viele Köche – vorwiegend solche, die des Kochens nur ansatzweise oder gar nicht mächtig sind. Und was tun Pseudoexperten, um von ihrem fehlendem Fachwissen abzulenken???
Sie versehen ihren Eintopf mit viel Emotion und lassen ihn hochkochen, damit auch sie endlich einmal wahrgenommen werden….

…und dies leider sehr zum Nachteil der wirklich Betroffenen! Denn diese benötigen dringend Hilfe von Fachleuten…und zwar solche, die auf sie individuell abgestimmt ist. Dies kann die alleinige Hilfe durch Psychotherapie sein oder aber – wenn nötig – kombiniert mit Medikation.

Daher möchte ich an alle selbsternannten “Fachleute” dort draußen, die Ritalin & Co. verteufeln, als Betroffene appellieren: Bitte werfen Sie Ihre Scheuklappen endlich beiseite und widmen sich diesem Thema endlich auf der objektiven und emotionslosen Ebene! Das Problem an dieser unsäglichen Debatte ist doch die Vermischung vollkommen verschiedener Probleme:

Problem 1: Es gibt viel zu wenige Experten auf dem Gebiet AD(H)S …dieser Umstand führt unweigerlich zu

Problem 2: Es gibt viel zu häufig ADHS-Diagnosen in Fällen, in denen gar kein AD(H)S vorliegt

Problem 3: Diesen Kindern werden dann Medikamente verabreicht, die sie nicht benötigen, was natürlich schädlich ist.

Problem 4: Durch diese inflationäre Diagnosekultur und die Diskussion darüber wird dann trotzdem häufig AD(H)S bei Kindern, die es wirklich haben, verkannt und diese von der dringend notwendigen Medikation fern gehalten.

Daher: Bitte hören Sie endlich auf, sich auf Kosten und dem Rücken der AD(H)Sler profilieren zu wollen und nehmen Sie dieses Thema ernst!

Als Betroffene weiß ich, wie sehr das passende Medikament helfen kann, die Lebensqualität entweder erheblich zu verbessern oder sie sogar nach langem Leidensweg erst wieder herzustellen.

Jeder Fall von AD(H)S ist anders. Es gibt zahlreiche Facetten und Ausprägungen und jeder Betroffene benötigt dringend eine auf ihn individuell abgestimmte Therapie von wirklichen Fachleuten und keine zerfleischende Diskussion selbst ernannter Experten und gegenseitige Vorhaltungen. Der einseitige Verweis auf den Film “Free the mind” zeigt wieder den dilettantischen Dogmatismus einiger Diskutanten. Was in einem Fall hilft, ist in vielen anderen Fällen von AD(H)S schlichtweg falsch, weil dieser Defekt so individuell auftritt.

Wer sich diesen Fakten verweigert, macht sich schlichtweg schuldig…schuldig am Selbstmord zahlreicher verzweifelter AD(H)Sler, die sich noch umbringen werden, weil sie an ihrem Zustand und damit an ihrem Leben verzweifeln, während die “Experten” lieber darüber diskutieren, ob es dieses Krankheitsbild denn überhaupt gibt oder es nicht doch eine Erfindung der Pharmaindustrie ist… Bitten denken Sie einfach mal darüber nach! Dafür wäre ich Ihnen sehr dankbar!

#19 |
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Gast
Gast

Stefan Kelter; den von Ihnen genannten Film “Free the mind” hatte sicher die Lehrerin meines Sohnes (15J.) gesehen, der auf deren Anraten, auch sein eigener Boss sein wollte und Medikamente verweigerte.
Unter Kontrolle seines Kinder und Jugendpsychiaters, habe wir seinem Wunsch nachgegeben mit dem Ergebnis, dass er nach einem halben Jahr, von der selben Lehrerin als unfähig zum normalen Schulbesuch eingestuft wurde.
Das was das Leben eines ADHS Betroffenen wirklich erschwert, sind die sturen Meinungen und Behauptungen von Ärzten und Fachpersonen, die ihre Patienten heilen und gegen die Pharmaindustrie wettern.
Ich bin von der Wirksamkeit der Medikamente überzeugt und halte sie für unabdingbar, trotzdem will ich keine US Zustände. US Zustände in Zusammenhang mit ADHS bedeuted, Medikamentenmissbrauch. Was kann ein ADHS Betroffener dafür, wenn seine für ihn wirksamen Medikamente von Nicht Betroffenen zweckentfremdet werden.
Schade, dass “Fachleute” auch hier, ihre unqualifizierten Aussagen verbreiten und damit Menschen diffamieren, die nach sorgfältiger Prüfung und Abwegung, und unter Inanspruchnahme anderer Therapiemöglichkeiten, Hilfe und Unterstürzung durch die Einnahme von Medikamenten erhalten.

