Dos and Don’ts der Blutdrucktherapie

10. Oktober 2018

Was sind die neuesten Erkenntnisse für die Bluthochdrucktherapie? Der Kardiologe Dr. Stefan Waller spricht mit Hypertensiologe Dr. David Sinning von der Charité Berlin über die aktuelle Leitlinie und die Risiken der „Weißkittelhypertonie“.

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14 Kommentare:

Mitarbeiter Industrie

Sehr angetan bin ich von den Diskussionsbeiträgen der Damen DIPL-Phsychlogin Vera Kunkel sowie der Tierärtztin Martina Lunau !! Da erkennt man sofort Lebenserfahrung und Sorgfalt..

#14 |
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Tierärztin

Liebe Internisten und Kardiologen,
ehe vorschnell ein Medikament gegen Bluthochdruck verschrieben wird, sollte zwingend eine kardiologische Untersuchung erfolgen. Ansonsten kann es natürlich, wie auch im Beipackzettel beschrieben zum Herzinfarkt kommen.
Wenn also ein 49-jähriger Patient, wie ich, gegen Bluthochdruck behandelt werden soll und weder gewichtsmäßig noch ansonsten in das übliche Schema eines herzinfarktgefährdeten Patienten passt und aus diesen Gründen auf weitergehende Untersuchungen verzichtet wird, kann das sehr fatal enden. In meinem Fall rettet mich nur die Not-Bypass-Op und natürlich nehme ich jetzt Betablocker ,Ramipril , ASS und Simvastatin und freue mich einfach seit 8 Jahren noch am Leben zu sein.

#13 |
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Ich bin ein männliche Gast hier in einer Psychotherapeutischen Praxis und 85 Jahre alt, und sonst noch ganz brauchbar, obwohl ich eine Bürde von iatrogenen Beschwerden mit mir herumschleppe. Die Geschichte mit der ich hier aufwarten könnte, selbst nur andeutungsweise zu beschreiben, wäre zu umfangreich; also gleich weiter zum Blutdruck: In meinen 50iger Jahren und noch zwei Jahrzehnte weiter wurden mir “wissenschaftlich und verantwortungsbasiert” :Betablocker, ACE-Hemmer, AT1-Rezeptor-Antagonisten, Kalzium-Kanalblocker, Diuretika, Alpha-Sympatholytika, sowie gefäßerweiternde Mittel auf Nitro-Basis verordnet; meist mit dem Hinweis: “LEBENSLANG!” Jeder Arzt, der pflichtgemäß den Definitionen seiner beruflichen Leitlinien folgt, verfrachtete mich in die Schublade “Hypertoniker”. Ich weiss wovon ich rede, denn als es mir,… sagen wir wir mal “somatopsychisch”… immer weniger gut ging, fing ich mit 65 an umfassend weltweit zu recherchieren, weil mir jetzt 10x so viel Zeit zur Verfügung stand wie früher – und als ein Arzt heute aufwenden kann. Jetzt mach ichs so kurz wie möglich: Wer nicht begreift, dass der Blutdruck nur ein Teil einer höchstkomplexen Regelkette ist, die dem Ganzen dient, wird auch nicht verstehen, dass, wenn er an einem herausgegriffenen Teil dieser autonomen Regelkette herumbastelt, in ein Gesamtgefüge eingreift, das mit mehreren hundert Sensoren so organisiert ist, dass es sich harmonisch in einem noch größeren Ganzen einschwingen kann. Und das sind wir als lebendige Menschen. Wir alle funktionieren recht gut, obwohl wir uns (ohne irgendwelches Fachwissen) geheimnisvoll, – ja zauberhaft – aus einem Schleimbätzchen heraus zu einem ewachsenen Menschen entwickelt haben. Ich bin einer davon dem es wesentlich besser geht, seit er seine Antihypertensiva (mehr oder weniger ausschleichend) absetzte, und gelernt hat mit “Krankenhauskeimen” und demgemäß erforderlichen 12 Schrauben in der Wirbelsäule ganz gut durch den Rest seiner Tage geht.

Eines noch: Ich danke allen Vorrednern (und /innen natürlich), denen es nicht gefällt, wenn auswendig erlerntes Wissen von Anderen in einem forschen Video beinahe als ultima ratio demonstriert wird. In einer gereiften Lebenserfahrung piekst das schon ordentlich.

