Studi-Versicherung: Herr Kaiser lässt grüßen

16. Oktober 2009
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Mit Ablauf des Studiums, ist man nicht mehr über die Eltern versichert. Als junger Arzt sollte man sich Gedanken über verschiedene Versicherungen machen. Doch wie entscheidet man sich bei den unzähligen Angeboten für DAS Richtige? Hier findet Ihr ein paar Entscheidungshilfen.

Berufshaftpflicht

Jeder Arzt ist über das Krankenhaus versichert, indem er arbeitet. Dennoch deckt diese Versicherung nicht alles ab und man ist gut beraten, wenn man eine zusätzliche Berufshaftpflicht-Versicherung abschließt. Dadurch werden Sach- und Personenschäden versichert, die einem im Laufe seines Berufslebens unterlaufen (z.B. bei Leistung von erster Hilfe oder beim Ausstellen von Privatrezepten).

Die Kosten für die Berufshaftpflicht-Versicherung fangen bei ca. 60,00 Euro pro Jahr an und variieren je nach Anbieter. Am besten ist es einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren und sich informieren lassen.

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Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit ist die dauernde Beeinträchtigung der Berufsausübung durch Krankheit, Unfall oder Invalidität. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist hoch: Die Berufsunfähigkeit trifft heute schon jeden Fünften. Da diese Umstände unvorhergesehen eintreten, ist es sehr wichtig, auch für diesen Fall finanziell abgesichert zu sein. Das berufsständische Versorgungswerk bietet zur Berufsunfähigkeit zwar einen Basisschutz, leistet den aber nur bei einer vollständigen Aufgabe der ärztlichen Tätigkeit.

Man kann sich schon als Student ohne Beruf und Verdienst versichern. Dafür sprechen zwei Gründe:
1. Je jünger man beim Abschluss der Versicherung ist, desto günstiger ist der Beitragssatz.
2. Je gesünder man bei Abschluss ist, desto mehr Tarifoptionen stehen offen.

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, sobald ein Arzt bestätigt, dass der aktuelle Beruf aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Der Versicherte erhält dann eine Rente, unabhängig davon, ob er einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgeht oder nicht.

Welche Lösung den individuellen Anforderungen am besten entspricht, lässt sich am besten durch ein persönliches und unabhängiges Beratungsgespräch herausfinden.

Altersvorsorge

Der Rententräger der Ärzte ist das Ärztliche Versorgungswerk. Mit Abschluss des Studiums und Anmeldung bei der Ärztekammer wird jeder Arzt Pflichtmitglied im Ärztlichen Versorgungswerk. Der monatlich zu zahlende Betrag ist einkommensabhängig. Den verzinsten Gesamtbetrag bekommt der berentete Arzt dann nach und nach ausgezahlt.
Neben der Rentenzahlung erfüllt das Ärztliche Versorgungswerk noch andere Aufgaben: Jedes Mitglied, das für mindestens einen Monat eine Versorgungsabgabe geleistet hat und berufsunfähig wird, erhält auf Antrag eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn die Berufsunfähigkeit länger als 90 Tage dauert.
Das Ärztliche Versorgungswerk bietet auch eine Versorgung bei Invalidität, Alter und für Hinterbliebene sowie Zuschüsse zu Rehabilitationsmaßnahmen.

Rentensparplan

Der Rentensparplan kann als ein „eigenes Versorgungswerk“ bezeichnet werden. Er wird von vielen Banken und Versicherungen in unterschiedlicher Form angeboten.
Ähnlich wie beim Versorgungswerk werden hier monatlich Beiträge gezahlt, und nach der Ansparzeit wird eine lebenslange Rente ausgezahlt. Die Höhe der Rente ist auch hier wieder abhängig von Beitragshöhe und -zeit.

Krankenversicherung

Privat oder gesetzlich? Ab einem bestimmten Einkommen kann man sich eine Private Krankenversicherung suchen. Oft werden junge Ärzte mit einem sogenannten Jungärztetarif gelockt. Der ist zwar günstiger, aber auf das 35. Lebensjahr begrenzt und geht dann oft in einen merklich teureren Normaltarif über.

Entscheidend für die Frage, ob gesetzliche oder private Krankenversicherung ist vor allem die Familienplanung. Für einen einzelnen Versicherten ist die private Krankenversicherung für Ärzte auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Falls man eine größere Familie plant, sollte man sich aber von vornherein erkundigen, wie hoch die Beiträge für Lebenspartner und Kinder werden.
Die private Krankenversicherung für den Arzt ist ein spezieller Tarif für Ärzte. Ärzte sind gern gesehene Versicherungsnehmer für private Krankenversicherungen. Da sie schon aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Tätigkeit häufig in der Lage sind, sich selbst zu behandeln und nur geringfügige Kosten verursachen, werden für Ärzte Sondertarife angeboten.

Als Privatversicherter erhält man für die ärztlichen Behandlungen eine Rechnung. Diese bezahlt man und reicht bei der Versicherungsgesellschaft ein, die die Kosten dann erstattet. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist also der Versicherte derjenige, an den die Forderungen des Arztes gehen.

Qual der Wahl

Vor den Hörsälen sieht man immer wieder MLP-Leute, die mit Gummibärchen für ihre Versicherung werben. Regelmäßig finden Informationsveranstaltungen vom Marburger Bund in den Hörsälen statt. Die Deutsche Ärztefinanz bietet kostenlose Bewerber-Workshops an. Alle scheinen einen seriösen Eindruck zu machen. Doch wie soll man sich bei den unzähligen Angeboten für die richtige Versicherung entscheiden?
Alle ärztlichen Versicherungsfirmen bieten dieselben Produkte an, die für den Arzt von Bedeutung sind. Ein Vergleich dieser Angebote über das Internet ist relativ schwierig, denn detaillierte Informationen sind den Internetseiten nicht zu entnehmen. Dafür bieten die Versicherungsfirmen persönliche Beratungsgespräche an.

Fazit

Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Versicherer. Daher sind persönliche Beratungsgespräche bei verschiedenen Anbietern unumgänglich um das für sich passende Angebot herauszufiltern. Zu guter Letzt kann man sich auch an einen unabhängigen, auf Mediziner spezialisierten, Versicherungsmakler wenden. Der kostet zwar wiederum Geld, berät einen aber zweckmäßig und ungebunden.

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