Ein halbes Kilo AU, bitte!

17. September 2018

Krank oder arbeitsfähig? Der Marburger Bund fordert eine Option dazwischen: die „Teil-AU“. Patienten sollen die Möglichkeit haben, weiterhin zu arbeiten, aber nur einige Stunden pro Tag. Gerade psychisch Erkrankte sollen davon profitieren. Nicht alle finden die Idee gut.

Psychische Erkrankungen entwickeln sich laut dem AOK-Fehlzeitenreport 2018 zum gefährlichen Trend. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl an Krankschreibungen in dem Bereich mehr als verdoppelt. Ärzte haben bislang nur zwei Möglichkeiten: Dem Patienten einen „gelben Zettel“ auszustellen oder weiter in die Arbeit zu schicken. Der Marburger Bund bringt jetzt eine dritte Möglichkeit ins Gespräch, die sogenannten Teilkrankschreibungen. Ob es für Patienten förderlich ist „nur halb“ krankgeschrieben zu sein, daran scheiden sich die Geister.

Ein bisschen krankgeschrieben

Ginge es nach dem Marburger Bund sollen Ärzte künftig nicht nur Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Rudolf Henke, Chef des Marburger Bundes, kann sich vorstellen, dass Patienten mit psychischen Erkrankungen nur ein paar Stunden pro Tag zur Arbeit gehen. „Ich bin sicher, dass dadurch viele Fälle von längerer Arbeitsunfähigkeit verhindert werden und Patienten ihre Krankheit besser bewältigen können“, erklärt er gegenüber der DPA. „Tagesstruktur und Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen blieben erhalten, die Gefahr einer sozialen Isolation wäre deutlich gemindert.“ Ärzte sollten daher zum Beispiel verordnen können, dass ein Patient vier oder sechs Stunden Schonung bekommt, sagte der Verbandschef.

Henkes Vorstoß ist nicht neu. Er greift einen Beschluss des letzten Ärztetags auf. Delegierte hatten den Gesetzgeber aufgefordert, Grundlagen für eine mögliche Arbeitsminderung zu schaffen. „Speziell bei psychischen Störungen, insbesondere den Depressionen, gibt es wiederholt das Problem, dass eine Krankschreibung (…) eher zu einer Verstärkung der Symptomatik führt und bezüglich der Heilung kontraproduktiv ist“, argumentierten die Antragsteller. Oft komme die Angst um den Arbeitsplatz hinzu. Bei Teilkrankschreibungen blieben die Tagesstruktur und der soziale Kontakt zu Kollegen erhalten.

Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hatte Ende 2015 ähnliche Maßnahmen empfohlen – und zwar für alle Erkrankungen. Doch der damalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wollte das heiße Eisen nicht anfassen. Und sein Nachfolger Jens Spahn (CDU) schweigt ebenfalls. Aus gutem Grund: Laut GKV-Spitzenverband steigen die Ausgaben im Bereich des Krankengeldes stetig an. Versicherungen würden sich über eine solche Bremse freuen. Vor den Landtagswahlen 2018 macht in Berlin niemand solche Pulverfässer auf.

Seelische Erkrankungen: 67,5-prozentiger Anstieg

Das Thema ist mehr als ein verspäteter Lückenfüller im Sommerloch. AOK-Daten zufolge hatten Ärzte 5,3 Prozent aller Versicherten letztes Jahr krankgeschrieben, was Vergleichswerten aus dem Vorjahr entspricht. Wenig überraschend stehen Atemwegserkrankungen (49,9 Fälle je 100 Versicherte) und Muskel-Skelett-Erkrankungen (34,1 Fälle je 100 Versicherte) als Gründe einer Arbeitsunfähigkeit ganz oben auf der Liste. Mit 11,2 Fällen je 100 AOK-Mitglieder folgen Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen. Anders als bei den erstgenannten Leiden kam es im seelischen Bereich zwischen 2007 und 2017 zu einem 67,5-prozentigen Anstieg. Außerdem waren die Fehlzeiten pro Krankschreibung mit 26,1 Tagen doppelt so hoch als der Schnitt von 11,8 Tagen über alle Diagnosen gemittelt.

 

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Krankengeld-Ausgaben für gesetzlich Versicherte © GKV-Spitzenverband

Betriebsärzte: „Eine gute Sache“

„Teilkrankschreibungen sind eine sinnvolle Idee, ich kann die Einschätzung des Marburger Bundes nachvollziehen“, so Dr. Anette Wahl-Wachendorf im Gespräch mit DocCheck. Sie ist Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Ihrer Einschätzung nach braucht es jedoch mehrere Akteure, nämlich den Betriebsarzt, den niedergelassenen Arzt sowie den Unternehmer. Warum? „Manche Tätigkeiten stellen sich in der Praxis nämlich ganz anders dar, als man vermutet. Ein Techniker muss beispielsweise nicht zwangsläufig körperlich arbeiten, er kann auch Vorgesetzter sein oder Aufgaben im Büro haben“, weiß Wahl-Wachendorf. „Im ersten Schritt müssten Hausärzte deshalb Einschätzungen des Betriebsarztes abfragen, diese Verzahnung ist wichtig.“ Ansonsten bestätigt die Expertin, dass Arbeit zur Gesundung beitragen kann. Neben psychischen Erkrankungen nennt sie vor allem Wirbelsäulenerkrankungen. „Der mehrmonatige Ausfall ist für Patienten nicht förderlich.“