Thomas

#12 |
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Ich bin Urologe, 76 Jahre alt. Ein Internist stellte bei mir ein Blutdruck von 146/ 80 und empfahl eine Therapie mit Irbesartan 300 mg./tgl. Während der Th. stiegen die Werte auf 150-160/ 90, insbesondere morgens! Nach ein Monat unterbrach ich die Th. und die Werte schwankten von 120 auf 150/70-80. Nach 3 Monate Pause wurde mir eine Th. mit Captopril 2×25 mg/tgl.: die Werten stiegen erneut auf 150-160/80-90. Jetzt, nach ein Monat, will ich erneut versuchen ohne jegliche Th.
Muss man unbedingt Werte von 145-150 (nur morgens!), bei fehlenden Risikofaktoren behandeln?

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Im April war ich zum Glaukomtagesprofil im Krankenhaus. Alle 1,5 Stunden wurde mir etwas ins Auge geträufelt und der Druck gemessen. Meine Augen waren schon ganz aufgeweicht und die Sicht eingeschränkt. Da ich Bluthochdruckpatientin (mit Schwankungen) bin, wurde mir unmittelbar nach jeder Messung(!) der Blutdruck gemessen. Durch dieses ungewöhnliche Chaos war der Wert 1x bei 180/90, und der Pfleger rief gleich beim Chef an und der riet, “eine Tablette für zwischendurch zur sofortigen Senkung” zu geben. Ich habe mich geweigert und gesagt: “Wenn Sie genug Personal haben, um mich danach vom Boden aufzukratzen, weil ich aufgrund eines akuten Blutdruckabfalls zusammen gebrochen bin, dann gerne.” Es gab dann doch keine Tablette, und nach einigen Minuten wurde noch mal gemessen, und – schwupps – war der Blutdruck bei 130/80.

Es sollte nicht auf Teufel komm raus gesenkt werden, nur damit die Statistik stimmt. Der Wohlfühldruck des Pat. ist auch ausschlaggebend (siehe #8). Erst recht bei bekannten Schwankungen.

#10 |
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Mitarbeiter Industrie

Leitlinien für die Bluthochdruckbehandlung basieren auf auf randomisierten Doppelblindstudien. Sie basieren auf Statistik, nicht auf Ergebnissen von Ursachenforschung. Die zentralnervös gesteuerte Entscheidung des Organismus für die Höhe des Blutdruckes wird in die Behandlungsempfehlung nicht einbezogen. Daraus die Entscheidung zu treffen den größten Teil der Menschheit, alters- und zustandsunabhängig einer grenzwertbestimmten, medikamentösen Hochdrucktherapie als Symptomtherapie zu unterziehen ist unwissenschaftlich und möglicherweise schädlich. AHA, ESC, Hochdruckliga, WHO etc. basieren ihre Leitlinien auf dem Obengenannten. Sie dienen nicht einer differenzierten Behandlung der Patienten. Sie dienen: 1. der Sicherstellung der pharmazeutischen Therapie und deren Erträgen, 2. der rechtlichen Absicherung des Therapeuten, 3. der Sicherstellung der Behandlungserfordernis. Der denkende Therapeut sollte sich differenzierte Gedanken über die ursächliche Behandlung der Hypertonie seines machen. bevor er von 8-80 einen Wert von 130/80 festlegt.

#9 |
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Bei alten Menschen 85 + bezweifle ich, ob es wirklich sinnvoll ist, BD auf 130/80 zu senken. . Bebachte häufig in Gerontopsychiatrie bei Werten umd die 145/80 geht es ihnen am besten. Auch bei eigener Mutter 90 Jahre alt, Sie ist meist noch fit, misst seit vielen Jahren 3 mal tägl. Blutdruck und dokumentiert die Ergebnisse akribisch. Systolisch öfters mal erhöht, bis zu 190, der diastolische Wert meist nur um die 60 oder tiefer. Am besten geht es ihr bei einem Wert von 150/60 Dann ist sie auch kognitiv am leistungsfähigsten und am unternehmungslustigsten. Wird der Wert weiter gesenkt Systole auf 130 (Diastole ist dann bei 50) : vergisst sie mehr, ist psychisch labiler, hat Schwindelgefühle und ist verstärkt sturzgefährdet. Man sollte gerade im Alter alle Parameter, vor allem die, die Lebensqualität im Alter ausmachen, betrachten! Seit sie bei Werten um 150/60 nur eine halbe Ramipril nimmt und bei Werten über 160 eine Ganze geht es ihr deutlich besser! Und sie sagt wenn ich mit 150/60 zwei km pro Tag laufen kann und mit 130/50 nur ein paar Meter ist das erste gesünder. für mich. Recht hat sie, meine ich…

