Fluorchinolone: Der ärztliche Leichtsinn

7. Februar 2019

Ciprofloxacin und andere Fluorchinolone stehen in der Kritik. Sie sollen Sehnen-, Gefäß- und Augenschäden hervorrufen. Viele Ärzte halten dennoch an alten Gewohnheiten fest: Trotz behördlicher Warnhinweise verschreiben sie die Antibiotika selbst bei banalen Infektionen.

Ciprofloxacin, ein Breitspektrumantibiotikum und der am häufigsten verwendete Vertreter der Fluorchinolone, wurde 1987 eingeführt und seitdem vielfach eingesetzt. Erst zwei Jahrzehnte später, im Juli 2008, veranlasste die FDA einen umrahmten Warnhinweis in den Fachinformationen, der auf das Risiko einer Tendinitis und Sehnenruptur hinwies. Inzwischen wurden weitere schwerwiegende Nebenwirkungen der Fluorchinolone bekannt – Gesundheitsbehörden mahnen Ärzte zur Vorsicht.

Im Februar 2011 ergänzte die FDA die „Boxed Warning“ um einen Hinweis auf die Symptomverschlechterung bei Patienten mit Myasthenia gravis. Seit August 2013 müssen die Hersteller auf das Risiko einer irreversiblen peripheren Neuropathie hinweisen. So heißt es nun: „Die Behandlung mit Ciprofloxacin sollte bei Patienten, die Neuropathiesymptome entwickeln, einschließlich Schmerz, Brennen, Kribbeln, Benommenheit und/oder Schwäche, abgebrochen werden, um der Entwicklung einer irreversiblen Schädigung vorzubeugen.“

Gute Wirkung – viele Nebenwirkungen

Eine Kohortenstudie hat ergeben, dass das Risiko, an einer Achillessehnenentzündung zu erkranken, nach der Einnahme von Fluorchinolonen im Vergleich zu anderen Antibiotika 3,7-fach erhöht ist; Levofloxacin ist dabei wahrscheinlich besonders riskant. Insbesondere ältere Patienten und solche, die zusätzlich Kortikosteroide einnehmen, sind gefährdet.

Ein Rote-Hand-Brief warnt Apotheker und Ärzte vor dem Risiko einer Aortendissektion. Grundlage dafür sind Studien wie die von Pasternak et al. vom Karolinska Institut in Stockholm. Sie fanden in einer Kohortenstudie heraus, dass bei Patienten, die ein Fluorchinolon eingenommen haben, in den folgenden 60 Tagen zu 66 Prozent häufiger ein Aortenaneurysma oder eine Dissektion auftrat. Ciprofloxacin und vermutlich auch andere Fluorchinolone könnten für Patienten, die bereits an einem atherosklerotischen Aorten­aneurysma leiden, zu einem tödlichen Risiko werden.

Auch eine Studie der Abteilung für Notfallmedizin des National Taiwan University Hospital in Taipeh untersuchte den Zusammenhang zwischen der Fluorchinoloneinnahme und gefährlichen Nebenwirkungen. Lee und seine Kollegen überprüften 1.213 Krankenhauspatienten mit Aortenaneurysma bzw. Aortendissektion auf eine vorherige Einnahme von Fluorchinolonen. Patienten haben zwei Monate lang ein um das 2,5-fache erhöhtes Risiko, ein Aortenaneurysma bzw. Aortendissektionen zu erleiden, so das Ergebnis der Studie.

Die Risikosteigerung stand in Korrelation mit der Dauer der Therapie. Nach einer Fluorchinolon-Therapie von 3 bis 14 Tagen war das Risiko für ein Aortenaneurysma bzw. eine Aortendissektion um das 2,4-fache erhöht. Nach mehr als 14 Tagen Anwendungsdauer stieg es auf das 2,8-fache an. Lee und seine Koautoren raten Ärzten, bei Patienten mit bestehenden Kollagen-Erkrankungen oder einem Aortenaneurysma „alternative Antibiotika-Therapien“ in Betracht zu ziehen.

Netzhautablösung gesichert?

Bei Netzhautablösungen ist der Fall nicht eindeutig. Ragideau et al. schlossen aus verschiedenen Datenbanken 27.540 Patienten mit Netzhautablösung in ihre Untersuchung ein. 57 Prozent der Studienteilnehmer waren Männer, das Durchschnittsalter lag bei 61,5 Jahren. Die Wissenschaftler untersuchten als Risikoperiode den Zeitraum von 10 Tagen vor dem Auftreten der Netzhausablösung und als Kontrollperiode den Zeitraum 61-180 Tage vor der Schädigung.

