Krebsforschung: Was soll das mit dem Hustenlöser?

30. November 2018

Acetylcystein ist gut bekannt als Hustenlöser, rezeptfrei erhältlich in jeder Apotheke. Onkologen und Molekularbiologen sehen in dem Antioxidans Potenzial für die Krebstherapie. Doch die Studienaussagen zur Wirkung von Acetylcystein auf Krebszellen sind widersprüchlich.

Acetylcystein – eingesetzt vor allem in rezeptfreien Hustenlösern – wird allgemein eine zellschützende und antioxidative Wirkung zugeschrieben. Der Hustenlöser soll aber bei der Behandlung zahlreicher weiterer Krankheiten von Bedeutung sein. Vor allem im Kampf gegen Krebs soll der Wirkstoff eine Rolle spielen – die Frage ist, welche? Studienaussagen zur Wirkung von Acetylcystein auf Krebszellen widersprechen sich nämlich eklatant.

Krebszellen: Schutz oder Gefahr?

Schon im Jahr 1995 sprach ein niederländischer Onkologe Acetylcystein chemopräventive Eigenschaften bei Lungenkrebs zu. Eine Forschergruppe veröffentlichte 2009 ebenfalls eine Studie zu Lungenkrebs, in der Acetylcystein in Kombination mit Epigallocatechingallat, einem Antioxidans aus grünem Tee, eine krebshemmende Wirkung nahegelegt wurde.

Im vergangenen Jahr erschien eine amerikanische Pilotstudie zu In-vivo-Supplementierung von Antioxidantien in Kombination mit Acetylcystein bei Brustkrebs. Auch in dieser Arbeit kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Acetylcystein dazu beitragen könne, die Proliferation von Krebszellen zu reduzieren und deren Apoptose zu begünstigen. Diese Studienaussagen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Denn eine ganze Reihe an Wissenschaftlern behauptet genau das Gegenteil.

Erst kürzlich konnten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg zeigen, auf welche Weise Acetylystein Zellen schützt – gesunde wie entartete. Die Wissenschaftler fokussierten sich dazu auf den Abbau des Wirkstoffes innerhalb der Zelle. Dabei wird Acetylcystein zunächst enzymatisch zu Cystein umgewandelt, bevor es zur Entstehung von Schwefelwasserstoff kommt. Dieser Schwefelwasserstoff wird schließlich in den Mitochondrien der Zelle zu Persulfid oxidiert. Persulfide binden dann offenbar an Zellen und schützen diese vor reaktiven Sauerstoffspezies, indem sie die Oxidationen auf sich selbst lenken. Ein guter Schutz für unsere Zellen. Von diesem Schutz sind allerdings nicht nur gesunde Körperzellen betroffen. Auch bereits vorhandenen Krebszellen könnten von diesem Schutz profitieren und dadurch schneller wachsen und sich effektiver ausbreiten.

Das zweischneidige Schwert

Bereits 2014 zeigte eine Studie der Schweden Martin Bergo und Per Lindahl, dass Antioxidantien mit ihrem Schutzmechanismus nicht zwischen gesunden Zellen und Krebszellen unterscheiden können. Im Rahmen ihrer Studie fütterten die Forscher an Krebs erkrankte Mäuse mit Acetylcystein und dem Antioxidans Vitamin E. Dies führte zu einem deutlich beschleunigten Krebswachstum und einer verkürzten Lebenszeit der Tiere.

In weiteren Experimenten an Zellkulturen fanden die Wissenschaftler der Sahlgrenska Universität in Göteborg heraus, dass der antioxidative Effekt der verabreichten Wirkstoffe für das verstärkte Tumorwachstum verantwortlich ist. Zudem verminderten die Antioxidantien die Expression des p53-Proteins. Dieses ist innerhalb der Zellen normalerweise für die Reparatur bei DNA-Schäden verantwortlich.

