Pädiatrie: Gestrittel um den Kittel

20. November 2012
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Hat die Kleidung des Pädiaters einen Einfluss auf die Doktor-Patienten-Elternbeziehung auf einer Kinderstation? Dieser Frage gingen Forscher der Medizinischen Universität Graz auf den Grund.

Im Rahmen der Studie wurde unter anderem untersucht, ob ein mit einem bunten T-Shirt bekleideter Kinderarzt auf Kinder sympathischer wirkt und ob die Eltern einem leger gekleideten Arzt ein höheres Vertrauen schenken. Die Studie wurde kürzlich in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift “Acta Paediatrica” veröffentlicht.

Das Studiendesign

Dazu wurden drei Kleidungsstile ausgewählt: “formal”– mit Krawatte & weißem Mantel, “semiformal” – mit weißem Poloshirt und “casual” – mit buntem T-Shirt. Anschließend wurden zwei Fragebögen (einer für Eltern, einer für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren) und ein Beobachtungsbogen (für Kinder unter sechs Jahren) ausgearbeitet. Insgesamt wurden über einen Zeitraum von zwei Monaten die Daten von 179 Personen (48 Kinder unter sechs Jahren, 59 Kinder zwischen 6 und 18 Jahren und 72 Eltern) erhoben. “Die Erhebung mit Kindern und deren Eltern hat mir viel Spaß bereitet. Und offensichtlich hat es auch den Testpersonen Spaß gemacht – nur eine einzige Familie mit Kind hat die Beteiligung an der Studie abgelehnt”, erzählt Studienautorin Julia Hofmann von der Medizinischen Universität Graz.

Je bunter, desto sympathischer

Im Anschluss an die Visite, bei welcher der Arzt eines der drei Outfits trug, fand die Befragung der Kinder zwischen 6 und 18 Jahren und ihrer Eltern statt. Die Reaktionen der unter 6-Jährigen wurden während der Visite beobachtet. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass das casual-bunte Outfit von den Kindern eindeutig favorisiert wird. Unter den 59 Kindern zwischen sechs und 18 Jahren wählten alle Kinder, die im “bunten Outfit” untersucht wurden, die beste Note für den Arzt im T-Shirt aus. Danach wurde die Frage gestellt, welches Outfit die Kinder bevorzugen. Dazu wurden Fotos eines Arztes in den drei Outfits casual, semiformal und formal gezeigt.

52,9 Prozent der Gruppe 1 (Kinder, die den Arzt in Anzug und Krawatte bei der Visite gesehen hatten), 41,17 % der zweiten Gruppe (weißes Poloshirt) bzw. 85,7 % der Gruppe 3 (buntes T-Shirt) wählten das bunte Outfit. Interessant war, dass selbst die Eltern das “bunte T-Shirt” bevorzugten – 95,45 % der Eltern, die das bunte Outfit des Arztes bei der Visite gesehen hatten, gaben die Note eins. Auch in den anderen beiden Gruppen bewegte sich die Zustimmung zwischen 53,85 (Krawatte & weißer Mantel) und 70,83 Prozent in der weißen Poloshirt-Gruppe. Ein weiteres überraschendes Ergebnis: Sowohl Patienten als auch Eltern haben zum “bunten Arzt” am meisten Vertrauen. 95,45 % der befragten Eltern haben in der bunten T-Shirt-Gruppe höchstes Vertrauen zu ihrem Arzt, in der “Krawatten & Mantel-Gruppe” waren es nur 84,6 Prozent.

Arztmantel ausgedient?

Bei der Auswertung der Daten der Kleinkinder bis sechs Jahre (Verhaltensbeobachtung) zeigte sich hingegen, dass das Outfit des Arztes keine signifikante Rolle spielte. “Dass Kinder und Jugendliche das lustige Outfit bevorzugen, war für mich nicht wirklich verwunderlich. Überrascht hat mich allerdings, dass Krawatte und weißer Mantel auch bei Eltern offensichtlich keine ‘Vertrauensbildner’ sind, hingegen das bunte Outfit das Vertrauen der Eltern eher positiv beeinflusst”, kommentiert Prof. Dr. Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder und Jugendliche des LKH Leoben und Betreuer der Diplomarbeit die Studie.

