Phyto-Gong aus Hongkong

26. November 2009
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Rund 20 Kräuter sollen die zerstörerischen Prozesse der Leberfibrose rückgängig machen oder aufhalten. Das berichten chinesische Mediziner der University Hong Kong - und zeigen jetzt, dass mit dem Mix selbst die Virenreplikation bei HPV verringert werden kann.

In Deutschland soll bis 2012 mit enormen Aufwand ein geplantes Forschungsprojekt zu “Genetischen Determinanten der Leberfibrose in komplexen Mausmodellen“ starten. Immerhin 500.000 Euro Förderung aus einem Förder-Topf wurden veranschlagt. Folgt man hingegen der traditionellen chinesischen Medizin, geht es im Kampf gegen die Leberfibrose auch deutlich billiger.

Denn die Lehre aus dem Reich der Mitte setzt da, wo westliche Ärzte High-Tech und molekulare Wirkmechanismen als Waffen gegen die Malaise nutzen, auf die Kraft von 20 Kräutern. Anders als hierzulande wissen chinesische Ärzte, dass Leberfibrose die Folge „einer schlechten Blutzirkulation, Toxinansammlung und mangelnder gesunden Energie“ ist“, wie das Forschungsteam um Ybin Feng von der Universität Hong Kong im Fachblatt „Chinese Medicine“ publiziert.

Harte biochemische Fakten

Wer ob solcher Aussagen als Europäer zunächst die Stirn runzelt erkennt bei genauerer Lektüre sehr schnell: Anders als hierzulande glauben die Anhänger der TCM an magisch wirkende Pflanzenextrakte – und liefern harte biochemische Fakten, die den Nutzen der Substanzen erklären. Salvia miltirrhizae etwa, lernt man bei Mediziner Feng, erhöht die Aktivität des Enzyms Superoxid-Dismutase (SOD), was über eine ganze Reihe von Reaktionen die Konzentration von Peroxidations-Produkten in der Leber absenkt. Auch Panax Notoginseng zählt zur Armada der Wunderheiler, indem es die Menge der Malondialdehyde deutlich reduziert. Solanum nigrum wiederum stoppt gar den oxidativen Stress in hepatischen Zellen, während Xiao Chai Hu Tang über den Wirkstoff Baicalin Leberfibrose gar unterdrücken.

Warum die Kräuter allesamt wirken, konnten Feng und seine Kollegen mittlerweile klären. Fibrinogene Prozesse werden nämlich über das Chemokin TGF-1β reguliert. Die von Feng aufgeführten Pflanzenextrakte wirken als Inhibitoren auf TGF-1β und unterbinden somit einen der zentralen Signalwege der Leberfibrose. So hemmt der aus Taxus brevifolia gewonnene Wirkstoff Paclitaxel den TGF-1β Signalweg zwischen Myofibroplasten und Epithelzellen der Galle. Die Sperrung der biochemischen Datenautobahn verhindert die übermäßige Kollagenproduktion.

Bei Patienten mit Hepatitis B und Leberfibrose setzen die Chinesen wiederum Salbeisäure ein – womit sich in vielen Fällen die Fibrose laut Feng nachweislich kurieren lässt. Als ähnlich potent erweisen sich die chinesischen Pflanzenwirkstoffe im Kampf gegen schwere Leberschäden. Berberis aristata etwa zeigte in vitro beachtliche heparo-protektive Eigenschaften bei Zellen, die anschließend hohen Paracetamol-Konzentrationen ausgesetzt wurden. Selbst HP-Viren vergeht unter dem Einfluss der Kräuter die Lust, sich zu vermehren – Renshen Yangron Tang unterdrückt die unliebsame HPV-Infektion.

Kräuterkunde mit High-Tech

Die Erfolge sind mehr als beachtlich und sorgen im Westen für eine Menge Aufsehen. Während beispielsweise hierzulande die Biotechnologie seit Jahren stagniert, vermelden chinesische Forscher in diesem Bereich immer wieder spektakuläre Erfolge. Grund für die wissenschaftliche Fortune: die Chinesen setzen da an, wo ihre Vorfahren schon vor Jahrtausenden die Grundlagen des heutigen Wissens lieferten. So entwickelten chinesische Biotechnologen am Anfang unseres Millenniums eine Datenbank, die traditionelle chinesische Medizin (TCM) mit den Methoden der modernen Gentechnologie verbindet. Wie sich dabei das Denken der alten Kultur auf die Vorgehensweise unserer High-Tech-Welt übertragen lässt zeigte bereits im Jahr 2006 der Direktor des chinesischen Humangenom-Centers, Chen Zhu, als er die Datenbank in Shanghai vorstellte. Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts durch die entsprechende Gentechnologie könne man auch dazu nutzen, um die “geheimnisvollen” Effekte der traditionellen chinesischen Medizin zu verstehen.

