Zurück auf die Schulbank!

11. November 2009
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Ja, aber nur zu den so genannten Sommer- und Winterschulen! Dieses Konzept bietet den Medizinstudenten eine Chance für die Weiterbildung an. Stella erzählt Euch, wie Ihr an einer Sommerschule teilnehmen könnt und gibt Euch ein paar Tipps aus eigener Erfahrung.

Lernen in Ferien?

Während des Studiums tiefer in die Fachgebiete einsteigen, die einen interessieren, Kontakte knüpfen, mit Gleichgesinnten Erfahrungen und Ideen austauschen, Zusatzqualifikationen erwerben oder einfach mal etwas Anderes erleben – Diese Möglichkeiten bieten Sommerschulen die langsam auch in Deutschland immer beliebter werden. Das Konzept der Sommerschule gibt es genauso im Winter, und die Anmeldungen zu den Kursen erfolgen oft bereits Monate vorher.
Die Schulen bieten nicht nur die Möglichkeit sich fachlich zu orientieren und weiterzubilden, sondern auch eine neue Stadt oder sogar ein neues Land und interessante Leute kennenzulernen.

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Die Kurse, die wahlweise als Sommer/Winter- Schule, School oder Akademie bezeichnet werden, finden in den Semesterferien statt und dauern meist eine bis acht Wochen. Ziel ist die Weiterbildung interessierter Studenten und Berufsanfänger in einem wissenschaftlichen aber lockeren Rahmen. Den Teilnehmern werden hochkarätige Vorträge von oft internationalen Dozenten geboten, daneben ist ein attraktives Rahmenprogramm an der Tagesordnung, welches das Kennenlernen der Teilnehmer untereinander und des Veranstaltungsortes ermöglicht.

Ablauf

Meist wird ein fairer Unkostenbeitrag verlangt, der Kursgebühr, Materialien, Unterkunft, Verpflegung und oft auch das Begleitprogramm beinhaltet. Häufig – gerade für Summer Schools im Ausland – gibt es auch die Möglichkeit, sich um ein Stipendium zu bewerben. Vor allem, wenn es sich um internationale Veranstaltungen handelt, ist die Unterrichtssprache Englisch. Nebenbei also eine gute Möglichkeit, mal wieder den Staub vom Schulenglisch zu klopfen und es in der Praxis anzuwenden.

Bei vielen Kursen ist nicht nur passives Zuhören angesagt, sondern die Teilnehmer sind angehalten, Poster zu präsentieren oder einen kurzen Vortrag zu halten – eine hervorragende Möglichkeit, Erfahrung auf rhetorischem Gebiet zu sammeln. Gerade im Multiple-Choice-dominierten Medizinstudium kommt das ja oft ein wenig zu kurz.

Auf der Seite des DAAD – des Deutschen Akademischen Austauschdienstes kann man nach Sommer- wie Winterschulen suchen. 282 Veranstaltungen sind hier nach Fachgebiet, Kursort, Sprache und Termin aufgeführt.
Die Ludwig-Maximilians-Universität München hat mittlerweile eine eigene Einrichtung zur Veranstaltung von Summer Schools. MISU LMU – die Münchner Internationale Sommeruniversität – bietet Sommerschulen zu verschiedenen Fachrichtungen für Studenten aus aller Welt.

Meine Sommer Schule

Ort
Ich selbst besuchte in den Semesterferien von 17. – 21. August 2009 die Summer School für Neurologie in Köln – dieses Jahr zum zweiten Mal organisiert von Prof. Dr. Lars Timmermann und Dr. Arne Hillienhof von den Jungen Neurologen sowie Prof. Dr. Reichmann, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Bewerbung
Die Bewerbung lief in diesem Fall ganz einfach ab: Ich schrieb Dr. Dafsari, der für die Organisation zuständig war, etwa acht Wochen vor der Veranstaltung eine kurze eMail und bekam sehr schnell eine Rückmeldung. Für manche Kurse wird allerdings ein Lebenslauf, Motivationsschreiben oder ähnliches verlangt, das erfährt man aber in der Regel alles auf den jeweiligen Homepages. Achtung – teilweise läuft die Bewerbungsfrist bereits sechs Monate vor Kursstart ab – Es lohnt sich also sich früh zu informieren!

Themen
Eine Woche lang wurden von Experten Vorträge aus Krankenhaus, Praxis, Reha, Uni und Labor geboten, Präsentationen zu neuen Behandlungsmöglichkeiten und wissenschaftlichen Erkenntnissen betreffend Migräne, Epilepsie, MS oder Parkinson. Besonders interessant war die Diskussion mit Frau PD Dr. Woopen, Vorstandsmitglied des Nationalen Ethikrats. Daneben stand ein Besuch im bekannten Kölner Brauhaus Früh auf dem Programm, eine Stadtführung sowie ein gemeinsames abschließendes Abendessen. Auch das Kölner Nachleben kam selbstverständlich nicht zu kurz.

Vorteile

Ich für meinen Teil habe viele interessante Informationen mitgenommen, Spezialisten aus verschiedensten Gebieten kennengelernt sowie jede Menge Studenten aus ganz Deutschland und bin in meiner späteren Fachwahl nur bekräftigt worden.
In aller Kürze bekamen wir in einem sehr entspannten, netten Rahmen die Grundlagen und interessante neue Daten aus den genannten Bereiche nähergebracht. Als angenehm empfand ich auch, dass alle Dozenten immer wieder betonten, wie wichtig wir – der Nachwuchs – für die Medizin sind. Außerdem wurde viel von der Ausbildung und dem Arbeitsalltag in den jeweiligen Kliniken und Bereichen der Neurologie berichteten. Man fühle sich ernst genommen und in seiner Entscheidung bestärkt. Das alles gab mir neue Motivation – an der Uni bekommt man ja leider oft eher gegenteiliges vermittelt.

Kosten
Dank vieler Sponsoren und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie konnte dieser Kurs für lediglich 120 Euro inklusive Unterkunft, Verpflegung und Begleitprogramm angeboten werden. Das einzige was noch dazu kam, waren die Anfahrt und das Feierabend-Kölsch.

Fazit

Diese Möglichkeit der Weiterbildung kann ich jedem nur wärmstens empfehlen – im Sommer und im Winter. Die Teilnahme an Sommerschulen macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, sondern ist ein Event, auf dem man viel Neues erfährt, lernt und erlebt und viele interessante Menschen kennenlernt. Also nichts wie ins Internet, anmelden und von Sommer (Schulen) träumen.

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