Niedergelassene Ärzte: „In der Praxis kaum handhabbar“

Niedergelassene Kollegen sind skeptisch. „Die Beurteilung einer Teilarbeitsfähigkeit halte ich für äußerst schwierig“, so Dr. Hans-Jürgen Bartels, Allgemeinmediziner aus Breuberg, gegenüber DocCheck. Die Erfahrung lehre, dass eine Stundenangabe bei Krankschreibungen nicht möglich sei. „Eine schnellere Genesung halte ich für nicht gegeben“, lautet sein Fazit.

Vincent Jörres vom Deutschen Hausärzteverband spricht von einem „gut gemeinten Vorschlag“, welcher „in der Praxis jedoch kaum handhabbar“ sei. Ein solches Modell müsste die jeweilige konkrete Situation am Arbeitsplatz im Blick behalten. Der Arzt müsste in jedem Einzelfall entscheiden, ob die Arbeitsumgebung für den einzelnen Patienten zumutbar sei, oder nicht. Außerdem sieht Jörres die Gefahr, dass Patienten mit Teilkrankschreibung auf Druck ihres Arbeitgebers länger arbeiteten als ärztlich vorgesehen.

Gewerkschaften: „Schutz des Arbeitnehmers berücksichtigen“

Ähnlich skeptisch reagieren Gewerkschaften. Martin Gross von ver.di Baden-Württemberg zufolge seien Arbeitsminderungs-Bescheinigungen – wenn überhaupt – nur auf Wunsch des Arbeitnehmers zu erstellen. Ärztliche Entscheidungen lehnt er ab. „Ich glaube, dass es gut gemeint ist, aber dass Mediziner oft den arbeitsrechtlichen Aspekt, was Arbeitgeber daraus machen können, nicht berücksichtigen“, so Gross im Gespräch mit SWR Aktuell. „Wir haben nach wie vor einige Betriebe, die olympiareife Belegschaften wollen. Da ist der Schutz des Arbeitnehmers wichtiger.“

Psychologen: Arbeit oder AU, es bleibt bei individuellen Entscheidungen

Bleibt zu klären, ob Henkes These, Patienten würden von Teilkrankschreibungen profitieren, aus psychologischer Sicht stimmig ist. Dr. Sarah Liebherz vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat zusammen mit Kolleginnen und Kollegen die wissenschaftliche Literatur gesichtet. Entstanden ist eine Entscheidungshilfe für Menschen mit seelischen Erkrankungen. Als wesentliche Chancen nennt Liebherz:

  • Arbeit ist gut für die Gesundheit und für das Wohlbefinden. Mehr als sechs Monate ohne Job, aus welchen Gründen auch immer, gelten als gesundheitlicher Risikofaktor.
  • Arbeit sichert die Teilhabe am Leben, schafft Erfolgserlebnisse und hilft, soziale Kontakte zu knüpfen.
  • Je länger man komplett aussetzt, desto schwerer ist der Wiedereinstieg.

Dem stehen einige Risikofaktoren gegenüber:

  • Stress, Überforderung im Job oder Schichtarbeit können psychische Erkrankungen verschlechtern.
  • Vorgesetzte oder Kollegen haben bei psychischen Erkrankungen mitunter kein Verständnis und kritisieren erkrankte Angestellte.

Liebherz rät allen Patienten, ihre Entscheidung sorgsam abzuwägen. Diese Möglichkeit haben Betroffene bei Teilkrankschreibungen nicht mehr.

Brauchen wir die Teil-AU überhaupt?

Schon heute ist die stufenweise Wiedereingliederung, oft „Hamburger Modell“ genannt, nach längerer Krankheit unter ärztlicher Aufsicht möglich. Die tägliche Arbeitszeit wird dann schrittweise erhöht. Angestellte erhalten Krankengeld oder Übergangsgeld. Sie gelten auch in dieser Zeit als arbeitsunfähig. Nach Oliver Fröhlke, Experte für Wiedereingliederungs-Management bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), kennen viele Arbeitnehmer dieses Programm allerdings gar nicht nicht. „Sogar Ärzte sind oft schlecht informiert“, so Fröhlke. Ob es neue Formen der AU braucht, bleibt fraglich.

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28 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Danke für die interessanten Beispiele aus anderen Ländern. Mir fällt auf, dass besonders in Skandinavien und der Schweiz das “Vertrauen” der Arbeitgeber zu den Arbeitnehmern höher ist. Das liegt vermutlich daran, dass die Arbeitsverhältnisse seltener prekär sind.
Schlechte Arbeitsbedingungen verursachen mehr Fehltage als ein gutes soziales System, leider denken viele nur an kurzfristige Gewinne und wälzen die Konsequenzen in Form von Krankengeld, Rehakosten, Frühberentungen auf die Allgemeinheit ab.

