Epilepsie: Armband hält Nachtwache

3. Januar 2019

Epilepsiepatienten haben ein erhöhtes Risiko plötzlich und unerwartet zu versterben. Ein neu entwickeltes Armband soll nun Leben retten: Es warnt die betreuenden Personen, wenn der Patient einen schweren epileptischen Anfall erleidet.

Das Smartwatch-ähnliche Gerät namens „Nightwatch“ erfasst rund 85 Prozent aller schweren, nächtlichen epileptischen Anfälle. Damit erfasst es deutlich mehr Anfälle als die derzeit marktüblichen Produkte.

Bei Epilepsiepatienten ist der plötzliche, unerwartete Tod, SUDEP (engl. sudden unexpected death in epilepsy), nach wie vor die häufigste Todesursache. Das höchste Risiko weisen Patienten mit geistiger Behinderung auf. An solch einer Gruppe wurde die Smartwatch nun getestet. Das Armband, das die Herzfrequenz und die Bewegungen der schlafenden Person misst, wurde von 28 Probanden jeweils 65 Nächte lang getragen. Zeigt ein Proband eine extrem hohe Herzfrequenz sowie rhythmische, ruckartige Bewegungen, benachrichtigt das Gerät die pflegende oder betreuende Person. So konnte in 85 Prozent aller schweren und in 96 der schwersten Anfälle interveniert werden. Im Vergleich dazu konnten herkömmliche Bettsensoren schwere Anfälle nur in 21 Prozent der Fälle erkennen.

Die Forscher hoffen nun, dass ihr Gerät nach Markteinführung zwei Drittel aller SUDEP-Vorfälle verhindern kann, weisen aber darauf hin, dass dies natürlich auch von der Reaktionsschnelle und somit von der Kapazität der Betreuenden abhängt.

 

Quelle:

Multimodal nocturnal seizure detection in a residential care setting. A long-term prospective trial.
Arends J et al., Neurology, doi:

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Forschung, Medizin, Neurologie


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