„Die Gabe von Fluorchinolonen war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Netzhautablösungen, einschließlich rhegmatogener und exsudativer Netzhautablösungen“, schreiben die Autoren um Dr. Fanny Raguideau von der französischen Behörde für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten in Saint-Denis, Frankreich. „Die Ergebnisse legen eine Assoziation nahe“, doch die Art der Assoziation habe noch nicht geklärt werden können.

Dr. Brian L. VanderBeek, Ophthalmologe an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania in Philadelphia beäugt die Ergebnisse der Studie mit Skepsis: „Zieht man die Größe der Studie in Betracht, ist es recht wahrscheinlich, ein statistisch signifikantes Ergebnis zu finden. Das ist allerdings nicht dasselbe wie ein klinisch signifikantes Ergebnis“.

Warum richten Fluorchinolone so viele unterschiedliche Schäden an?

Die schädliche Wirkung auf die Achillessehne ist seit einiger Zeit bekannt. Wo ist aber der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Sehnen-, Gefäß- und Augenschäden?

Fluorchinolone, früher als Gyrasehemmer bezeichnet, besitzen ein sehr breites Wirkspektrum gegenüber den meisten gramnegativen und grampositiven Bakterien. Daher gelten als medizinische Indikationen fast alle bakteriellen Infektionen. Die Wirkstoffe hemmen das Enzym Gyrase und unterbinden so in Bakterien das Winden der DNA während deren Vermehrungszyklus. Neuere Fluorchinolone stören außerdem das Bakterien-Wachstum, indem sie Topoisomerasen beeinträchtigen. Diese Enzyme sind ebenfalls für die Vervielfältigung der Bakterien-DNA notwendig.

Beim Menschen schädigen die Fluochinolone die Kollagenstrukturen. Die Aortenwand weist eine ähnliche Kollagenstruktur auf wie die Achillessehne. Ursache der Schäden an diesen Strukturen scheint eine vermehrte Bildung von Matrixmetallo-Proteinasen unter dem Einfluss von Fluorchinolonen zu sein. Diese toxischen Wirkungen hängen vermutlich mit den chelatbildenden Eigenschaften der Chinolone zusammen und gehen auf einen temporären Magnesiummangel unter der Chinolontherapie zurück. Der Magnesiummangel führt zu einer Störung von Adhäsionsmolekülen. Ist das Gewebe gut durchblutet, wird ein solcher Mangel rasch wieder ausgeglichen, für nicht vaskularisiertes Gewebe wie Sehnen und Knorpel steigt das Risiko für schwerwiegende Schäden hingegen an.

Wissenschaftler der University of Eastern Finnland vermuten die Mitochondrien als gemeinsames Target. Die Wissenschaftler belegten, dass Ciprofloxacin nicht nur die bakterielle Gyrase, sondern auch die mitochondriale DNA in ihrer Replikation und Transkription beeinflusst. Dies hat Einflüsse auf die Teilung und Differenzierung der Zelle. Dieser oxidative Stress schädigt Bakterien aber auch Gewebe in Sehnen und den Augen und weiteren Organen.

Beschränkungen sollen Sehnen schützen

Der Einsatz der Fluorchinolone in den Vereinigten Staaten ist bereits stark eingeschränkt, beziehungsweise sollte es sein. Die FDA sprach schon im Jahr 2016 deutliche Warnungen aus. Sie mahnt die Ärzte zu einem restriktiven Verordnungsverhalten bei Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin und Ofloxacin: Bei banalen Infektionen wie einer Sinusitis, einer akuten Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis und unkomplizierten Harnwegsinfektionen ist eine Therapie mit Fluorchinolonen nicht vertretbar.

Seit Februar 2018 lief ein Risikobewertungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), das insbesondere die Persistenz bei Ciprofloxacin und anderen Fluorchinolonen prüfen sollte. Das Verfahren umfasste systemisch und inhalativ zu applizierende Fluorchinolone. In Deutschland sind derzeit Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin für eine systemische Antibiose zugelassen. Nicht im Überprüfungsfokus waren lokal anzuwendende Fluorchinolonpräparate wie Ciprofloxacin in Ohrentropfen oder Augentropfen und -salben.

Auslöser für die Überprüfung dieser Antibiotikaklasse und letztlich der nun empfohlenen Anwendungsbeschränkungen waren die Berichte über schwere Nebenwirkungen, speziell Sehnenverletzungen. Deshalb sollen Fluorchinolon-Antibiotika bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für Sehnenverletzungen, dazu gehören ältere Patienten, Patienten mit Nierenerkrankung und organtransplantierte Patienten, nur „mit besonderer Vorsicht“ angewendet werden, wie der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) betont. Aus demselben Grund sollen die Antibiotika auch nicht in Kombination mit Kortikosteroiden eingesetzt werden. Für einige Antibiotika dieser Klasse – Cinoxacin, Flumequin, Nalidixinsäure und Pipemidsäure – empfiehlt der Ausschuss die Aufhebung der Marktzulassung.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) bei der EMA hat empfohlen, den Gebrauch von Fluorchinolonen oder Chinolonen die oral eingenommen, injiziert oder inhaliert werden, einzuschränken. Der PRAC empfiehlt, dass die weiterhin zugelassenen Fluorchinolone in folgenden Fällen nicht angewendet werden sollten:

  • bei Infektionen, die auch ohne Behandlung abklingen oder die nicht schwer sind (z.B. Entzündungen des Halses).
  • zur Vorbeugung der Reisediarrhöe oder wiederkehrender Infektionen der unteren Harnwege (sofern sie nicht über die Blase hinausgehen).
  • zur Behandlung von Patienten, bei denen vormals schwere Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Fluorchinolonen oder Chinolonen aufgetreten sind.
  • um leichte bis mittelschwere Infektionen (inklusive unkomplizierte Zystitis, akute Exazerbation der chronischen Bronchitis, und chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD), akute bakterielle Rhinosinusitis und akute Mittelohrentzündung) zu behandeln, es sei denn, andere Antibiotika, die üblicherweise zur Behandlung dieser Infektionen empfohlen werden, können nicht angewendet werden.

Gibt es Alternativen?

In vielen Fällen ist die Alternative zu Fluorchinolonen: Keine Antibiotikagabe! Auch unter der Kenntnis der Risiken werden sie nicht selten bei „banalen“ Infektionen oder gar bei viralen Infektionen verschrieben – entgegen den Empfehlungen der Leitlinien. Einer Untersuchung der Universität Bremen zufolge bekommen 50 Prozent aller Frauen, die wegen einer harmlosen Blasenentzündung zum Arzt gehen, Fluorchinolone verschrieben. Dabei lautet das klare Statement der Autoren der aktuellen S3-Leitlinie zu Harnwegsinfektionen: „Folgende Antibiotika sollen bei der Therapie der unkomplizierter Zystitis nicht als Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden: Ciprofloxacin, Levofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin.“ Die Leitlinie empfielt bei einer unkomplizierten Zystitis bei Frauen in der Prämenopause stattdessen:

  • Fosfomycin 1x 3000 mg für 1 Tag als single-shot
  • Nitrofurantoin 4 x 50 mg für 7 Tage
  • Nitrofurantoin retard 2 x 100 mg für 5 Tage
  • Nitroxolin 3 x 250 mg für 5 Tage
  • Pivemecillinam 2-3 x 400 mg für 3 Tage

Auch bei Sinusitis keine Fluorchinolone

Etwa 80 Prozent der akuten Sinusitiden bessern sich innerhalb von zwei Wochen auch ohne Therapie. Die Experten der Leitlinie finden eine Antibiotikabehandlung bei Sinusitis nur bei einem überschaubaren Patientenklientel gerechtfertigt: „Wenn man die insgesamt sehr geringe Wahrscheinlichkeit vermiedener Komplikationen mit der hohen Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen vergleicht, dann sollte eine unkomplizierte Sinusitis nicht mit Antibiotika behandelt werden.“ Liegt eine unkomplizierte Sinusitis vor, können Ärzte bei lediglich drei Patientengruppen eine Antibiose in Betracht ziehen:

Diese Patienten profitieren von einer Antibiose; bei ihnen verkürzt sich die Krankheitsdauer um drei Tage. Allerdings: Auf die Rezidivquote oder Komplikationsrate wirkt sich eine antibiotische Therapie nicht günstig aus.

Als erste Wahl gilt:

  • Amoxicillin3 x 500 mg/d oder
  • Cefuroxim2 x 250 mg/d

Als zweite Wahl gilt:

  • Makrolide, zum Beispiel Azithromycin 500 mg/d für drei Tage oder
  • Amoxicillin + Clavulansäure oder
  • Doxycyclin oder
  • Co-Trimoxazol

Nutzen und Risiko abwägen

Trotz der Nebenwirkungen sind Fluorchinolone in vielen Fällen unentbehrliche Antibiotika. Bei schweren Infektionen, insbesondere bei bestimmten bakteriellen Pneumonien, beim gefürchteten Bakterium Pseudomonas aeruginosa, bei nekrotisierender Bauchspeicheldrüsenentzündung oder beim Milzbranderreger überwiegen die Vorteile gegenüber den Risiken. Immer dann, wenn Nebenwirkungen besonders schwerwiegend und/oder irreversibel sind, sollte die Nutzen-Risikorelation bei jedem Patienten abgewogen werden.

113 Wertungen (4.81 ø)

27 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

@Alexander Günther
Ich bin kein Arzt und weiß auch nicht viel über die genannten Antibiotika.
Aber sollte nicht der Grundsatz heißen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich?
Aus Patientensicht macht mir ihre Aussage nämlich eher Angst.