#28 |
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NORWEGEN
– Krankmeldung:
Als Arbeitnehmer haben Sie das Recht, sich selbst krank zu melden („egenmelding“), ohne eine Krankschreibung von einem Arzt vorzulegen.
Grundsätzlich kann man sich für bis zu drei aufeinander folgende Kalendertage krank melden. Danach müssen Sie eine Krankschreibung von einem Arzt vorlegen. Sie können sich bis zu viermal innerhalb von zwölf Monaten selbst krank melden.
Um sich selbst krank melden zu können, müssen Sie mindestens zwei Monate bei einem Arbeitgeber gearbeitet haben.
– Krankschreibung:
Sind Sie länger als die drei Kalendertage, für die Sie sich selbst krank melden können, krank, müssen Sie wegen der Krankschreibung (“sykmelding”) einen Arzt konsultieren. Wenn der Arzt der Meinung ist, dass eine Krankschreibung notwendig ist, nimmt er diese für den von ihm für angemessen gehaltenen Zeitraum vor. 
Der Arzt soll auch einschätzen, ob Sie eine vollständige Krankschreibung brauchen (100 %) oder ob Sie etwas arbeiten können und eine abgestufte Krankschreibung ausreicht. Zum Beispiel können Sie zu 50 % krank geschrieben sein und Ihre übliche Arbeit 50 % der Zeit ausführen. Ihr Arbeitgeber soll Ihre Arbeit, wenn nötig, anpassen und Sie während der Krankschreibung betreuen. Dafür käme eventuell eine sogenannte „aktive Krankschreibung“ („aktiv sykmelding“) oder eine andere Maßnahme von NAV infrage.
http://www.nyinorge.no/de/Ny-i-Norge-velg-sprak/Neu-in-Norwegen/Gesundheit/Krankheit/

SCHWEIZ
Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit / Schwangerschaft – Rechte und Pflichten
Was kommt für Angestellte zur Anwendung? Meldung an den Arbeitgebenden
Wenn Sie krank sind oder infolge Schwangerschaft nicht arbeiten können, informieren Sie Ihren Arbeitgebenden. Meistens müssen Sie erst ab dem dritten Arbeitstag ein Arztzeugnis vorlegen, manchmal ab dem ersten Tag (je nach Bestimmung Ihres Arbeitsvertrags). Wenn Sie teilweise arbeitsunfähig sind, muss das Arztzeugnis Auskunft darüber geben, wie viele Stunden Sie arbeiten dürfen.
Werden Sie während Ihren Ferien krank, so müssen Sie Ihren Arbeitgebenden informieren. Für die Tage, an denen Sie krank waren und dies mit einem Arztzeugnis belegen können, müssen Sie keine Ferientage beziehen.
Lohnfortzahlung bei Krankheit
Die Arbeitgebenden sind verpflichtet, ihren Mitarbeitenden bei Krankheit für eine gewisse Zeit den Lohn zu 100 % weiter zu bezahlen. Die Mindestdauer ist gemäss Obligationenrecht OR drei Wochen im ersten Dienstjahr, nachher ist der Lohn für eine angemessene längere Zeit zu entrichten, je nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses und den besonderen Umständen. Gemäss Gerichtspraxis richtet man sich nach der Berner-, Basler- und Zürcher-Skala. Andere Abmachungen sind möglich, sie müssen aber für die Arbeitnehmenden mindestens gleichwertig und schriftlich (im Arbeitsvertrag z.B.) oder im Normalarbeitsvertrag / Gesamtarbeitsvertrag festgelegt werden.
https://www.ch.ch/de/arbeitsunfahigkeit-infolge-krankheit-schwangerschaft-rechte/

#27 |
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HPA Juliane Deinzer
HPA Juliane Deinzer

PRO TEILKRANKSCHREIBUNG

Also selbst bei einer Krankheit, die einen 200% AU-macht, gibt es doch mal eine Übergangsphase, in der man schon “ein bisschen” machen und leisten kann. Selbst bei einer 5-tägigen Grippe, oder einem Gicht-Anfall. Heutzutage ist es schon schlimm genug, wenn man krank wird und ausfällt. Aber welchen gemeinen Lügnern ist es zu verdanken, dass viele Arbeitgeber misstrauen, dass man “krank absichtlich macht”? Ich meine, wieviele Kollegen meines Mannes schleppen sich hoch erkältet und schnupfend ins Geschäft (sonst könnte man das bei einer größeren Erkältungswelle zumachen)? Dass man Krankheit immer “ansehen” muss, ist auch ein riesengroßes Unding der Gesellschaft. Gerade bei der größeren Anzahl der arbeitswilligen arbeitenden Bevölkerung wäre eine Teilkrankschreibung die Möglichkeit, “alles” zu geben, d.h. wieder FRÜHER an die Arbeit zu gehen.

