Krankenpfleger – eine sexy Ausbildung?

2. Oktober 2009
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Wer heutzutage kein Abitur mit der Durchschnittsnote 1,0 schafft, hat zu befürchten, dass er ein oder sogar mehrere Semester auf einen Studienplatz Humanmedizin warten muss. Für viele Absolventen stellt sich die Frage, wie die Wartezeit am besten überbrückt werden kann.

Viele der Abiturienten beginnen eine Ausbildung, wenn abzusehen ist, dass eine längere Wartezeit ansteht. Favorisiert wird dann in vielen Fällen eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger. Bis zum Jahr 2004 war der Beruf noch unter dem Namen „Krankenschwester“ bzw. „Krankenpfleger“ bekannt. Der neue Name macht auch deutlich, dass es in Zukunft nicht nur um die Pflege von Erkrankten geht, sondern sich das Aufgabenspektrum in Richtung Gesundheitsvorsorge erweitert.

Im Jahr 2004 waren über 700.000 Menschen als Gesundheits- und Krankenpfleger angestellt, davon waren mehr als 600.000 Frauen. Dies entspricht einer Quote von mehr als 80 %.

Ablauf

Die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger dauert in der Regel 3 Jahre. Sie besteht aus 2.100 theoretischen und 2.500 praktischen Unterrichtsstunden. Ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit einer beendeten mindestens dreijährigen Lehrzeit sind Pflicht. Ein Mindestalter gibt es seit der Reform des Krankenpflegegesetzes 2004 nicht mehr.

Die frühere strikte Fachaufteilung verliert mehr und mehr seine Wichtigkeit. Auch hier wird das fächerübergreifende Lernen immer wichtiger. Unterrichtet wird von Pflegepädagogen, die Lehre durch im Krankenhaus angestellte Ärzte wird kaum noch durchgeführt.

Die Lehre zum Gesundheits- und Krankenpfleger wird mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil, die beide unabhängig voneinander bestanden werden müssen.

Einsatzmöglichkeiten

Die möglichen Arbeitsbereiche eines Gesundheits- und Krankenpflegers beschränken sich nicht nur auf einen Einsatz in einem Akut-Krankenhaus. Auch in der häuslichen Versorgung, in Praxen, Hospizen und Kurhäusern müssen Stellen besetzt werden. Eine Fachweiterbildung, zum Beispiel zum Anästhesiefachpfleger, OP-Pfleger oder Intensivpflegekraft sind ebenfalls möglich.

Eine abgeschlossene Ausbildung kann nicht nur für ein Medizinstudium eine gute Grundlage sein. Auch ein Studium an der Fachhochschule in den Fächern Pflegemanagement, Pflegewissenschaft oder Pflegepädagogik sind möglich. Ebenso kann eine Promotion zum Dr. rer cum (rerum curae) angestrebt werden.

Je nach Einrichtung und Zuschlägen kann der Verdienst eines Kranken- und Gesundheitspflegers zwischen ca. 1.100 und 2.300 € liegen.

Für Studenten der Humanmedizin mit einer abgeschlossenen Lehre in diesem Bereich bieten sich vielfältige Möglichkeiten zum Gelderwerb, besonders Nacht- und Wochenenddienste sind sehr begehrt.

16 Wertungen (1.75 ø)
Allgemein

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6 Kommentare:

Als “Krankheuits- und Gesundheitspfleger” und Student kann ich nur sagen – nächstes Mal besser informieren …

#6 |
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Was mir im Hinblick auf die Aufmachung des Artikels noch verborgen geblieben ist: Was hat die Ausbildung mit Sex zu tun, warum bestehen Verbindungen zu vermeintlich aus Tarantino Filmen entsprungenen Schwestern und bin ich dazu angehalten mir als Pfleger vor Dienstantritt die Beine zu rasieren?
Was ich immer wieder auf’s neue feststelle und sich nie verändert hat: Einmal Pfleger, immer Pfleger!

#5 |
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Jörg Kuhn
Jörg Kuhn

die ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger haben im späteren Studium zu Mediziner einen sehr großen Vorteil gegenueber ihren Mitstudierenden. Nicht nur, das sie die hierarchischen Strukturen in den Krankenhaeusern von einer anderen Seite kennenlernen, sie haben auch einen anderen Zugang zu den Patienten.

#4 |
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Mathias Thome
Mathias Thome

Das Examen umfasst auch eine mündliche Prüfung
in Krankenpflege, Krankheitslehre, Päd.+ Psy.
Da es einen Mangel an Medizinpädagogoen gibt,
unterrichten nach wie vor Ärzte in Ana., Phys. und
Krankheitslehre an den Krankenpflegeschulen

#3 |
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Studentin der Humanmedizin

Und Anästhesie- bzw Intensivfachpfleger ist die gleiche Weiterbildung. Und dass kein Unterricht durch Ärzte stattfindet ist gottseidank auch nicht richtig.

#2 |
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Martin Preuß
Martin Preuß

Der Beruf heisst nicht “Krankheits- und Gesundheitspfleger” sondern “Gesundheits- und Krankenpfleger”. Man pflegt doch keine Krankheit ;-)

#1 |
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