Praxis wegen Golftrainings geschlossen

2. Januar 2019

Der GKV-Spitzenverband fordert von niedergelassenen Vertragsärzten längere Öffnungszeiten ihrer Praxen. Kollegen ärgern sich massiv über diese Forderung. Jetzt kommen Hausärzte, Gynäkologen und andere Fachärzte zu Wort.

„Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen. Denn Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte“, kritisierte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Rückendeckung bekam er postwendend von Karl Lauterbach. Viele Ärzte würden weder mittwochs noch freitags an den Nachmittagen arbeiten, sagte der SPD-Gesundheitsexperte. Und weiter: „Der ein oder andere Arzt wird ab Mittwochnachmittag auf dem Golfplatz gesehen.“ Für Lauterbach sind Medizinische Versorgungszentren (MVZ) die Lösung schlechthin: „Dort könnten sich Ärzte ablösen, sodass Öffnungszeiten von 6 bis 23 Uhr denkbar sind.“

Kritikpunkt 1: Falsche Zahlen vom GKV-Spitzenverband

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hat sich mit Stackelbergs Behauptungen näher befasst. Die Zahlen, wonach jede vierte Einzelpraxis weniger als 25 Wochenstunden Sprechzeiten anbiete, seien nicht repräsentativ und irreführend, so Gassen in einer Stellungnahme. „Solche Erhebungen sind eine Verschwendung von Versichertengeldern mit dem Ziel der Irreführung, kurzum Fake News.“. Es gebe nur einzelne Praxen, die bei Umfragen weniger als 20 Wochenstunden angegeben hätten. Das sieht Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery ähnlich: „Die Kassenfunktionäre sollten sich dringend aus ihren Verwaltungsgebäuden heraus bemühen und einen Blick in die Praxen der niedergelassenen Ärzte werfen.“ Das bestätigen auch Ärzte auf DocCheck. Sie kommentierten das Thema wie folgt:

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Kritikpunkt 2: Öffnungszeit ist nicht gleich Arbeitszeit

Auch bei Kinderärzten stößt Stackelbergs Vorschlag auf Unverständnis. „Öffnungszeiten wie im Einzelhandel sind in unseren Praxen weder möglich noch erforderlich“, erklärt Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. „Wir arbeiten heute schon am Limit und oft darüber hinaus.“ Das seien im Schnitt 52 Wochenstunden, denn Gutachten, Fallkonferenzen mit anderen Fachärzten oder Dokumentation kämen mit hinzu.

Das bestätigt ein Zahnarzt aus Hamm (Nordrhein-Westfalen). Er schrieb der DocCheck Redaktion eine Mail. Samstags, sonntags, abends oder nachts sitzt er vor KZV-Statistiken, um durch „devotes Abrechnungsverhalten Plünderungen durch die GKV in sogenannten Beschwerdeausschusssitzungen zu vermeiden“. 100 Tage im Jahr müssten sich Ärzte mit nicht-ärztlichen Tätigkeiten rund um Dokumentation oder Verwaltung befassen. „Vielleicht sollte man Menschen wie den Herrn Stackelberg damit beschäftigen, 100 Tage oder 800 Stunden im Jahr unsinnige Aufsätze zu verfassen, die sofort im Schredder landen, damit sie nicht so viel Unfug in der Welt anrichten können.“

Auch die Münchener Hausärztin Dr. Alexandra Haupt-Pichler moniert in einer Mail inhaltliche Schwächen bei der Diskussion. Sie hat ihre Praxis an fünf Vormittagen und zwei Nachmittagen geöffnet, das sind etwa 29 Stunden. Hinzu kommen Heimvisiten, Hospizbesuche, organisatorische Tätigkeiten oder die Einarbeitung neuer Mitarbeiter. „Ich lade gerne diejenigen ein, die noch mehr von uns wollen, mich zu begleiten“, schreibt Haupt-Pichler. „Mehr Praxiszeit heißt auch noch mehr nacharbeiten, mehr Mitarbeiter einstellen, die wieder mehr kosten.“ Aufgrund der Pauschalen nehme man aber nicht zwangsläufig mehr ein.

Die Kollegin rät Politikern oder Funktionären, einen Blick auf neue Arztgenerationen zu werfen: „Und denkt mal jemand daran, dass die Medizin weiblich wird, die meisten Frauen nur Teilzeit in Anstellung arbeiten wollen und nur dann, wenn die Kinder in der Schule sind?“ Männliche Ärzte mit einer Hausfrau seien im Aussterben begriffen. Eine mögliche Lösung: „Nehmt endlich den NC weg, dann studieren vielleicht wieder mehr Männer Medizin (…) Oder erklärt den Medizinstudenten, dass Work-Life-Balance Quatsch ist.“

Kritikpunkt 3: Wer viel arbeitet, wird bestraft

Für Dr. Christoph L. Schlichting ist die Debatte Beweis genug, dass unser Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps steht. „Ärzte auf dem Land sind eine aussterbende Spezies“, schreibt der Orthopäde aus Varel in Niedersachsen an die Redaktion. „Die Niedergelassenen in Einzelpraxen haben keine Lobby.“ Und die Rekrutierung von Landärzten funktioniere nur noch über Zwang. Andererseits seien die OP-Zahlen nach Einführung des DRG-Systems explodiert – das bedeute Shareholder Value für Investoren. Schlichting: „Nur so kann man verdienen.“ Als Lösung schlägt er vor: „Es wäre ganz einfach die Praxen für mehr Arbeit zu gewinnen: Bezahlen. Öffnung der Grundpauschale bedeutet Öffnung der Praxen. Erhöhung des Punktwertes der Grundpauschale. Dann sind manche Praxen bestimmt auch samstags offen…dafür aber mittwochs zu. Denn auch der Arzt ist ein Mensch, der Ruhezeiten braucht.“

„Ein Öffnungszeitenproblem wäre gar nicht vorhanden, wenn die Honorarbudgetierungen für Ärzte abgeschafft und auf den allzeit geforderten mündigen Bürger übertragen würden“, schreibt Dr. Paul Peter Wüst. Er arbeitet als Gynäkologe in Borken (Nordrhein-Westfalen). Sein Vorschlag: „Diese Bürger-/Patientenbudgetierung sollte abgestaffelt sein nach Krankheitsgrad bzw. Chronizität.“ Versicherte könnten über die elektronische Gesundheitskarte selbst kontrollieren, wie hoch ihr Restguthaben ist. „Bei Überschreitung wäre dann der eigene Geldbeutel in der Pflicht und nicht der des Arztes, das schult die Eigenverantwortung“, erklärt Wüst.

Kritikpunkt 4: Überzogene Erwartungshaltung von Patienten

Bei aller Kritik am Abrechnungssystem dürfen Verfehlungen von Versicherten nicht übersehen werden. Das kommentiert auch eine Leserin im DocCheck-Portal:

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„Während die niedergelassenen Ärzte angehalten werden, ihre Behandlungen entsprechend des Grundsatzes wirtschaftlich, angemessen, notwendig, zweckmäßig zu gestalten, wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass immer alles zur Wunschzeit verfügbar sei“, gibt Dr. Nikolaus Freymann zu bedenken. Er ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Rheinbach (Nordrhein-Westfalen). Notaufnahmen seien mit Sicherheit nicht überlastet, weil so viele Patienten akut am Freitagnachmittag erkrankten und ihr Hausarzt nicht mehr in seiner Praxis sei. Schließlich gebe es noch den ärztlichen Bereitschaftsdienst. „Aber in vielen Fällen ist es eine überhobene Erwartungshaltung, dass jegliche Beschwerden sofort dringendst behandelt werden, schließlich übernimmt ja alles die Krankenkasse.“ Freymann weiter: „Ich nehme als Psychiater selber am ärztlichen Bereitschaftsdienst teil, und meiner Erfahrung nach sind viele Einsätze nicht medizinischer Natur.“ Häufig handele es sich um allgemeine Beratungen: Themen, die man während der normalen Sprechzeiten ebenfalls klären könnte.

Apropos Erwartungshaltung: So mancher Kassenpatient lässt sich während der Privatsprechstunde einen Termin geben, um schneller behandelt zu werden. „Herr v. Stackelberg möchte, dass in den Sprechzeiten für Kassenpatienten keine Privatpatienten behandelt werden, diese sollten eigene Sprechstunden bekommen“, weiß Freymann. „Wenn alle Ärzte die Sprechstunden strikt trennen, wird das Problem deutlich verschärft werden.“ Besser seien gemeinsame Sprechstundenzeiten für alle Patienten.

Auch der bereits genannte Zahnarzt aus Hamm hat Erfahrungen mit unzuverlässigen Patienten gesammelt: „Der GKV möchte ich empfehlen, sich Gedanken zu machen, wie sie ihre Versicherten dazu bringt, die Termine, die sie fest vereinbart und zugesagt haben, dann auch einzuhalten oder wenigstens frühzeitig abzusagen.“ In seiner Zahnarztpraxis verstrichen deshalb etliche Termine ungenutzt. „Andererseits kommen täglich mehrere Patienten in die Praxis, die keinen Termin, aber Zahnschmerzen haben und den dringenden Wunsch nach bevorzugter Behandlung mitbringen.“ Ein Blick in die Karteikarte verrät dem Zahnarzt, dass die gleichen Personen zuvor Termine weder eingehalten noch abgesagt hätten. Nur wenn es schmerzt, muss der Arzt zur Stelle sein.

Lösung 1: Ärzte, habt mehr Selbstbewusstsein

Stackelbergs Forderung ist für Kollegen nicht nur ein Ärgernis, sondern Grund genug, etliche Aspekte des Systems zu hinterfragen. „Ich sehe u.a. die KVen in der Pflicht, sich noch mehr hinter ihre Vertragsärzte zu stellen“, schreibt ein Arzt. Aber bekanntlich fange der Fisch am Kopf an zu stinken – viele Vorstandsgehälter im Bereich der Selbstverwaltung seien „reziprok zur produktiven Arbeitsleistung“.

