Sitzenbleiben in der Rückenschule

20. November 2009
Teilen

Deutschland, Präventionsland. Krankenkassen fördern die Gesundheit ihrer Mitglieder durch Ermunterungen, an Kursen gegen Rückenschmerz oder Übergewicht teilzunehmen. Doch was bringt das wirklich? Forscher behaupten: Wer vorbeugt hat das Nachsehen.

Seit dem 1.1.2000 sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, in die Prävention ihrer Mitglieder zu investieren. 2,81 Euro je Versichertem dürfen die Krankenkassen nach der gegenwärtigen Rechtslage für Bonus-Programme aufwenden. Möglich sind Geldleistungen, etwa die Befreiung von Zuzahlungen, noch stärker angeboten werden jedoch Sachleistungen. Im Buhlen um mehr Mitglieder und natürlich im Bemühen um mehr Gesundheit bieten daher heute alle Kassen ihren Mitgliedern eine Vielzahl von Optionen an, mit der Teilnahme an allerlei Maßnahmen Geld zu sparen oder Sachleistungen zu ergattern, etwa eine Pulsuhr oder einen Rucksack.

Vorbeugung ist gut! Basta!

Nun ist im Allgemeinen wenig zu sagen gegen die Förderung gesunden Verhaltens, außer vielleicht, dass auch Bonus-Programme eine gewisse Art der Sanktionierung „abweichlerischen Verhaltens“ sind, obwohl hinter den Programmen die Intention steht, zu motivieren und nicht zu bestrafen. Außerdem ist für manchen, überwiegend präventiv lebenden Zeitgenossen jede Kritik am Sinn all der schweißtreibenden oder sonstwie kasteienden Bemühungen fast schon Ketzerei. Und wer will sich schon dem Vorwurf der Ketzerei oder „political incorrectness“ aussetzen? Vorbeugung ist einfach gut! Basta!

Aber angesichts der Rigidität, mit der die Krankenkassen, Gemeinsamer Bundesausschuss und das IQWiG unter Verweis auf mangelnde wissenschaftliche Evidenz vor allem moderne Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der GKV ausschließen, stellt sich schon die Frage, wie „evidenzbasiert“ eigentlich all jene Gesundheitskurse und sonstigen Maßnahmen sind, die die Krankenkassen anbieten. Und ob die angebotenen Gesundheitskurse wirklich geeignet sind, durch Prävention langfristig Kosten zu reduzieren.

Dürftige Daten

Der Wettbewerb zwinge dazu, heißt es. Aber da es ja vor allem um mehr Gesundheit geht oder gehen sollte, ist es sicher nicht unberechtigt, die Angebote der Kassen ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Was man da allerdings zu sehen bekommt, stimmt zumindest nachdenklich. Denn gemessen an den Kriterien der evidenzbasierten Medizin etwa, wie sie das Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) an moderne Arzneimittel anwendet, ist die Datenlage zur Wirksamkeit mancher vorbeugenden oder gesunderhaltenden Maßnahmen recht bescheiden. So drängt sich der Verdacht auf, dass es hier weniger, wenn überhaupt, um hehre Gesundheitsziele geht als vielmehr ums Buhlen um neue Mitglieder. „Die Prämiensysteme sind oft reine Werbeaktionen“, kritisiert zum Beispiel Wolfgang Schuldzinski, Gesundheitsexperte der Verbraucherzentrale NRW. „Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich viele der Aktionen als reines Marketing“, heißt es auch in einem Beitrag der FTD von Julia Kimmerle.

Nur moderate Evidenz – wenn überhaupt

Nur ein Beispiel dafür, wie gering die wissenschaftlichen Belege für Gesundheitskurse sein können, sind Kurse zur Rückenschulung oder auch, etwa moderner formuliert, das Rücken-Coaching.

