Impfung: Die Tollwut-Lassafieber-Kombi

9. November 2018

Tollwut und Lassafieber sind vor allem in Afrika und Asien ein Problem. Ein neuartiger Impfstoff, der vor beiden Virus-Erkrankungen schützen soll, erwies sich bei vorklinischen Tests als vielversprechend. Er könnte die Versorgungssituation deutlich verbessern.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe gegen das Lassa-Virus. Infektionen führen nach fünf bis 20 Tagen zu Myalgie, Konjunktivitis, Diarrhö und Erbrechen. Meist handelt es sich um leichte Beschwerden. Mitunter kommt es jedoch zu schweren Blutungen und zum Schock. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt die Mortalität bei einem Prozent, steigt bei stationären Behandlungen durch Komplikationen jedoch auf 15 Prozent. Tollwut (Rabies) ist ebenfalls ein großes Problem. WHO-Angaben zufolge sollen 95 Prozent aller weltweiten Todesfälle in Afrika oder Asien auftreten.

Erfolgreich im Tiermodell 

Matthias Schnell von der Thomas Jefferson University in Philadelphia will beide Infektionen gemeinsam angehen. Für seinen experimentellen Impfstoff LASSARAB brachte er ein Gen des Lassa-Virus in das Erbgut von abgeschwächten Tollwut-Viren ein. Dann folgten Tests in Tiermodellen, wobei ein Adjuvans mit hinzu kam. Die neue Vakzine schützte Hamster oder Meerschweinchen zuverlässig vor beiden Infektionen. Untersuchungen an nichtmenschlichen Primaten sollen folgen. Danach wäre die Zeit reif für klinische Studien.

Neues Wirkprinzip

Bei seinen Experimenten fielen Schnell immunologische Besonderheiten auf. Eine Antikörper-vermittelte Immunantwort steht nicht – wie üblich – mit dem Schutz vor Lassa in Verbindung. Stattdessen führten hohe Titer des nicht neutralisierenden Immunglobulins G, die an das Lassa-Virus-Oberflächenprotein binden, zum Erfolg. Auch dieser Aspekt soll weiter erforscht werden.

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Medizin

1 Kommentar:

Maximilian Brauer
Maximilian Brauer

Das ist ja mal wieder typisch! Impfen, impfen, impfen! Dabei helfen gegen Tollwut auch super Lavendel-Einläufe und äthiopisches Heilsingen. Hat neulich erst der Schwager meines Bruders in der ostafrikanischen Apotheken-Umschau gelesen. Und Viren gibt es sowieso nicht. Genauso wenig wie Gene!

Guter Artikel, vielen Dank für das Update zum Lassavirus.

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