Vertragsärzte ließen sich zu viel gefallen, gerade von den KVen. „Ein Schulterschluss und verstärktes Aufbegehren wäre hier wünschenswert. Nur wie, wenn der Konkurrenzgedanke im Vordergrund steht?“ Ein anderer Arzt sieht das ähnlich. Er bringt Arbeitsniederlegungen ins Gespräch, hält den Gedanken aber selbst für wenig realitätsnah:

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Lösung 2: Reform des GKV-Systems

Auch das System aus 110 gesetzlichen Krankenkassen mit ähnlichen Leistungen wollen Ärzte auf den Prüfstand stellen. GKVen würden „ihre Existenzberechtigung geschickt aufrechterhalten, indem sie sich durch die Kontrolle über die Finanzen der Pflichtversicherten mittlerweile ein Polster von über 20 Milliarden Euro geschaffen haben“, konstatiert Wüst. „Die Existenz dieses Kassenwustes verbrennt jährlich Milliarden durch einen Wasserkopf von Verwaltungskosten, fetten Gehältern von Kassenvorständen, Werbekosten, Sponsoring von Sportveranstaltungen u.v.m, ohne auch nur einen der Pflichtversicherten zu fragen, ob er damit einverstanden ist.“ Beispielsweise können Bürger in Österreich ihre Krankenkasse (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht frei wählen. Wo man versichert wird, hängt vom Wohnort und von der Berufsgruppe ab. Durch eine ähnliche Bündelung mit weniger Administration ließen sich Jahr für Jahr Milliarden sparen: Geld, das Ärzten und damit auch Patienten momentan fehlt.

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Gesundheitspolitik, Medizin

49 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Hallo und Guten Tag !

Um ALLE Belange zum Thema Gesundheit für ALLE Involvierten zur Zufriedenheit lösen zu können muss es zu einem Neuanfang bzw. radikalen Änderung der derzeitig politischen Verhältnisse kommen !!! Sie ALLE hier am Blog Beteiligten und vertretungsweise alle Bürger der BRD sind aufgerufen, das politische Chaos dieses Landes gemeinsam auf der Basis demokratischer Konzepte zu lösen, wobei sich die Partizipation Gesundheit und Medizin quasi als Mosaik im politischen Gesamtkonzept darstellt.
Und, darüber muss sich doch inzwischen jedem Bürger Deutschlands klar sein, dass die schleichende Zerstörung dieses Landes voranschreitet ! Hier geht es nicht darum individuelle Unzulänglichkeiten seines Berufsstandes zu monieren, sondern um das derzeitige politische Establishment per tabula rasa zu reformieren. Denn nur so können wirkungsvolle und jedem gerechtwerdende Konzepte greifen. Der ganze politische Corpus leidet und bedarf deshalb dringend einer Globalprävention!
Die Methodik durch Wahlen und deren Ergebnisse (parteiliches Wahlverhalten) sind herkömmliche Verfahren mit hochzurechnenden aber auch manipulierbaren Ergebnissen – ja, auch inzwischen in Deutschland (unsichere Auszählungs- praktiken)!
Grundsätzlich erfüllt die bevorzugte Partei nicht immer alle Erwartungen und Wahlvoraussagen in praxi, sodass es gegenüber der “Wählermasse” zu Wählerenttäuschung kommt – und das stellen z.B. inhaltlich Blogs dieser Art dar.

Provokant gefragt: “Benötigen wir, um unsere menschliche Lebensordnung zu begründen überhaupt Parteien?”
– Prinzipiell N E I N !
Das, was Wesen dieses Planeten benötigen sind Lebensgrundlagen wie, saubere Luft, sauberes Wasser, gesunde Nahrung und, das Erlernen der Erkenntnisse über ein gewaltenfreies Zusammenleben aller Wesen auf dieser Erde (noch für das Limit von ca. 2-3 Mill. Jahre !!!).

Das zu Erreichen ist durchaus möglich !!!

Wie der Weg dazu beschritten werden kann, habe ich konzeptionell erarbeitet.
Diesen Neuanfang zu vermitteln, zu begreifen und umzusetzen ist das eigentliche Problem !
Das Wirbeltier “Mensch” ist realgeistig zähe-statisch, vielfach überproportional intuitiv handelnd (aus dem Bauch heraus) der derzeitigen Ära verhaftet – Gewohnheitstier.

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– Sie verstehen, dass ich in der Kürze des Blogs kein Gesamtprojekt vorstellen kann und bitte deshalb um Verständnis –

Sollten Sie ernsthaft und seriös an meine vorausgegangenen Ausführungen anknüpfen wollen und sich eine nachhaltige Projektentwicklung auf cooperativer Basis vorstellen können, bitte ich um Kontaktaufnahme via Mail: aljokubos@live.de

Danke für Ihr Interesse

#49 |
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Heilpraktikerin

Praxisinhaber und Personal meinte ich

#48 |
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Heilpraktikerin

Mal ein ganz anderer Ansatz: an der immer größeren, oft völlig sinnlosen, Bürokratie kann die niedergelassene Ärzteschaft momentan leider nichts ändern, im Gegenteil, es wird immer mehr. Wie wäre es, wenn, anders wie unten geschrieben, statt Personal entlassen werden soll, sehr gutes! Personal eingestellt wird, das den allergrößten Teil der Bürokratie erledigt und der Arzt / die Ärztin sich vor allem auf das konzentrieren kann was studiert wurde,nämlich die Behandlung von Mensch und Krankheit? Mehr Zeit für das Wesentliche! Abrechnung, Briefe, Beantwortung von überbordenden Anfragen der Krankenkassen, Versorgungsämtern, Sozialgerichten, Pflegediensten usw.

Allerdings, wo findet man noch gutes Personal zum derzeitigen Tarifgehalt. Das ist die Crux. Tatsächlich verdient jede Bürokraft in der Verwaltung erheblich mehr Geld. Und das Ansehen der Arzthelferin / med. Fachangestellten ist auch nicht gerade das gelbe vom Ei. Bei besserer Bezahlung würde das Personal vielleicht auch besser.

1984 habe ich die Ausbildung zur Arzthelferin (noch 2 jährig) abgeschlossen, 1994 die Ausbildung zur Arztfachhelferin. Die Fortbildung habe ich selber bezahlt und für den Blockunterricht noch unbezahlten Urlaub genommen. Mehr Geld gab es danach trotzdem nicht. Nichtsdestotrotz habe ich meine Chefs immer entlasten können, bin bis heute ( arbeite noch stundenweise in einer Arztpraxis) toi toi toi so gut wie nie krank gewesen und immer loyal hinter meinen Chefs gestanden. Wir füllen Formulare jedweder Couleur aus sodass der Chef /Chefin nach kurzer Prüfung unterschreiben kann usw….

Allerdings kann ich manchmal das (sicher berechtigte ) Stöhnen ob des geringen Verdienstes nicht mehr hören, Gehaltserhöhung gibt es eigentlich nicht und Urlaub nur wenn die Praxis geschlossen hat. Vielleicht sollten Praxisinhaber wieder mehr an einem Strang ziehen, faire Bezahlung für gute Arbeit und der Chef hat wieder mehr Zeit!!

#47 |
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Dr.med Burkhard Selbach
Dr.med Burkhard Selbach

Pseudopolitik lässt grüßen!
Wie kann es sein,dass wir als gebildete Menschen uns wie kleine Kinder benehmen? Merken wir denn nicht wie die Interventionskraft der Politik die Aufmerksamkeit der Menschen ständig vom Großen (Zerstörung der Sozialsysteme) auf das unbedeutende Kleine (Golf- spielende Mediziner) erfolgreich ablenkt?
Die Pseudopolitik hat die Aufgabe die Menschen gegeneinander aufzubringen und uns durch Vorschriften , Ermahnungen und Reglementierungen wie Minderjährige zu behandeln (immerhin lassen sie sich von uns wählen). Wenn wir nicht lernen diese Pseudopolitik zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren ,werden wir auch nicht in der Lage sein dieser erfolgreich entgegenzutreten.
Es wäre nur allzu traurig ,wenn wir als Menschen im Dienste der Gesundheit, unwiderruflich unsere Würde verlieren würden. Wir besuchen ständig medizinische Fortbildungen die unseren Horizont erweitern sollen , jedoch keine einzige Fortbildung die uns mental gegen diese Pseudopolitik wappnet.
Zum besseren Verständnis!
Empfehlenswerte Vorträge von Prof. R.Mausfeld, die einem die Augen öffnen!

https://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs
https://www.youtube.com/watch?v=mdchIFjToG8

#46 |
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Nichtmedizinische Berufe

Guten Tag

eine Anmerkung sei mir erlaubt.

Zitat aus Eingangstext
“Dr. Paul Peter Wüst. Er arbeitet als Gynäkologe in Borken (Nordrhein-Westfalen). Sein Vorschlag: „Diese Bürger-/Patientenbudgetierung sollte abgestaffelt sein nach Krankheitsgrad bzw. Chronizität.“ Versicherte könnten über die elektronische Gesundheitskarte selbst kontrollieren, wie hoch ihr Restguthaben ist. „Bei Überschreitung wäre dann der eigene Geldbeutel in der Pflicht und nicht der des Arztes, das schult die Eigenverantwortung“, erklärt Wüst.”….

Verstehe ich das richtig, die Krankassenkarte als Guthabenkarte?

Ich habe 3 Krebserkrankunden durchgemacht, deren Nachsorge nach wie vor sein sollte – u.a. auch durch diverse bildgebende Verfahren. Also bekomme ich auf die Karte 2 x Mammo, 1 x CT Thorax. Schön, damit ist die Krebsnachsorge abgedeckt. Jetzt falle ich aber aufs Näschen, Bein und Arm kaputt. Röngen bzw. weitere Verfahren sind aber auf der Karte nicht drauf. Als Minirentner nicht zu bezahlen. Was nun?

Habe chronische psychische Probleme. Zur Zeit mit Medikamenten behandelbar, also aufs Kärtchen gespeichert – 30 Tabletten / Monat. Dann kommt der Totalabsturz mit Suizidalität – Klinik. Und nun – Aufenthalt steht nicht auf der Guthabenkarte. Was wäre die Folge?