Eine Teilkrankschreibung war bis jetzt wohl noch nicht üblich, habe das selbst erlebt (hätte nur 3-4x am Tag 5min. meinen Rücken wo anlehnen können müssen, dann wäre es super gewesen, aber gab nur “Ganzkrankschreibung”, ein Armutszeugnis der Medizin!! Ich meine, was hilft Einem, mal 2 Tage Zuhause zu bleiben, oder mit Schmerzen zu arbeiten, weil es da nix dazwischen gibt? Ach ja, der Arbeitgeber war dann trotzdem skeptisch, ob das wieder wird obwohl Unfall).

Zum Kommentar vor mir: tut mir ganz, ganz, ganz aufrichtig leid! Ja, viele Ärzte sind das Gegenteil von dem, für das sie stehen: dass wenigstens sie sich etwas “auskennen”. Wenn man Heilberufler ist, wird von einem (vor Ärzten vor allem) verlangt, dass man selbst genau weiß, wie schnell man gesund wird, und dass man vor allem ganz schnell gesund wird. Mit solchen Menschen ist leider kein Blumentopf zu gewinnen. Finde ich auch so schade, bin gerade die ganze Zeit nur eingeschränkt leistungsfähig, und gebe über 150%- zuhause (frei lernend + alles andere, was anfällt, da komme ich auch nicht nach). Nach Möglichkeit kann ich Ihnen nur raten, sich so bald es irgendwie geht auf eigene Beine zu stellen. Kommt hoffentlich dann auch viel mehr dabei raus (mit Anerkennung Ihrer Leistung). Anscheinend haben ihre Arbeitgeber keinerlei Sinn dafür, dass die Gemeinschaft a) die volle Krankschreibung mitfinanzieren müsste, b) es sinnvoll ist, immer so viel zu leisten, wie man kann.

#26 |
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Aus eigener Erfahrung als Ärztin: ich kämpfe mich nun schon länger mit einer Teil-AU herum, ohne jegliche Unterstützung durch die Arbeitgeber (Spital), was schon traurig genug ist. – im Gegenteil: die Kollegen haben mich bei Arbeitseintriit mit reduzierte Belastungsintensität und -Dauer gemobbt und gefordert, ich soll erst wieder arbeiten, wenn ich volle Arbeit wie alle anderen verrichten könne. Statt unterstützende Gespräche mit dem Arbeitgeber, hat dieser den Druck noch erhöht und Prognosen von mir gefordert, wann ich wieder voll einsatzfähig wäre – das gerade mal 2 Wochen nach Einsatzbeginn mit 50%/4h pro Tag, woran sich im Übrigen kein Vorgesetzter hielt und keiner darum kümmerte, dass dies eingehalten wird! Und wir reden hier wie gesagt von ärztlichen Führungskräften! Es kam sogar der “schlaue” Vorschlag aus der Personalabteilung, ich solle mich doch 3 Monate in Ruhe erholen, und dann wiederkommen, wenn ich wieder vollauf bin!?! Was ist mit Erkrankungen, die keine Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit erlauben? In der Reha habe ich von Mitpatient/- innen erfahren, dass diese Art Behandlung im Arbeitsumfeld kein Einzelfall darstellt. Umso schlimmer im Medizinbereich unter Ärzten!
Keinerlei Begleitung/Untertsützung von nirgendwo, man steht mit dem Problem völlig alleine da. Und das in der Schweiz, wo es angeblich so wunderbar funktionieren soll. Soviel zu Theorie und Praxis.

Letztendlich muss das Problem gesellschaftlich und politisch gelöst werden, und Anreize/Unterstützung/Verpflichtungen von Arbeitgebern im Umgang mit eingeschränkten Mitarbeitern vorhanden sein – denn sonst gilt wie immer auf dem Arbeitsmarkt überall das Prinzip des Stärkeren/ unbegrenzt Belastbaren…das tut weh, umso mehr, wenn man intellektuell kein bisschen eingeschränkt ist!

#25 |
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Teil-Au kann eine sehr gute Sache sein. Gibt es ja schon lange im Rahmen der “Wiedereingliederung” für Kassenpatienten nach langer Krankheit und funktioniert dort gut. Auch im D-Arztwesen ist der “Arbeitserprobungs- und Belastungsversuch” Alltag. Probleme gibt es eher mit den Arbeitgebern als wie mit den Arbeitnehmern, die oft froh sind, weil sie wieder unter Menschen kommen und sehen dass es voran geht. Schwierig ist es bei Arbeitnehmern, die auf Montage auswärts arbeiten bzw. die auf Tour sind (Kraftfahrer). Die sitzen dann irgendwo im Bauwagen oder müssen die Tour doch noch zu Ende fahren……
Mich wundert, dass die Kollegen z. T. so große Abneigung zeigen bzw. offenkundig dieses Instrument nicht kennen. Es erleichtert die tägliche Arbeit enorm, wenn es gelänge, dieses Instrument schon ab Tag 1 zu nutzen.