Weiterhin lasse sich aus der Studie ableiten, dass der gute, alte Arztmantel bei Kinderärzten scheinbar ausgedient hat. “Ich glaube, dass die Studienergebnisse für Mitteleuropa repräsentativ sind, allerdings lassen sich keine generellen Schlüsse für die restliche Welt ziehen”, so Kerbl abschließend. Auch frühere englischsprachige Studien haben gezeigt, dass die Bedeutung des Ärzte-Outfits auch eine hohe psychologische Komponente beinhaltet und weit über die eines modischen Accessoires hinausgeht.

Angezogene Wahrnehmung

Studienleiter Adam D. Galinsky, Ethik-Professor der Kellog School of Management der Northwestern University, Illinois, untersuchte im Frühjahr 2012 in der Studie “Enclothed Cognition” (angezogene Wahrnehmung), wie weit der alte Spruch “Kleider machen Leute” in der Arbeitswelt tatsächlich zutrifft. Das Ergebnis: Die Kleidung beeinflusst auch, wie intelligent wir uns verhalten. Mithilfe des so genannten Stroop-Tests wurden 60 Probanden schnell hintereinander verschiedene Worte für Farben gezeigt. Sie mussten die Farbe des Wortes nennen, welches sie sahen und nicht das Wort selbst. Wenn beispielsweise das Wort “gelb” in der Farbe “rosa” geschrieben erscheint, ist die richtige Antwort “rosa”. Dabei absolvierten 30 Testteilnehmer den Test in einem weißen Arztmantel, die andere Hälfte unterzog sich dem Test ohne Mantel. Dabei machten die Testpersonen im weißen Mantel um die Hälfte weniger Fehler als die andere Gruppe. Im zweiten Testteil wurde den Personen im weißen Mantel erzählt, dass es sich bei ihrer Kleidung um ein Maler-Outfit handelt. Das erstaunliche Ergebnis: Diesmal schnitten die Personen im weißen Mantel schlechter ab, als die Gruppe ohne Mantel.

Kleidung beeinflusst das Denken

Die Erklärung der Forscher für dieses Phänomen: Die Körperhaltung in der Kleidung gepaart mit dem symbolischen Wert, den wir ihr zuerkennen, sorgte dafür, dass die Testpersonen im Arztkittel ein besseres Ergebnis erzielten als diejenigen in der Berufskleidung des Malers. Die Forscher schließen daraus, dass wir intelligentere Entscheidungen treffen und produktiver arbeiten, wenn wir entsprechende Kleidung tragen, weil sie eine bestimmte Symbolik beinhaltet, die unser Verhalten beeinflusst. Weitere psychologische Studien haben außerdem gezeigt, dass Lehrkräfte in Anzug und Krawatte für intelligenter aber weniger interessant gehalten werden, als solche in legerer Kleidung. Ein anderes Experiment hat gezeigt, dass Frauen, die sich besonders aufreizend anziehen, weniger kompetent eingeschätzt wurden.

Robert Koch erschuf die Götter in Weiß

Noch im 19. Jahrhundert war das Arbeitsgewand von medizinischem Personal in der Regel schwarz. Dunkle, steife Gehröcke, die sowohl im Alltagsleben als auch im OP getragen wurden, waren eine echte Hygiene-Katastrophe. Dies änderte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den Pionier der Mikrobiologie, Robert Koch, der die Erreger der Wundinfektion mit fotografischen Mitteln sichtbar machte. Weiße Bekleidung konnte bei hohen Temperaturen gewaschen und die Bakterien abgetötet werden. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wechselte man dann im OP auf grüne oder blaue Kleidung, weil weiße Bekleidungen im Schein der OP-Beleuchtung zu sehr blendeten.

Die weiße Arztkleidung hat sich dennoch gehalten. In einer englischen Studie begründeten Mediziner dies, weil sie so leichter als Arzt identifiziert werden könnten. In Arztpraxen ist die weiße Kleidung derzeit auf dem Rückzug, besonders bei Psychiatern und Kinderärzten, weil durch sie zu viel Distanz geschaffen würde und die kleinen Patienten eingeschüchtert werden. Viele Menschen sind beim Arztbesuch so angespannt, dass sie mit einem erhöhten Blutdruck reagieren. Daher wird dieses Phänomen auch als “Weißkittel-Syndrom” bezeichnet.

