Pharmakologie: Der Mann als Maß aller Dinge

23. Oktober 2018

Frauen werden pharmakologisch in gleicher Weise therapiert wie Männer – mit negativen Folgen für weibliche Patienten. Das Geschlecht beeinflusst auch den Behandlungserfolg bei Krebs, wie eine Onkologin auf dem Kongress der ESMO betonte. Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es?

Ob ein Patient männlich oder weiblich ist, macht in der Medizin einen gewaltigen Unterschied. „Es gibt immer mehr Hinweise, dass das Geschlecht einen großen Einfluss auf den Behandlungserfolg bei Krebs hat“, erklärte Dr. Anna Dorothea Wagner vom Universitätsspital in Lausanne auf dem diesjährigen Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO). Dort spielte das Thema Gendermedizin eine große Rolle.

In einem Kommentar schreibt sie, dass die besondere Beachtung der biologischen Unterschiede von Mann und Frau in anderen Forschungsbereichen wie etwa in der kardiovaskulären Medizin bereits berücksichtigt werden. Es sei nun höchste Zeit, dies auch in der Onkologie zu tun. Was können Ärzte von der Gendermedizin lernen?

Lehrstuhl für Frauenherzen

Kardiovaskuläre Erkrankungen gelten zum Beispiel nach wie vor als Männerkrankheit. „Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass derzeit etwa gleich viele Frauen und Männer an einem Herzinfarkt oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben“, so Professor Vera Regitz-Zagrosek, Institut für Geschlechterforschung in der Medizin an der Charité in Berlin. Die Kardiologin ist Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) der Berliner Charité. Sie hat die deutschlandweit einzige Professur für Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen inne. Die Ärztin ist zudem Gründungspräsidentin der International Society for Gender in Medicine und der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin.

Weibliche Herzen erkranken anders

Während Herzerkrankungen Männer wie Frauen im gleichen Maße betrifft, so können sich Symptome und Krankheitsverlauf doch erheblich unterscheiden. Östrogen hat antiinflammatorische Eigenschaften, deshalb bekommen Frauen später Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Bei Männern sind die Morbidität und Mortalität der Koronaren Herzkrankheit (KHK) gegenüber prämenopausalen Frauen deutlich erhöht. Nach den Wechseljahren nähern sich die Werte jedoch an. Nach der Menopause steigt bei Frauen das LDL erheblich an, wird aber weniger effizient behandelt als bei Männern. Außerdem fällt in dieser Lebensphase die estrogenbedingte Hemmung der zellulären Hyperplasie der glatten Muskulatur weg. Plaque-Rupturen sind bei Frauen über 50 Jahre deutlich häufiger zu sehen als bei jüngeren Frauen, so Dr. Christopher Hohmann von der Uniklinik Köln in einem Beitrag.

Geschlecht bestimmt Pharmakologie

Phase-III-Studien sind häufig nicht prospektiv darauf ausgelegt, Wirkungen von Medikamenten bei Männern und Frauen differenziert zu erfassen. Der Großteil der Probanden bei Arzneimittelstudien ist männlich. In vielen Fällen lassen sich diese Daten auf weibliche Patienten nicht extrapolieren. Frauen haben (meist) ein geringeres Körpergewicht als ein Mann, ein anderes Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse und einen anderen, zyklusabhängigen, Wassergehalt. Daraus ergeben sich veränderte Verteilungsräume, die einen Einfluss auf die Arzneistoffkinetik haben. Hormone beeinflussen die Kinetik und Dynamik von Arzneistoffen zusätzlich.

Hepatische Enzyme wie Cytochrom-P450-Subtypen sind dafür ein gutes Beispiel. Sie metabolisieren etwa 50 Prozent aller Arzneistoffe. Frauen verfügen über weniger aktives Cytochrom P450 2D6. Alle Pharmaka, die hierdurch inaktiviert werden, wirken bei Frauen stärker, etwa die Betablocker Propanolol und Metoprolol. Frauen haben daher einen um etwa 80 Prozent höheren Propranolol- und eine um 30 bis 40 Prozent höhere Metoprolol-Plasmakonzentration. Die Fläche unter der Kurve (AUC) von Metoprolol ist bei Frauen etwa doppelt so hoch wie bei Männern und steigt bei Einnahme eines oralen Kontrazeptivums zusätzlich um weitere 30 bis 40 Prozent an. „Wenn ein Mann 100 mg Metoprolol benötigt, beträgt die Dosis bei einer Frau lediglich 50 mg“, so das Ergebnis einer Studie von Eugene et al. Andererseits sind Frauen mit mehr CYP3A4 ausgestattet. Dadurch metabolisieren sie Arzneistoffe wie beispielsweise Methylprednisolon, Nifedipin und Verapamil rascher.