Die „Cochrane Collaboration“ hat dazu 19 randomisierte und kontrollierte Studien mit insgesamt 3584 Patienten analysiert. Das Ergebnis – in diesem Jahr veröffentlicht – ist ernüchternd. So lautet das Fazit der Wissenschaftler der „Cochrane Collaboration“: „Die methodische Qualität (der Studien) war niedrig.“ Nur sechs der 19 Studien seien als hochwertig eingestuft worden. Und: Nur moderat sei die Evidenz dafür, dass Rückenschul-Kurse im Vergleich zu anderen Maßnahmen, etwa Placebo oder Abwarten, Rückenschmerz-Patienten kurz- und mittelfristig etwas nützen. Weitere, methodisch hochwertige Studien seien daher notwendig. Noch kritischer ist das Urteil der „Cochrane Collaboration“ zur Wirksamkeit edukativer Maßnahmen wie Ratschlägen zur körperlichen Aktivität, zur Stress-Bewältigung und auch HWS-Schulung bei Patienten mit HWS-Schmerzen. Hier ergab die Analyse von zehn Studien – nur zwei waren übrigens methodisch hochwertig – überhaupt keine Wirksamkeit. Auch eine Gruppe deutscher Wissenschaftler der Fachhochschule Osnabrück fällt in einer aktuellen Übersichtsarbeit zur Prävention von Rückenschmerzen die recht deutliche Aussage: „Rückenschulen wurden jahrelang als Präventionsmaßnahme für Rückenschmerzen angewandt, obwohl der Erfolg relativ gering ist.“

Zu wenige Daten zu Pilates

Etwas dürftig sind zum Beispiel auch die wissenschaftlichen Belege zu der besonders beliebten Pilates-Methode, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts von dem in Mönchengladbach geborenen Joseph H. Pilates entwickelt worden war. Vor zwei Jahren war diese Methode in einem Spiegel-Beitrag sogar wegen angeblicher Schädlichkeit, fragwürdiger Angebote und schlecht ausgebildeter Trainer heftig kritisiert worden. Nur zwei methodische gute Studien zur Wirksamkeit hat die US-Wissenschaftlerin Susan Sorosky für eine 2008 veröffentlichte Übersichtsarbeit gefunden. Die Ergebnisse, so Sorosky, seien zwar recht positiv. Ein definitives Urteil aber zum Nutzen der Methode für Patienten mit unspezifischen Rückenschmerzen sei aufgrund der schlechten Datenlage noch nicht zu fällen.

Präventionskurse zu simpel gestrickt

Dass noch ein erhebliches Optimierungspotential bei präventiven Maßnahmen und ihrer Erforschung besteht, lässt auch eine aktuelle Analyse von so genannten „gesundheitsbezogenen Interventionen am Arbeitsplatz“ vermuten, die vor wenigen Monaten von der österreichischen Wissenschaftlerin Judith Goldgruber veröffentlicht worden ist. Ihre Analyse von Interventionen gegen Rauchen, Stress, Rückenschmerzen und für mehr Bewegung sowie gesunde Ernährung ergab zwar nicht, dass all diese Interventionen wirkungslos sind. Bei immerhin fast 70 Prozent der Interventionen konnten Effekte nachgewiesen werden. Aber: Bei mehr als der Hälfte der Maßnahmen (51 %) war keine (31%) oder nur eine schwache Evidenz (20%) für eine Wirksamkeit feststellbar.
„Mit nachhaltiger Gesundheitsvorsorge haben viele Präventionskurse wenig zu tun – weil sie zu simpel gestrickt sind“ sagte in einem Gespräch mit der FTD auch Markus Lüngen vom Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie an der Universität Köln. Lüngen hatte zusammen mit anderen Forschern des Instituts 120 Studien aus 13 Staaten analysiert. Das Ergebnis: Kaum anders als bei der Analyse von Goldgruber fielen viele Maßnahmen in den methodisch anspruchsvolleren Studien durch. Lüngen: „Es hat sich gezeigt, dass die Forschung im Bereich Prävention in etwa auf dem Stand der heilenden Medizin von vor 25 Jahren steht.“