#24 |
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Ich kenne das Modell aus Skandinavien und fand, dass es sehr gut funktionierte. Wenn ich recht erinnere, war das da bis zu einem Jahr möglich, bevor offiziell Arbeitszeit reduziert oder aufgegeben werden musste. Nach meiner Wahrnehmung wurde das nicht über Gebühr strapaziert oder ausgenutzt. Es gibt einfach Zeiten, in denen man nicht völlig au ist, aber auch nicht vollzeitig leistungsfähig. Im Zweifelsfall endet das dann doch in au, wenn es keine Alternativer gibt. Das Hamburger Modell greift ja erst nach bereits eingetretener (und vielleicht liebgewonnener?) AU, Die Teil-AU verhindert den Rausfall aus den vertrauten Strukturen und die Gewöhnung ans zu Hause bleiben, die die Rentenkarriere mancher Neurastheniker einleitet.

#23 |
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Heilpraktiker

Das hieß in der ehemaligen DDR “Schonplatz” und funktionierte sehr gut. Sind jedenfalls meine Erfahrungen.

#22 |
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Krankenpflegehelferin

# 19 : Es ist tatsächlich so, daß man sich ganz genau die Realitäten – auch wenn sie variieren – anschauen muß, was teilw. auch Ärzte schlecht können. Daher ließe sich Ihr Kommentar noch erweitern. Aber nur auf dieser Grundlage läßt sich urteilen, und dann wäre da halt ein dickes Problem ( ein´s mehr ) …

#21 |
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Dr. med. Poppele Manfred
Dr. med. Poppele Manfred

Den Titel “1/2kg AU” halte ich in der Sache und Diktion für völlig unangemessen., auch wenn sprachlich Provokation damit beabsichtigt ist.
Wie in mehreren Kommentaren von in der Schweiz tätigen Kollegen zum Ausdruck gebracht, ist dort die Feststellung einer Teilzeit-AUF Praxisalltag. Die Formulierung “Krankschreibung” ist m.E. irreführend, denn eine Krankheit mit oder ohne Leistungsminderung ist ein Fakt, die Krankheit wird nicht geschrieben, sondern festgestellt. In meiner 9-jährigen Erfahrung als Psychiater bei einer Schweizer Sozialversicherunhgsanstallt (im RAD) kann ich nur sagen, dass Bescheinigungen einer AUF 100% über Wochen und Monate hinweg die Wiedereingliederung massiv erschwert. Eine Depression lässt sich nach den Vorgaben ICD-10 F 32/33 durchaus quantifizieren 32.0 (leicht-),31.1 (mittelgradig), 32.2 schwer ohne psychot.Symptome, F33 hierzu analog. Wenn Allgemeinmediziner sich damit überfordert fühlen, steht der Überwseisung und fachgerechten Behandlung in einer psychiatrischen Praxis nichts entgegen.

#20 |
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Mitarbeiter Industrie

Ein Kollege von mir hatte im letzten Jahr einen Bandscheibenvorfall und sollte damit begleitend zur medikamentösen Therapie (Cortison und Schmerzmittel) weiter arbeiten gehen, um ggf. auftretende Ausfallerscheinungen schneller erkennen zu können und, weil seine Arbeit durchaus mit der Behinderung durch die Erkrankung zu erfüllen war.
Nach spätestens 6 Stunden war allerdings die Luft raus. Zum Glück haben wir einen kulanten Arbeitgeber, so dass hier durch Überstundenabbau die Möglichkeit bestand, eher in den Feierabend zu gehen. Ansonsten wäre die einzige Möglichkeit eine Komplett-AU gewesen.
Für u.a. solche Fälle sehe ich die Teil-AU durchaus positiv. Auch wenn sie immer in Absprache mit dem Patienten erfolgen sollte (als Maurer am Bau oder als Maschinenbediener wäre das – bei der angewiesenen Medikation – sicher nicht sinnvoll gewesen).
Man muss die Sache also von mehreren Gesichtspunkten aus sehen und ich denke, dass gute Haus- und auch Fachärzte, die sich um ihre Patienten kümmern/sorgen, hier eine Möglichkeit an die Hand gegeben bekommen, um sinnvoll die Heilung oder Therapie zu unterstützen.
Was nicht sein darf, ist die Ausnutzung durch Arbeitgeber (“Laß dich doch nur Teil-AU schreiben, dann schaffst du wenigstens noch was.”), die Entscheidung des Arztes eine Voll-AU auszustellen, darf nicht in Frage gestellt werden.

@Nr.2: Da es leider nicht nur “gute” Ärzte gibt (wir hatten selbst in meiner Heimat einen Doc-Holiday) und auch Patienten zum Teil großmütig die AUs der Ärzte ausnutzen, sehe ich ihre Kommentare zum Therapiezwang und zum “An den Pranger stellen” durchaus kritisch.
Klar ist: Jeder, der es braucht, sollte alle Möglichkeiten haben, die unser Sozialstaat zur Verfügung stellt.
Klar sollte dann aber auch sein: Jeder der es nicht braucht, sollte “demaskiert” werden. Wenn es weniger “Schmarotzer” gebe, würde unser Sozialsystem auch nicht so vor sich hin kränkeln.