#27 |
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Wer gibt denn bitte Amoxycillin 3 x 500mg und Cefuroxim 2 x 250mg? Üblicherweise ist die doppelte Dosierung angesagt,man kann das je nach Gewicht des Patienten bzw. Infektionsort auch noch höher dosieren, wird ja i.v. in den Kliniken auch gemacht( ich selbst habe in meiner Klinikzeit von 12 Jahren unter anderem auf insgesamt drei Intensivstationengearbeitet, und dort mit ganz anderen Dosen ), diese Minidosen machen die Keime resistent, unterdrücken die Infektion in vielen Fällen nur und erreichen nur eine scheinbare heilung (wobei das Problem der Resistenzentwicklung natürlich hauptsächlich in der Veterinärmedizin liegt- und hier in der Masttierhaltung!) .

#26 |
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Dr. Sabine Schenck
Dr. Sabine Schenck

Vielen, vielen Dank für diesen Artikel! Leider ist es in der alltäglichen Praxis immer noch ein Kampf gegen Windmühlen. Unkomplizierter Harnwegsinfekt: Cipro, Sinusitis und Bronchitis: Levo. Und nach bohrenden Rückfragen wurde noch nicht einmal als Minimalziel ein schneller CRP-Test gemacht. Wir kämpfen weiter an der Aufklärungsfront, vor allem auch bei den Patienten. Sich Zeit nehmen und schonen gehört nun mal zum gesund werden dazu.

#25 |
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Nichtmedizinische Berufe

Bitte an alle Ärzte: Überprüfen sie genau ob ein Antibiotikum wirklich notwendig ist und klären sie ihre Patienten über die Nebenwirkungen auf. Ich bekam Levofloxazin auf Grund einer Bronchitis. Kurz darauf bekam ich Schmerzen im Oberarm/Schulterbereich -Supraspinatus-, und Bizepssehne entzündet und Faserrisse. Als das vorbei war, bekam ich plötzlich mitten beim Einkauf so starke Schmerzen in den Wadenmuskeln, dass ich mich setzen musste. Das ist 2 Jahre her, seitdem bin ich arbeitsunfähig, weil ich keine 5 Minuten am Stück schmerzfrei stehen kann, die freie Gehstrecke liegt unter 100m. Es folgten Sehstörungen, Neuropathien, Panikattacken, eine schwere depressive Episode (anhaltend), immer wieder Sehnenentzündungen, starker Knorpelabbau in Kniegelenken, Tinnitus, Unverträglichkeit von zahlreichen Medikamenten, chronische Ekzeme in beiden Ohren…
Keine Warnung im Beipackzettel auf irreversible Schädigungen, keine Aufklärung durch den Arzt. Es folgte ein Jahr Ärztemarathon von Facharzt zu Facharzt, keiner konnte die Ursache finden. Erst durch Zufall hörte ich von den Fluorchinolonen und plötzlich fügte sich alles wie in einem Puzzle zusammen. Danach folgten etliche Arztbesuche, keiner wollte mir glauben, die Ignoranz einiger Ärzte war schlimm für mich, man wird schnell in die Psychoecke gestellt, wenn ein Arzt nichts finden kann. Mitochondriale Zellschäden sieht man eben auf keinem MRT.
Mein Leben ist kein Leben mehr. Würde ich vor der Entscheidung stehen, FC zu schlucken oder sterben zu müssen, ich würde die zweite Variante wählen. Es gibt keine Hilfe, nicht mal einen ICD 10 Code, keine Anerkennung der Behinderung der FQAD wie in Amerika. Ich werde wohl nie mehr arbeiten können, wer finanziert mir den Rest meines Lebens? Niemand fühlt sich verantwortlich, weder der Hersteller, noch der verordnende Arzt. Eine Klage kann ich mir nicht leisten.
Hätte ich nicht das Fluorchinolone Forum mit vielen weiteren Betroffenen gefunden, wahrscheinlich hätte ich längst Suizid begangen. Es gab Zeiten, da wäre ich lieber gestorben als die täglichen Schmerzen ertragen zu müssen.
Aber ich weiß nun, dass ich nicht alleine bin, wir versuchen uns wenigstens gegenseitig immer wieder Mut zuzusprechen. Auch wenn es wohl wenig Sinn macht, ich habe keine Hoffnung mehr, dass sich nach 2 Jahren noch mal etwas zum Positiven wendet.
Und weiterhin treffen neue “Gefloxte” wöchentlich im Forum ein, die gerade erst ohne Keimbestimmung oder wegen nicht indizierter Krankheitsbilder FC Antibiotika bekommen haben. Das neue Risikobewertungsverfahren, bzw. das daraus entstandene Resultat kann man als selbst Betroffener nicht ernst nehmen. Man fühlt sich eher verhöhnt. Die Pharmaindustrie scheint eine gut funktionierende Lobby in Europa zu haben, anders kann man sich das kaum erklären.
Bitte ihr Ärzte da draußen, nehmt eure Verantwortung gegenüber euren Patienten ernst!!