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20 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Weiß-Kittel Syndrom ist aber nicht das einzige.

Krankenschwester oder Sanitäter sind oder waren traditionell im Weißen, so daß sie leicht mit einem Arzt verwechselt werden konnten.

Beim Tennisturnieren – nicht mehr im Weißen – sieht man aber heutzutage alle Farben und das wäre schon ärgerlich … (no comment)

Beim Roten Kreuz in meiner Heimat mußte ich nur denselben blauen Anzug wie für Mechaniker oder Maschinenbauer tragen, damit Unfallopfer beim Anblick nicht erschreckt werden, als wäre es für sie die Stunde gekommen.

Die deutsche Polizei war im Grünen und so eher sympathischer. Seitdem sie in einigen Bundesländern im Blauen sind, nicht daß sie getrunken haben, sind sie mir nun streng und besonders fremd, obwohl ich derselbe Mensch bin.

Das ist Psychologie, die zwar nicht nur bei uns subjektiv wird, aber auch auf diejenigen wirkt, die das Uniform oder den Kittel trägt, je nach Farben sie darauf haben.

#20 |
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Studentin

Ich glaube, dass Mag. Strausz das eigentliche Problem der Studie schon unter dem Punkt “Kleidung beeinflusst das Denken” erläutert hat.
Meiner Meinung nach liegt hier eindeutig eine Verzerrung vor, da es in der Studie ja quasi darum ging genau den “entdeckten” Effekt zu erzielen.
Das legt nahe, dass sich die Ärzte in ihre jeweilige “Rollen-Outfits” eingepasst haben – und somit die erwartete Nähe/Distanz etc. repräsentierten. Betrachtet man die 3 Fotos sieht man auch, dass die Körpersprache eine ganz andere ist.

Um das aber nochmal klar hervorzuhebn, ich unterstelle keinerlei böse Absichten – sondern bin lediglich der Meinung, dass das Forschungsdesign nur funktionieren könnte wenn die Ärzte nicht eingeweiht wären.
Und ja, da sind wir jetzt wieder bei Österreich, und hier, wo sich Menschen mit Herr Kommerzialrat (ein absolut unnötiger Ehren/Berufstitel) ansprechen lassen stimmt das leider ein bisschen mit den Halbgöttern (egal ob in weiß oder nicht); und ob ein Halbgott ein Tweety-Shirt anzieht wenn man ihm nicht vorher sagt warum???

P.S. Natürlich gibt es auch in Österreich viele gute Ärzte, die sich vorbildlich verhalten. (Rein vorsorglich um jetzt nicht den Zorn sämtlicher hier anwesender österreichischen Mediziner auf mich zu ziehen ;-) )

#19 |
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An dieser Stelle möchte einen Ausflug in die Erwachsenenchirurgie machen und meinen früheren Chef zitieren, Prof. Manfred Schmolke aus den Florence Nightingale- Kliniken Düsseldorf Kaiserswerth; er wollte, dass wir nicht nur “drüber”, sondern auch “drunter” weiß waren.
Seine Begründung:
“Sie dürfen bei unseren Patienten dort hin fassen, wo vielleicht noch nicht einmal der eigene Ehepartner in 50 Ehejahren jemals war! Deshalb will ich, dass man Ihnen auf den ersten Blick ansieht, dass Sie SAUBER sind, denn das ist Schutz und Ausdruck des Respekts zugleich!”

Das habe ich mir immer gemerkt. Und mehr Begründung braucht man nicht.

#18 |
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Medizinjournalist

@ 9 & 14: “völliger Blödsinn,
demnächst sollten Ärzte noch auf allen Vieren kriechen, das gefällt besonders den Kleinkindern”.

Diese Bemerkung kommentiere ich nicht……

Zu den Göttern in Weiß ist zu sagen, betrachten Sie diese Formulierung als Beispiel für den verkannten Österreichischen Schmäh…

#17 |
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# 15 lieber Karsten,
Sie meinen,
Ärzte könnten im Gegensatz zu “Rettungsassistenten” nicht ohne “Kleckern” essen?

mfG

#16 |
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Rettungsassistent

Was mich persönlich bei der Kittelträgerfraktion (im RD tragen wir die Dinger zum Glück nicht) immer wieder verblüfft, ist das total verkannt wird, das der Kittel als Erregerfänger gedacht war, damit die darunter befindliche Kleidung geschont bleibt.
Warum sieht man dann in Krankenhausmensen tagtäglich Ärzte im Kittel beim Mitagessen sitzen?