Toleranz ist notwendig

#18 |
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Es ist schon erstaunlich, was hier mal wieder zum Thema AD(H)S so alles geschrieben wird.
Für Alle, die sich noch nicht wissenschaftlich damit auseinandergesetzt haben:
AD(H)S gibt es wirklich. Befassen Sie sich mal ausführlich mit dem “Dopaminstoffwechsel”. Ich weiß, das wird für Einige schwierig werden. Es lohnt sich aber zur Weiterbildung. Und erst dann über mögliche Therapien sprechen; die fangen an bei “gar nichts tun” und gehen weiter über Verhaltenstherapie bis hin zur Medikamenteneinnahme, je nach Fall. Und noch einmal für Alle, die meinen , dass Medikamente in keinem Fall nötig wären und für Alle, die meinen den Goldstanddard für alle AD(H)S- Patienten zu kennen: Jeder Fall liegt anders und es gibt keine Standardtherapie.

#17 |
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Heilpraktikerin Brigitte Gotter
Heilpraktikerin Brigitte Gotter

Heilpraktikerin Brigitte Gotter

Kann jemand etwas dazu sagen ob es Zusammenhänge mit ADHS, dann Bipolarer Störung und jetzt Feststellung Hashimoto gibt? (Hashimoto muß schon längere Zeit bestehen!
Könnte ADHS bzw. Bipolare Störung nicht öfter mit Hashimoto bzw. Hypothyreose zusammenhängen?
Schilddrüsenhormone sind existenziell wichtig und werden oft unterschätzt!
Für Infos wäre ich dankbar.

#16 |
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Alex Baird-Winter
Alex Baird-Winter

Ich unterstütze die Bitte um den kpl. Kommentar von Dr. Hauffe seitens anderer Leser. Warum Zensur? Das bereits gezeigte demonstriert ein Denken “über den Schüsselrand” – viele Erhebungen betreffen ja nur mögliche , aber simplizierte Schlüsselzusammenhänge in einem Bereich, der viel komplexer ist, als wir dies momentan noch glauben. Jedenfalls: Ein Patient mit extrem labiler emotionaler Lage wurde mit BIP II diagnostiziert. Kein klassisches, und kein modernes Antidepressivum half. Letzter Versuch: Carbamazepin. Folge: Patient wie ausgewechselt. Völlig stabil. Eine “erworbene BIP” könnte m.E. nicht so erfolgreich mit einem Mood stabilizer behandelt werden, denn nicht nur Stimmung war stabil, sondern auch das Verhalten plötzlich souverän . Ich glaube: Die Genetik schafft die Disposition und das Environment bestimmt, ob die Disposition zum Tragen kommt…

#15 |
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Ich bitte um den gesamten Kommentar von Fr. Dr. Hauffe! Eine Kürzung sollte begründet werden.

#14 |
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Heilpraktikerin

Schade, wirklich sehr schade – den Kommentar von Fr. Dr. Hauffe hätte ich sehr gerne ungekürzt gelesen….. Warum die Zensur?

#13 |
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Dr.medl Karin Hauffe
Dr.medl Karin Hauffe

Vielleicht gibt es gar keinen Widerspruch zwischen genetischer Vererbung und sozialen Faktoren. Vielleicht bedeutet Genetik einfach, dass sich auf den Genen niederschreibt, was sich an Belastung in der Abstammungslinie angehäuft hat. [Kommentar von der Redaktion gekürzt]

#12 |
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Das Problem ist doch hier ein ganz anderes.
Psychiatrische Diagnostik ist nicht valide.
Psychiatrische Diagnostik basiert auf Symptomen.
Die Symptome von “bipolar” “ADHS” und “Schizophrenie” überschneiden sich dementsprechend bekommen die Menschen dan verschieden “Diagnosen”
Das ist alles keine Wissenschaft sonder Esoterik

#11 |
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Matthias Pflüger
Matthias Pflüger

Schade, das nicht klar gestellt wurde, ob es einen Zusammenhang zwischen schizophrenen oder bipolaren Störungen und der medikamnetösen Behnadlung von ADHS besteht.

#10 |
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Ich kenne nichts, was nicht schon für ADHS (falls es das überhaupt gibt und nicht bloss eine Erfindung von bösen Mächten sei) verantwortlich gemacht wurde!

Zucker, Fernsehen, “die” Schule, die pöse, pöse Pharmaindustrie, Al Kaida, der Kommunismus, Zink-Mangel, der Ödipus-Komplex, Gene sowieso – auch wenn man sie nicht gefunden hat, vor allem “die” Epigenetik, der Kapitalismus oder Grimms Märchen…

Wie wäre es, wenn man nicht irgendwelche Befund mit irgendwelchen anderen korrelieren würde, sondern sich ein Mal ordentlich informieren würde, bei Conners oder Döpfner?