Im Rahmen einer zweiten Studie im Jahr 2015 untersuchten die Forscher den Effekt der Antioxidantien auf Hautkrebs. Auch hier zeigte sich ein ähnliches Ergebnis. Die Mäuse, denen Acetylcystein verabreicht worden war, zeigten doppelt so häufig Metastasen wie die Tiere, die keines erhalten hatten. Auch die Menge der Tumorzellen in den einzelnen Metastasen sowie die Zahl der befallenen Lymphknoten war bei den Tieren mit Acetylcystein deutlich erhöht.

Der Grund dieser verstärkten Ausbreitung ist offenbar der verringerte oxidative Stress. Dies ist eine Stoffwechsellage, die durch eine hohe Konzentration an reaktiven Sauerstoffspezies gekennzeichnet ist. Verlassen Krebszellen einen Tumorbereich, sind sie normalerweise starkem oxidativem Stress ausgesetzt, welcher häufig ein weiteres Voranschreiten des Krebs eindämmt. Durch die Gabe der Antioxidantien reduziert sich allerdings der oxidative Stress stark, wodurch sich die Tumorzellen womöglich leichter in anderen Gebieten verbreiten könnte.

Solange es nicht möglich ist, Acetylcystein gezielt einzusetzen, sodass der Wirkstoff ausschließlich gesunde Zellen beschützt und nicht die Ausbreitung von Krebszellen vorantreibt, ist der Einsatz in der Krebstherapie höchst fraglich. Wenn man einen Blick auf weitere mögliche Anwendungsgebiete von ACC wirft, die derzeit erforscht werden, sind die Studienaussagen zumindest einheitlicher. Aber sind sie aussagekräftig?

Arthritis: Verringerte Knorpeldefekte

Eine Studie der katholischen Universität von Leuven in Belgien zeigt, dass die antioxidative und antiinflammatorische Wirkung des Stoffes die Symptome der rheumatoiden Arthritis verbessern könnte. Das Team um den Wissenschaftler Rik Lories ermittelte die Genaktivität in Knorpelproben von Mäusen und Menschen mit Osteoarthritis.

Dabei entdeckten sie im Vergleich zu gesunden Individuen deutlich verringerte Level eines Proteins namens ANP32A. In weiterführenden Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass ANP32A die Produktion des Enzyms ATM fördert. ATM wiederum ist für die Reduktion von zellulärem, oxidativem Stress zuständig. Diese antioxidative Wirkung, welche bei Osteoarthritis-Patienten deutlich verringert ist, scheint eine Hauptursache der Erkrankung zu sein. Daraufhin setzten die Wissenschaftler das Antioxidans Acetylcystein bei Mäusen mit einer angezüchteten ANP32A-Defizienz und somit starker Osteoarthritis ein. Das Ergebnis: Verringerte Knorpeldefekte in den Gelenken.

Eine weitere Studie aus dem Iran scheint dieses Ergebnis zu bestätigen. Hier wurden Patienten mit rheumatoider Arthritis im Rahmen einer klinischen Studie gezielt mit Acetylcystein behandelt. Dazu wurden die Probanden, die außerdem weiterhin mit normalen Medikamenten gegen die Erkrankung behandelt wurden, zunächst in zwei Gruppen eingeteilt. 27 Patienten erhielten zweimal täglich 600 mg Acetylcystein, während den anderen 24 lediglich ein Placebo verabreicht wurde. Nach 12 Wochen Versuchsdauer wurden die Patienten untersucht und verschiedene Parameter, wie allgemeiner Gesundheitszustand, Erythrozytensedimentationsrate, Schmerzintensität, Schweregrad der Behinderung und die Krankheitsaktivität zur Bewertung des Experimentes herangezogen.

Die Erythrozytensedimentationsrate deutete dabei auf die Entzündungswerte im Blut hin, während die Krankheitsaktivität, ermittelt mit dem sogenannten DAS28-Wert, geschwollene und schmerzhafte Gelenke bewertete. Das Ergebnis der Doppelblind-Studie zeigte zwar keine deutlichen Unterschiede im Bereich der Krankheitsaktivität zwischen den Vergleichsgruppen, jedoch ließen sich in anderen Bereichen Veränderungen feststellen. So verbesserten sich bei der Gruppe mit Acetylcystein Parameter wie allgemeiner Gesundheitszustand, Grad der Behinderung und Schmerzen.