#24 |
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Nichtmedizinische Berufe

Der heutige Fokus auf die Fluorchinolone kommt um Jahre verspätet. Bereits 2012 gab es Rote-Hand-Briefe für Levo- und Ciprofloxacin. Auch den Begleit-zetteln war z.B. zu entnehmen, dass bei Patienten über 65 Jahren “erheb-liche Vorsicht” zu walten hat (was heißt das?? Dürfen sie es bekommen oder nicht?)
Die neueren Warnungen enthalten zusätzlich den Verweis auf das Risiko eines Aortenaneurismas. Toll! Ebenfalls um das Jahr 2012 herum war aus verschiedener Literatur der Effekt der Aortendissektion bekannt. Ist das zu viel verlangt, von einer Dissektion zu einem Aneurisma weiter zu denken? Wann gibt es eine ICD10-Klassifizierung für eine Fluorchinolon-Erkrankung? Siehe USA: FQRD (Fluorquinolone related desease).

#23 |
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Heilpraktiker

Super Artikel, endlich mal was Handfestes, sehr interessant sind auch die Ausführungen, Veröffentlichungen und YouTube Videos von Doktor med. Peter Gøtzsche, dem ehemaligen Direktor des Cochrane Institutes in Kopenhagen. Ach ja und er ist glaube ich auch Pharmakologe und hat für namenhafte pharmazeutische Konzerne gearbeitet.

#22 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

#18
Der Gesetzgeber hat die BEschränkungen aus Aktionismus nur für die Tiermedizin ausgesprochen, obwohl das wissentlich Schwachsinn ist. Aber es wäre schon inkommod, Beschränkungen für leidende Menschen auszusprechen. Allerdings würde gerade bei chron. Harnwegsinfekten und in der Geriatrie die bakteriologisch gestützte Suche nach Multiresistenzen mehr Sinn machen, als gerade dort BreitbandAB mit der Gießkanne zu verteilen.
Is aber Politik, muss man nicht nach dem Sinn fragen…
Ärgerlich allemal !

#21 |
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Olaf Grenzer
Olaf Grenzer

Dem Kommentar von Herrn Lieberwirth ist nicht viel hinzuzufügen.
Vom Markt nehmen ist vielleicht ein bisschen übertrieben, denn beim Harnwegsinfekt hat auch orales Cefuroxim seine Berechtigung, weil die Konzentration dort hoch genug ist.

#20 |
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Nichtmedizinische Berufe

@Dr. Leschnik , Beitrag 5, genauso ist es. Ich war wegen Atemnot ,Husten und Fieber zweimal innerhalb von zwei Wochen (!) in meiner hausärztlichen praxis und wurde wieder nach Hause geschickt. Ich schätze auch, dass meine Hausärztin vorsichtig mit Antibiotika ist, dennoch – an einem Freitag ohne weitere Behandlung heimgeschickt zu werden führte genau zu dem, was Sie beschreiben: Akute Luftnot, Krankenwagen, Krankenhaus und dann Ciprofloxacin UND Cortison und das dann eben auch sehr lange, evtl. länger als wenn man zwei Wochen früher interveniert hätte.
Nebenwirkungen hatte ich zunächst keine., bis auf zwei Monate später eine mehrwöchige Diarrhoe.

#19 |
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Julia Dobrowohl
Julia Dobrowohl

Als Tierärztin frage ich mich, warum Humankollegen diese Medikamente in Massen verordnen dürfen, ja sogar dazu angehalten werden, während wir in der Veterinärmedizin seit einem Jahr die Fluochinolone nur noch nach Antibiogramm einsetzen dürfen!? Wenn wir es doch einsetzen, müssen wir das begründen (für Ausnahmefälle gibt es auch eine Art Kaskadenregelung) und dokumentieren. Hintergrund ist der, dass in der “Nutztierhaltung” zu viele Antibiotika eingesetzt werden und Fluochinolone ein Reserveantibiotikum darstellen soll. Was für ein Nonsens! Erstens sind diese Antibiotika schon längst keine Reserver-AB mehr, zum zweiten machen sie in der Tiermedizin nur einen Bruchteil der eingesetzten Antibiotika aus, und zum dritten: wer isst hier bitteschön Hunde und Katzen? Diese Anwendungsbeschränkung gilt nämlich auch für Hunde und Katzen, aber nicht für Kaninchen! Wer sich das ausgedacht hat, hat meiner Meinung nach nicht nachgedacht. Und die Zeche zahlen der Tierhalter und der Tierarzt! Warum gibt es keine Anwendungsbeschränkung in der Humanmedizin???