Der Teufel steckt im Detail

Immerhin bemühen sich die Kassen um eine Qualitätssicherung ihrer Angebote, in dem sie sich an einem Leitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen orientieren. Außerdem bedeutet ein Mangel an methodisch guten Studien und Daten zur Evidenz nicht automatisch, dass eine Intervention nutzlos ist. Vielleicht ist sie ja doch wirksam, allein der sichere Beweis steht noch aus. Auch ist nicht alles, was von den Kassen gefördert wird, sinnlos. Im Gegenteil: Das Meiste scheint durchaus sinnvoll zu sein. Wer etwa morgens durch den Wald joggt oder mit seinem Fitness-Coach durch die Weinberge wandert, tut seiner Gesundheit in der Regel Gutes – und sei es allein dadurch, dass er schwitzend und keuchend weder Sahnetorte noch Eisbein vertilgen wird und auch kaum rauchen. Ernährungs-Kurse zum Beispiel oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein mögen der Gesundheit ebenfalls dienlich sein, wobei der Teufel bekanntlich im Detail liegt. Denn wer im Fitness-Studio überwiegend an der Bar steht und sich des Anblicks gestählter Körper auf dem Spinning-Rad oder auf der Multifunktions-Bank erfreut, wird seiner Gesundheit vielleicht nicht schaden, aber auch nicht nützen.

195 Wertungen (3.58 ø)
Kassen, Politik Wirtschaft

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

24 Kommentare:

Marlene Junghanns
Marlene Junghanns

Die Programme sollten klarere Vorlagen haben. Meine Schwester ist Physiotherapeutin und versucht seit 2 Monaten Kurse für eine Krankenkasse (Bewegung und Ernährung) zu machen. Die Zusage kam sehr schnell, nur eine Leitline was in den Kursen gemacht werden soll fehlt gänzlich. In 10x90min. kann der Therapeut also im Endeffekt auch nur ein nettes Gespräch über die Bewegungs.oder Ernährungsgewohnheiten des Teilnehmers führen… Leitlinien und Qualiätskontrollen sollten hier auch eingeführt werden umd die Kurse nicht bei dem einen oder anderen sinnlos zu finanzieren.

#24 |
  0
Dr. Rolf Emmert
Dr. Rolf Emmert

Die gemeinsten Meinungen und was jeder für ausgemacht hält, verdient oft am meisten untersuchzu werden.
Georg Christoph Lichtenberg, Aufklärer.
Die häufigste, schädliche, aber nicht strafbare Handlung ist der Selbstbetrug.

#23 |
  0
Anton Müller
Anton Müller

Klingt nach Rundumschlag eines Couchpotatoes. Sie rauchen sicher auch – wozu Prävention?
Unqualifizierter Schreiberling

#22 |
  0
Dr. med. Wolf Hemsing
Dr. med. Wolf Hemsing

Ich habe Kurse für bis heute 50 Ärzte gegeben:”was kann der Arzt für sich und seine Patienten bei Rückenschmerzen machen: Steht das Becken schief, ist der Mensch nicht gesund.”
90% begeistert, keine Rückenschmerzen, täglich Übungen 5 min selber machen, einfach, ohne Kosten, ohne Geräte. Ebenso Patienten begeister- es geht.

#21 |
  0
Martin Vierl
Martin Vierl

Guten Tag Herr Patzer,
Sie machen den üblichen Fehler aller Halbwissenden: kaum lesen Sie bei den Cochrane-Fritzen etwas über methodische Mängel stellen Sie den Erfolg aller Präventionsprogramme in Frage. Dabei bemängeln die Studienzerfieseler nur den statistisch fraglichen Endpunkt der zugegebenermassen weichen Studien. Aber wie wollen Sie etwas knallhart messen das sie durch Prävention bei (Achtung! Aufgemerkt!) GESUNDEN in einigen Jahrzehnten möglicherweise verhindern könnten?
Wem die Ausbildung zur Interpretation von Studien fehlt sollte wenigstens nicht journalistisch interessant darüber schreiben.
Ansonsten finde ich die übliche Mischung an DocCheckern in den Kommentaren: wohlmeinende Heiler, pekuniär interessierte Experten, Zahnärzte die alle Orthopäden zu Vollidioten erkären, unzufriedene Zuspätgekommene und vieles mehr.
Quo vadis DocCheck?