Vielleicht kapiere ich das Zitat auch einfach nicht – :(

Dass die Budgetierug nur Nachteile für alle Betroffene gebracht hat, steht für mich außer Frage. Ich würde auch nicht ständig kostenfrei arbeiten wollen und erwarte das auch von niemandem.

#45 |
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Sonstige

Zitat von Dr. Hollmann #42: “Da ist noch ein Heer von Berufstätigen , die gerne vor 8 Uhr und nach 18 Uhr behandelt werden möchte.”
Da ist wahrscheinlich eines der Probleme benannt. Warum kann der Berufstätige nicht während seiner Arbeitszeit zu uns kommen? Weil es der Arbeitgeber nicht gerne sieht? Früher ging das! Warum nicht heute? Warum war bei mir vor 30 Jahren der späteste Termin für Schulkinder um 15h durch. und heute kommen die Kinder erst um 17h nach Hause und können dann erst Termine wahrnehmen?
Warum soll ich mich dem anpassen? Warum kann sich die Gesellschaft nicht ein bischen lockerer machen und das Geldverdienen (denn darum geht es den Arbeitgebern, möglichst viel aus den Mitarbeitern rauszuquetschen) ein wenig in den Hintergrund zu stellen zum Wohle der Gesundheit der Mitarbeiter? Warum soll ich meine eigene Gesundheit ruinieren, zum Wohle der Gesundheit meiner Patienten? Ich mache mittags in der Praxis Schluss, bin nachmittags auf Hausbesuche und habe am späten Nachmittag und Abend Zeit für meine Kinder. Nach 18 h kann ich mit meinem ureigenen Biorhythmus allemal keine vernünftige Diagnose mehr stellen (Erfahrung) und bin ziemlich fertig und unkonzentriert. Also sogar noch eine potentielle Gefahr für meine Patienten.
Ach so: ich habe vor 18 Jahren meine Kassenzulassung abgegeben und kann mir ein solches Verhalten leisten und es rückt mir kein (Pseudo-) Offizieller auf die Pelle. Und die Patienten, die es unbedingt zu mir zieht (und nur die will ich auch haben) bekommen es hin, zu mir zu kommen. Auch als reine Selbstzahler! Die kommen aber nicht wegen irgendeinem Mimimi zu mir, sondern dann, wenn es wirklich nötig ist. Die Welt kann ich damit nicht retten, konnte ich aber mit Kassenzulassung auch nicht!

#44 |
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Dr. Frank Hollmann
Dr. Frank Hollmann

@Wolfgang Neher, #28
In welcher Welt leben Sie , mit welchem Hintergrund können Sie so pauschal eine solche Aussage treffen. Verblendete Eigenmeinung, populistisches Gequake, oder was auch immer.
8 Stunden am Tag also…. naja, wäre 8-16 Uhr. Kundenfreundlich? Gut für Berufstätige? Da ist noch ein Heer von Berufstätigen , die gerne vor 8 Uhr und nach 18 Uhr behandelt werden möchte. Ach ja, das haben Sie wahrscheinlich vergessen, in Ihrem Profil steht etwas von Ruhestand.
Nicht jeder muss doch an jedem Tag nach 16 Uhr behandelt werden müssen. Wenn ich diesen Patienten 3x in der Woche die Gelegenheit dazu gebe, um mich in den beiden übrigen vielleicht selbst mal in Behandlung begeben möchte, mich in meiner Familie engagieren möchte, was auch immer ( Fortbildung, etc…..), dann sehe ich da keinen Zielkonflikt in der ursprünglichen Fragestellung.
Paradies…nein, das System der Taschenrechnermedizin ist doch längst kein Paradies mehr. Und das erkennen immer mehr Hochschulabgänger. Insofern wird sich das „System“ doch sowieso aus sich selbst heraus verändern. Veränderungen sind immer Bestandteil aller Lebens- und Sozialprozesse. Nicht immer sind sie vorteilhaft (für alle Beteiligten, in diesem Fall aber eben auch nicht nur die Ärzte).
Diese Veränderungen werden Sie vielleicht biologisch nicht mehr miterleben, oder Sie sind durch Ihre wirtschaftliche Konstitution in der glücklichen Lage, sich abseits des normalen GKV-Geschehens medizinische und pflegerische Leistungen so dazuzukaufen, wie es gut für Sie ist.
Insofern haben Sie sicher keine representative Sicht auf die Dinge.

#43 |
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Andrea Willmann
Andrea Willmann

Ich kann Herrn Kruchten nur zustimmen! Ich hätte die Kassenzulassung abgegeben, wenn jetzt nicht eine übernahmewillige Kollegin aufgetaucht wäre. Die meisten Kollegen arbeiten wie ich am Limit ihrer auch psychischen und physischen Möglichkeiten und ruinieren Gesundheit und ggf auch ihre Beziehungen- nicht das Geld sondern das Wohl der Patienten im Focus. Ich werde auch der Kollegin raten, wenn sie menschenwürdige gute Medizin machen möchte möglichst schnell den Weg in die Privatpraxis zu suchen. Ich war passionierte Kassenärztin in eigener Facharztpraxis. Doch unter den derzeitigen und noch anstehenden Bedingungen werden wir zu Handlangern und Erfüllungsgehilfen anderer und geben unsere zwingend für gute Medizin notwenige ärztliche Entscheidungsfreiheit ab. Dafür sind wir nicht durch diesen Ausbildungsmarathon gegangen und haben auf vieles verzichetet und auch selbst viel Geld aufgewendet, um uns von neiderfüllten, realitätsfremden und ideologisch verblendeten Politikern und Kassenfürsten so vorführen und erniedrigen zu lassen. Gebt zum Beispiel regional als Fachgruppe die Kassenzulassung zurück! Was soll da schon passieren??? Die Praxen sind alle voll- schließlich setzt die Politik ja die Anreize möglichst viel (uns nicht mehr bezahlte ) Leistungen in Anspruch zu nehmen. Mir tun wirklich von Herzen die Menschen leid, die richtig krank sind und die bei dieser Politik neben den Leistungserbringern in allen Bereichen die Leidtragenden sind. Es ist eine ethische Verpflichtung sich gegen diese Politik zur Wehr zu setzen!

#42 |
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Dr. med. Kay Jacobsen
Dr. med. Kay Jacobsen

Ist doch Super, die Krankenhäuser kaufen die KV-Sitze, will ja eh keiner mehr bezahlen. Dann DDR Poliklinik, oder modern: MVZ- jedesmal 5-7h warten, dann einen Assistenzartz sehen der einem am Ende an den Hausarzt verweist, der allerdings auf dem Golfplatz ist. Auf´s Land will auch Niemand mehr, also hoffentlich gibt es bald ein App zu Selbstdiagnose und Selbstheilung. Leute wacht auf, wenn ALLE und ich meine ALLE Niedergelassen Ärzte aller Fachrichtungen mal einen Tag zu machen, dann werden uns die Politiker ernst und wahrnehmen, Just Do It.

#41 |
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Ärztin

Ulrike Wörner
Fachärztin

Ich kenne eine Hausarztpraxis,die mit 3 Kollegen besetzt ist und die dennoch
weder am Mittwoch nachmitags noch am Freitag nachmittags eine Sprechstunde anbietet, geschweige denn am Samstag oder abends nach
18 Uhr.
Die Berufstätigen müssen sich für einen Arztbesuch zumindest einen halben
Tag frei nehmen,was nicht von allen Arbeitgebern gerne gesehen wird!
Ich erwarte insbesondere von den Kollegen in einer Praxisgemeinschaft
mehr Flexibilität und Mut zu “unkonventionellen” Sprechzeiten.

3.Jan.20:30

#40 |
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Herbert Kruchten
Herbert Kruchten

Liebe Ärzte,

seit 40 Jahren versuche ich, diejenigen unter Ihnen, die sich mit den immer umfangreicher werdenden administrativen, organisatorischen und kaufmännischen Erfordernissen nicht gerne auseinandersetzen, professionell und fair zu unterstützen. Ich kenne sehr, sehr viele niedergelassene Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen in vielen Regionen Deutschlands.

Oft habe ich in der Vergangenheit noch verstanden, dass Sie trotz immer wiederkehrender Anwürfe, Diskreditierungen und Ehrabschneidungen von Seiten diverser Politiker unterschiedlicher Couleur und konstant der syndikatsgleichen Organisation „Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen“ dem System treu geblieben sind. Ich habe mit Ehrfurcht wahrgenommen, dass Sie alle das seit Jahren anhaltend beleidigende und schmarotzende Verhalten von Ministern, Möchtegern-Ministern, gesetzlichen Krankenkassen, deren Kartellen und nicht zuletzt der Gesellschaft selbst hingenommen haben. Ihnen war die Versorgung von Patienten in deren Leid stets bedeutungsvoller.

Einmal muss aber Schluss sein! Wenn Sie sich die aktuellen Anwürfe und Forderungen weiter gefallen lassen, werden Sie die Patientenversorgung nicht verbessern, nicht einmal erhalten, sondern zu Grunde richten. Zu den von diesen selbsternannten – ausdrücklich sei betont, demokratisch nicht legitimierten – „Meinungsmachern“ ausgerufenen Bedingungen wird doch kein Arzt mehr arbeiten, der alle sieben beieinander hat. „Sozen-Kalli“ möchte mit seinen MVZ-Vorstellungen die DDR wieder aufleben lassen, zu ausbeuterischen Bedingungen. In solcher Welt würden nur noch in sich selbst tief verunsicherte Menschen arbeiten, die auch jede andere Sklavenarbeit verrichten. Von Ärzten solcher Prägung würde aber doch kein Mensch im Ernstfall behandelt werden wollen. Warum sollten gut ausgebildete, selbstbewusste, entscheidungsfähige junge Ärztinnen und Ärzte zu solchen Bedingungen ihren Beruf, gleich welcher Fachrichtung, ausüben wollen?