Doch wie glaubwürdig sind die Ergebnisse dieser Studien? „Entscheidend für die Glaubwürdigkeit bei neuen Anwendungsmöglichkeiten sind letztendlich immer klinische Studien,“ sagt der Pharmakologe Prof. Aktories, Direktor der Pharmakologie und Toxikologie der Universität Freiburg, in einem Gespräch mit DocCheck. Häufig seien die Studien in ihrem Umfang deutlich zu klein, um eine klinisch bedeutsame Verbesserung überhaupt nachweisen zu können. Dies gelte besonders für Studien bei denen die Endpunkte mehr oder weniger subjektiv sind wie etwa allgemeiner Gesundheitszustand und Wohlbefinden. So wie es in der vorliegenden Studie der Fall ist.

„Erst bei großen Patientenzahlen werden Störfaktoren, die zu einem falsch positiven Ergebnis führen können, ausgeglichen. Das Ganze ist damit ein statistisches Problem. Eine Studie mit nur 100 Probanden ist natürlich viel störungsanfälliger und weniger aussagekräftig, als eine Studie mit 1.000 Probanden und mehr. Letzten Endes kommt es hier also auf die Statistik und die Güte der jeweiligen Studie an“, sagt Aktories. Da die Probandenanzahl der klinischen Studie am Menschen in Placebo,- und Medikamentengruppe zusammen nur 51 betrug, also lediglich 27 Personen, die tatsächlich Acetylcystein erhielten, ist die Aussagekraft dieser Studie nicht besonders hoch. Weitere Folgestudien mit einem größeren Stichprobenumfang und unterschiedlichen Dosierungen müssen also erst zeigen, welche Möglichkeiten die Anwendung des Antioxidans in diesem Bereich bieten kann.

Ein abschließendes Fazit

In Bezug auf die vieldiskutierte Rolle, die Acetylcystein im Kampf gegen Krebs spielt, legen bisherige Daten nahe, dass der Hustenlöser mehr Probleme als Vorteile mit sich bringt. Angesichts der Tatsache, dass Patienten mit chronisch obstruktiven Erkrankungen der Lunge den Wirkstoff häufig als Schleimlöser anwenden, sollte sogar untersucht werden, inwiefern die Einnahme von ACC hier ein gesundheitliches Risiko darstellen könnte: Schließlich handelt es sich hierbei häufig um langjährige Raucher mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Um Nutzen und Schaden des Wirkstoffs richtig einschätzen zu können, braucht es weitere aussagekräftige Studien.

Dass es sich lohnt, in verschiedene Richtungen weiter zu forschen, zeigt der Einsatz des Wirkstoffs in einem anderen Anwedungsgebiet: Als Antidot bei einer Paracetamolvergiftung ist die Gabe klar indiziert. Im Fall von Athritis braucht es aber ebenfalls mehr Studien. Auch wenn die Studienaussagen hinsichtlich positiver Effekte bei Arthritis einheitlich sind, so ist die Datenlage dennoch zu dürftig, um endgültige Schlüsse ziehen zu können. Bis dahin ist bei Vermutungen dieser Art wohl eher der Wunsch der Vater des Gedanken.