#15 |
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Zum unschuldigen Robert Koch und dem schuldigen Spiegel

Verehrter von Mag. Michael Strausz!

Man sollte besonders als Journalist eigentlich wissen,
dass der Ausdruck “Götter in weiß” bzw. “Halbgott in weiß”
eine historische Schöpfung des Magazins “der Spiegel” aus den 60ger oder 70ger Jahren war,
natürlich im negativen Sinne, als Hetzartikel gegen Ärzte,
kombiniert mit “Beutelschneider”,
also der angeblich unangemessenen Honorare,
Vorwürfe, die durch wirklich unzählige Gerichtsurteile regelmäßig widerlegt wurden,
ja, deutsche Sozialgerichte meinten allerdings auch,
dass Ärzte rechtlich verpflichtet seien, auch ggf.
mit Verlust arbeiten zu müssen.
Ein echtes einmaliges Privileg unseres Berufes,
ebenso, wie die grundsätzlich juristische Strafbarkeit jedes Heileingriffes als Körperverletzung ohne “gültige” Einwilligung.

Ich sehe daher in der Formulierung Götter in Weiß
eine völlig unangemessene Abwertung,
so “populär” das auch immer sein mag.

mfG

#14 |
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Psychologe

Was bei beachtet werden muss, ist wirklich – es handelt sich hier um Pädiatrie… Wenn ich natürlich “ältere” Personen vor mir habe, sind diese anders geprägt. Weiß = Medizin (Ob nun Arzt, oder Schwester, oder Sonstige)… Weiß ist auch die Reinheit die bedacht wird… Thema Reinheit: Selbst wenn die Kleidung astralrein ist, wie sieht es mit den Händen, ggf. Unterarmen aus? ;) [so an die Kommentare gerichtet die von Hygiene und DEsinfektion sprachen…]

Bei schwierigen Bereichen, Urologie als Beispiel – finde ich es schwierig zu sagen ob Kälte oder Mitempfinden das richtige ist… Im Grunde steht die Psyche eng mit der Soma zusammen… Glaube das hat jeden mitlerweile erreicht, ob dann wirklich OK ist zu sagen “Kälte ist angebracht”… Wag ich zubezweifeln [von meinem Standpunkt aus].

#13 |
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Zumindest sehen die Patienten bei weißer Berufswäsche,dass sie sauber oder schmutzig ist,das kann man bei farbiger Kleidung nicht so leicht bemerken.

#12 |
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Annemarie Lippert
Annemarie Lippert

In meiner Apothekenzeit konnte ich dem Kittel (außer dem ständigen waschen und bügeln) eigentlich nur Positives abgewinnen: Er bietet Kunden/Patienten ein eindeutiges Signal, wer zum Personal gehört (ich hasse es, in Kaufhäusern keine Verkäuferin zu finden, weil die genauso aussehen wie die Kunden). Das Thema “Kittel der Autorität” spielte für mich eine untergeordnete Rolle, allerdings war ich in den zum Glück wenigen Situationen, in denen Kunden ausfallend wurden, froh darüber. Es hat mir Sicherheit gegeben. Und nicht zuletzt hat der Kittel auch mich selbst immer an das erinnert, was ich bin: Naturwissenschaftler, kein Supermarktverkäufer. Eine ständige Mahnung an fachlich korrekte Beratung.

#11 |
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Medizinphysiker

…na ja, ob _Haranwachsende, die Richtung 18 Jahre gehen noch als Kinder zu bezeichnen sind und zum Pädiater gehen?

#10 |
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völliger Blödsinn,
demnächst sollten Ärzte noch auf allen Vieren kriechen, das gefällt besonders den Kleinkindern.

An erster Stelle steht nach wie vor die Qualität der Behandlung.
Kinder reagieren viel stärker auf angemessene Zuwendung, Stimme, Persönlichkeit des Arztes, als auf tote optische Signale.

Ich halte das eher für Blendwerk für die erwachsenen Begleiter.

mfG

#9 |
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Michael Fietzek
Michael Fietzek

Das indifferente Ergebnis bei Kleinkindern zeigt,dass in dieser Studie lediglich die Konditionierung durch die Umstände/Umwelt abgefragt wird: Bunt ist “in”, Weiss ist “out”.
“Watt de Bur net kennt, datt freit he nit”, weiss der Volksmund seit Langem.