Und ein von Stackelberg, Vorstandsmitglied einer Kartell-Organisation, die es in unserem System so gar nicht geben dürfte, besitzt die Dumm-Dreistigkeit, an einen freien Beruf Anforderungen zu stellen, welche selbst in einem Unrechtssystem inakzeptabel wären! Wer aber immer nur für rein planwirtschaftlich ausgerichtete Organisationen gearbeitet hat, denen Patienten und deren Leiden völlig egal sind, wird wahrscheinlich selbst mit der Zeit entsprechend rücksichtslos. Eine stets unangemessen hohe Vergütung wird solchen Effekt noch verstärkt haben. Als gut dotierter Funktionär lässt sich leicht diktatorisch-sozialistisch sein, wie das auch Ulbricht, Honecker und Co. stets bewiesen haben, natürlich auf Kosten der Gesellschaft und unter deren schleichender Zerstörung. Die sozialistische Mottenkiste wird einfach nicht leer und immer wieder kommt so ein Springkasper mit einem alten Fetzen heraus. Es reicht jetzt!

Ein kleiner Exkurs in die Zusammenhänge unseres Systems: Sie üben einen freien Beruf aus und Marktwirtschaft ist die Grundlage. Dort gilt „die Verknappung des Angebots erhöht die Preise“. Handeln Sie danach! 25 Stunden in der Woche bei 20 Minuten je Patient ergibt 75 Patientenkontakte je Woche und 750 Patientenkontakte je Quartal, bei angemessenem Urlaub von 2 Wochen je Quartal. Seien Sie konsequent und handeln Sie alle so, alle! Soll doch die Patientenschlange bis auf die Straße stehen. 25 Stunden für Patienten und 15 Stunden für Dokumentation, Verwaltung, Fortbildung, usw. Niemand hat ein Recht, mehr von Ihnen zu fordern. Geschweige denn hat jemand das Recht mehr zu fordern um Ihnen dann Betrug zu unterstellen, weil Sie nach willkürlich festgesetzten Zeitbudgets implausibel abgerechnet hätten.

Und wenn Sie nicht ausreichend vergütet werden, entlassen Sie Personal, in größeren Einheiten dann folglich betriebsbedingt. Lassen Sie die Notaufnahmen in den Krankenhäusern überlaufen von heute auf morgen mit den typischen Notfällen Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Pickel am Gesäß. Und wenn man Sie weiter drangsalieren möchte, geben Sie einfach Ihre Zulassung zurück, nicht abgesprochen sondern frei, selbst entschieden und einzeln, jeder für sich. § 95 b des SGB V ist zwingend auszuhebeln. Das Maß ist so voll, dass Sie sich gar nicht untereinander absprechen müssen. Kommt es andererseits doch zur staatlichen Unterstellung der Absprache, dann haben Sie gem. § 95 Abs. 3 den Anspruch gegenüber den Krankenkassen auf den einfachen Satz nach GOÄ, unbudgetiert, ohne Regelleistungsvolumina, Abstaffelung oder anderen bürokratischen Müll. Allemal besser als heute!

Sie werden sehen, dass Sie Ihre Arbeit wieder lieben lernen, dass Sie genügend Zeit für die wirklich Kranken haben und Zeit für sich und Ihre Familie gewinnen. Vor was haben Sie Angst? Letztlich hätte ein Problem doch nur Ihre Bank. Die wird aber gar kein Problem kriegen, weil Sie auch bei solcher Handlungsweise geschäftliche wie private Schulden werden bedienen können.

Den sozialen Teil unseres Systems erfüllen Sie, wenn Sie kompromisslos nicht in das GKV-System zurückkehren bzw. nicht in das GKV-System eintreten, solange die von Stackelbergs, Lauterbachs und auch Spahns dieser Welt irgendwelche Ämter bekleiden. Die richten unser System nämlich zu Grunde! Sie handeln zu tiefst sozial, wenn Sie diesen Figuren das Handwerk legen. Mein Traum ist, dass zur Unterstreichung angemessener Forderungen alle Anaesthesisten aus Klinik und Praxis für eine Woche spontan zu einem Symposion nach Mallorca fliegen – alle, auch die Chef- und Oberärzte, aus Solidarität, ohne einen Notdienst zu organisieren, den Nasenring der Ethik für eine Woche ablegend …

Die Gesellschaft wird nur noch auf diese Weise wieder lernen, dass niemand das Recht auf ärztliche Versorgung durch Versicherungsbeiträge erkauft, Sozialversicherungsfachangestellte nicht in der Lage sind, ärztliche Aufgaben zu erfüllen – Heilpraktiker schon gar nicht -, man jungen Ärzten nicht schon während der Facharztausbildung die für alle anderen geltende Arbeitszeitordnung außer Kraft setzen darf, und, und, und … Ärzte haben mindestens den Respekt verdient, den Hinz und Kunz selbstverständlich erwarten. Da Ihnen dieser nicht gezollt wird, müssen Sie ihn sich verschaffen!

Um der grundlegenden Ideologie der von Stackelbergs und Lauterbachs einmal verbal zu folgen: Macht kaputt, was Euch kaputt macht!

Liebe Ärzte, Sie haben die Macht! Sie haben sie nie ausgespielt – jetzt wird es aber höchste Zeit!

#39 |
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Dr. med. V. Stigge
Dr. med. V. Stigge

Unser deutsches Gesundheitssystem ist krank und Heilung ist nicht in Sicht. Viele der genannten Ursachen sind lange bekannt, werden von den dafür verantwortlichen Politikern aber nicht angegangen – aus verschiedenen Gründen:
– der starke Lobbyismus verschiedenster Interessengruppen,
– Vorrang kommerzieller Zwänge vor Sachkunde,
– Egoismus und Neid beteiligter Berufsgruppen,
– Pseudo-Wettbewerb zwischen multiplen gesetzlichen Krankenkassen und der PKV,
– Insuffizenz und Arroganz der politischen Akteure,
– der Blick über den Tellerrand in andere Länder ist verpönt, haben wir doch das
angeblich “beste Gesundheitssystem der Welt”,
– Einbeziehung externer ökonomischer Berater ohne jeglichen medizinischen
Sachverstand,
– usw….
Geeignete Vorschläge zur Lösung gibt es viele, wurden in den Kommentaren bereits vereinzelt genannt, dürften allerdings in den meisten Fällen daran scheitern, dass sie als “sozialistisch”, “Staatsmedizin” oder ähnlich abgekanzelt werden und einflussreiche Akteure (z.B. verschiedenen “Wasserköpfe” in GKV, KV, Kammern) ihre Pfründe in Gefahr sehen.
Außerdem: das größere Problem besteht in der PFLEGE. Dagegen ist das oben gesagte Pillepalle!

#38 |
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@#28 + #30 Herr Neher (Weitere medizinische Berufe, was immer das sein mag): Das unqualifizierte Gestammel mit einer Unzahl an orthographischen Fehlern lässt sich m.E. nur dadursch erklären, dass noch eine gehörige Portion Restalkohol von Silvester mit im Spiel war.

#37 |
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Ärztin

Die Aussage, alle Frauen wollten in TZ während der Schulzeiten der Kinder arbeiten und mehr Männer würden ohne NC Medizin studieren, halte ich für ebenso reißerisch, wie die Aussage ach so viele Praxisärzte würden zu wenig Stunden machen.
In Rahmen meines Ehrenamtes habe ich regelmäßig Kontakt zu (angehenden) Medizinstudenten und auch wenn das Fach sicherlich an Beliebtheit nicht verloren hat, merke ich, dass die Fragen und Sorgen sich wandeln. Vor 8, 9, 10 Jahren hat mich keiner gefragt, ob es sich überhaupt lohnt so lange zu studieren, wenn man dann so schlecht behandelt wird, da ging es nur um “Ich will Arzt werden, wie bekomme ich den Studienplatz?”. Wunsch nach TZ, weiblicher werdende Medizin hin oder her – wenn selbst bei denen, die noch nicht mal studieren, angekommen ist, wie schlecht es um manche Bereiche steht, muss man sich nicht wundern, dass es dort zunehmend weniger Ärzte gibt.
Nicht zuletzt hat für mich selbst die Arbeit als niedergelassene Ärztin an Attraktivität verloren seit ich in einer Praxis gearbeitet habe. Es hat sehr viele schöne Seiten, aber die stetig zunehmende Bürokratie, die Angst vor dem Regress, die ganzen Einschränkungen durch die Krankenkassen, die den Ärger der Patienten an uns weiter geben – sowas kann einem einen durchaus schönen Beruf doch sehr verderben. In dieser Praxis gab es relativ “klassische” Praxisöffnungszeiten und obwohl wir mehrere Ärzte waren, hat mein Chef so unfassbar viel gearbeitet – immer noch einen zusätzlichen Hausbesuch eingeschoben, zusätzliche Termine angenommen, Notdienst gefahren. Faul und Golfplatz ist sicher anders.

#36 |
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Apothekerin

Zu dem unqualifizierten Kommentar #28 von Herrn Wolfgang Neher:

Wer vom Arbeits- und anderweitigen Zeitaufwand in ihm fremden Branchen keine Ahnung hat, sollte den Mund halten oder sich vorher ein AUSGEWOGENES Bild machen und sich solche Kommentare mit verallgemeinerndem Branchen-Bashing
(Jammer-Apotheken!) verkneifen.
Hier zum Vergegenwärtigen ein paar ausgesuchte Allgemeinplätze aus denen die Ahnungslosigkeit des Herrn Neher nur so hervorquillt:

1. “Ein Arzt dagegen hat ein schönes Paradies. Er muß nicht um Kunden werben”

Es gibt immer solche und solche. Sicher auch Ärzte, die im Paradies leben. Aber auch welche, die nicht so priviligiert und genauso überlastet sind wie andere Berufsgruppen (z.B. leitende Angestellte SIC!) und dabei keine Reichtümer scheffeln.

2. “Wenn es schwierig wird kann er die >Patienten einem Facharzt oder Krankehaus überweisen. Er hatt keine Einkommensaujsfälle wie ein Geschäft”

Das will ich doch hoffen, dass Ärzte den Patienten zu einem Kollegen weiterschicken, der für seine Probleme
der bessere Ansprechpartner ist. Das ist ehrliches Handeln im besten Sinne des Patienten.
Keine Einkommensausfälle, wenn der Vertragspartner (KRANKENKASSEN) erbrachte Leistungen nicht bezahlt?
Regresse!!! Und übrigens das gleiche unpartnerschaftliche Vorgehen wie in meiner Branche (Apotheke)… Retaxationen genannt.