Die Behandlung mit Beta-Blockern sollte nicht von Frauen mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zurückgehalten werden, was nicht selten in der Praxis geschieht. Frauen haben eine bessere Ejektionsfraktion als Männer, deshalb bekommen sie nicht selten weniger Betablocker verordnet. Die demographischen Daten zeigen, dass Frauen mit Herzinsuffizienz in der Regel älter sind als Männer. Vermutlich ist dies ein Grund, warum sie dann einen höheren systolischen Blutdruck, eine höhere linksventrikuläre Ejektionsfraktion und eine niedrigere geschätzte glomeruläre Filtrationsrate aufweisen. Dennoch profitieren sie von der Therapie mit Betablockern. Studien von Kotecha et al. bestätigen, dass es keinen Unterschied in der Wirksamkeit von Beta-Blockern bei HFrEF nach Geschlecht gibt.

Herzmedikamente bei Frauen mit Bedacht dosieren

Die Inzidenz von Nebenwirkungen, die durch Arzneistoffe mit Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hervorgerufen werden, ist bei Frauen um das 1,5- bis 1,7-Fache höher als bei Männern. In einem Positionspapier fordert die europäische kardiologische Gesellschaft nun geschlechtsspezifische Dosierungsempfehlungen für die Behandlung mit kardiovaskulären Arzneistoffen.

Digitalis beispielsweise hat bei Frauen eine erheblich größere Toxizität, ASS wirkt kaum in der kardialen Prophylaxe, wohl aber in der cerebralen. Frauen neigen häufiger zu QTc-Zeit-Verlängerungen und Bluten unter Clipodogrel häufiger als Männer. Bei älteren Frauen mit niedrigem BMI ist die Statin-induzierte Myopathie häufiger. Dies sind nur wenige von vielen Beispielen, für eine differierende Wirkung.

Hangover bei Frauen

Nicht nur Herzmedikamente wirken bei Frauen stärker, die kinetischen Veränderungen gelten auch für einige Benzodiazepinanaloga. Zolpidem gehört zu den am häufigsten verordneten Schlafmitteln. Frauen bauen den Wirkstoff deutlich langsamer ab als Männer.  Zwar treten auch bei Männern Plasmakonzentrationen auf, bei denen mit eingeschränktem Reaktionsvermögen zu rechnen ist, aber deutlich seltener als bei Frauen. Das ergab eine von der amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) durchgeführte Untersuchung. Das geringere Risiko bei Männern liegt mit am Testosteron, welches die enzymatische Aktivität des abbauenden Cytochroms CYP 3A4 erhöht. Die FDA hat die zugelassene Dosis für Frauen bei schnell freisetzendem Zolpidem von 10 auf 5 mg reduziert.

„Zolpidem ist ein Beispiel für die Bedeutung der Patientensicherheit. Die Bedeutung geschlechtsspezifischer pharmakologischer Unterschiede in der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Medikamenten ist heute unbestritten“, so die Notfallmedizinerin Alyson J. McGregor in einem Editorial.

Höhere Suchtgefahr?

Ein weiterer Aspekt, der bisher unberücksichtigt bleibt: Gender hat als soziokulturelle Dimension auch Einfluss auf die Adhärenz. Dies äußert sich im medikamentösen Einnahmeverhalten: Denn Männer und Frauen nehmen unterschiedlich viele Substanzen zusätzlich zu den verschriebenen Arzneimitteln ein. So warnen Autoren in einer Übersichtsarbeit. Frauen sind beispielsweise auch häufiger als Männer abhängig von Medikamenten wie Schmerzmitteln, so der Drogen- und Suchtbericht 2017.

Soll die Frau zur Ärztin und der Mann zum Arzt?