Wieso glaubt ein jeder Schuster oder Schneider (nebenbei, nichts gegen diese und andere ehrbare Berufe, so lange sie bei ihren Leisten bleiben!) Diagnosen zu kritisieren oder sich über bio-psycho-soziale Forschung auslassen zu müssen?

#9 |
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Augenoptiker / Optometrist

Bei vielen Kindern ist die Diagnose ADHS eine Fehldiagnose. Sie haben in der Regel meist “nur” eine Heterophorie oder Winkelfehlsichtigkeit. Nach Korrektion dieser Sehfehler mit prismatischen Brillengläsern ist die Symptomatik ADHS nicht mehr vorhanden. Das kann den Zusammenhang mit bipolaren Störungen relativieren.

#8 |
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Heilpraktikerin Brigitte Gotter
Heilpraktikerin Brigitte Gotter

Brigitte Gotter HP

Naja, es hat auch schon Fälle gegeben, bei denen Personen mit Bipolarer Störung diagnostiziert wurden, entsprechend auch die Medikamente bekamen und es lag eigentlich ein ADHS vor!
Ich denke diese Studien kann man nicht als Grundlage für irgend etwas verwenden!
Jeder ist ein einzigartig …… Statistik ist etwas anderes!

#7 |
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Dr. Maxi susanne Endres
Dr. Maxi susanne Endres

Ich glaube, man sollte die Zahlen mit Vorsicht genießen, denn die Angaben für Bipolarität liegen im Allgemeinen zwischen 1% und 5% der Bevölkerung. Die angegebenen 0,2 % Bipolare der Kontrollgruppe finde ich verdächtig niedrig.

Und ob eine medikamentöse Therapie von Kindern erkrankter Eltern um der eventuellen (!) Prophylaxe willen wünschenswert ist….???
Man darf nicht vergessen, dass jedes Psychopharmakon einen massiven Eingriff für einen Menschen/ein Kind bedeuten kann.

#6 |
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Dr. Beatrix Naton
Dr. Beatrix Naton

Sehr interessante Zusammenfassung der Studie. Besonders der Hinweis auf die Epigenetik ist m.E. wichtig, da eine wirkungsvolle Therapie (ob medikamentös oder psychologisch oder beides) das Risiko verringert, dass die Kinder der Patienten auch an ADHS oder bipolaren Störungen erkranken. Bzw. dass die Eltern der Patienten auch psychologisch begleitet werden.

#5 |
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Stefan Kelter
Stefan Kelter

@ Widdewiddewitt
“Und wie im jedem Artikel von Frau Voos fehlt auch hier nicht ein Bezug zur Psychoanalyse.”
Was wollen Sie damit sagen?

Ergänzend zu meinem ersten Kommentar möchte ich feststellen:
Ich stimme ausdrücklich dem zitierten Kinderpsychiater und Psychoanalytiker Terje Neraal zu, obwohl ich als Verhaltenstherapeut der Psychoanalyse nicht viel abgewinnen kann. Aber wo jemand Recht hat, hat er Recht.

#4 |
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Stefan Kelter
Stefan Kelter

Plattfüße und Glatzenbildung sollen auch gelegentlich auftreten. Oder blaue Augen und Hirnhautentzündung.
Mal im Ernst: Wollen wir US-Zustände? In denen die Pharmaindustrie in die Diagnostik und damit die Therapie hineinpfuscht? Wo ein Kind ganz schnell mit der Diagnose ADHS auch Medikamente für bipolare Störung verschrieben bekommt.
Ich möchte so etwas nicht in Deutschland.
ADHS ist immer noch eine Ausschluss-Diagnose.
Meine “ADHS-Kinder” sind sehr gut behandelbar mit achtsamkeitsbasierter Psychotherapie. Und wenn die Eltern mitziehen und den Konsum der elektronischen Medien reduzieren, ist es noch besser.
Bringt nur keine Dividenden für die Aktionäre der Pharmaindustrie.
Aber dafür erleben sich diese Kinder wieder, wie es vor ca. 3 Wochen ein Junge, der als untragbar in der Schule galt, treffend formulierte: “Ich bin jetzt der eigene Boss.” (Statt der Geist, der bisher dauernd seine Aufmerksamkeit hat ablenken lassen, sowohl von äußeren Dingen, als auch von inneren Impulsen, Gedanken, etc.)
Es wäre wünschenswert, wenn viele sich mal den Film “Free the mind” ansehen – auf DVD – und in dem man miterleben kann, was das Achtsamkeitstraining des Neurobiologen Prof. Dr. Richard Davidson und seinem Team bei der Behandlung eines stark gestörten Jungen mit der Diagnose ADHS bewirkt.

#3 |
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Widdewiddewitt
Widdewiddewitt

Und wie im jedem Artikel von Frau Voos fehlt auch hier nicht ein Bezug zur Psychoanalyse.

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