3. “Die Politik die bisher unfähige Gesundheitsminister hatte solte endlich mal Grunddaten in die Gesundheitkarte aufnehmen einschließlich Rezepte”

Herr Neher, was hat das mit guten Ärzten bzw. mit dem eigentlichen Thema zu tun, den angeblich flächendeckend zu geringen Öffnungszeiten der Arztpraxen?
Es mag sicher für einige Praxen zutreffen, dass sie zu magere Öffnungszeiten haben,
aber sicher nicht flächendeckend. Und wie in jeder Branche gibt es überall schwarze Schafe.
In welchen “weiteren medizinischen Beruf”
arbeiten Sie eigentlich? Ich hätte da schon eine ganz starke Vermutung…
Dort ist offenbar auch das Verfassen von gut leserlichen Kommentaren, was die Interpunktion und Ortographie anbetrifft, nicht zwingend erforferlich.

#35 |
  4
Zahnarzt

was ist TI oder Telematikinfrastruktur:
mehr bürokratischer und zeitintensiver Aufwand für die einzelne Praxis der zudem keinem Vorteile bringt (u.a. wegen Datenschutz…)
unnütz verbrannte Milliarden, die besser in der Pflege und Honorare der einzelnen medizinischen Berufe angebracht wären
und wer hat’s erfunden? – der, dem es ebenfalls Millionen alleine über die Mehrwertsteuer (Geräte und Dienstleistung) und Lohnsteuer in die Tasche spült! und wer nicht spurt wird mit Honorarkürzung bestraft!

#34 |
  2
Dr. med. univ. Tanja Veselinovic
Dr. med. univ. Tanja Veselinovic

Man kann nur mit dem Kopf schütteln und schütteln und schütteln: ich glaube nicht das ein Hausarzt weniger als 40 Stunden wöchentlich arbeitet. Klar sitzt er/sie aber in der Praxis die ganze 40 Stunden nicht: Heimbesuche, Hausbesuche, Fahrten dazwischen sind auch Arbeitszeit. Oft arbeiten sie auch nach der Öffnungszeiten, auch für Kassenpatienten. In Deutschland gibt einfach zu wenige Ärzte für die Anforderungen der Hochleistungsnedizin, wie man das in Deutschland lebt und wie das der deutsche Patient erwartet.
Die Idee der Gebietskrankenkassen in Österreich ist wirkliche sehr gut und funktioniert recht gut. Ich war auch da Kassenpatient und ich habe keine Nachteile bemerkt (damals war ich noch Studentin, d.h. ohne kollegialen Sonderbehandlung als “Frau Doktor”, dazu nocht ausländisch).

#33 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

Ich bin sicher, dass sich an den derzeitigen Strukturen im Gesundheitswesen und nicht nur da, irgendetwas ändern wird. Die politisch schleichend gewollten Inszenierungen werden nur fragmentarisch wahrgenommen. Es wird sich nur noch um den entstandenen politischen Müll gekümmert anstatt nach neuen Konzepten zu suchen.
Der Mensch ist einer gewissen Letargie verfallen wobei er im Wesentlichen nur noch reagiert ansstatt zu agieren, ohne dass es ihm wirklich bewusst ist. Und das Begreifen des Dramas das sich um ihn abspielt gar nicht mehr wahrnimmt.
Es ist feststellbar, dass Nebensächlichkeiten von geringer Qualität thematisch hochstilisiert werden, die alleine dastehend ohne Bedeutung sind.
Derartige Diskussionen stellen sich damit selbst ad absurdum.

#32 |
  2
Weitere medizinische Berufe

Warum ist es nicht Pflicht der Gemeinden und Ärzten ein Ärztehaus zu erichten und die Arzte Gemeinschaftspraxen bilden mit optimaler VBersorgung und Öffnungszeiten einschließlich Urlaubszeiten
Totele Kompetenz und Kundenorientierung
Das fehlt aber im Studium Mit diesem System gibt es mehr Freiheit
und >Kompetenz für alle
Das was heute läuft ist eine gute Schlafwagengesellschaft
PS: Ich muss allerdings sagen mein Hausarzt ist super und hat patienten-orientierte Leistungen, dazu ist in Radolfzell ein Ärztehaus mit allen Fachärzten in einer Gemeinschaft >geht doch ohne Jammern!
Dünkel weg > Kompetenz auf!

#31 |
  33

Wann vereinigt es sich nur das Potential, das hier jammert? Oder wer erinnert sich noch, dass wir schon einmal an unserer eigenen Hasenfüßigkeit gescheitert sind? Darauf bauen die Politiker und Funktionäre wieder und wieder. Zum Besseren des Systems ist zu hoffen, dass ihnen die jungen Ärzte endlich einen Strich durch die Rechnung machen.

#30 |
  5
Weitere medizinische Berufe

Arzte sollet sich den Bedürfnissen Ihre Kun den anpassen u7nd ein breites Spektrum bieten vorallem bei den Öffnungszeiten
Ich war leutender Angestellter und hatte eine 70 – 80 SDtunden Woche bei etwa dem einkommen eines normele Arztes
Ich mußtte um meine Position jeden Tag auf das Neue kämpfen
Ein Arzt dagegen hat ein schönes Paradies. Er muß nicht um Kunden werben.
Wenn es schwierig wird kann er die >Patienten einem Facharzt oder Krankehaus überweisen. Er hatt keine Einkommensaujsfälle wie ein Geschäft
Damit bin ich der Meinung eine >Öffnungszeit von täglich 8 Stunden ist angebracht und wenn das Wartezimmer voll ist auch mehr.
Dasselbe gilt für die Jammer-Apotheken.
Die Politik die bisher unfähige Gesundheitsminister hatte solte endlich mal Grunddaten in die Gesundheitkarte aufnehmen einschließlich Rezepte
Die Steizeit Orgie muss endlich ein Ende haben
Mutti spricht seit Jahre von Digitalisierung und hat keine Ahnung was in Ihrem Stall nicht geht. Jede Unternehmen wäre mit diesen Metoden pleite

#29 |
  77
Medizinisch-Technischer Assistent

Ich bin dafür, Ärzte von dem unternehmerischen Überbau zu entlasten, damit sie sich mehr der Medizin und den Fallgeschichten ihrer Patienten widmen können, dafür haben sie schließlich 11 Jahre (!) Ausbildung durchlaufen nachdem sie bereits für´s Abitur 13 Jahre (!) die Schulbank gedrückt hatten.

Beeindruckend auch, dass ein Medizinstudienplatz 30 000€ pro Jahr kostet! Das finanzieren größtenteils die Steuerzahler (oder wer sonst?), wahrscheinlich zu einem guten Anteil die Masse der GKV-Patienten, die im Schnitt 85% der deutschen Versicherten ausmachen.
Das sind übrigens diese Patienten, für die man sich als Arzt nicht so wahnsinnig viel Zeit nehmen darf, denn (angeblich ?) kann man eine Praxis nur dann wirtschaftlich führen, wenn man genug Privatpatienten hat.

#28 |
  11
Medizinisch-Technischer Assistent

Das Thema wird niemals “von unten” lösbar sein. Ärzten sind die Hände gebunden durch die Begrenzungen innerhalb des Berufsstands, Patienten der GKV haben zumeist wenig Kenntnis der Zusammenhänge.

Als GKV-Versicherte bekomme ich das Vorsorge-Labor Glucose und Cholesterin im Gegenwert von 50Cent!

#27 |
  4
Bernhard Rick
Bernhard Rick

Ach und Qualität sollen wir ja auch noch bringen? Und wann finden denn unsere Fortbildungen statt? Wann lesen wir unsere Fachzeitschriften oder recherchieren im Internet oder sprechen uns mit Kollegen ab? Ist das alles überflüssiger Zeitvertreib?? Es ärgert mich, dass in so vielen anderen Berufen die Weiterbildung innerhalb der Arbeitszeit stattfindet und somit sogar auch noch bezahlt wird… ich bin jedenfalls meist “nachtaktiv”…nämlich dann, wenn Frau und Kinder bereits schlafen… na toll!…