#8 |
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Alexandra  Woitek-Sohrt
Alexandra Woitek-Sohrt

Als Hygienefachkraft kann ich Dr. Schwarzkopf nur zustimmen. In dieser schönen Studie kommt die, gerade auch für Kinder so wichtige Hygiene, zu kurz.

#7 |
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Prof. Dr. med. Eckhard Klieser
Prof. Dr. med. Eckhard Klieser

man sollte der erwartungshaltung der patienten bzgl des outfits entsprechen, bei älteren patienten und bei demenzpatienten habe ich die erfahrung gemacht, dass man mit kittel und weiß angenommener ist und halt suchenden menschen auch orientierung vermittelt.

#6 |
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Nichtmedizinische Berufe

Kleider machen Leute. Das hat schon Gottfried Keller richtig erkannt. Und das gilt sicher für den ersten Eindruck.
Und für jeden Zweck das richtige Stück Stoff anzuziehen ist sicher nicht nur opportun, sondern auch ein Stück Ausdruck von Werten.
Dennoch: Kleider machen Leute auch nicht anders.

Zu “Angezogene Wahrnehmung” möchte ich daher anmerken, dass a) wie so oft die Stichprobe viel zu klein ist um statistisch eine Relevanz zu haben und b) die Zusammensetzung der Probanden in punkto Verhaltenspräferenzen sicher auch ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium wäre.

#5 |
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Dr. med. Matthias Solga
Dr. med. Matthias Solga

desinfizierendes Waschen ist auch in der Praxis möglich, es gibt desinfizierende Waschmittel für niedrige Temperaturen (Eltra).

Ich bin in der Urologie, und finde, daß in diesem kitzligen Gebiet gerade die Distanz von Bedeutung ist. Daher werden wir bei uns auch mit der Kleidung dem Ausdruck verleihen, wir haben die Praxisräume auch blau und weiß gehalten, nicht nur wegen des “frischen” Ausdrucks, sondern der Kühle. Emotional ist das Gebiet eh schon aufgeladen.

#4 |
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Dr. Burkhard Ziegler
Dr. Burkhard Ziegler

Der weiße Kittel ist leider immer noch ein “ärztliches” oder “medizinisches” Statussymbol. Zur Aufwertung ihrer eigenen Stellung wird er gerne von Apothekern, in der folge dann auch von Drogisten, Orthopaedie-Mechanikern, Friseuren usw. getragen. Das wir hoffentlich auch der Vergangenheit angehören, wenn die Ärzte die weißen Kittel ablegen.
Mit Hygiene hat er bei den heutigen Textilien nichts mehr zu tun: Kunstfasern können auch nicht gekocht werden und werden trotzdem “sauber” – aber wohl nicht immer “rein”. Der weiße Kittel in der Klinik scheint mir maßgeblich am Hospitalismus beteiligt zu sein – er wird nicht vor Betreten und nach Verlassen eines Krankenzimmers gewechselt!
Bunte T-Shirts und die weißen Hosen allerdings auch nicht … Sollten wir nicht Folien-Capes tragen?

#3 |
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Dr. med. Hartmut Michels
Dr. med. Hartmut Michels

Für mich ist das Ergebnis, daß für Kleinkinder bis 6 Jahren das “Outfit” eigentlich keine Rolle spielt, besonders interessant und bestätigt meinen Eindruck, daß deren vermeintliche Angst vor weißen Kitteln sich vor allem in den Köpfen der Erwachsenen (Eltern) abspielt.

#2 |
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PD Dr. med. Andreas Schwarzkopf
PD Dr. med. Andreas Schwarzkopf

Schön und eigentlich schlüssig. Das Arbeitsschutzrecht enthält allerdings einen bitteren Tropfen Gemäß Ziffer 4.1.3.1 TRBA 250 muss kontaminierte Arbeitskleidung durch den Arbeitgeber desinfzizierend gewaschen werden. Damit Tweety seine Farbe behält, muss also ein entsprechendes desinfizierendes Waschverfahren durch die Vertragswäscherei vorgehalten werden.

#1 |
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