„Ein Krebspatient gehört nicht auf die Couch“

26. Oktober 2018

Die Haltung der Onkologen zu Sport hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert: Sport ist ein unverzichtbarer Teil der Krebstherapie, erklärt uns ein Experte auf dem Kongress der ESMO. Welche konkreten Vorteile haben Krebspatienten, die körperlich aktiv sind?

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Medizin, Onkologie
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10 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

“„Ein Krebspatient gehört nicht auf die Couch“” , habe ich auch so verstanden wie Beitrag 4 und 6 – die Psychotherapeutencouch. Vielleicht aber auch nur eine Übersetzung von “coach potatoe” . Idiomatisch richtiger wäre: “Ein Krebspatient gehört nicht aufs Sofa”.
Zu Beitrag 10: Vollkommen richtig. Ein Tier ist kein Selbstzweck und kein Sportgerät , sondern ein Lebewesen mit eigenen Rechten und Bedürfnissen. Bitte nur einen Hund anschaffen, wenn man a) Hunde liebt b) sie halten kann und c) Vorsorge getroffen hat, was mit dem Hund im Falle von Klinikaufenthalten oder gar Ableben passiert. Ich sehe es als Ehrenamtliche immer wieder: Viele dieser Hunde landen im Tierheim.

#10 |
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Vor Allem dann NICHT, wenn man überhaupt keinen Bezug zu Hunden hat, alles andere wäre Missbrauch, auf Kosten der Hunde. Ein absolutes NO GO!!!

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Er soll sich einen Hund anschaffen” – an der Stelle habe ich laut gelacht. Natürlich ist ein Hund gut für die Gesundheit, ich habe selbst einen. Aber was macht man mit dem Hund, wenn man ins Krankenhaus muss? Ein Hund darf nicht einmal aufs Klinikgelände. Hundepensionen sind unbezahlbar. Hundehaltung ist für Krebspatienten schwierig und es nimmt auch niemand darauf Rücksicht.

#8 |
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Dr. med. Michael Freytag
Dr. med. Michael Freytag

Ich habe den Eindruck die Datenlage ist noch ziemlich widersprüchlich zu diesem Thema. Mir, als passioniertem Radfahrer kommt da sofort die Untersuchung von Hollingworth et al. aus 2014 in den Sinn, die ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko bei Männern über 50 Jahren fand, wenn sie mehr als 9h Fahrrad fahren pro Woche. Allerdings hatte die Untersuchung wohl einige Schwächen, so dass ich mich bisher nicht dazu veranlasst gesehen habe, groß etwas an meinen Radfahrgewohnheiten zu ändern. 9h fahre ich nicht ganz selten auch mal nur an einen einzigen Tag…

#7 |
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Heilpraktikerin

#4 ich habe den Eindruck, mit der Couch im Titel ist eher die gemütliche Couch daheim gemeint, auf der es der Patient nach heutigem Stand der Dinge nicht allzusehr mit der Schonung übertreiben soll (um es reichlich flapsig für so ein ernstes Thema auszudrücken), nicht die psychotherapeutische…

Danke, dass Sie auch Ihre persönliche Erfahrung mit uns teilen.

#6 |
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Aus eigener Erfahrung kann ich Herrn Prof. Wörmann vollumfänglich zustimmen.
Bei mir, Jahrgang 1943, wurde Ende 2009 ein Adenokarzinom der Speisseröhre diagnostiziert. Nach Chemo- und Strahlentherapie wurde ich operiert und im Mai 2010 aus der Uniklinik Köln entlassen.
An Sport war zunächst nicht zu denken, schon duschen war sehr anstrengend. Aber schon im August konnte ich wieder einmal wöchentlich Tennis – und im Oktober mit meiner Altherrentruppe Fußball spielen. Zusätzlich habe ich mit Freunden in einem Fitnessstudio eine Stunde trainiert und fühle mich bis jetzt richtig fit.
Ich bin der festen Überzeugung dass ich ohne Sport, ich habe seit meiner Jugend regelmäßig Sport getrieben, die Krankheit nicht so gut überwunden habe. Reha – maßnahmen oder Psychotherapie habe ich nicht in Anspruch genommen und auch nicht vermisst. Dass bei ähnlicher Diagnose für viele Patienten eine Psychotherapie sinnvoll und notwendig sein kann möchte ich nicht in Abrede stellen.