#26 |
  2
Dr. Frank Hollmann
Dr. Frank Hollmann

Wenn Herr von Stackelberg und Herr Lauterbach doch Öffnungszeiten von 7-23 Uhr als erstrebenswert empfinden, sollte im Umkehrschluss aber vielleicht auch der GKV-Patient eine Öffnungszeit und den persönlichen Ansprechpartner seiner Krankenkasse Vorort mit Entscheidungskompetenz Vorort und sofort bei Bewilligungen jeder Art erwarten dürfen, oder?
Diese Forderungen sind so wirklichkeitsfremd und verachtend, wie man sie fast nur noch im ärztlichen Berufsstand erlebt.
Permanente Weiterbildungspflicht, eine ausufernde Bürokratie sondergleichen, Hygieneanforderungen, die den Rahmen vollkommen sprengen und einer sonst EU-verordnend gewollten Verringerung von plastikmüll vollkommen entgegenlaufen…… kann man beliebig weiter fortsetzen….da ist es doch kein Wunder, dass die Generation Y kein Bock mehr auf Niederlassung hat.
Dieses Feld dann fremden Investoren, die als juristische Person dann Zulassungen für MVZś erwirken, zu überlassen, wird vielleicht kurzfristig Herrn von Stackelberg und Herrn Lauterbach die Freude ins Gesicht treiben, aber mittelfristig schnell zum Kollaps des Systems führen. Denn dann ist Gesundheit wirklich nur noch eine wäre und der Patient im wahrsten Sinne des Wortes der zu Erduldende. Denn dann wird innerhalb kürzester Zeit maximal viel Geld mit maximalen Ertragsansprüchen aus dem System herausgepumpt, möglichst mit maximalen privaten begleitleistungen ( Sinn und Unsinn wird da nicht mehr differenziert). Denn die Budgetproblematik gilt auch dort.
Mal mit jungen Kollegen aus solchen Behandlungsmühlen gesprochen? Die unterhalten sich nicht mehr über Fälle, sondern über Kohle und Erfüllungsstatistiken. In Zeiten, wo auch der normale Streifenpolizist ein gewisses Kontingent an Strafzetteln zu erreichen hat, scheint das wohl dann auch in der Medizin normal zu sein. Aber ob sich die Behandlungsqualität dadurch steigert, das wage ich einmal zu bezweifeln.
Kollektiv mal Ungehorsam sein, war ja auch Zu Beginn der 90giger unter der Ägide Seehofer schonmal,Thema der Zahnärzte. Aber abgesehen von der schon mehrfach erwähnten Tatsache, dass sich ein Berufsstand noch nicht einmal- oder gerade wegen- seiner finanziellen Interessen einen lässt, gehört doch sowieso mindestens in 50 % aller Fälle die Kassenzulassung der jeweiligen Hausbank. Denn qualitativ gut ausgestattete Praxen (zum Wohle der Patienten) sind eben auch nicht in wenigen Jahren bezahlt. Und wer gerade über seine Budgetierung eine fünfstellige Rückforderung/ Abzug der jeweiligen Körperschaft erfahren hat, der legt die Behandlung nicht so schnell nieder. Schön weitermachen, das Hamsterrad dreht sich. Am Besten 6 Tage die Woche, für mindestens 18 Stunden am Tag, nachts natürlich Rufbereitschaft „on demand“.
Ich habe übrigens auch mittwochs und freitags nachmittags keine offizielle Sprechstunde, komme aber mit allem drum und dran auf 55-60,Wochenstunden bei mindestens 40 stunden am Patienten. Drei Wochen Urlaub im Jahr, Golf spiele ich nicht.

#25 |
  1
Mitarbeiter Industrie

R. Henning, Podologe

Was wäre, wenn der große Wasserkopf ( wie schon umfangreich benannt ) nicht mehr demokratisch abwählbar wäre, wenn die Erwartungshaltung der Patienten weiterhin befeuert wird, bei gleichzeitig schwindender Selbstverantwortung. Motto: Ich hab ja lange genug eingezahlt – das steht mir ja zu – etc. Wenn Bürokraten versprechen, die Bürokratie zu verringern, kaufe ich sofort immer neue Kugelschreiber, denn die brauche ich dann. Wenn Populisten am großen Rad drehen. Die Interessen der Mitspieler im Gesundheitszirkus sind so heterogen – über Jahrzehnte zum Gordischen Knoten verknüpft – da braucht es auch eine solche Lösung. Ich sehe niemanden, der auch nur ansatzweise das Format dazu hätte, man würde ihn auch zu Boden intregieren, bzw. politisch “elegant” zur Strecke bringen. Meine Hoffnung verhält sich umgekehrt proportional zu den Erfolgsmeldungen des derzeitigen BGM und der anderen selbsternannten Propheten, wobei er nochmals eine Steigerung seinen Vorgänger/innen gegenüber zu sein scheint. Die Blasen sind jedenfalls schon jetzt viel größer …

#24 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

Danke Herr Gollkofer!

Was für ein medizinisches Desaster.

Es ist festzustellen, dass die Menschheit gemessen an diversen hier abgelieferten Kommentaren nicht in der Lage ist mit dem Thema Mensch und Krankheit und andererseits, Beruf=Berufung geeignet umzugehen.
Wir sind nun mal so, allesamt, dass wir menschliche Schwächen zeigen und leben.
Es sind oft die eigenen Überbewertungen und die verfluchte Eitelkeit, die uns verführt, dass wir unseren Neigungen uns als Menschenheiler in die Gesellschaft einzubringen diesen, unseren ach so geliebten Beruf als Lebenssinn oft nicht begriffen haben.
Nach aktuellem Verständnis zeigt sich, dass Berufe mit akademisch begleitenden Persönlichkeitsprofilen allein schon favorisiert sind, weil man sich ab dato auf einer vorteilhafteren gesellschaftlichen Ebene weis. Das ist doch wesentlich kompetenter, ob man mit “Herr Dr.”, oder “Herr Vogt” angesprochen wird. Leider hat sich diese “Unart” bei uns etabliert, ja, sie ist sogar gesetzlich verpflichtend. Angenehm erinnern mich die ärztlichen Konsultationen in Schweden wo man sich bekannlicherweise “dutzt” und mir der Mediziner, Herr Engström anbot, ihn bei gesundheitlichen Problemen auch am Wochenende aufsuchen zu können – “du kannst gerne immer kommen, wenn du Hilfe brauchst !” Da wächst automatisch das Vertrauen und nicht zuletzt sein eigenes Einbringen durch Compliance.
Tja, das scheinen, gemessen an unseren Verhältnisse unerreichbare Welten zu sein – oder, sollte diese gelebte, menschliche und berufliche Natürlichkeit auch in Deutschland möglich sein ?
Mein Vertrauen zu Ärzten ist irrreparabel beschädigt – ich habe ein äußerst ambivalentes Verhältnis zu diesem Berufsstand ! Die Gründe zu schildern, die dazu führten, sind niederschmetternd, sie würden ein Buch füllen. Da ich Rezepte nicht zeichnen darf, muss ich einen Arzt bitten. Alternativ habe ich mich erfolgreich der Naturheilkunde zugewandt.
Ich denke, dass es für heute reicht – Ihnen vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

#23 |
  34
Studentin der Humanmedizin

“Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen.”
Waren die Praxen früher, als es nur wenige Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gingen, länger offen? Und seit sie immer weniger auf haben, gehen immer mehr Menschen in die Notaufnahmen?
Wie lang waren die Praxen denn offen, als es noch wenige Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gingen?

#22 |
  0

Wer betreut bei diesen Arbeitszeiten die Kinder? Es gibt nicht nur Ärzte mit Kindern >14 Jahren! Muss ein Kranker 12h Arbeiten gehen (8-20 Uhr) und dann um 21 Uhr beim Arzt sitzen?

#21 |
  1

Alles eine riesen Sauerei. Allein letztes Quartal musste ich mehrere erbrachte Leistungen streichen, weil ich die Plausibilitätszeiten überschritten habe und über die 12 Stunden Grenze gekommen bin. Schafft endlich Budgets und Plausibilitätszeiten ab, dann steigt auch die Bereitschaft zu Mehrarbeit. Berechnet die erbrachte Leistungen neu auf vernünftiger betriebswirtschaftlicher Basis. Solange ich 22,50.- für einen Hausbesuch bekomme und mein EDVler 125.- pro Stunde verlangt, solange wird sich elementar nichts zum besseren verändern.

#20 |
  3
Ärztin

Eine einzige Institution für die gesetzlich Versicherten würde ausreichen und jede Menge an Geld freisetzen, wenn die zahlreichen Vorstände und Verwaltungsstellen wegfallen. Die Pseudowahlmöglichkeiten zwischen den zahlreichen GKVs sind inzwischen völlig überholt. Es würde jede Menge Geld frei, das für die adäquate Bezahlung unserer Arbeit dringend benötigt wird und außerdem zum Wohl der Versicherten eingesetzt werden könnte wie die Bezahlung von Brillen, anderen Hilfsmitteln, gescheite Versorgung von Zahn- und Kieferschäden etc. Vielleicht ließen sich als Nebeneffekt sogar die Kosten für die KV senken (eventl. um den Preis einer etwas höheren Beitrages in der ALV).

#19 |
  2
Sonstige

Irgendwie geht das gesamte System den Bach runter.
Wo sind wir gelandet, das selbständigen Unternehmern vorgeschrieben wird, wie oft und lange sie in ihrer Firma zu sein haben?
Und wie sie ihren Laden zu führen haben?
Wenn das jemand mit Bayer oder BASF versuchen würde, wäre der die längse zeit in seinem Job verblieben.

#18 |
  4
Christopher Kunzer
Christopher Kunzer

Selbst wenn, geht es einen Herrn Lauterbach nix an, wie ein arbeitender Mensch seine Freizeit verbringt ( wie sieht es mit golfspielenden Juristen oder Politikern aus ?). Das ist in höchstem Maße Sozialneid und Diffamierung eines Berufsstandes.
Die Ärzte mit denen ich zusammen arbeite, arbeiten weit mehr als 40 Stunden.
Wenn dann einer zur Erholung Golf spielt sei es ihm gegönnt.

P.S. Ehe jemand meint ich würde meine Golfkollegen schützen.Ich spiele kein Golf!

#17 |
  3
Heilpraktiker

Dr. med. Thomas Georg Schätzler vs. HP Walter Fleritsch:
Ich weiß nicht, wer hier schiefer liegt. Vielleicht hat HP Walter Fleritsch “das Thema verfehlt”, aber von Sozialneid kann man nicht reden. Eher vielleicht umgekehrt von Borniertheit u. Dünkel? Denn HP Walter Fleritsch beschreibt die Realität, die man nur borniert nicht sehen kann.