MfG, M. Schüngel

#19 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Der Idee stehe ich grundsätzlich offen gegenüber. Nicht selten kommen Zweifel auf, ob ein Mitarbeiter arbeitsunfähig ist. Immer wieder endet ein Arbeitsverhältnis mit einem “gelben Schein”. Musterbeispiel: Zoff zwischen zwei Mitarbeiterinnen, weil der Gatte der einen das Bett mit der anderen teile und dann wieder zurück ging aber mit der anderen immer wieder Kontakt hielt. Dieser Zickenkrieg wurde durch AU entschärft, in denen ich 6 Wochen Lohnfortzahlung leisten musste. Die Therapie bestand ausschließlich in Krankschreibung. Keine Medikamente, keine Psychotherapie. Wochenlang zu Hause gesessen, Kind in der Schule und die Decke ist ihr auf den Kopf gefallen.

Noch ein Aspekt: Selbstständigkeit fördert die Gesundheit! Wo Arbeitnehmer sich eine Auszeit gönnen schauen Selbstständige, was sie noch machen können.
Und wie sieht es mit dem Arzt als Arbeitgeber aus? Würde er jeder/m MFA einen AU ausstellen?
Sicher gibt es jetzt einige Daumen runter. Nach 26 JAhren Erfahrung in der Selbstständigkeit kann ich aber damit leben.

#18 |
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Nichtmedizinische Berufe

Eine Teil-Krankschreibung führt unter den Kollegen zum Mobbing des teilkrankgeschriebenen Patienten. Solange man jemandem nicht ansieht, dass er krank ist, wird immer gemunkelt werden, ob der (Teil-)Krankgeschriebene einen “besonders guten” Arzt hat, der ihm “Blanko-AUs” ausstellt.
Ich lehne daher Teil-Krankschreibungen ab.

#17 |
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Dr. Florian Seger
Dr. Florian Seger

Seit 18 Jahren arbeite ich in der Schweiz als Neurologe und Psychiater.
Die Teilarbeitsfähigkeit ist hier schon mindestens seit dieser Zeit ein festes Konzept, dass sich bewährt hat. Selbst für einige körperliche Erkrankungen lässt sich das anwenden.
Es ist fester Bestandteil der beruflichen Rehabilitätion und Reintegration
Es wird hier nach Zeit und Leistung differenziert, auch können u.U. bestimmte Tätigkeiten möglich sein und andere ausgeschlossen werden.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben hier auch eine Mitwirkungspflicht.
Oft können durch eine rasche – wenn auch teilweise – Rückkehr an den Arbeitsplatz einige negative Folgen abgewendet werden.
Sicher ist es oft schwer am Schreibtisch über die Arbeitsfähigkeit zu entscheiden. Dafür gibt es die Möglichkeit der Teilarbeitsfähigkeit oder der Arbeitserprobung am angestammten Arbeitsplatz. Das ist sicher besser, als ein Alles oder Nichts-Prinzip, bei dem ja letztlich oft auch über den Daumen die Arbeitsfähigkeit geschätzt wird – mit dem Risiko von 100% Falschbeurteilung.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Das ist schon längst gültige Gesetzeslage, also juristisch längst Praxis : Klar, allerdings nicht bei den Arbeitsunfähigkeitsattesten.Das giltz für die Erwerbsunfähigkeitsrente.Hier sollte jeder klar gelernt haben, zwischen totaler Krankheit und Erwerbsunfähigkeit , die in verschiedenen Graden bemessen wird, gemäß dem geltenden Gesetz differenzieren zu können:
Wer keine drei Stunden pro Tag arbeiten kann, ist erwerbsunfähig.
Dann wird wohl gestaffelt:Je nachdem , wieviele stunden pro Tag der chronisch Kranke zu arbeiten vermag-heißt:wieviel ihm zugemutet werden kann-und diese Zumutungen seien bitte nicht sadistisch-faschistoid, denn solche Charaktere solcher zumutungen kennen wir auch und das ende dieser Schleifereien ist auch bekannt:
Dann gilt also:Ab mehr als 3 Stunden pro Tag beginnt die Arbeitsfähigkeit.
Warum hinkt hier alles hinterher in der Berichterstattung?
Weil diese gute Differenzierung bisher nicht üblich ist in den gemeinen Arbeitsunfähigskeitsbescheinigungen.Usf-…etc
Guter Beitrag, der zu DENKEN aufgibt.

#15 |
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dr. med. Petro-Alexander Rarei
dr. med. Petro-Alexander Rarei

Teil-AU ist Unsinn, weil beliebig auslegbar!- Besser und dringend notwendig wäre die Einführung von 3 Karenztagen, in denen keine Lohnfortzahlung stattfände! Dann wären die blauen Montage “over”! Auch wäre es sinnvoll, eine Arzt-Kontaktgebühr einzuführen, um die übermäßige Arztfrequentierung in deutschen Landen auszubremsen! In unserem paternalistischen/maternalistischen(Mutti!) Wohlfühl- und Wohlfahrtsstaat ist das leider Gottes bislang nicht möglich! Jede Gruppe bedient sich hier selber, so gut sie kann und solange unser Nachtwächterstaat das mitmacht….Es muss wohl erst. die Staatskasse leer sein, bevor sich etwas ändert!