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Medizin, Pharmazie

11 Kommentare:

Heilpraktikerin

Sehr geehrter Herr Dr. Lorenz,
es tut mir leid, dass ich da nicht genauer werden konnte – ich hatte den Befund einmal vor 4,5 Jahren in der Hand und habe mir nicht gemerkt, ob es kleinzellig oder nicht kleinzellig war, zumal mir das damals ohnehin noch nichts gesagt hätte. Ich meine mich an einen Durchmesser von drei komma… Zentimetern zu erinnern (das erscheint mir relativ groß – aber ich bin ja auch keine Radiologin). Es entzieht sich auch meiner Kenntnis, warum der Tumor nicht operiert werden sollte (zumindest nicht vor einer Chemo-/Strahlentherapie). Zudem ist und war die Patientin auch nie bei mir in Behandlung – ich habe in meiner Praxis überhaupt keine Krebspatienten. Die 5-Jahres-Überlebensrate, die man ihr in der Uniklinik in Heidelberg genannt hatte, lag damals bei 5%. Hätte ich es also nicht erstaunlich gefunden, dass sie nach dieser Zeit noch bei relativ guter Gesundheit unter uns weilt, hätte ich darüber ja gar nicht schreiben müssen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass jemand den Anspruch hatte, diesen Krebs dauerhaft zu heilen, nicht mit und nicht ohne etablierte Therapie und das ist ja auch nicht geschehen. Allerdings hat man es offensichtlich geschafft, sie körperlich und psychisch so zu stärken, dass sie bis jetzt damit gut zurechtgekommen ist. Und das finde ich eine reife Leistung, von ihr als Patientin und von den Heidelberger Ärzten!

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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

Cystein ist ein prima Leber- und Zellschutzmittel. Bevor man so etwas bewährtes verbietet oder unter Kontrolle stellt, sollte man sich um Alkohol, Zucker und Zigaretten kümmern. Die Regulierungswut in der EU und in Deutschland hat meines Erachtens für den Verbraucher mehr Nachteile als Vorteile. Verordnete Einfalt und schlimmerer Bürokratismus als in der DDR. Wie wäre es mit Butter auf Rezept wegen der Gefahr des hohen Cholesterinspiegels. Verbote und Nachteile für Millionen, weil eine kleine Gruppe (nicht mal nachweislich) gefährdet ist ? Aus volkswirtschaftlicher Kosten-Nutzen Sicht ein klares Nein und die Aufforderung nach alternativen (Schutz) maßnahmen zu suchen.

#10 |
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Apotheker

schon bald nach der einführung von ACC wurde in der apothekerzeitung ein kritischer artikel veröffentlicht. in diesem wurden raucher vor der einnahme gewarnt. als grund wurde folgender wirkungsmechanismus aufgeführt:
ACC sprengt die disulfidbrücken im bronchialsekret; die so”zerkleinerten” partikel reizen die bereits durch das rauchen geschädigten bronchien noch mehr.
ich habe mich als apothekerin immer bemüht, rauchern alternative arzneien zu empfehlen, z.b.ambroxol oder auch einfache lutschtabletten wie isla moos. eine kehle die feucht ist, kratzt nicht so leicht.

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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Mir ist ACC als Antidot bei Paracetamolvergiftung bekannt.
Auch als Hustenlöser, um das Sekret zu verflüssigen.
Bei manchen Menschen greift es auch die Magenschleimhaut an, bei den meisten nicht.
#4: Wir können nicht dem Leben mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.
Von C. Saunders, Begründerin der Hospizbewegung.