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. rer.nat. Gernot Zissel, chronische Lungenreaktionen wie interstitielle Pneumonien und Lungenfibrosen treten bei Nitrofurantoin in der Regel erst nach längerer Therapie (meist mehr als ein Jahr) vornehmlich bei älteren Frauen auf und sind teilweise reversibel. Fluorchinolone können bereits ab der ersten Tablette zu Tod oder dauerhafter Beeinträchtigung führen. Im Vergleich mit anderen Antibiotika führen Fluorchinolone zu den meisten dauerhaften Behinderungen.

#17 |
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Prof. Dr. rer.nat. Gernot Zissel
Prof. Dr. rer.nat. Gernot Zissel

Und man muss aufpassen, dass man nicht vom Regen in die Traufe kommt: Nitrofurantoin kann z.B. eine Lungenfibrose induzieren.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bekam vor 3 Jahren Levofloxacin für eine chronische Bakterielle Prostatitis verordnet. Nach damals 3 Tabletten sitze ich nun im Rollstuhl, vertrage fast keine Medikamente, vertrage nur wenige Nahrungsmittel, kann nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen und habe inzwischen unerklärlicherweise ein Nephrotisches Syndrom entwickelt (10g Proteinverlust über den Urin/Tag). Da ich keine Medikamente wie Tacrolimus/Ciclosporin/Kortison vertrage bin ich vermutlich bald Dialysepflichtig. Wie kann man für eine harmlose chronische Erkrankung invalidisierende Medikamente wie Fluorchinolone als erste Wahl in die Leitlinie schreiben ? Es war nichts akutes, vermutlich wäre es auch ohne Antibiotika besser geworden. Zusätzlich wird einem von Ärztlicher Seite Druck gemacht in Form von: Wenn sie das Antibiotika nicht nehmen werden sie unfruchtbar und impotent – wie sich später herausstellte eine unbegründete Behauptung. Aufklärung über permanente und invalidisierende Nebenwirkungen fand nicht statt.

#15 |
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Peter Ludwig
Peter Ludwig

Lieber Dr. Leschnik, haben Sie es bei diesen Beschwerden mal mit Ozon probiert? Da müssen Sie sich keine Gedanken über Nebenwirkungen machen

#14 |
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Sabine Cornelia Schmank
Sabine Cornelia Schmank

Wie schade, dass gerade Fluorchinilone im Medikationskatalog 2019 noch nicht entfernt wurden. Im Gegenteil, sie sind im grünen Bereich, also bei den Medikamenten die der Hausarzt primär verordnen sollte.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich trotz der Warnungen nicht zu viele Kollegen auf diesen Katalog als Begründung für den Einsatz dieser Mittel beziehen.

#13 |
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Heilpraktiker

Dann hab’ ich wohl echt Glück gehabt! In meiner Jugend hatte ich eine Zystitis (oft im Wechsel mit Angina) nach der anderen; wie sich die Koliken einer Pyelonephritis anfühlen, weiß ich auch. Kurz mal kalte Füße gehabt und schon war es wieder so weit. Ich bekam medikamentös die volle Breitseite: Ampicillin, Amoxicillin, Doxycyclin, Cipro, Nitrofurantin… In meiner jugendlichen Unwissenheit habe ich auch nichts hinterfragt, sondern alles ohne Widerworte geschluckt, was mir verordnet wurde. Letztendlich handelte ich mir eine Penicillin-Allergie mit äußerst unangenehmem Exanthem ein. Ohne damals den Zusammenhang zu kennen, nahm ich aber aufgrund gelegentlicher nächtlicher Wadenkrämpfe Magnesium ein. Dann hatte ich wieder so eine Phase mit Ende 20. Das einzige, was mir gut half, war Cotrim forte. Meine Schwangerschaft wirkte sich allerdings positiv aus: seit 10 Jahren ist “Ruhe”. Falls ich doch mal die “Vorboten” spüre – also z. B. ein leichtes Ziehen in der Blasengegend – hilft mir Mannose ganz prima und (ohne jetzt wieder eine Diskussionswelle auslösen zu wollen) zugegebenermaßen auch die Homöopathie.