Bei der Diagnose und Therapie spielt es also sehr wohl eine Rolle, welches Geschlecht der Patient hat. Hat das Geschlecht des Arztes auch einen Einfluss? Prof. Laura Laura HuangHuang ist der Frage nachgegangen, ob Genderaspekte die Versorgungsqualität in einer Notfallaufnahme beeinflussen. In einer Studie zeigte sie, dass die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt niedriger ist, wenn die Patienten von einer Kardiologin behandelt wurden. Die schlechtesten Ergebnisse wurden erzielt, wenn ein männlicher Arzt eine weibliche Patientin behandelte.

Werden Patienten von männlichen Ärzten behandelt, starben 12,6 Prozent der Männer im Vergleich zu 13,3 Prozent der Frauen. Wenn die Patienten von Ärztinnen behandelt wurden, starben 11,8 Prozent der Männer verglichen mit 12 Prozent der Frauen. Günstig auf die Sterberate wirkte es sich aus, wenn männliche Ärzte eine weibliche Patientin behandeln und wenn der Frauenanteil im Team hoch war. Eine Erklärung für die Ergebnisse liefert die Studie allerdings nicht.

Männergrippe – ein Mythos?

Nach all den harten Fakten: Gibt es denn nun wirklich eine „Männergrippe“? In den Wörterbüchern von Cambridge und Oxford wird sie folgendermaßen definiert: „eine Erkältung oder eine ähnliche leichte Erkrankung, wie sie von einem Mann erlebt wird, der die Schwere der Symptome als übertrieben empfindet“. Kyle Sue, Professor für Allgemeinmedizin, empfindet diese empirischen Anfeindungen als diffamierend und untersuchte, ob Männer wirklich Weicheier sind und ihre Beschwerden nur dramatisieren.

Er fand zahlreiche Beweise dafür, dass Männer wirklich mehr leiden. Ein schwererer Verlauf bei männlichen Patienten konnte beispielsweise für die saisonale Virusgrippe zwischen 2004 und 2010 in Hongkong bestätigt werden. Die höhere Mortalität und Morbidität war auch dann noch gegeben, wenn Begleit- und Vorerkrankungen wie KHK, COPD oder Niereninsuffizienz berücksichtigt wurden. Männer sprechen auch weniger auf Impfungen an, was vermutlich am höheren Testosteronspiegel liegt. Bekannt ist, dass Östrogen die Virenlast zu reduzieren vermag. „Wenn erkältete Männer den ganzen Tag auf der Couch oder im Bett liegen, sei dies ein evolutionär geprägtes Verhalten, dass ihrem Schutz diene. In ihrem geschwächten Zustand könnten sie einem Gegner unterlegen sein“, so der Mediziner. Und er setzt noch einen drauf: „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, männerfreundliche Räume mit großen Fernsehern und Liegesesseln zu schaffen – Räume, in denen sich Männer in Ruhe und in Sicherheit von ihrem schweren Leiden erholen können“.

Östrogen mit Schutzwirkung

Jacky PeretzAuch die Toxikologin Jackye Peretz von der University of Illinois hat Hinweise gefunden, dass Männer tatsächlich anfälliger für Infektionen durch Rhino- und Adenovieren sind. Schuld ist der geringere Östrogenspiegel von Männern.

Peretz behandelte noch nicht infizierte Nasenzellen weiblicher und männlicher Spender jeweils mit einer Dosis Östrogen. Anschließend setzten sie die Zellen einer Attacke durch Influenza-A-Viren aus, da diese beim Eindringen in den Körper mit als Erstes die Schleimhaut in der Nase befallen. Obwohl sowohl die Zellen von Männern als auch Frauen mit Östrogen behandelt wurden, erwiesen sich nur die Zellen aus Frauennasen als widerstandsfähiger gegenüber den Viren. Diese vermehrten sich dort deutlich schlechter und langsamer als in den Männernasenzellen. Östrogen kann nur seine Schutzwirkung entfalten, wenn auch der passende Rezeptor vorhanden ist. In männlichen Nasenschleimhautzellen fehlen diese.

Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind in medizinischer Hinsicht also alles andere als trivial. Das Bewusstsein dafür ist aber noch lange nicht bei jedem Arzt angekommen.

Interessenkonflikt: Der Autor dieses Beitrages ist ein Mann.