#16 |
  43
Dr. med. T. Hänel
Dr. med. T. Hänel

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es wird sich nichts ändern und die Lauterbachs und Stackelbergs werden nicht aufhören uns in ein schlechtes Licht zu stellen wenn es uns nicht endlich gelingt GEMEINSAM (Haus u. Fachärzte) unsere Positionen klar zu äußern und auch mit geeigneten Maßnahmen zu zeigen, daß es so nicht weitergehen kann.
Immer mehr Leistung fordern und jetzt schon jedes Quartal 20% der Zeche zu prellen ist eine Frechheit.
Sehr geehrter Herr Fleritsch, wenn Sie ab sofort auf 20% Ihrer Honorare verzichten dürfen Sie hier wieder mitreden.
Mit freundlichen Grüßen

#15 |
  1
Dr. med. Günter Gerhardt
Dr. med. Günter Gerhardt

Michael van den Heuvel, danke, ein guter Artikel. Er ermutigt mich, eine alte Forderung wieder aufleben zu lassen: Das Projekt “Politisches Wartezimmer TV”, dem schoneinmal eine Vertreterversammlung einer KV zugestimmt hatte. Leider haben Unsstimmigkeiten im Vorstand die Realisierung verhindert.
Ich befürworte ausdrücklich auch andere Aktionen wie Demos, Plakate und Flyer im Wartezimmer, Dienst nach Vorschrift oder Streik, also Versorgung der Bevölkerung wie am WE. Langfristig brauchen wir aber auch etwas Nachhaltiges, was Politik, Krankenkassen und auch die Medien fürchten wie der Teufel das Weihwasser, nämlich Wartezimmer TV. Das gibt es schon, funktioniert auch gut, aber noch ohne politische Beiträge. Der Satz in dem Artikel von Herrn van Heuvel „Ein Schulterschluss und verstärktes Aufbegehren wäre hier wünschenswert. Nur wie, wenn der Konkurrenzgedanke im Vordergrund steht?“ trifft den Nagel auf den Kopf.
Lesen Sie bitte das Konzept.
Ich feiere 2019 mein vierzigjähriges Praxisjubiläum, ich war und bin aktiv in den Print und elektronischen Medien, bin Lehrbeauftragter für das Wahlpflichtfach Medizin-Journalismus, bin und war gesundheitspolitisch tätig in der ärztlichen Selbstverwaltung (KV und Kammer) und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung RLP.
Anhand dieser Erfahrungen bin ich zu der festen Überzeugung gekommen, dass sowohl Gesundheitsthemen als auch gesundheitspolitische Themen v.a. von uns selbst, also Ärzten, Psychotherapeuten und allen Berufen, die etwas mit Medizin zu tun haben, der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten. Geschieht dies nicht, wird sich das Problem Pflegenotstand und Ärztemangel weiter vergrößern und neue Probleme hinzukommen.

#14 |
  3
Heilpraktiker

Man sollte den elitären NC lockern, damit auch Menschen, nicht nur Elite, Arzt/Ärztin werden können. Da wird mancher dabei sein, der mit Herz besser qualifiziert ist als ein herzloses, borniertes Hirn.
Hirn alleine macht keinen guten Arzt! Vielleicht einen klugen Theoretiker, einseitig verbildet. Mit tiefgreifender vertikaler (Schulmedizin) Kompetenz, aber bar menschlicher und/oder horizontaler (Alternativmedizin/Naturheilkunde) Kompetenz und ohne Blick über den Tellerrand.
Kann es sein: Je tiefer der Kopf vertikal versinkt, umso unmöglicher wird der Blick über den Tellerrand?
Ein wirklich guter Arzt hat vertikale (vielleicht nicht ganz so tief wie Fachidioten) aber dafür horizontale Kompetenzen. Gesellt sich dazu noch menschliche, dann ist Fr./Hr. Doktor wirklich Arzt. Arzt, wie man ihn sich vorstellt. (Das wäre aber für die HP nicht so gut). Und diese Ärzte sind wohl eher bei den 2er, evtl. noch 3er-Abiturienten zu finden.
Im Übrigen spiegelt eine Note nicht zwingend wie wirklichen Fähigkeiten eines Prüfungsängstlichen wider.
Die Menschheit benötigt weniger geschäftstüchtige elitäre Medizin-Wissenschaftler; sie benötigt mehr Menschen als Ärzte.

#13 |
  55
Nichtmedizinische Berufe

Das gesamte Konstrukt “Gesundheit/Krankheit” ist wegen seiner Vielschichtigkeit der Belange desolat und unausgegoren. Hier treffen verständlicherweise subjektive Interessen involvierter Beteiligter verschiedenster Coleur auf den KRANKEN, der nichts weiter als gesund sein möchte und, um den und nur den geht es doch wohl !
Das Procedere wie das erreicht werden kann verlangt von den politisch “installierten” Machern ein vielschichtiges für alle Beteiligten tragbares Konzept – und genau da, an der Basis, zeigen sich die politischen Schwächen.
Wenn wir gesellschaftspolitisch eine vernünftige Lösung erreichen wollen, sind wir analog gezwungen eine tragbare Politik zu etablieren, die den Gesetzesrahmen bedarfsgerecht vorgibt.
Unsere derzeitige Lage geht infolge markanter Interessenkonflikte, zerstörendem Lobyismus und politischem Unvermögen am Thema Gesundeit/Krankheit durch “Heilkunst” graduell vorbei. Was bleibt, ist ein “systematischer Komplex” und seine vielfältigen denaturierten Procederes.

#12 |
  7

@ HP Walter Fleritsch #10, ich glaube, Sie haben den ganzen Themenkomplex nicht mal ansatzweise verstanden. Und Ihr reichlich konstruierter Sozialneid führt da einfach nicht weiter. Vgl. dazu auch
http://news.doccheck.com/de/blog/post/10489-golfplatz-oder-sozialvertraegliches-fruehableben/

#11 |
  4
Heilpraktiker

Nur mal so als Frage: Sollte eine Berufsgruppe, die im Vergleich zum Gros der anderen sehr, sehr gut verdient, einen sicheren Job ausübt und – trotz aller bisher schon bekannt gewordenen Abrechnungsskandale – immer noch einen hohen Sozialstatus genießt, nicht bereit sein, auch ERHEBLICH mehr Leistung zu erbringen und Einsatzbereitschaft zu zeigen, als ein Normal- oder gar Gering-Verdiener?

Von Letzteren (wozu unter anderem auch das ausgebeutete Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenheimen gerechnet werden muss) wird in unserer rendite- und giergetriebenen Welt immer mehr Leistung erzwungen. Sie werden geradezu ausgeblutet – und wenn verbraucht, frühzeitig aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden.

Stellt das nicht unser schönes kapitalistisches Leistungsprinzip ganz grundsätzlich auf den Kopf, wenn die, die für ‘n Appel und’n Ei Tag und Nacht malochen, oft Verantwortung für Leben und Tod tragen müssen und dabei die eigene Gesundheit schon in jungen Jahren ruinieren, zu immer mehr Arbeits- und Leistungszeit gezwungen werden, während sich die Besser- und Hervorragend-Verdiener herausnehmen, mehr Freizeit genießen zu wollen?

#10 |
  77

Wer versucht, uns professionell arbeitende Vertrags-Ärztinnen/-Ärzte/-Psychotherapeuten öffentlich an den Pranger zu stellen?

Das Vorstands-Personal des Spitzenverbandes Bund (SpiBu) der Gesetzlichen Krankenkassen gibt sich im Bereich der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung in Deutschland Medizin-, Arbeitsinhalts- und Versorgungs-fremd.
https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/der_verband/wir_ueber_uns.jsp

– Dr. Doris Pfeiffer (Vorstandsvorsitzende), Volks­wirt­schafts­lehre Uni Köln, Penn­syl­vania State Univer­sity PA/USA, MPH: Ihr Vorstandsbereich umfasst die Abteilungen Systemfragen, Telematik/IT-Management und Medizin sowie die Stabsbereiche Politik, Kommunikation, Selbstverwaltung und Justiziariat.

– Johann-Magnus Frhr. v. Stackelberg (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender), Betriebswirtschaft (Uni Köln), WiDO, AOK-Bundesverband: Sein Vorstandsbereich umfasst den Stabsbereich Vertragsanalyse sowie die Abteilungen Ambulante Versorgung, Krankenhäuser und Arznei- und Heilmittel.

– Gernot Kiefer (Vorstand), Sozi­al­wis­sen­schaften Uni Göttingen, Sozi­al­recht, Sozi­al­po­litik, Volks­wirt­schafts­lehre, IT: Sein Vorstandsbereich umfasst die Abteilungen Gesundheit, Zentrale Dienste und die DVKA.
Bearbeitet nach https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/der_verband/vorstand/der_vorstand.jsp

Zugleich sitzten die Gesetzlichen Krankenkassen der GKV zusammen mit den Rücklagen des Gesundheitsfonds derzeit auf 30 Milliarden(!) Euro Kapitalreserven.
https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/977617/gkv-zahlen-2018-kassenpolster-waechst-waechst.html

Bei diesem geballten Wissen und Macht sind jedoch Verständnis, Kenntnisse und Empathie(?) für vertragsärztliche, -psychotherapeutische Gegebenheiten, sozio-ökonomischer Status, Professionalität, Arbeits- und Lebensbedingungen in Theorie und Praxis Mangelware. Zugleich genießen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesetzlichen Krankenkassen als Sozialversicherungs-Fachangestellte (“SOFAS”) eine tariflich vereinbarte 39-Stunden-Woche mit 5 Tagen Arbeitszeit.

Und dann sollen etwa Forderungen nach grenzenloser Mehrarbeit Abends und am Wochenende bei den freiberuflich tätigen ca. 172.000 Vertragsärzten und -Vertragspsychotherapeuten zur Sicherstellung der ambulanten ärztlichen/psychotherapeutischen Versorgung nicht deren “Sozialverträgliches Frühableben” befördern? Damit die Krankenkassen der GKV Mittel, Material und Menschen “einsparen” können?

Meine wöchentliche Gesamt-Arbeitszeit liegt bei 35 offiziellen Wochensprechstunden-Zeiten plus deren Vor- und Nachlauf inklusive einer Sprechstunde Donnerstags von 11 bis 20 Uhr seit Praxisgründung als Haus- und Familienarzt bzw. Facharzt für Allgemeinmedizin 1992 in der Dortmunder City schon immer bei deutlich über 50 Stunden pro Woche. Die Mittwochs-Hausbesuchs-Tour geht häufig bis 15.30 Uhr und fließt in diese Berechnungen nicht mit ein, weil es auch mal ruhigere Tage gibt.

Und dann, mit Verlaub, kommt auch ein alternder, studierter Betriebswirtschaftler her, um mir meine Betriebsorganisation, in der selbstverständlich Privat- und Kassenpatienten gleich behandelt werden, umzukrempeln? Vielleicht noch mit Extra-Eingang, Extra-Wartezimmer und Extra-Zeiten? Wieviel weitere Privilegien hätten’s denn gern, Freiherr von Stackelberg?