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Heilpraktiker

Ich bin immer wieder erstaunt, wie seltsam oberflächlich und pauschaliert teilweise Publikationen über Biochemie bzw. Mikronährstoffe sind.
ACC ist letztendlich nichts anderes als die Aminosäure CYSTEIN (als Wirkstoff)..
Cystein hat u.a. die Eigenschaft Schleim zu verflüssigen (sofern man ausreichend trinkt), weshalb es als Schleimlöser eingesetzt wird.
Gleichzeitig ist aber Cystein eine Aminosäure, die notwendig ist, damit in der Leber GLUTATHION gebildet werden kann (dafür sind zwei weitere Aminosäuren erforderlich).
Glutathion ist wiederum für den biochemischen (Zell)Prozess GLUTATHIONPEROXIDASE GPX wichtig. Dieser Prozess wiederum ist abhängig von einer ausreichenden Versorgung mit SELEN, Mangan abhängig ist – und dieser Prozess ist es der ggf. einen Nutzen bei anderen Pathologien generiert.
Somit ist aber auch verständlich, dass ein Nutzen ggf. nur generiert werden kann, wenn es einen Patienten gegeben wird, der tatsächlich EINEN MANGEL an Cystein (oder Glutathion oder Selen) gegeben wird – und dessen Leberfunktion gut abläuft.
SOMIT WIRD VERSTÄNDLCIH, DASS ES AUCH KEINE „PAUSCHALIERTE“ ANTWORT GEBEN KANN, OB EIN MIKRONÄHRSTOFF „GUT“ ODER „SCHLECHT“ IST:
Und somit ist auch nachvollziehbar, dass es durchaus unterschiedliche Ergebnisse in Studienpublikationen geben kann (in denen ich oft die Information vermisse, ob im Vorfeld überprüft wurde, ob bei den Probanden überhaupt ein Mangel besteht).
Ist wie beim Auto:
Wenn in einem Reifen ein Mangel an Luft besteht, kann i.d.R. ein Nutzen generiert werden, wenn man Luft zuführt. Fehlt keine Luft, kann i.d.R. auch kein „Nutzen“ generiert werden – oder sogar ein Schaden begünstigt werden.
PAUSCHALIERT kann man also nicht sagen, dass „Luft“ gut oder schlecht ist – genauso wenig wie bei Mikronährstoffen.
Sofern man bei Krebspatienten in der Onkologie Glutathionspiegel MESSEN würde, könnte man ggf. oft feststellen, dass die Glutathionspiegel erniedrigt sind.
Genauso ist es auch bei anderen körpereigenen Mikronährstoffen – wie z.B. Vitamin D,
Selen, Vitamin C, Magnesium, Omega 3 Fettsäuren ….
Simple Biochemie oder Pathophysiologie
Das NICHT-MESSEN und ausführen „es gibt keine Mängel“ ist unwissenschaftlich und unprofessionell – genauso, wie zu denken, dass eine „pauschalierte“ Bewertung über Nutzen oder Nicht-Nutzen von Mikronährstoffen möglich ist.
> siehe z.B.
Orthomolekulare Medizin – ein Leitfaden für Ärzte und Apotheker, Uwe Gröber
Checkliste Komplementäre Onkologie, Dr. Peter Holzhauer, Uwe Gröber
https://www.biokrebs.de/images/download/Therapie_Infos/Glutathion.pdf

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Sorry, zur Ergänzung: einen nicht behandelten “relativ großen” malignen Lungentumor überlebt man normalerweise nicht 4,5 Jahre, wie Sie beschrieben, ohne Therapie. Die Tumorverdoppelungsrate ist zwischen den unterschiedlichen Entitäten zwar sehr unterschiedlich. Ist der Tumor allerdings zum Diagnosezeitpunkt schon “relativ groß”, wobei Ihr Geheimnis bleibt, was “relativ” ist, ist es “relativ” unwahrscheinlich, daß die Patientin jetzt noch lebt, wenn es sich um einen malignen Tumor handelt. Sehr geehrte Frau Kapraun, das ist keine wissenschaftliche Diskussion! Und gäbe es hoffnungs- und sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel, glauben Sie mir, ich würde sie als Raucher schon längst genommen haben.

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@#4:
Wenn ein Patient ein “relativ großes Lungenkarzinom”, das nicht operiert, nicht chemotherapiert und nicht bestrahlt werden kann wegen Nebenwirkungen, dann ist fraglich, ob es sich um ein NSCLC oder erst recht um ein SCLC überhaupt handelt oder eher um einen relativ gutartigen Tumor, von denen es ja auch noch ein paar gibt. Gibt es eine Histologie von diesem Tumor? Das ist ja die Kardinalfrage: über was für einen Tumor sprechen wir überhaupt? Dann kann man darüber anfangen, zu sprechen, ob “Nahrungsergänzungsmittel” überhaupt einen Sinn machen. Ist der Tumor gutartig, machen sie wohl keinen Sinn, ist er maligne, erst recht nicht, jedenfalls nicht in Konkurrenz zur etablierten Therapie.

#5 |
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Heilpraktikerin

Ich bin ziemlich begeistert von diesem Artikel. Meistens schließen sich Autoren einfach einer der beiden gegensätzlichen Meinungen an und der Leser kann sich dann entscheiden, ob er das glauben möchte oder nicht. Wie schön, dass mal jemand die Graustufen, Widersprüche und Unklarheiten herausarbeitet.