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Bildquelle: Spencer Selover, pexels / Lizenz: CC0
Medizin, Pharmazie

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19 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Männliche Ärzte … weibliche Patientinnen … Schon mal was von vernünftigem Gendern gehört? Es gibt keine Frauinnen und Frauen und es gibt auch keine Kinderinnen und Kinder.

Herzinfarkte werden bei Frauen oft übersehen, weil der typische Griff (wie im TV) an den Arm oder die Brust fehlt “Irgendwas stimmt mit meinem Arm nicht”. Gefahr erkannt – Feuerwehr gerufen – gerettet.

Ein Herzinfarkt bei Frauen kündigt sich oft durch Bauch- oder Zahnschmerzen im Unterkiefer, Übelkeit, Schwäche oder Durchfall an. Das alles sind Dinge, die Frauen wegschieben, und erst mal die Wohnung putzen und Essen kochen. Gefahr nicht erkannt – keine Feuerwehr gerufen – nicht gerettet.

#19 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@Thomas Günther: In dem Artikel geht es nicht um Diagnostik, sondern nur um Pharmakotherapie.

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

Weicheier und Simulantinnen?
WER BEURTEILT WEN?
Weder darf Männern, die einem grippalen Infekt erliegen, vorgeworfen werden aus quasi faschistoiden Gründen der Urteilskraft, dass sie lediglich “Weicheier” seien,(“ob Männer wirklich Weicheier sind und ihre Beschwerden nur dramatisieren.”, so zitiere ich aus obigem Beitrag)-denn das Faschistoide geht einher mit einer völligen Fehleinschätzung der männlichen Kraft-:Noch weniger aber sollte es geschehen dürfen, dass z.B. ein Myokardinfarkt bei einer Frau übersehen werden kann.Wenn schon die Frau selbst dies nicht einfach erkennen kann, dass sie einen Herzinfarkt erleidet, so sollten doch Fachkräfte genugsam geschult sein, einen solchen erkennen zu können.Die Symptomatik ist bei den Frauen eben weit weniger stark ausgeprägt als bei Männern, die meist heftigste Brustschmerzattacken erleiden, was die Frauen oft überhaupt nicht haben.
Männern vorzuwerfen, sie seien, weil sie bei einem grippalen Infekt nicht stark widerstandsfähig sind, dass sie “Weicheier” seien, geht gar nicht.Hier herrscht Unstimmiges vor.Ein Herzinfarkt bei Frauen wird deswegen so oft zu spät erkannt, weil die typisch weibliche Symptomatik zu wenig berücksichtigt wird.Darum kommen die Frauen meist erst weit viel später zur Notaufnahme als Männer, sind aber nicht weniger schwer krank als diese.Etc.:Gut, dass dies Thema hier angeschnitten wurde.

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

Vaterland oder Mutterland?
Es gibt auch Länder, -ist das nicht etwa zum Beispiel Indien?-die sich als Mutterland verstehen.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Das Vermögen der Empathie ist allerseits realisierbar:Von Mann zu Mann, von Frau zu Frau, von Frau zu Mann, von Mann zu Frau.Vorausgesetzt, dass eine Empathiefähigkeit überhaupt besteht.Aber die physiologische Grundlage, die Kenntnis der physiologischen, nicht nur der seelisch-personalen Erscheinungsbilder,bleibt unentbehrlich.Eine Frau verträgt nicht einfach nur weniger Alkohol, weil sie charakterlich weniger stabil wäre, sondern ihre Leber baut physiologisch-pharmakologisch eben nur halb so viel ab: Und das ist empirische Tatsache.Das Vermögen zur Empathie hier besonders zwischen den Geschlechtern will freilich gelernt worden sein:In der Schule des Lebens und der leuchtenden Liebe.

#15 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Ein kurzer Hinweis zu den Hintergründen: Bei Anwendungsstudien zu neuen Medikamenten werden Männer bevorzugt als Probanden genommen, weil sie keine Kinder bekommen können, weshalb das Risiko, den Probanden zu schaden, bei Männern als geringer eingeschätzt wird. Das Risiko, einer weiblichen Probandin zu schaden, oder gar einem ungeborenen Kind, wird als deutlich höher eingeschätzt. Es geht also nur um Risikoabwägung bei Anwendungsstudien, nicht um Vorurteile. Inzwischen wird sich vermehrt darum bemüht, auch Frauen, Kinder und ältere Menschen in Studien einzubeziehen, unter strenger Abwägung der Risiken und unter Anwendung strenger Vorgaben zur Riskominimierung, was Aufwand und Kosten erhöht, weshalb das nur langsam vorangeht.