#8 |
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Leider ist die Langzeitblutdruckmessung eine fragwürdige Angelegenheit. Alle viertel Stunde bläst sich die Manschette auf, und zwar nicht, bis gerade der Blutfluß gestaut ist, sondern bis auf 200 – 220 mm Hg, in der Nacht alle halbe Stunde. das stört jede Tätigkeit heftig und unterbricht den Schlaf jedes Mal, sodaß man am nächsten Tag völlig unausgeschlafwen und gereizt ist!! Wie da noch eine zuverlässige Aussage getroffen werden kann ist mir schleierhaft!!!!

#7 |
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Altenpflegerin

Anstatt zu Behandeln sollten die Mediziner lieber einmal den wirklichen Grund für Bluthochdruck ermitteln. Aber ist eben leichter nur die Symptome zu behandeln anstatt die Ursache zu suchen. Außerdem muss man nicht gleich mit Medikamente behandeln solange der Blutdruck nicht durchgehend über 150/90 ist.

#6 |
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Dr. med. Sabrina Schindler
Dr. med. Sabrina Schindler

Herr Laudenbach,woher Sie Ihre haarsträubenden “Erkenntnisse” haben weiß ich nicht.Die nachweislich positiven Effekte von AT1-Blockern bzw. ACE-hemmern (die ja vorzugsweise primär eingesetzt werden sollten) muss ich hier nicht aufzählen und auch ß-Blocker mit optimierender Wirkung auf die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels sind prognostisch günstig.Wie behandeln Sie Bluthochdruck?Homöopathisch?Also letztlich garnicht und nehmen Schlaganfälle,hypertensive Herz-und Nierenerkrankungen etc. hin?Danke,nicht mehr!!!
Ergänzend an Frau Bönisch:Die ABDM sollte in erster Linie den ermittelten Durchschnittswert von 130/80mmHg,eine regelrechte Nachtabsenkung aufweisen (

#5 |
  7
franz laudenbach
franz laudenbach

Also, wenn man weiss wie sogenannte ‘blutdrucksenkende Medikamente’ funktionieren, wirken, sollte man dieses Viedeo schleunigst vergessen!
Warum?!?; Blutdrucksenkende Medikamente senken nicht den Blutrdruck!
Alles was sie können, sie premsen die Herzfrequenz (Puls) aus!
Bsp.: Max Puls ~ 128)
Gilt für alle Blutdrucksenker außer, Betablocker! Sind Betablocker verordnet, ist mit Herzflimmern zu rechenen! Bspl: Wenn der Patient ein bischen Sport betreiben will! Weiteres Problem in Summe: Blutdrucksenker in Komboination mit unbehandelter Schlafapnoe, kann für Betroffene tödlich wirken. Herzinfarkt, Schlaganfall, etc. in den frühen Morgenstunden!
Wenn also Blutdrucksenkende Medikamente aus welchen Gründen immer verordnet werden ist es geboten, eine 24 Std. währende Blutsauerstoffsättigung zu ermitten (Pulsoximter, zeichnet Puls und Sauerstoffsättigung im Blut über 24 Std. auf. Kosten €130,00 z.B. bei Amazon)
Mehr?: fl46@outlook.de;

#4 |
  74
Student der Humanmedizin

Ah okay vielen Dank für die Antwort!

#3 |
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@Annemarie Bönisch: Da sind Ruhe-Praxiswerte gemeint. Für die 24-Std-RR-Messung gelten ja schon immer niedrigere Werte (24-Std.-Mittelwert <130/80mmHg), weil da ja auch die nächtlichen, in der Regel niedrigeren RR-Werte mit eingehen..

#2 |
  0
Student der Humanmedizin

Mal eine vermutlich blöde Frage aber das ist mir einfach nicht ganz klar: Bezieht sich der Wert jetzt auf den Ruhe-Wert oder eher den Durchschnitts-Wert? Denn Tagesschwankungen die außerhalb dieser 120-130 Zone liegen hat ja jeder auch mit normalem Blutdruck mal ist es also das Ziel dass z.B. der Durchschnitts-Wert der Langzeit-Messung im Bereich 120-130 liegt oder eher der Ruhe-Wert wenn ich jemanden erst Mal 5 Minuten wirklich sitzen und runter kommen lasse?

#1 |
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