#14 |
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Und… welche, nach Aussagen meines Lieblingschirurgen Dr. M ,sehr schwere psychische Erkrankung habe ich nun???

#13 |
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Fortsetzung… Doc Volland hat mich netterweise adoptiert. Liebe Knuddelgrüsse von N.Davidoff

#12 |
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Nun, ja, wenn ich täglich und unberechenbar meine Dramen, Impulskontrollverluste , und temper tantrums ausleben darf, dann komme ich gerne, egal wohin und zu wem .

#11 |
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Anita Fröhlich
Anita Fröhlich

Spannend- ich arbeite als Hausärztin in der Schweiz und wusste gar nicht, dass es in andern Ländern NICHT die Möglichkeit einer TeilAUF gibt. Bei uns etwas völlig Selbstverständliches und im Alltag sehr Bewährtes, und durchaus nicht nur für psychische Erkrankungen! Ich kann auf dem Formular auch klar formulieren, worauf sich die Teilfähigkeit bezieht, zb nur 5 STd/ Tag, nur drei Tage/Woche, max 5 kg heben etc pp.

#10 |
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Petra Wein
Petra Wein

Stufenweise Wiedereingliederung ist bei keiner privaten Krankenversicherung vorgesehen:
Nach 6 Wochen Krankheit zahlt die Versicherung das vereinbarte Krankengeld nur bei kompletter Krankschreibung, der Arbeitgeber zahlt das Gehalt nur bei voller Arbeit.

#9 |
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Dr. Ulrike Michel
Dr. Ulrike Michel

Ich frage mich, warum die Belastung nicht VOR der ganzen Burnout-Katastrophe verminderbar ist, bevor der ganze Teufelskreis in Gang kommt. Heute sind viele PatientInnen schon so gut informiert, dass sie ganz gut beurteilen können, wann es zuviel wird, und WAS zuviel ist. Dann sollte aber jemand zuhören und eingreifen, nur … Wer? Das geht (noch) nicht die Ärzteschaft an, sondern die Führungskräfte. Aber die quetschen lieber die letzte Kraft aus den Menschen. Was “optimieren” und “Ressourcensparen” genannt wird, ist heutzutage oft schon pure Menschenverachtung. Wär das nicht eine Option, DORT anzusetzen? Es muss nach oben hin klar werden, dass die Arbeitenden im Grunde alle in einem Boot sitzen, wenn es solide, langfristige Erfolge geben soll. Wie soll das denn alles weitergehen, wenn zB das Pensionsalter immer höher raufgesetzt wird??? Die teuren müden Alten werden durch Junge ersetzt, die das erbarmungslose Spielchen noch durchhalten … ? Denkt das irgendjemand auch mal zu ende?

Für die Teil-AU-Machbarkeit gäbe es eine logische Lösung: die Betroffenen mitreden lassen! Sie wissen am besten, ob die Mobberei dann noch schlimmer wird, und ob ihre Tätigkeit solche Stückelungen überhaupt erlaubt. Ohne Zusammenarbeit mit den Betroffenen geht das ja sowieso nur schief. Also sollte mit ihnen besprochen werden, was individuell gut und sinnvoll ist. Dann könnte das doch funktionieren und es könnte auch von den Betroffenen entsprechend positiv aufgenommen werden. Schließlich ist gerade das Nichtmitbestimmenkönnen über die eigenen Belange ein ganz wesentlicher Burnoutfaktor.

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Ärztin

Ich habe als Gutachterin der BA sehr viel damit zu tun. Die so genannte “stufenweise Wiedereingliederung” tut mir zwar grammatikalisch weh, ist aber (und das Thema hatten wir auf DocCheck neulich schon) eine gute Sache. Ansonsten gibt es viele Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation. Wir Ärzte der BA helfen gern. Auch mit technischer Ausstattung.

#7 |
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Dr. rer. nat. Uwe Brinkmann
Dr. rer. nat. Uwe Brinkmann

Lassen sie mich das mal so ausdrücken:
Ohne geht’s nicht, aber mit auch nicht.
Prinzipiell ist die Teil AU keine schlechte Idee.
Nicht jeder Betrieb hat aber eine Schwerbehindertenvertretung oder Betriebsrat.
Auch ein Integrationsfachdienst ist nicht immer vor Ort.
Von betrieblichem Gesundheitsmanagement und Betriebsärzten und Allgemeinmedizinern würde ich doch bei psychischen Erkrankungen auf Abstand gehen. Das ist Angelegenheit der Fachärzte.
Da müssen wir uns mal richtig Gedanken machen, aber gewisse Gruppen außen vor lassen, sonst versandet das.