#14 |
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Medizinjournalist

Nicht nur hier, sondern überall wandern wir in immer feinere Unterscheidungen und landen in kompletter Unübersichtlichkeit, Unregierbarkeit und Fehlerexplosion. Je mehr zu beachten ist, umso sicherer scheitern wir. Alternative kenne ich keine, Menschen sind so, denn alleine schon zwischen 1 und 2 gibt es doch unendlich viele Zahlen. Das soll natürlich nicht heißen, dass die Frauenmedizin nicht auf diesen unterschiedlichen Organismus ausgerichtet sein muss – schlimm genug, dass das 2018 noch geäußert werden muss. Dennoch bleibt das Problem, dass wir uns in wohl gepflegter Überkompliziertheit an die Wand fahren. Kommunikation war schon immer unsere Entwicklungsbremse, inzwischen hat sie Scheiben und ABS und Schleuder- und Umkippsensoren.

#13 |
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Apothekerin

Ich habe in dem Artikel vergeblich den in der Unterüberschrift angekündigten Beitrag zu Geschlechtsunterschieden bei der Krebsbehandlung gesucht
“Das Geschlecht beeinflusst auch den Behandlungserfolg bei Krebs, wie eine Onkologin auf dem Kongress der ESMO betonte.”

#12 |
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Im Absatz “Soll die Frau zur Ärztin und der Mann zum Arzt?” heißt es: “Werden Patienten von männlichen Ärzten behandelt, starben [..] 13,3 Prozent der Frauen. Wenn die Patienten von Ärztinnen behandelt wurden, starben [..] 12 Prozent der Frauen.” Im Folgesatz steht dann aber: “Günstig auf die Sterberate wirkte es sich aus, wenn männliche Ärzte eine weibliche Patientin behandeln,….” – ist das nicht ein Widerspruch?
Oder ist der Satz “Günstig auf die Sterberate wirkte es sich aus, wenn männliche Ärzte eine weibliche Patientin behandeln und wenn der Frauenanteil im Team hoch war” so gemeint, dass die negativen EInflüsse eines männlichen Behandlers durch einen hohen Frauenanteil im Team kompensiert werden? Falls diese Deutung gemeint ist, ließe sich das weniger missverständlich z.B. so ausdrücken: “Günstig auf die Sterberate wirkte es sich aus, wenn männliche Ärzte. die eine weibliche Patientin behandeln, in einem Team mit hohem Frauenanteil tätig waren.”
Nein, ich bin weder “Oberlehrer” noch “Korinthenkacker” – mich hat der Satz wirklich irritiert :)

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

#10
tüchtige, mutvolle,kraftvolle frauen wurden von mir schon immer hoch gepriesen und geschätzt- aber es geht um die biologischen grundlagen hier, die den grund bilden für pharmakotherapie.und dass hier biologisch die frau oft weniger braucht, analog zum bekannten beispiel alkohol,-als der mann, wird oft zu wenig berücksichtigt.es geht mir nicht um den kampf zwischen den eschlechern:Nein, vielmehr sollten Sie herausgehört haben, dass es mir um eine Ehrung des weiblichen Geschlechtes schon immer ging:Sondern rein um die biologische und so pharmazeutische Grundlegung.Und auch eine äußerst tüchtige Frau , die sehr viel arbeitet, wie ein Mann das nicht könnte, bleibt körperlich ein “Weib” und wird pharmazeutisch eben so zu nehmen sein.Also hier sollte aus den geliebten Frauen keine Männer gemacht werden, indem man irreblöd vermeinte, sie könnten die gleiche Dosis vertragen wie diese.
PS:Sagte man nun, ich würde beleidigend den Ausdruck “Weib” benutzen, so sehe man zu, dass man es nicht mit meiner Mutter zu tun bekommt, die sagen würde, dass wer das Wort “Weib” verabscheut, sie verabscheut.Die steht noch dazu.Wie auch immer:ich habe schmerzen wegen humeruskopffraktur und tuberculum majus fraktur.kann kaum schreiben. es geht nicht um irgendewelche gleichberechtigung zwischen mann und frau, sondern darum, dass physiologische unterschiede anzuerkennen sind.