#20 |
  0

Ich werde die DocCheck News abbestellen, wenn hier Nichtmediziner mit supranasaler Ischämie ihren pseudowissenschaftlichen Krampf posten.
Durch Massagen wird nur die Muskulatur des Masseurs besser.
Die beiden ersten Sätze des Masseurs:
“Huuuu, das ist ja hart wie Granit…und:
sechs Mal ist viel zu wenig.”

#19 |
  0

Ein Rückenkurs kann nur dauerhaft hilfreich sein, wenn er als Hilfe zur Selbsthilfe aufgenommen wird und innere
und äußere Haltung verändert wird. Kleine Veränderungen erfordern eine erhebliche Beharrlichkeit. Erziehung und
äußere Einflüsse führen zur inneren Haltung einer Person,
die zur äußeren Haltung beiträgt. Diese Entwicklung ist
un- oder unterbewußt und kann nicht durch Aktionismus
verändert werden, sondern nur durch einen langen Pro-
zeß. Deswegen sollte man aber trotzdem mit einem Kurs,
beispielsweise Pilates beginnen. Hilfreich sind als
begleitende Maßnahmen:tägliche Übungen, Lernen, mit Streß umzugehen, und Meditation.

#18 |
  0

@ kommentar 13:
“Instructional Designer” Was soll das sein? Ein Instruktioneller Entwerfer, hm. Vielleicht liegt der mangelnde Erfolg von solchen Kursen auch daran, dass Lehrer und Schüler nicht die gleiche Sprache sprechen.

#17 |
  0

Lassen wir doch alles beiseite, wodurch irgend jemand Geld verdient. Für Jogging und häusliche Rückengymnastik brauche ich keine Anleitung der Krankenkasse, kein Fitness-Studio, keinen Heilpraktiker und keinen Physiotherapeuten, Anregungen bekomme ich in jeder Zeitschrift für gesundes Leben oder im Fernsehen. Die minimalen Ausgaben dafür können von jedem selbst getragen werden. Man muss selbst etwas tun, nicht tun lassen! Die Rolle von Muskelkräftigung und Gymnastik ist bei Rücken- und Kniegelenksschmerzen durch zahlreiche kontrollierte Studien belegt. Nachdem die Kosten praktisch null sind handelt es sich auch unter ökonomischen Aspekten um höchst effektive Maßnahmen. Was soll daran auszusetzen sein? Der Tenor des gesamten Beitrags lässt vermuten, dass es dem Autor mit seiner Schelte von Krankenkassen und IQWIG weniger um das Wohl der Versicherten, sondern um die Lenkung der Finanzströme im Gesundheitswesen in die “richtigen” Scheuern geht.

#16 |
  0

Ernährung,Training,Schlaf-was ist daran so geheimnisvoll,von variantenreichen Details abgesehen.Natürlich ist “Prävention”überwiegend wirksam.Water is wet-brauchts dafür evidenzbasierte Studien?Man kann alles zerreden und bis zum paradoxen Unsinn verstümmeln.Man kann aber auch einfach das Nützliche tun und beibehalten.

#15 |
  0
Ralf Schambach
Ralf Schambach

Als Heilpraktiker und Rückenschullehrer erlebt man leider immer wieder, daß manche Kollegen zwar staatlich anerkannte Berechtigungen für den Unterricht haben, aber leider nicht unbedingt viel Ahnung. Die Qualitätsunterschiede sind extrem.
Bei den Teilnehmern solcher Programme ist leider sehr oft keine Bereitschaft zu sehen, manche Verhaltensweisen oder Lebensweisen zu ändern.
Da hilft auch das beste Programm nicht, wenn der Patient nichts verändert.
Und wer macht die Übungen weiter, die er / sie in der Rückenschule gelernt hat?
Wie soll ein Kurs über 9 – 10 Tage die Folgen eines lebenslangen Fehlverhaltens kompensieren?
Daraus abzuleiten, Prävention bringe nichts, halte ich für sehr gewagt.

#14 |
  1

Kritik an der Qualität von “Prävention” ist selbstverständlich richtig und notwendig,
insbesondere der Hinweis auf verfehltes Ökonomie- oder Marketing-Denken. Ärztlich e f f i z i e n t e s Handeln ist per se ökonomisch!

