Jede Stimme zählt?

9. Oktober 2009
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Die erste Projektphase der Weiterbildungsevaluation der Ärztekammern wurde abgeschlossen. Nur ein Drittel der befragten Weiterbildungsassistenten nahm an der Online-Umfrage teil. Das Ziel der Evaluation ist die Verbesserung der Weiterbildungsqualität in Deutschland. Die Frage ist - Wie, ohne Feedback?

Fast 30.000 Ärzte haben sich in der Online-Umfrage von BÄK und Landesärztekammern zur Situation der Weiterbildung in Deutschland geäußert. Davon mehr als 60 Prozent der befragten Weiterbildungsbefugten und nur ca. 30 Prozent der Assistenzärzte. Die Ergebnisse warten auf die Auswertung von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) und sollen Anfang 2010 verkündet werden. Wie soll es aber zur Verbesserung der allgemeinen Weiterbildungssituation führen, wenn da die Stimmen der „Benachteiligten“ fehlen?

Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender des Hartmannbund-Arbeitskreises „Ausbildung, Weiterbildung und Niederlassung“, sieht die Schuld in der Organisation der Umfrage.
Da die Ärztekammern über keine offiziellen Zahlen der Assistenzärzten verfügen, haben sie die Weiterbilder engagiert, um die Anzahl der bei ihnen tätigen Weiterbildungsassistenten anzugeben und diesen dann im Auftrag der Ärztekammern ihre Zugangscodes für die Online-Fragebögen auszuhändigen. Schaps kritisierte das Argument, die Kammern bräuchten die Weiterbildungsbefugten, um die Weiterbildungsassistenten zu erreichen, als „halbherzig“. „Wenn die Kammern schon gemeinsam eine so umfangreiche Befragung in Angriff nehmen, sollte das Ergebnis nicht an mangelnder Aussagefähigkeit leiden“, so der Hartmanbundexperte.

Die Gründe für die geringe Umfrage-Teilnahme der Assistenzärzte sollen jetzt untersucht werden. „Die Projektleiter haben zu klären, worauf das augenfällige Missverhältnis der Teilnehmerzahlen zurückzuführen ist“, so Schaps. Und, warum die eine Seite der Befragten für die Erwerbung der Anderen verantwortlich war.

Die Ergebnisse sollen helfen, dem Ärztemangel in Deutschland und der Abwanderung ins Ausland entgegenzuwirken. Sind die restlichen 70 Prozent schon auf dem Weg dorthin? Das werden wir leider nicht herausfinden…

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Allgemein

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2 Kommentare:

Nicole Büchler
Nicole Büchler

Unser Chefarzt war sehr interessiert daran, dass wir den Fragebogen ausfüllen und hat uns mehrmals daran erinnert. Bei meinem Mann hingegen gab es Diskussionen darüber mit dem Chef, danach wurde die Teilnahme von den Assistenzärzten abgelehnt, vermutlich aus Angst vor Repressalien bei einer schlechten Bewertung…

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Unser Chefarzt ist nach eigenen Ausagen nicht informiert worden und hat nach 2xiger Aufforderung der Assistenzärzte das Ganze im “Sande verlaufen lassen”.

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