#6 |
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Marburger Bund (mb) – keine Ahnung, aber gut, dass wir darüber geredet haben?
Der Marburger Bund (mb) vertritt die gewerkschaftlichen Interessen der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Das sind überwiegend Klinikärzte oder Kollegen im Öffentlichen Dienst. Diese wissen oft nicht einmal, wie eine Arbeitsunfähikeits-(AU)-Bescheinigung aussieht oder ausgefüllt werden muss. Eine Fülle von Beispielen haben wir davon in meiner Praxis.
Der MB ist sicherlich der letzte Verband, der mir eine “Teilkrankschreibung” erklären kann. Eine “Stufenweise Wiedereingliederung” hat der mb-Vorstand wohl noch nie in seinem medizinischen Leben ausgefüllt.
Mitglieder des Deutschen Hausärzte Verbandes füllen beide Vordrucke bereits mit Einsatz ihres Kleinhirns aus. Bei distaler Radiusfraktur könnten unsere Patientinnen und Patienten ihren Computer theoretisch auch mit nackten Füßen bedienen – müssen sie aber auch mit “Teilkrankschreibung” nicht.
Dass insbesondere für psychische und psychosomatische Erkrankungen eine spezielle Teilkrankschreibung hervorgeholt wird, belegt eine besondere Geringschätzung bio-psycho-sozial bedingter Störungen. “Die könnten doch wenigstens teilweise arbeiten gehen”.
“Teilkrankschreibung” vs. “Stufenweise Wiedereingliederung” nach dem “Hamburger Modell”: letztere haben viele mb-Mitglieder wohl noch nie ausgefüllt?
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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Otto Niemeyer
Otto Niemeyer

Krank oder arbeitsfähig? Falsch, mann muss auch die Frage stellen, Krank und arbeitsfähig?

Eine Mitarbeiterin von mir(Vorgesetzte) war AU geschrieben mit der Diagnose E.78.0 nach IDC 10. Wo hindert eine endokrine erkrankung wie o.g. an der Arbeitsleistung? Es liegt eine Erkrankung vor, aber keine AU!

MfG

otto

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Habe ich als Hausarzt in der Schweiz praktisch tgl. Gemacht. Von 25 % , auf 50, 60 , 70 %. Alles war möglich. Völlig normal. Man hat geschaut ob der Patient anders eingesetzt wurde, ob es Mobbing gibt, ob der Chef sich an Absprachen hält. War super, für alle Krankheiten. Auch die Depressiven haben es bevorzugt langsam wieder einzusteigen. Also der Blick in Nachbarländer lohnt sich!

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Johann Potakowskyj
Johann Potakowskyj

Im Prinzip macht das unser AMS ja schon. Anstatt behandelt werden Arbeitslose mit Psychischen Erkrankungen statt Behandlung einem Coaching oder einem Heilenden Kurs zugeordnet. Depressive Arbeitslose werden angehalten in Sälen gemeind#sam mit 45 anderen herumzusitzen umd über ihre Stärken nachzudenken. Wenn Sie zu diesem Kurs, der von 8:00h – 17:00h dauert nicht erfscheinen, wird ihnen die Arbeitslose gestrichen-
Aber genau diese Unzuverlässigkeit durch Anmtriebsschwäche wäre ein Symprtom der Depression. Es werden vom BBRZ auch Gutachten erstellt, die eine Teilarbeitsfähigkeit bescheinigen. So ist man erst Arbeitsunfähig, wenn man nur 10 Stunden die Woche arbeiten kann. Wenn 10 Stunden Zwangstherapiekurs ud 10 Stunden Arbeit die Woche bescheinigt werden, dann ist man laut AMS Arbeitsfähig.

Es wird übersehen, dass Zwangstherapien gegen alle Menschenrechte sind. Deshalb halte ich diese Neoliberalen Versuche Menschen zu unterdrücken für ein vErbrechen gegen die Menschlichkeit. Nein, das ist nicht übertrieben, wenn solchen Anssinnen ausgesetzt sind.

Mit einer endogenen Depression kann amn kaum am Vormittag nirgendwo hingehen, scho gar nicht zu einem Termin bei der stelle, die Ihnen die Lebsngrundlage streicht, wenn Sie nicht hinkommen. Da muss man gar nicht so sehr vor den Unternehmern Angst haben (die einem eh schon längst gekündigt haben, sondern vor den modernen Schergen des Sozialstaates, die nach jeder Art von MIttel suchen, Arbeitslose die Rute ins Fenster zu stellen … man muss ja schjließlich Soarwillen zeigen. Da findet man schnell möglichst wehrlsoe Opfer, die man zur Abschreckung drangsalieren kann – und gesetzlich auch darf.

Bitte lassen Sie sich diesem tagespolitischen Ansinnen nicht weichkochen und wiederstehen Sie dem ansinnen.

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Nichtmedizinische Berufe

Noch ein weiterer Punkt: Bisher muss der Arbeitgeber die Diagnose nicht kennen, da sie auf der AU nicht angegeben wird. Wird die Teil- AU besonders für psychisch erkrankte Arbeitnehmer propagiert , kann sich die Direktion dann schon denken, was dem Angestellten fehlt….. Hier drohen ernsthaft Diskriminierung und Mobbing.
Das Hamburger Modell hat sich dagegen bewährt, ich kenne einige Leute , die damit wieder in ihren Betrieb eingegliedert werden konnten – egal ob Depression oder “Rücken”.

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