Die jetzt von Mediziner Feng publizierten Anwendungsmöglichkeiten kommen mitunter im Doppelpack daher. Fuzheng Huayu beispielsweise gilt als starkes Therapeutikum bei Leberfibrose und Zhirrose gleichermaßen. Nahezu konkurrenzlos scheint dabei die Reduktion der Kollagenproduktion von statten zu gehen, eine Voraussetzung für die Bekämpfung der Erkrankungen. Klinisch bewiesen ist dabei Feng zufolge selbst das, wovon Pharmahersteller hierzulande nur träumen können. Risiken und Nebenwirkungen der Huayu-Wirkstoffe: Null.

32 Wertungen (4.78 ø)
Allgemein

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6 Kommentare:

Jürgen Virnstein
Jürgen Virnstein

Auch bei unserer westlichen Phytothrapie sind doch Kräuter wie Berberis und Mariendistel seit Jahrhunderten erfolgreich bei der Behandlung von Leberschäden im Einsatz. Shon schade, daß uns die chinesische Medizin und Forschung wieder daran erinnern muß!

#6 |
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Renate Hommel
Renate Hommel

Heilpraktiker voraus : Bitte, naturheilkundlich arbeitende
Ärzte, Kliniken und Forschungsinstitute mögen folgen.

#5 |
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Heilpraktiker

“Anders als hierzulande wissen chinesische Ärzte, dass Leberfibrose die Folge ¿einer schlechten Blutzirkulation, Toxinansammlung und mangelnder gesunden Energie¿ ist”

“Panta rhei” empfohlen auch die Humoralpathologen der antiken Medizin, über deren Erkenntnisse die heutige westliche Wissenschaft sich arrogant hinwegsetzt, weil ja Empirie unwissenschaftlich sei.
Wir hätten gut daran getan, die Kontinuität medizinischer Erkenntnisse weiter zu verfolgen anstatt uns auf “wissenschaftliche Studien” zu verlassen, die von jenen gefälscht werden, die daran profitieren, wenn Menschen (durch schlechte Nahrung und falsche Therapie) chronisch krank werden.
Und statt hier einmal den Rotstift anzusetzen, befasst sich unsere Ethikkomission mit der Schliessung von Babyklappen und die WHO macht sich zum Büttel genau der Industrie, die für große Teile unseres Dilemmas verantwortlich ist.
Es ist höchste Zeit, das Zeitalter der Chemie endlich zu beenden. Es hat sich nicht bewährt…

#4 |
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Petra Danner
Petra Danner

Für Naturheilkundler dürfte das nicht neu sein. Man muss gar nicht bis auf China schauen um entsprechend gute Medizin zu finden. Paracelsus hat schon mit der Spagyrik Pflanzen aufgeschlossen und verwendet. Heute bietet die Firma Phylak Spagyrik nach Dr. Zimpel an. Die Einzelessenzen werden individuell für den Patienten angefertigt. Wer damit arbeitet wird staunen wieviel “unheilbare Krankheiten” plötzlich beherrschbar werden.
Im Artikel werden die einzelnen Mittel aus dem Zusammenhang der ganzheitlichen Sichtweise der TCM gerissen. Dort wird der Mensch als Einheit betrachtet, nicht das Symptom oder die Diagnose allein. Nur so kann der Erfolg auch eintreten, ohne (negative) Nebenwirkungen.

#3 |
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Sylvia Köhn
Sylvia Köhn

Eine Medizin, die sich schon über 3000 Jahre bewährt hat, kann doch nur von Erfolg gekrönt sein. Wissenschaft hin oder her, wer heilt hat recht.
Jetzt bloß nicht alle Kräuter in Schubladen packen, wissenschaftlich kathegorisieren und symptombezogen rausholen
Die Chinesische Medizin ist eine Ganzheitsmedizin, die den Menschen in seinem Umfeld wahrnimmt und im Krankheitsfall die Balance zwischen Himmel, Mensch und Erde wieder herstellt.

#2 |
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Ronald Schier
Ronald Schier

Voller Überraschung nahm ich vor kurzem nach einer Untersuchung zur Kentniss das meine Leber wieder vollkommen in Ordnung ist.
Unglaublich, nach einem Jahr mit Liv.52 3×2. (In Deutschland verboten). Nebenwirkung unter anderem Blutdruck OK, Cholesterin bedeutend verbessert

#1 |
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