#5 |
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“Ein Krebspatient gehört nicht auf die Couch“ ist m.E. irreführend:

Viele Tumor-Patientinnen und -Patienten brauchen Unterstützung durch die Psychoonkologie, insbesondere bei psychischen Parallel- und Folge-Erkrankungen, Bewältigungs-(“Coping”) und Verarbeitungs-Strategien, Palliativmedizin, Sterbebegleitung…

Psychotherapeutische Verfahren brauchen oft eine Couch, auf der NPL-Patienten ausruhen, reflektieren, kontemplieren, assoziieren und verarbeiten könne. Um dann erfrischt, gestärkt und motiviert körperliches Training wieder aufnehmen zu können.

Mir persönlich haben nach einem hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphom Stadium IVa im Jahr 2010 mit Hochdosis-Chemotherapie, konsekutiver autologer Stammzelltransplatation und REHA in der bekannten Klinik für Tumorbiologie in Freiburg die Musik- und Maltherapie, die Entspannungstherapien auf der Couch und nach der Lymphdrainage ebenso geholfen, wie die Ernährungs- und Sport-Therapien. Und danach gezieltes, alpines Höhen-Skifahren auf 2.400 bis 3.400 Metern Seehöhe zur Verbesserung/Anregung der Immunbiologie.

Meine im November 2010 mit nur 54 Jahren an einem primär metastasierenden Ovarialkarzinom (ED und OP Herbst 2006) verstorbene Lebensgefährtin hat sehr viel Lebens-und Sterbensmut durch die sie begleitende Psychoonkologin im Dortmunder Johannes-Hospital, die dortige Palliativstation und das Hospiz am Ostpark in Dortmund erfahren. Dort ist sie im Kreis ihrer 4 Kinder und 2 Enkelkinder friedlich eingeschlafen, ohne ihren Tod beschleunigen zu wollen.

So lange es ging, haben wir noch viele Wanderungen, Spaziergängen und regelrechte Abenteuerurlaube (z.B. Island-Rundreise mit Unterbringung in Jugendherbergen – “Gästiheimili” auf isländisch) gemacht.

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Dr. med. dent. Heike Walter
Dr. med. dent. Heike Walter

Was heißt “dramatisch” geändert? Genau das Gegenteil eines Dramas ist es, wenn Onkologen zu Sport raten bei Krebspatienten. Der Autor/ die Autorin meint wohl eher “drastisch”?

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Bettina Haas
Bettina Haas

Wie erkläre ich einer sportlichen und sich gesund ernährenden Patientin, dass ihr das alles zum verhindern von ihrem Brustkrebs nix gebracht hat, aber es zur Heilung mit ein wichtiger und nötiger Faktor sei?!
Solange wir zig Variationsmlglichkeiten als Grund zur Krebsentstehung erachten, also sprich bisher keine definitiven Erklärungen von der Entstehung von Krebs haben, wie kann ich dann einer für fast allen Patirnten gleichen Behandlungsform (Chemo-Bestrahlung-Op) Glauben und Hoffnung schenken? Und dann soll gesunder Ernöhrung und Sport ein so wichtiger Heilungsanteil angefacht werden?

#2 |
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Anästhesiepfleger

Schön, dass jetzt auch wissenschaftlich nachgewiesen ist, was viele Menschen schon lange wissen.
Bewegung an der frischen Luft ist eine der besten Prophylaxen und Therapien für fast alles.

#1 |
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