Mir ist das Problem mit den Antioxidantien schon bewusst, aber hat man nicht auch im Gemüse und Obst die höchstmögliche natürliche Dichte an Antioxidantien? Und deren Verzehr soll doch erwiesenermaßen vor Krebs schützen? Wegen der sekundären Pflanzenstoffe im Allgemeinen und Antioxidantien im Besonderen?

In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Dame mit einem relativ großen Lungenkarzinom. Es war leider nicht zu operieren und die Chemotherapie vertrug sie so schlecht, dass sie nach zwei Behandlungen abbrach, die Bestrahlung später ebenso. Sie wurde dann von Ihren Ärzten durch eine Ernährungsumstellung begleitet, unterstützt mit diversen Nahrungsergänzungsmitteln, u.a. Antioxidantien (im Einzelnen weiß ich es nicht mehr) und Weihrauch. Sie sieht trotz der damals miserablen Prognose nun ihr Enkelkind aufwachsen, ist sich bewusst, dass der Krebs jederzeit in eine neue Phase eintreten kann, aber sie lebt 4,5 Jahre nach der Diagnose noch mit sehr guter Lebensqualität und der Tumor ist seit Jahren inaktiv.

Ist es möglich, dass die Antioxidantien die gesunden Zellen so gut geschützt haben, dass der Tumor ihnen nichts anhaben konnte? Oder haben sie die Tumorzellen davon abgehalten, noch weiter zu entdifferenzieren?

Ich weiß nicht, wie ich persönlich mich an ihrer Stelle entschieden hätte. Vermutlich hätte mir für einen solchen “Selbstversuch”, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht, der Mut oder die Kaltblütigkeit gefehlt, aber ich bewundere die Entscheidung für die Lebensqualität, auch auf die Gefahr hin, dass sie auf Kosten der Lebenszeit gehen könnte. Glücklicherweise war es in diesem Fall nicht so – die Prognose ihrer Ärzte hat sie jedenfalls überschritten und ich hoffe, dass ihr das auch weiterhin gelingt.

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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

an Remedias cortex :
In Verbindung mit dem GLUTAMIN-Stoffwechsel u. dem Tripeptid Glutathion erhellt sich seine Bedeutung ; und wieder sind wir bei den Mitochondrien , denn alle SYNAPSEN sind wohlgepackt mit Mitochondrien – ohne deren Leistung keine adäquate Neurotransmitterfunktion

#3 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

unabhängig von der Bedeutung in der Proteinsynthese ist der Bezug zu Glutathion wesentlich ,seiner Reserve- u.Substitutionsfunktion an Halogen-,Nitro-,Phosphat-Sulfat- Gruppen sowie seine Entgiftungsfunktion .Nac hat Bedeutung im gesamten Krankheitsgeschehen ,inbes. durch seine Schwefelgruppe : die bes. Funktion erfüllt SH ( Schwefelwasserstoff ) als GASOTRANSMITTER neben NO, CO , CN .
Entscheidend ist der Schutz der Mitochondrien / M-Aktivität , die durch die ATP-Produktion ” Energie ” liefern ( Mitochondrien sind nur im übertragenden Sinne “Kraftwerke ; sie liefern keine Prozesswärme ).
Die ausreichende ATP-Produktion ist bei allen Erkrankungen elementar, bs aber im Krebsgeschehen ( Nobelpreis Otto Warburg , Heinrich Kremer ).
Ohne genügende ATP-Menge verhungern die Tumorpatienten trotz höchstkalorischer (Astronauten- ) Kost , da diese das Nahrungsangebot ( bei gleichzeitig zu wenig zugesetzten Isoprenoiden ( Q 10 ) u. Polyphenolen ( z. B. Epigallok., Curcuma , usw ) nicht umsetzen können.

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Nichtmedizinische Berufe

Acetylcystein – und bei Psychosen soll es doch auch helfen….https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/Praevention-erster-psychotischen-Episode-durch-N-Acetylcystein.php
bin fasziniert von der Vielfältigkeit der möglichen anwendungen

#1 |
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