Neues Auswahlverfahren: Bewerber nach Maß?

14. August 2013
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Premiere an der Charité: Die Studienbewerber für Human- oder Zahnmedizin für das kommende Wintersemester absolvierten erstmals den sogenannten HAM-Nat-Test. Der Test löst die bisherigen Einzelinterviews ab und soll noch passgenauer die richtigen Bewerber aussieben.

Der HAM-Nat-Test, ein Studierfähigkeitstest, wurde an der Universität Hamburg ausgearbeitet und gemeinsam mit der Charité und der Universität Magdeburg weiterentwickelt. Er prüfe, so die Verantwortlichen, relevante Aspekte der Mathematik und der naturwissenschaftlichen Fächer. Über einen Zeitraum von 2 Stunden müssten die Kandidaten rund 80 Fragen aus den Fachgebieten Mathematik, Physik, Biologie und Chemie beantworten. Der Test sei zeitgleich in den Städten Hamburg und Magdeburg durchgeführt worden.

Im Gegensatz zum bisherigen Auswahlverfahren biete der aktuelle Studierfähigkeitstest eine gut standardisierte Methode zur Überprüfung eines breiten Wissensspektrums.

 „In der Medizin gibt es sehr viel mehr Bewerber als Studienplätze. Durch das neue Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge wollen wir diejenigen finden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Studium erfolgreich abschließen werden”, äußert sich Burkhard Danz, Leiter des Referates für Studienangelegenheiten der Charité.

Insgesamt vergibt die Charité 300 Plätze an künftige Humanmediziner und 40 an Studierende der Zahnmedizin.

 Die Gesetzesreformen der letzten Jahre hätten den Hochschulen mehr Freiheiten bei der Auswahl ihrer Studenten eröffnet, sodass anstelle des klassischen NC-Wertes auch weitere Auswahlkriterien angewendet werden könnten. Die Abiturnote spiele nichtsdestotrotz weiterhin eine große Rolle, so wie es vom Gesetzgeber im Staatsvertrag zur Vergabe der Studienplätze in Medizin und Zahnmedizin festgeschrieben würde.

Nahezu gleichwertig

Im zentralen Vergabeverfahren wären bereits 20 Prozent der Studienplätze an die Leistungsbesten und weitere 20 Prozent der Studienplätze über die Wartezeit vergeben worden. Im Auswahlverfahren der Hochschule (60 %-Quote) könnten dann nur die 1.000 folgenden Abitur-Besten am Test teilnehmen, die bei ihrer Bewerbung in der Ortspräferenz bei Hochschulstart.de (vormals ZVS) die Charité auf Platz 1 gesetzt hätten. Letztendlich würden Abiturnote und Testergebnis in der Endentscheidung nahezu gleichwertig summiert und eine Rangliste in absteigender Reihenfolge erstellt.

11 Wertungen (4.45 ø)
Humanmedizin, Studium

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2 Kommentare:

Darum geht es ja nicht. Eine Uni interessieren nicht gute spätere Ärzte sondern gute Studenten, die später möglichst auch noch viele wissenschaftliche Veröffentlichungen im Namen der Universität einbringen. Ich finde es ein Unding, dass nach wie vor damit 80% der Studienplätze in erster Linie weiterhin nur nach Abiturnote vergeben werden. Die angesprochene Praxis zählt ja ebenfalls voll dazu. Es geht hier ja wieder nur um zusätzliche Hürden für die Abibesten, nicht um eine neue Methode der Auswahl.

#2 |
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Student der Humanmedizin

Ich finde das keine gute Lösung. Was sagt denn das mitgebrachte Wissen über die spätere Qualifikation als Arzt aus? Wir entwickeln uns, analog wie in den USA, zu einer Nation der Testlerner

#1 |
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