Das haben Akne-Patienten gemeinsam

20. Dezember 2018

Die Behandlung von schwerer Akne ist oft ineffektiv und bringt zahlreiche Nebenwirkungen mit sich. Jetzt haben Wissenschaftler eine neue mögliche Ursache für Acne vulgaris ausfindig gemacht. Das soll die Entwicklung neuer Therapien voran bringen.

Zwar ist in der Pubertät fast jeder von einer zumindest leichten Acne vulgaris betroffen, doch das Ausmaß ist individuell unterschiedlich. Schwere Acne vulgaris zieht die Psyche oft in Mitleidenschaft. Die Erkrankung ist daher mit Depressionen und Suizidalität assoziiert.

Lange gab es auf dem Gebiet der Akne-Therapie keine Fortschritte. Jetzt soll eine großangelegte genetische Untersuchung an Erkrankten die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten voranbringen.

Therapie mit vielen Nebenwirkungen

Acne vulgaris entsteht durch eine erhöhte Sekretion der Talgdrüsen (Seborrhö) und eine Hyperkeratose der Haarfollikel. Dadurch verkleben die Hornzellen und es kommt zur Bildung eines Komedo. Die Besiedlung der Komedo durch Propionibacterium acnes löst dann eine Entzündung aus. Dermatologen setzen bei der Behandlung leichter und mittelschwerer Akne vorallem auf keratolytische und antibiotische Wirkstoffe, die der Patient lokal aufträgt. Hilft die topische Behandlung nicht mehr aus, wird die systemische Therapie mit Antibiotika und Retinoiden, wie z.B. Isotretinoin, eingesetzt. Problematisch sind allerdings die zahlreichen Nebenwirkungen, so können bei der Einnahme von Isotretinoin u.a. Haarausfall, trockene Rhinitis, Kopfschmerzen, Leberinsuffizienz, Muskelschmerzen und Störungen des Fettstoffwechsels auftreten.

Talgdrüsen mit besonderer Form

In der Studie untersuchten die Dermatologen und Genetiker vom National Institute for Health Research, UK, das Erbgut von etwa 27.000 Menschen, 5.600 davon litten an schwerer Acne vulgaris. Bei der Analyse häuften sich bei den Akne-Patienten 15 spezifische Genvarianten, zwölf davon waren bislang nicht mit der Ekrankung in Verbindung gebracht worden. Am Genlokus 1q25.3 befindet sich z.B. das Gen LAMC2, das das Glykoprotein Laminin-5 kodiert. Loss-of-Function-Mutationen in diesem Gen lösen eine Form der schweren Hautkrankheit Epidermolysis bullosa aus. Bei den Akne-Patienten liegt jedoch eine Überexpression dieses Gens vor.

Das Besondere an den gefundenen Genloki: Viele davon sind vorallem mit der speziellen Ausformung von Talgdrüsen und Haarfollikeln assoziiert. Die Forscher vermuten daher, dass die besondere Beschaffenheit des Gewebes die Haut von Akne-Patienten anfälliger für bakterielle Besiedlung macht. Diese neue Erkenntnis soll zur Entwicklung neuer Therapien beitragen. Wie genau die aussehen könnte, erklären die Wissenschaftler aber nicht.

41 Wertungen (3.15 ø)
Dermatologie, Medizin

3 Kommentare:

2 meiner 3 Kinder litten im Alter von 13-14 Jahren an sehr starker Akne. Alle Behandlungen der Hautärzte waren auch nach mehr als 1 Jahr erfolglos. Beide Kinder zogen sich zurück, die sozialen Kontakte gingen gegen Null. Für uns Eltern eine besorgniserregende Situation. Nachdem ich etwas über Isotretinoin gelesen hatte, ließ ich mir in beiden Fällen eine Überweisung zur Uniklinik geben, um beide damit behandeln zu lassen. Nach 1/2 Jahr war die Akne vollständig ausgeheilt. Es war schön anzusehen, wie beide Kinder auflebten oder besser gesagt aufblühten !

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Dr. FMH Ferdinand Grädel
Dr. FMH Ferdinand Grädel

Fragt man einen dermatologen warum es akne gibt antwortet diese, wegen der ueberproduktion der talgdruesen. Fragt man dann, wie diese ueberproduktion gestoppt werden kann, bleibt der dermatologe stumm.
Es bekommen nur menschen akne, deren gefaesse zu fein oder zu wenig robust sind, das sekret der druesen auszuhalten. Wenn naemlich die druesen falsche ernaehrung erhalten, liefern sie ein minderwaertiges sekret das den organismus nicht vor bakterien schuetzen koennen. Sehr schoen zu beobachtenbei akne und chronischer bindehautentzuendung. Besser verstaendlich an diesem beispiel bei dem man die auswirkungen sogar messen kann:
Fuettert man eine kuh mit kraftfutter anstatt mit gras ist die milch weniger gesund, d.h. sie enhaelt weniger omega 3 und 6 fettsaeuren.
Mit ernaehrung kann man pickel innert tagen herzaubern oder sie innert zwei wochen verschwinden lassen.

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Nichtmedizinische Berufe

“Die Erkrankung ist daher mit Depressionen und Suizidalität assoziiert.”

Isotretinoin-Risiko der Depression
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11568740https://www.schweizamwochenende.ch/wirtschaft/milliarden-klagewelle-gegen-roche-wegen-akne-medikament-131038364

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