Ganz ehrlich, der gesamte SpiBu-Vorstand kann doch froh sein, dass wir diese ganze Kärrnerarbeit überhaupt noch machen und Ihm das nicht alles vor die Füße werfen. Stattdessen wird konfabuliert: “Krankheiten richteten sich nicht nach Lieblingsöffnungszeiten”, offensichtlich ohne über den geregelten ambulanten vertragsärztlichen Notdienst (ZND) an 365 Tagen im Jahr informiert zu sein? Und kommt da bloß nicht nochmal mit Trennung von Kasse und Privat im ZND. Das hätte uns gerade noch gefehlt!

Unterdessen schlage ich vor, dass alle Kolleginnen und ich persönliche Foto unserer Praxisschilder per E-Mail schicken an:
kontakt@gkv-spitzenverband.de
und
karl.lauterbach@bundestag.de
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund

#9 |
  0

A propos Golf: Ärzte-“Bashing” mit dem Golfschläger?
“Golf habits among physicians and surgeons: observational cohort study”
BMJ 2018; 363 doi: https://doi.org/10.1136/bmj.k4859 (Published 10 December 2018)
Cite this as: BMJ 2018;363:k4859 von Gal Koplewitz (Correspondence to: A B Jena jena@hcp.med.harvard.edu) ist mit seinen sicher nicht ganz ernst gemeinten Schlusfolgerungen: “Conclusions – Golfing is common among US male physicians, particularly those in the surgical subspecialties. The association between golfing and patient outcomes, costs of care, and physician wellbeing remain unknown”, typisch für die Welt der niedergelassenen USA-Mediziner mit Privatpraxis.
Außerdem ist es in vielen englisch-sprachigen Ländern Tradition, dass auch wissenschaftliche Fachzeitschriften Ihren Leserinnen und Lesern zum Jahresausklang eher leichten, humoristischen Lesestoff servieren.
Doch dieser eher fröhlich stimmende Hintergrund ist auf Deutschland keinesfalls übertragbar: Denn hierzulande müht sich ein meist besserwisserisch auftrumpfender Professor der Medizin-Ökonomie und stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender mit Approbation als Arzt erst seit 2010, seine freiberuflich tätigen Kolleginnen und Kollegen als Vertragsärzte zu diskreditieren und zu mobben: Um sich mit dem Vorwurf, manche Vertragsärzte wären zu oft zu faul zum Arbeiten und würden gleichzeitig zu häufig auf Golfplätzen angetroffen werden, bei interessierten SPD-Kreisen bzw. der Öffentlichkeit anbiedern zu wollen.
Dabei soll allein die Begrifflichkeit “GOLF” Neidgefühle auslösen, dass Vertragsärzte mit durchschnittlich 51-52 Wochenarbeitsstunden auch noch Zeit für ihre persönliche “work-life-balance” finden wollen, in dem sie eine Sportart ihrer Wahl betreiben.

#8 |
  4
Heilpraktikerin

“Ein großer Anteil dieses Geldes wird in unserem Gesundheitssystem nicht für die Behandlung der Kranken, sondern für den zu großen “Wasserkopf” und die Bürokratie in den Praxen verbraten. /../”

Und der andere große Teil des Geldes wird der Pharmaindustrie zu”geflossen” sowie in die Gerätemedizin. – Aber so lange Ärzte nicht losziehen um für sich einzufordern, dass sie selber besser bezahlt werden, wird sich daran nichts ändern. Außer, dass noch mehr Geld für noch neuere Medikamente und noch teurere Diagnose- und Therapie-Geräte ausgegeben wird.

#7 |
  37
Joachim Koehler
Joachim Koehler

So lange genug Geld für einen völlig unsinnigen “Führungs-Wasserkopf” in den m.E. zu vielen Krankenkassen und für die alimentierung der FunktionärInnen da ist, so lange wird sich nichts ändern – weder für die PatientInnen, noch für die ÄrztInnen.
Aufgebracht werden diese Massen von Beitragsgeld von ArbeitnehmerInnen, RentnerInnen und zu einem erhebnlichen Teil von den Arbeitgebern.
Ein großer Anteil dieses Geldes wird in unserem Gesundheitssystem nicht für die Behandlung der Kranken, sondern für den zu großen “Wasserkopf” und die Bürokratie in den Praxen verbraten. Die Politik und der Wasserkopf sind das Übel, die Wurzeln des Problems.

#6 |
  1
Ärztin

Um das Problem der Notfallversorgung rund um die Uhr abzudecken, kann man unmöglich Freiberufler in die Pflicht nehmen. Dazu braucht es ein staatlich geregeltes bundesweites System mit Angestellten, die entsprechende Schichtdienste leisten müssen und dafür einen besonderen zumindest finanziellen Anreiz erhalten. Diese Extrembelastung kann ein durchschnittlicher Mensch auch nicht für die gesamte Zeit seiner Erwerbsfähigkeit leisten, es sei denn, er hat keine Familie, kein Privatleben und keine gesundheitlichen Einschränkungen. Normaler Weise ist das etwas, was junge Menschen einmal für fünf Jahre machen, um sich eine goldene Nase zu verdienen oder um ein Abenteuer zu erleben oder der Menschheit einen besonderen Dienst zu leisten, dann geht es einfach nicht mehr.
Den Ärzten vorzuwerfen, sie seien faule Säcke, das ist schon ein primitiver Stil, aber Primitivität wird ja immer mehr die Norm.

#5 |
  3
Dr. rer. nat. Andreas Köpke
Dr. rer. nat. Andreas Köpke

Wie immer gibt es viele verschiedene Teilaspekte, die man nicht in einen Topf werfen sollte! Dass Öffnungszeiten nicht Arbeitszeiten sind ist vielen Laien und Politikern nicht bewusst. Der Aufwand an ‘vorgeschriebenem Papierkram’ muss klar gemacht und abgerechnet werden! In der Tat sind viele Ärzte überarbeitet und bekommen noch Ärger wegen der angeblich ‘überhöhten’ Einnahmen aus der übertrieben vielen Arbeit! Es fällt der sehr starken Ärzte-Lobby zu hier Änderung herbeizuführen. Manchmal ist der Willen dazu aber nicht erkennbar. Ich finde es unverantwortlich dass es immer noch 36 h Dienste gibt!
Auf der anderen Seite muss man aber auch die Bedürfnisse der Patienten = Kunden mehr berücksichtigen! So gibt es in vielen Ländern z.B. Sprechstunden in den frühen Morgen (ab 7 Uhr) und späten Abendstunden (bis 21 Uhr), so dass man auch außerhalb der Arbeitszeit den Arzt aufsuchen kann. Ich finde freie Tage / Nachmittage dagegen kein Problem, wenn es eine Ausweichpraxis für akute Fälle gibt. Wartezeiten über 30 min müssen unterbleiben, schon aus Respekt vor den Patienten. Es ist oft eine Frage der Organisation.

#4 |
  35
Dr. Volker Droste
Dr. Volker Droste

Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der “niedergelassenen Ärzte”

Seit 26 Jahren (GSG `93, Seehofer) sollen sich die Krankheiten aber nach den Budgets der Kassen richten ….
Die Art der Erkrankung möglichts nach dem RSA ….
Die Fallzahlen in die Statistiken passen ….
usw.

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Noch nicht mitbekommen? Zuerst werden Gesetze – unabhängig von unseren Vorstellungen! – geschaffen, die das BMG den Fuß in die Tür unserer Praxen stellt. Jetzt sind schon drei Füße drin: KV, Kassen und BMG. Da hilft kein Drücken und kein Stoßen, die Abwehr geht in die Hosen! Schließlich setzt sich der Fuß des BMG gegen alle anderen durch und beide Füße DES BMG stehen in den Praxen. Und jetzt wird diktiert, verordnet, gegängelt, gezwungen. Was tun wir dagegen? Das ist das Tolle: WIR TUN NICHTS, ABSOLUT NICHTS! Neben dem BMG ist dann auch noch etwas Spielraum für die KV, die zwar auch gängelt, aber deutlich kleinlauter, als das BMG: Geld ist zu zahlen, dafür, dass wir Zusatzarbeit im Notfalldienst leisten. Einfach genial. Und was tun wir? Richtig! WIEDER NICHTS! Und von der Abschaffung der Budgetierung will schon lange niemand mehr reden. Fakt: Mehr Arbeit und weniger Kohle! Und was tun wir? GENAU! Wir werden an den Rand der Verzweiflung und auch der Existenz als ehemalige Freiberufler gedrängt. Und kurz bevor das Licht bei uns ausgeht, wird das Praxisschild vor unserer Tür in letzter Minute geändert: HO – Arztpraxis für….. Ab dann bekommen wir unser sozialistisches Geld vom Staat, was vermutlich nur über einen gewissen Zeitraum gilt. Dann übernehmen die MVZs. Und die werden umgetauft in VEB GESUNDHEIT – POLYKLINIK! Patientendaten werden von einem SED-Staat verwaltet, und das mit Argus-Augen. Daher kann man sich in Zukunft IMs sparen, denn die Patientenakte gibt hinreichend Auskunft über nahezu alles, was einen sozialistischen Staatsapparat interessiert.

So in etwa sieht die Zukunft von Dres. med. Lemming und Co. aus – zumindest so ungefähr.

Bleibt die Frage: Bleiben Patienten und Ärzte bei dem NICHTS TUN, oder reißen sie das Ruder herum und geben in Zukunft selbst die Steilvorlagen gegen SGB V und alles, was damit zusammenhängt und das Gesundheitssystem in unserem Land demontiert?

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Selbstst. Apotheker

Lösung 3: Kassenzulassung für alle – die es denn auch wollen.

Warum gibt es heute noch keine Niederlassungsfreiheit für Ärzte? Solange “Kassenstempel” weiterhin von immer noch gut gehenden Landarztpraxen auch an MVZ in benachbarten Orten im gleichen Bezirk für teuer Geld verkauft werden dürfen, darf man sich auch nicht wundern! Bei Niederlassungsfreiheit könnte sich ein Kollege nebenan im eigenen Haus gemütlich einrichten und praktizieren.

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