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

zu 8
Mir ging es darum (Gleichberechtigung) eigentlich gar nicht.Mir ging es um die Physiologie bezüglich der Unterschiede zwischen Mann und Frau, die anzuerkennen sind.Oder darum, dass diese eben in pharmazeutischer Hinsicht oft auch übersehen wurden.(Thema obigen Artikels).Somit könnten die Weiblichen bezüglich der Dosis der Medikation übergangen worden sein:Das aber glaube ich gar nicht:Auch wenn wir in den Beipackzetteln der Pharmazeutika keine Unterscheidungen zwischen Männlichen und Weiblichen finden,(außer zur Schwangerschaft),so meine ich, dass das immer schon berücksichtigt wurde-wenn auch nicht extra ausgeführt.Ich meine , dass jeder Arzt/Ärztin schon immer wußte, wen er vor sich hatte:Nicht nur ob Mann oder Frau, sondern aucvh ob schlank oder korpulent etc..Auch das bestimmt die Dosis.Ich habe grade leider derart Schmerzen wegen Humeruskopffraktur, dass ich nicht weiterschreiben kann.War eh genug.

#9 |
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Heilpraktikerin

Lieber Herr Günther: wenn ein Mann seine Frau liebt wie sich selbst, dann ist das wunderbar! Aber könnte es nicht vorkommen, dass er dann davon ausgeht, dass es ihr geht wie ihm? Und genau darin liegt das Problem. Das Beispiel mit der Männergrippe ist das Gegenbeispiel. Wie oft steht Frau den Kopf schüttelnd vor dem geliebten Gespons, das gerade unendlich leidend seinen grippalen Infekt durchsteht, im Bett liegend und “todkrank”, während sie selbst schon unzählige Male trotz Erkältung ihren Alltag (Beruf, Haushalt usw.) weiter durchgestanden hat? Wie hätte “Frau” wissen sollen, wenn sie von sich selbst ausgeht, dass, wie wir nun endlich wissen, eine Erkältung / grippaler Infekt bei “Mann” tatsächlich anders abläuft? :-)

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

ein männlich-weibliches ineinskommen wird eben deswegen einen absoluten unterschied der geschlechter anerkennen.das zeigt sich eben pharmakologisch, biologisch.nicht nur wurde hierbei der unterschied der geschlechter bei der dosierung übergangen, sondern auch der des körpergewichtes.es besteht auch pharmazeutisch eben ein unterschied zwischen mann und frau(soll ich sagen:weib, weil es weiblich ist?)Allein, dass Mann und Frau ein Ineinskommen in metaphysischer Hinsicht fanden, bedeutet noch lange nicht, dass sie ein physiologisches Einerlei wären.So was zu vermeinen, würde der Wahrheit nicht gerecht.Unsere lieben Frauen(ich bin ja ein Mann und spreche aus dieser Perspektive)bestens einschätzen zu können, wird hoffentlich ein ebenso starkes anliegen sein, wie dass die geliebten Frauen auch das Eigentümliche der Männer anerkennen möchten.Und das eben in pharmazeutischer Hinsicht.

