Telemedizin: Das ewige Talent

22. Januar 2019

Bei der Umsetzung von Video-Sprechstunden hakt es gewaltig, weiß Dr. Dirk Hochlenert aus Erfahrung. Der Diabetologe wundert sich außerdem, dass Patienten diesen Service kaum in Anspruch nehmen. Lohnt es sich trotzdem, an der Telemedizin festzuhalten?

26 Wertungen (4.23 ø)
Allgemein

4 Kommentare:

Nichtmedizinischer Beruf

Ich würde es begrüssen wenn Telemedizin bei seltene Erkrankungen möglich wäre. Bei solche Erkrankungen sind nur wenig Ärzte mit ausreichende Erfahrung vorhanden. Die Folge sind sehr lange Wege und eine grössere Belastung für der Patient. Gerade bei der seltene Erkrankungen ist Telemedizin nicht möglich.

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Heilpraktiker/in

Ich schließe mich dem Herrn Fleritsch auch komplett an!

#3 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich kann mich dem Plädoyer von Herrn Fleritsch nur anschließen!
Als ich vor gut zwanzig Jahren über dieses Thema promovierte, war noch nicht ab zu sehen, wie gewaltig und manipulativ sich externe Interessen Dritter – insbesondere einer technik- bzw. technologieaffinen Gesundheitsindustrie – auf das Arzt-Patientenverhältnis auswirken sollten.
Abgesehen von einer progedienten Entfremdung (fehlende psychische und physische Sensorik) ist das Arzt-Patienten-Verhältnis vor allem auch durch eine undurchschaubare Deprivatisierung gefährdet.

Angesichts einer für den “normalen Patienten” weder zu begreifenden noch regulierbaren Entäusserung-Entlassung privater und intimer Daten in obskure Datendepots verwundert es nicht, dass der Kollege Hochlenert keine Nachfrage von Seiten seiner Patienten zu verzeichnen hat. Auch wenn “Otto-Normalverbraucher” in den bekannten “sozialen Medien” und auf deren Internetplattformen unkritisch bzw. unwissend Intimitäten hinausposaunt, so bedeutet dies keineswegs, dass er/sie dies ebenso mit seinen Bank- bzw. Gesundheitsdaten zu tun gewillt ist.

Keiner, weder der telemedizinisch versierte Arzt, noch der sich ihm anvertrauende Patient kann wirklich wissen, wo und wer die idealisierte Datenhoheit und -sicherheit an welchem Knotenpunkt im Netzdschungel abgreift, verletzt bzw. im Sinne anderweitig verbrämter Interessen verwendet.
De facto ist Datensicherheit in den derzeitigen Netzwerk-Topologien, eingedenk staatlicher Zugriffsmöglichkeiten an bewusst aufrecht erhaltenen Schwachstellen aller Plattformen eine Farce. Das Europäische Datenschutzabkommen hat daran nichts geändert!

Über die zunehmende Erosion originär-zwischenmenschlicher Aspekte im diagnostisch anamnestischen und kurativen Diskurs wurde bereits gesprochen.

Telemedizin hat m.E. einen Platz in der Forschung und den mit ihr verbundenen Aufgaben statistisch analytischer Rechenprozesse mit abstraktem Datenmaterial in nahezu allen naturwissenschaftlich assoziierten Bereichen. In meiner Dissertation vor vielen Jahren, hatte ich mal versucht, den Nutzen am Beispiel der Mustererkennung im Kontext der Auflichtmikroskopie (Differenzialdiagnose des malignen Melanoms) darzustellen.
Robotik in der Chirurgie mag ebenso als Beispiel gelten wie komplexe Rechenoperationen bei epidemiologischen Fragestellungen im Gefolge pandemischen Outbreaks. Die Reihe ließe sich vielfältig erweitern doch der interpersonale Diskurs zwischen Arzt und Patient mit seinem Facettenreichtum innerhalb lebendiger Begegnung ist vermutlich der schlechteste Ansatzpunkt für telemedizinische Intervention.
Dr. N. Frost, Epidemiologe

#2 |
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Heilpraktiker/in

Beim Arzt-Patientenkontakt erwarte ich als Patient, dass der Arzt mir physisch gegenübersteht oder -sitzt, dass er meine Mimik, Gestik und die gesamte Körpersprache in Sekundenbruchteilen erfasst und richtig deutet, dass er mich anfasst, in mich hineinhorcht oder mich an seine Messsysteme anschließt.
Vor allem erwarte ich, dass er sich nicht nur rational auf seine Schulmedizin verlässt, sondern dass er auch empathisch auf das achtet, was mein Unbewusstes in sein Unbewusstes überträgt. Das kann viel wichtiger sein, als alles theoretische Wissen. Und ich muss die Wertschätzung spüren, die er mir gegenüberbringt.
Das alles funktioniert ausschließlich bei physischer Anwesenheit im selben Raum – und wenn der Arzt sich auch die nötige Zeit dazu nimmt, statt auf Profitmaximierung zu achten. Auf keinen Fall geht es telemedizisch/internetarisch!

Ich bin froh, seit vielen Jahren/Jahrzehnten Ärzte und Ärztinnen zu haben, bei denen ich nach wie vor das Gefühl habe, gut aufgehoben zu sein.

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