Kritik an Prävention generell ist allerdings eine Katastrophe!!!

#13 |
  0
Sandra Weber
Sandra Weber

Mich freut es, dass die Studie zeigt, dass nicht jede Form von Prävention wirksam ist – deswegen sollte sie auch von den entsprechenden Berufsgruppen mit genügend know-how ausgeführt werden!
Des weiteren ist doch schon längst klar, dass eine Rückenschule, die zeigt, was man “darf” und was man “nicht darf” kontraproduktiv ist. Hier liegt auch unsere Aufgabe, das Unbewußte des Patienten oder Clienten mit einzubinden und zu hinterfragen, warum sein Unterbewußtsein überhaupt kein gesundheitsförderndes Verhalten zulässt…

#12 |
  0
Annette Jäger
Annette Jäger

Immerhin wurde die Wirksamkeit der Kurse auch zur Diskussion gestellt.
Als zertifizierte Trainerin, die mit einem Instructional Designerzusammenarbeitet, muss ich leider sagen, dass viele Kurse oder Seminare – ob nun zur Prävention oder anderen Themen – oft am eigentlichen Problem vorbei trainieren oder nur deklaratives Wissen vermitteln. Die Teilnehmer mögen zwar begeistert sein, können das Erlernte im Alltag aber nicht umsetzen. Es fehlt der Lerntransfer, Maßnahmen zur Motivation sind nur gering.
Denn alleine die Teilnahme am Kurs ist noch keine Prävention.

Solange es keine qualitativ gesicherten Kurse gibt, kann m.E. keine wirkliche Aussage über den Sinn oder Unsinn von Prävention gemacht werden.

Annette Jäger

#11 |
  0
dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

Ohne geraden Beckenstand und ohne deblockierte Iliosacralgelenke geht AUF DAUER garnichts bei allen Rücken- Schul- Methodern. Dauerhafte Absatzerhöhungen ; Trimmen im Fitnessstudio oder im Sport bei Beckenfehlstand :Die Rückenbeschwerden kommen mit ziemlicher Sicherheit – wer kann denn schon millimeter genau messen – ohne Röntgenkontrolle ??? Alles Symptomspielereien !!zu Lasten der Beitragszahler .

#10 |
  0
Michael Meyer
Michael Meyer

Gewiss muß eine hinreichende Motivation des Rückenpatienten vorhanden sein, damit eine Rückenschule möglichst längerfristige Besserungen bringt. Wenn es hier aber gelingt, ungünstige Bewegungsgewohnheiten in Richtung “Material” schonenderen Mustern zu verändern hat die Veranstaltung ihren Sinn gehabt.

Bei mir war das so. ich war motiviert und es war mir möglich ein paar Bewegungsgewohnheiten zu ändern. Mit 47 geht es meinem Rücken heute wesentlich besser, als mit Anfang 30.

Hier, wie bei fast allen Präventions- oder Interventionsmaßnahmen sollte vielleicht geprüft werden, wie seitens der Angehörigen der “heilenden Berufe” die Motivation und Fähigkeit der Patienten zur Übernahme von aktiver Verantwortung im Kontext medizinischer Versorgung noch besser eingeschätzt und ggf. gefördert werden kann.

#9 |
  0

Eines müssen wir immer im Hinterkopf haben: Die Studienlage spiegelt nicht immer das wider, was uns der gesunde Menschenverstand sagt.
NATÜRLICH ist Bewegung die beste Prävention. Wenn man aber keinen Bock drauf hat, wird es nix.

#8 |
  0

@ Gabriele Jorzik:
Oh ja, und die Einzige, die ihren Patienten und Klienten das sichere versprochene Heil bringt, sind Sie mit Ihrer Migraene-Praxis, gell?
Schämen Sie sich eigentlich überhaupt nicht?