#7 |
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Heilpraktikerin

#Thomas Günther: 1. Gleichbe-RECHTIGUNG geht für gewöhnlich mit den gleichen Pflichten einher, jedenfalls laut deutschem Grundgesetz, und ist nicht dasselbe wie Gleichmacherei. Mann und Frau SIND verschieden. 2. Die Wahrnehmung, dass auf “die Weiblichen” besondere Rücksicht zu nehmen ist, drückt präzise aus, dass “die Männlichen” sich mit kompletter Selbstverständlichkeit als das Maß aller Dinge nehmen, und genau darum geht es in diesem Artikel. Die “Weiblichen” machen immerhin die halbe Bevölkerung des Planeten auf; wir sind keine Minderheit, die man mit besonderer Rücksicht zu behandeln hat, sondern die Hälfte der Menschheit, von deren “Andersartigkeit” (und das auch nur in Bezug auf die andere Hälfte der Menschheit) durchaus berechtigterweise endlich mal Notiz genommen werden sollte – auch in der Medizin.
#Dr. Arnaud Carasso: Ich lese im Artikel, dass Frauen über 50 häufiger Plaque-Rupturen aufweisen als prämenopausale, nicht 60-70 Jährige, für die sich keiner interessiert, weil sie ja nur “unproduktive” Seniorinnen sind, die sich laut unausgesprochener gesellschaftlicher Vorstellung gefälligst möglichst geräuschlos ausschließlich allmählich auf “die Kiste” vorzubereiten haben. Das ist schon lange nicht mehr so! Auch viele betagte Frauen sind sehr aktiv und tragen ihren Teil in der Gesellschaft bei, auch nach Beendigung ihres Berufslebens. Und Frauen in den 50ern (also die, von denen der Artikel spricht) stehen genauso wie Männer mitten im Leben. Oft an mehreren Fronten (Beruf, Kinder, Haushalt) – sie lassen sich den Stress oft nur nicht so raushängen wie Männer. Sind sie deshalb weniger “rettungswert”?

#6 |
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Dr. med. Arnaud Carasso
Dr. med. Arnaud Carasso

Ich hoffe fest, dass die heutige Medizin nicht mehr verspiegeln was ich vor Jahrzehnten häufig beobachtet habe.
Bei Frauen war nicht nur das Infarkt-Risiko schlechter geschätzt und präventiv behandelt. Das Infarkt war schlechter diagnostiziert und auch weniger intensiv behandelt. Die Frau betrifft es später, wie erwähnt typischerweise über 60-70-Jährige, wenig produktiven, pensionierten Frauen, nicht zu vergleichen mit dem verantwortlichen, gestressten Mann um 50 im höchsten produktiven Lebensabschnitt, unbedingt zu retten.

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wahn der Gleichberechtigung
Hier wird kaum ein männlicher Mediziner verantwortet werden können, wenn er einen weiblichen Myokardinfarkt nicht sofort erkennen konnte:Denn selbst diejenige, die ihn erlitt, wußte scherst nur ihn zu deuten.So sehen wir bei aller Gleichberechtigung der Weiblichen mit den Männern doch,dass wir auf die Weiblichen besonders Rücksicht zu nehmen haben.Und deswegen lieben wir die Weiblichen.Entschuldigen Sie bitte, ich erlitt eine Humeruskopffraktur und kann kaum weiter vor Schmerz eintippen

#4 |
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Nichtmedizinische Berufe

Längst schon war es klar, dass die Dosen bezüglich des Alkohols bezüglich der Männlichen und der Weiblichen differenziert angeschlagen wurden:Frauen schon biologischerseits nur halb so viel wie die Männer.Das gilt schon längst so.Wenn man jetzt erst dahinter kommt, dass hier differenziert bei Frauen und Männern vorzugehen sei,-eben auch in anderen Sachen als nur mit Alkohohol,-:dann finde ich das schade.denn physiologisch sollten die Unterschiede schon immer bekannt gewesen sein.Die Frau hat ihre eigene Physiologie:Und Pharmakologie und Physioöogie korrlieren eben sehr stark.Kurz mal angemerkt:Mit einem wahn der Gleichberechtigung beider Geschlechter können die feinen Unterschiede so übergangen werden, dass schwere Schäden zu befürchten sind.

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Dr. rer. nat. Frank Werner
Dr. rer. nat. Frank Werner

Es war zumindest früher so, dass sich (zu) wenige Frauen für AM-Studien gemeldet haben und daher gar nicht genügend Daten für frauen-spezifische AM zur Verfügung stehen (standen).
Lasse mich diesbezüglich aber gerne eines Besseren belehren. Die Unterschiede aufgrund des sexuellen Dimorphismus des Menschen sind eindeutig* und passende(re) AM wären ein großer Schritt vorwärts.

*und nicht nur sozial bedingt

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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Das Problem betrifft nicht nur die Geschlechtszugehörigkeit, sondern ganz besonders auch das Alter. Am ärgsten ist die Situation bei Kindern und Säuglingen, da sind die meisten medikamentösen Therapien letztlich experimentell, weil keine Daten zur Anwendung bei Kindern vorliegen.

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