#12 |
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Mitarbeiterin Industrie

Auch ich wurde “gefloxt”, 2014/2015. Meine NW während der Einnahme wurden ignoriert, die Folgewirkungen nach Einnahme auf Rheuma geschoben.
Ich habe immer noch Probleme mit Sehnenansätzen am Schienbein, mit dem Sprunggelenk, der linken Patellasehne, der rechten Archillessehne, den Gelenkknorpeln am Brustbein und den Daumengelenken.
Nach Jahren der Zuführung von Magnesium kann ich jetzt wieder spazieren gehen ohne das Gefühl zu haben, dass mir die Unterschenkel bzw der Fuß abreißt.
Bin Laie was biochemische Vorgänge angeht, jedoch scheint Magnesium eine sehr wichtige Rolle zu spielen. Ist der Spiegel zu niedrig, kommt es Schädigungen? Ist das eine richtige Schlußfolgerung?
Ich hatte damals eine Anfrage nach NW hier im Portal gestellt und auch da war die vorherrschende Meinung, dass dieses nicht möglich sei.
Auch meine HÄ würde es weiter verschreiben und guckt meist ziemlich pikiert wenn ich sage, dass ich es nie wieder nehmen würde. “Ach ja, DU willst das ja nicht”.
Schade, dass es keine Studien darüber gibt, wie viele Menschen bei Rheumatologen und Neurologen vorstellig werden und eigentlich ehemalige Flox-Einnehmer sind.
Ich wünsche allen Betroffenen gute Besserung ( gibt es Heilung überhaupt?) und wünsche allen Kranken den Mut, Nein zu sagen, sollte ihnen dieses Medikament verschrieben werden ( schwere Infektionen mal abgesehen).

#11 |
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Max Lieberwirth
Max Lieberwirth

Orales Cefuroxim mit einer Bioverfügbarkeit um 40 Prozent und dann noch 2×250 mg, also effektiv 200 mg/d bei i.v. Dosen von 4500 mg /d ist wohl kaum erste Wahl für irgendwas und sollte eigentlich vom Markt genommen werden.

#10 |
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wann werden wir endlich begreifen ? Wir Akademiker !!
Antibiotika ist unser tägliches Brot !!
Fortbildungen ,Seminare , Punkte sammeln!!
was bringt Alles ??

Hochachtungsvoll

Ein Facharzt

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Eines der Hauptprobleme ist, dass der Patient nicht mit in die Entscheidungsfindung einbezogen wird. Der Arzt sollte den Patienten über mögliche Therapien aufklären und auch entsprechende Risiken wie Sehnenrisse, verzögerte Nebenwirkungen oder dauerhafte Invalidität nennen.

Weiterhin ist ein Problem dass viele Ärzte nicht wissen, dass Fluorchinolone schon bei normaler Anwendung (3mg/l im Serum, bis zu 30mg/l in der Galle) Schäden anrichten. Nekrose von Knorpelzellen wurde ab 1 mg/l beobachtet, DNA-Fragmentierung und Apoptose von T-Zellen ab 2,5 mg/l, Mitochondrienschäden und Apoptose von Sehnenzellen ab 3 mg/l, Proliferationshemmung von Fibroblasten ab 5 mg/l, Schädigung der mtDNA und Wachstumshemmung ab 20 mg/l, und Unterbrechung des Zellzyklus, Genommutation sowie Verlust der mtDNA ab 25 mg/l.

#8 |
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Sonstige

Ich wundere mich allerdings immer wieder, wie lange eine solche Warnung dauert.
Schon Mitte/Ende der 90er habe ich erfahren, das es Probleme mit Achillissehnenrupturen kommen kann.
Und erst 2016 (also sage und schreibe 20 Jahre später) kommt eine offizielle Warnung.
Warum dauert das so lange?

#7 |
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Arzt

Hoffe die Riskobewertung findet auch Eingang in die Leitlinie Harnwegsinfektionen, denn in der aktuellen S3-Leitlinie zu Harnwegsinfektionen werden die Fluorchinolone bei der unkomplizierten Pyelonephritis bei Frauen und jüngeren Männer unter den first-line-Präparaten genannt (bei den Therapieempfehlungen für jüngere Männer werden keine Alternativen zu den Fluorchinolonen erwähnt)

#6 |
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Alles schön und Gut! Aber die Sache ist doch, dass sich die Patienten meist nicht in solche eindeutigen Raster einteilen lassen. Was ist beim HWI des Mannes? Was verordnen bei Prostatitis oder Urethritis? Cotrim? – Ich kenne keinen Urologen, der hier nicht Cipro verordnet! Was ist, wenn die Beschwerden nicht besser werden udn der unsichere Husten udn Fieber Patient wiederholt verängstigt in die Praxis kommt und meint nach 5-7 Tagen werde es weiter nur schlechter. Und eines sollte man auch wissen: Wenn der Patient nach diesen 7 Tagen am Wochenende ins Krankenhaus gehen sollte, wird der Hausarzt ein Problem bekommen. Eine stationäre Aufnahme mit “Bronchitis” wird ein DRG-.Problem bekommen! Der Patient wird garantiert mit “Bronchopneumonie” entlassen aus abrechnungstechnischen Gründen und der Hausarzt den Vorwurf bekommen, die Pneumonie übersehen zu haben und dass er “Nichts” gemacht hat, obwohl man drei mal in der Praxis war!
Meine Frage an die Kopllegen:
Wie soll ein Hausarzt vorgehen, der in der oft (z.b: Grippewelle) bis zu 80 Patienten vormittags sieht und kein Röntgen MRT oder CT hat in folgenden Fällen: 1) unkompl. HWI des Mannes? oder Prostatitis, wenn er keine Chinolone verordnen soll?
2) Sinusitis, Bronchitis und Hustenbescherden werden nach 5-7 Tagen nicht besser. Die Patienten bestehen dann auf eine Antibiose, da sie ja alles schon versucht haben und als Arzt ist man auch nicht sicher, ob das dann unschwappen kann. Evt. Hatte man gleich zu Beginn schon Procalcitonin abgenommen (weil man so den Patienten bei unauff. Wert die Antibiose besser ausquatschen kann), was normal war. Aber ist es das nach einer Woche immer noch? Man kann ja auch nicht schon wieder Blut abnehmen ….Also auch ohne eindeutige Pneumonie auskulatatorisch im Falle der ausbleibenden Besserung nach 5-7 Tage Amoxi verordnen oder irgendwelche erneute bzw. weitere Diagnostik (bitte aber hier realistische für den Hausarzt auch umsetzbare Antworten….) oder iwe würden Sie hie vorgehen? Und oft ist eine Mononucleose die Ursache solche Beshcwerden. Bei Amoxi 3×500 erster Wahl ???- wird es wieder mehr Hautausschläge geben und anaphylaktische Reaktionen. Auch dafür wurden Ärzte schon verklagt …

#5 |
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Vielen Dank für diesen Beitrag! Eine Anmerkung sei aber bitte erlaubt: Als klinisches ABS_Team kämpfen wir nun seit längerem gegen das Cefuroxim oral.. Grund: Kollateralschaden am Mikrobiom und die ausgesprochen schlechte Bioverfügbarkeit! In o.g. Dosierung scheint ja die p.o. Gabe gemeint zu sein.. Warum taucht das in den Leitlinien immer noch auf?

#4 |
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Heinz Kreher
Heinz Kreher

Niemand, wirklich niemand der diese Nebenwirkungen auf Körper und Geist nicht am eigenen Leib erlebt hat, kann sich vorstellen was die Patienten erleiden müssen. Das sie von vielen Ärzten nicht ernst genommen werden ist dabei das kleinste Übel.

Seit 1998 ist klar dokumentiert das es zu Suiziden unter Cipro kommt

https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/Bekanntgaben/Archiv/2004/20040528.html

welcher Verordner kann da noch ruhig schlafen?

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Nierentransplantierten haben häufig einen Magnesium-Mangel durch einen tubulären Verlust. Dabei spielen CNI (z.B. Cyclosporin) eine Rolle. Schon vor 20 Jahren gab es dazu Poster beim American Transplant Congress. Ich habe bei Gyrase-Hemmer nach einer Nierentransplantation lange Magnesium zusätzlich verschrieben. Vom niedergelassenen Kollegen wurde es dann abgesetzt.

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Student der Humanmedizin

Danke für den Beitrag!
In unserem Modul über Infektion wurden Chinolone als Mittel der Wahl beim HWI dargestellt. Verständlich, für Ciprofloxacin gibt weniger Resistenzen als bei Cotrimoxazol, und Fosfomycin wird immer noch als 2nd line angesehen. Mir waren die Nebenwirkungen zwar aus den Büchern bekannt, allerdings werden Chinolone recht häufig verschrieben, also habe ich es kaum ernst genommen.
Im Heim in dem ich neben dem Studium als Haushaltshilfe arbeite hatten wir letztens einen Fall in dem ich mich allerdings auch ein bisschen geärgert habe. Eine Dame mit Harnkatheter hatte schon über Tage leichte Schmerzen in der Blase, die plötzlich sehr stark wurden. Wir veranlassten den Transport ins Krankenhaus, dort wurde ihr der Katheter gewechselt und sie wurde schnell mit einem Antibiotikum entlassen. Aber mit Cefuroxim! Jetzt ist doch bekannt, dass es da eine Enterokokkenlücke gibt! Tja Tags darauf war es nicht besser, der Harn wurde blutig, Fieber und Verwirrtheit. Schwere Schmerzen. Jetzt ist sie wieder in der Klinik.
Ich möchte da gar nicht die Nebenwirkungen von Chinolonen abtun, sondern im Gegenteil zu besserer Kenntnis aufrufen: Kennt eure Antibiotika wie eure Westentasche! Kennt die Lücken! Und natürlich auch die Nebenwirkungen.

#1 |
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