#7 |
  0
Helga Tölke
Helga Tölke

Jedes Programm und jeder Kurs sind ganz entscheidend vom jeweiligen Leiter/in abhängig und nicht von der Einrichtung.Kontrolliert werden vor allem die nötigen Scheine auf Aktualität – was lediglich eine Aussage darüber tätigt wer Zeit und Geld genug hatte eben diese Scheine jährlich aktuell zu halten – mit der eigentlichen Qualität des Kurses hat dies nur am Rande zu tun.Gerade im Bereich der Rückenschule ist Aufklärung für das Alltagsverhalten und den Schlaf extrem wichtig.Selbst vier Std. “Rückensport” täglich stünden 20Std.Alltag und Schlaf gegenüber – rein zeitlich gesehen klar wer da Gewinner ist.Entspannung ist überigens fester Bestandteil jeder Stunde – eine der Vorschriften der Bezuschussbarkeit der Kassen.

#6 |
  0
HP Martin Dürrwächter
HP Martin Dürrwächter

Eine wichtige Anmerkung hätte ich fast vergessen zu betonen.
Eine üppige Mahlzeit setzt die Gefäßelastizität über mehrere Stunden herunter. Dies wurde im American College of Cardiology veröffentlicht. Pflanzliche Nahrung und hier vor allem die Blaubeeren sorgen für eine Verbesserung der Gefäßdurchblutung! Also sollte man das Thema “Ernährung” immer in die Präventionberatung einbauen.

#5 |
  0
HP Martin Dürrwächter
HP Martin Dürrwächter

Als erfahrener Masseur sehe ich seit mehr als 25 Jahren die zunehmende Problematik von Rückenschmerzen. Heute gelten Stress und Ängste als Verursacher dieser chronischen Entwicklung. Ganz im Gegensatz zu der landläufigen Meinung, dass Überbelastungen zu den Beschwerden führen, sind es vielmehr ischämische Zustände entlang der Wirbelsäule. Die Wirkung auf die Ischämie sollte daher bei jeder Maßnahme im Blickpunkt stehen. In gut durchgeführten Rückenschulkursen findet man deshalb auch Tipps zur Entspannung. Die ist weit schwieriger zu vermitteln als die muskuläre Anspannung. Eine Studie hierzu durchführen zu wollen, halte ich für äußerst fragwürdig, da Jeder Proband seine individuelle Anamnese verkörpert. Keiner wird hier die allgemeine Lebenszufriedenheit abfragen, wie etwa stehts mit Finanzen, Arbeitsplatz, beruflicher Zukunft, Familie, Freunde, körperlicher Fitness, etc. Alles Dinge, die sich in Stress und Ängsten spiegeln können. Also liebe Medizinjournalisten, zerpflückt euch nicht in derartigen Details, wo ihr immer mehr neue Fässer öffnet.

#4 |
  0
Frau Veronika Behlau
Frau Veronika Behlau

hallo zusammen,ich habe 4 monate an einem krankenkassenprogramm Rückenschule in einem fitnesstudio teilgenommen.mein fazit:schlechte betreuung vremehrt schmerzen frust.wer kontrolliert eigendlich die qualität dieser programme?

#3 |
  0
Medizinaloberrat Martin Walter-Domes
Medizinaloberrat Martin Walter-Domes

Man stelle sich die alte, alte Frage: Cui bono?
Und: Warum nenen sich Kassen gerne “Gesundheitskasse”? Der eigentliche Zweck der Kassen ist doch nicht die Gesundheit zu fördern, das können auch wir Ärzte oft nicht. Die Lösung ist im Namen enthalten: “Mit Gesunden Kasse machen!”

#2 |
  0
Heilpraktiker

Da frage ich mich was Forscher bedeutet: Blödheit im Quadrat??
Durch Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik etc. wird die Körperwahrnehmung geschult, Kraft,Ausdauer und Beweglichkeit wird verbessert. Bei Schmerzen am Bewegungsapparat ist eben auch Therapie am Bewegungsapparat angezeigt. Daß natürlich Schmerz ein multifaktorielles Geschehen ist und sich nicht einfach wegturnen läßt ist klar. Trotzdem sind Rückenkurse, Krankengymnastik und Massage wichtige Bausteine bei der Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates.

Werner Lachenmaier, Heilpraktiker

#1 |
  0
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: