Honorarverhandlungen: Schmollen Ärzte zu Recht?

29. August 2018

Ab 2019 erhalten niedergelassene Ärzte mehr Geld. Der GKV-Spitzenverband jubelt, Mediziner fühlen sich benachteiligt. Das Problem: Beide Seiten misstrauen den Zahlen, mit denen die andere argumentiert. Jammern Ärzte auf hohem Niveau oder ist ihre Kritik berechtigt?

Im Gegensatz zu Ländern wie Großbritannien, Schweden oder Italien gibt unsere Regierung nur Rahmenbedingungen für das Gesundheitssystem vor. Details handeln Leistungserbringer und Kassen selbst aus. Laut Gesetz müssen sie jährlich Vorgaben zur Anpassung von Leistungen machen. Doch dieses System ist umstritten: Während der GKV-Spitzenverband Sparen zur Religion erhebt, jammern Ärzte über ein zu niedriges Salär. Wie sind die Fakten?

In Summe macht das eine Milliarde Euro

Für den sogenannte Orientierungswert, also der Preis pro Leistung im EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab), hatten Krankenkassen ursprünglich +0,2 Prozent angeboten. Ärzte hatten hingegen +4,7 Prozent gefordert. Man verständigte sich auf +1,58 Prozent. Ab 2019 wird die Vergütung je Punkt also auf 10,8226 Cent erhöht, aktuell sind es 10,6543 Cent. Das entspricht einem Honorarplus von insgesamt 550 Millionen Euro. Weitere 70 Millionen Euro kommen wahrscheinlich noch hinzu, um den wachsenden Behandlungsbedarf in einer alternden Gesellschaft abzufangen. Weitere Verhandlungen schließen sich in den kommenden Monaten an. Durch den Mengenanstieg kommen laut GKV-Spitzenverband vermutlich noch weitere 400 Millionen Euro hinzu. In Summe macht das mehr als eine Milliarde Euro aus. Verteilt auf rund 150.000 niedergelassene, berufstätige Kollegen, bleiben pro Jahr und Kopf rund 6.700 Euro pro Jahr.

Doch Ärzte haben weitere Einnahmequellen: Wie sieht es mit anderen Einkünften aus? Laut Statistischem Bundesamt entfiel 2015 der überwiegende Teil aller Einnahmen, nämlich 70,4 %, auf Kassenabrechnungen. Privatabrechnungen (26,3 %) und sonstige Quellen, etwa IGeL-Leistungen (3,3 %), kamen mit hinzu.

Entwicklung ärztlicher Honorare

Zahlen des GKV-Spitzenverbands, die Statista ausgewertet hat, zeigen eine mehr oder minder lineare Entwicklung ärztlicher Honorare in den letzten Jahren. Große Sprünge nach oben oder große Einbrüche gibt es nicht:

Statistik1

© Statista, Screenshot: DocCheck

Wenig überraschend bewertet der GKV-Spitzenverband deshalb auch den aktuellen Honorarabschluss positiv: „Wie das Ergebnis einmal mehr zeigt, funktioniert die gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen“, sagt Pressesprecher Florian Lanz. „550 Millionen Euro zusätzlich durch den höheren Orientierungswert und 70 Millionen Euro mehr für den Anstieg der Morbidität sind ein gutes Ergebnis, denn damit steigen die Arzthonorare merklich, ohne die Beitragszahler zu überfordern.“ Lanz spekuliert: „Darüber hinaus werden die Arzthonorare im kommenden Jahr vermutlich noch stärker steigen, denn die Politik hat im Rahmen der laufenden Gesetzgebung weitere Honorarerhöhungen angekündigt.”

Von der Entwicklung abgehängt

Ärzte teilen diese Sichtweise nicht. Sie berufen sich auf eigene Statistiken des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI). Laut ZI stieg zwischen 2010 und 2017 der Nominallohnindex aller Angestellten in Deutschland um +19 Prozent. Darunter versteht man Gehälter in Zahlen ohne Korrektur der Kaufkraft. Leitende Oberärzte konnten sich im gleichen Zeitraum über +15 Prozent auf dem Konto freuen. Auch beim Bundesbasisfallwert für Krankenhäuser waren es +15 Prozent. Ärzte erhielten nur magere +6 Prozent. Kein Wunder, dass der aktuelle Honorarabschluss nicht bei allen Betroffenen auf Begeisterung stößt.

 

Preisentwicklung

© Zi, Screenshot: DocCheck

„Von der Kostenentwicklung abgekoppelt“

 Dr. Dirk Heinrich © NAV-Virchow-Bund

Dr. Dirk Heinrich © NAV-Virchow-Bund

„Praxisärzte bleiben trotz des Honorarabschlusses bei der Kostenentwicklung weiterhin abgekoppelt und bleiben auf den zentralen Problemen sitzen“, kommentiert Dr. Dirk Heinrich vom Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (NAV-Virchow-Bund). Mittel für qualifiziertes Personal und für Investitionen fehlten. Seinen Analysen zufolge liegt die Anhebung von +1,58 Prozent unter der Preissteigerungsrate von 2,0 Prozent. Gehaltssteigerungen für Medizinische Fachangestellten lagen zuletzt bei 2,6 Prozent (2017) bzw. 2,2 Prozent (2018).

„Die Krankenkassen haben sich mittlerweile leider aus der Versorgungsverantwortung verabschiedet“, erklärt Heinrich. „Die bestehenden Probleme, beispielsweise bei der Unterbezahlung von Hausbesuchen, müssen dringend gelöst und die wohnortnahe Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte muss gestärkt werden.“

Für 22 Euro Hausbesuche fahren

Ulrich Weigeldt © Deutscher Hausärzteverband

Ulrich Weigeldt © Deutscher Hausärzteverband

Der Deutsche Hausärzteverband hat sich entsprechende Zahlen ebenfalls angesehen. „Worauf sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt haben, ist im besten Fall ein Inflationsausgleich“, erklärt dessen Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt. Beim Thema Hausbesuche sei bisher nichts passiert, obwohl das für Hausärztinnen und Hausärzte das drängendste Problem wäre.

„Es ist nicht länger akzeptabel, dass die Kolleginnen und Kollegen für 22 Euro Hausbesuche fahren müssen“, erklärt Weigeldt. „Hier braucht es eine substanzielle Erhöhung, die dem Aufwand gerecht wird.“ Er fordert die KBV auf, dieses Thema ganz oben auf ihre Agenda zu setzen und Kassen deutlich zu machen, dass die momentane Situation untragbar ist. Der GKV-Spitzenverband müsse endlich seine Blockadehaltung aufgeben. Den aktuellen Abschluss kommentiert Weigelt negativ: „Das als einen Erfolg der Selbstverwaltung zu verkaufen, ist ein starkes Stück.“

„Keine echten Honorarverhandlungen“

Dr. Andreas Gassen © KBV

Dr. Andreas Gassen © KBV

Ähnlich zurückhaltend bewertet Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, die aktuelle Einigung. Im vorigen Jahr hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss, dem neben jeweils drei Mitgliedern der KBV und des GKV-Spitzenverbandes drei unparteiische Mitglieder angehören, lediglich 1,18 Prozent Steigerung festgelegt. Insofern sei er zufrieden, dass eine Einigung erzielt werden konnte. Doch Gassen äußert auch Kritik an den Honorarverhandlungen: „Es geht vornehmlich um den Orientierungswert, der neben der Punktzahl zwar ein entscheidender Faktor für die Preise ärztlicher und psychotherapeutischer Leistung ist.“ Was ihm allerdings fehlt: Schwächen im EBM selbst würden nicht korrigiert.

Außerdem basiere sowohl die Anpassung des Orientierungswertes als auch die Ermittlung des Behandlungsbedarfs auf standardisierten Verfahren. „Von echten Honorarverhandlungen kann deshalb nicht die Rede sein“, lautet sein Fazit. Spitze Zungen aus der Ärzteschaft kommentieren Gassens Aussage so: „Hat Gassen nun an den Verhandlungen teilgenommen oder nicht.“

Trau nur deinen eigenen Zahlen

Ob die Verhandlungen nun gut oder schlecht gelaufen sind und wie das Honrar zu bewerten ist, liegt im Auge des Betrachters bzw. an den Zahlen, die man betrachtet: Und genau hier liegt das Problem: Beruft man sich auf Zahlen des GKV-Spitzenverbands oder auf Zahlen der Kassenärzte? Der Streit darüber schwelt schon länger und entzündete sich vor genau einem Jahr. Damals hatte das Statistische Bundesamt Eckdaten zu Deutschlands Praxen veröffentlicht (Stand 2015):

  • Die durchschnittlichen Einnahmen je Arztpraxis lagen bei 507.000 Euro. Es gab starke Abweichungen nach oben (etwa bei Praxen für Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie ) und nach unten (Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Dermatologie, Pädiatrie).
  • Als Aufwendungen wurden durchschnittlich 249.000 Euro pro Arztpraxis (51,9 % Personal- und 48,1 % Sachaufwendungen) ermittelt.
  • Aus der Differenz ergibt sich ein Reinertrag von durchschnittlich 258.000 Euro pro Praxis.
  • Als frühere Werte für den Reinertrag nennen Statistiker 164.000 Euro (2003), 193.000 Euro (2007) und 234.000 Euro (2011).

Alles ein Verteilungsproblem?

Warum klagen Ärzte trotzdem, ihr Honorar würde nicht reichen? Laut KBV seien die genannten Werte nicht geeignet, um die wirtschaftliche Lage von Vertragsärzten abzubilden. Einerseits würden kleine Praxen kaum berücksichtigt. Andererseits bildeten Informationen pro Praxis nicht das Einkommen pro Arzt ab.

Auch der GKV-Spitzenverband hat sich in einem Faktenblatt seine Gedanken gemacht und kommt zu anderen Ergebnissen: „Innerhalb der Ärzteschaft gibt es seit langem Verteilungsprobleme – sowohl zwischen dem haus- und dem fachärztlichen Versorgungsbereich als auch zwischen den verschiedenen Arztgruppen eines Versorgungsbereichs bzw. auch innerhalb einzelner Arztgruppen.“ Dadurch könne ein in Summe großer Honorarzuwachs „im Einzelfall (…) deutlich geringer ausfallen“.

Ein weiteres Problem sei die subjektive Wahrnehmung der Ärzte im Hinblick auf die Honorarabrechnung. Im Faktenblatt der GKV steht: „Die Abrechnung findet auf Basis eines Leistungskatalogs statt, der sowohl Pauschalen als auch Einzelleistungen enthält. Häufig wird von Ärzten angeführt, dass die Vergütungshöhe für eine Grundpauschale (je Patient) im Quartal für eine Behandlung nicht ausreichen würde. Übersehen wird dabei aber, dass im Rahmen eines sogenannten Behandlungsfalls neben den Grundpauschalen noch weitere Leistungen abgerechnet werden, die zu einem deutlich höheren Honorar je Fall führen.

Bis es neutrale, von allen akzeptierte Statistiken gibt, werden beide Partner die Zahlen der Gegenseite wohl weiter ablehnen.

40 Wertungen (3.78 ø)
Bildquelle: La Vladina, flickr / Lizenz: CC BY
Gesundheitspolitik, Medizin

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13 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

#7
“der Oberwitz”
DIE SIEBEN FETTEN UND EBEN MAGEREN JAHRE IN JOSEPHS TRAUM
Wird Krankenhäusern vorgeworfen, dass sie allzusehr nur noch zu oft an wirtschaftlichen Interessen hängen, so kann ich getrost erwidern: Hoffentlich verstehen sie dies Gut-Wirtschaften auch.Man sehe die negative Dunkelseite:Wieviele Kliniken müssen sogar schließen?
Der “Oberwitz” aber, den ich so auch zu # 7 zitiere, bestand für mich einmal in jener Mitteilung, dass nach den langzeitigen Praxisbesuchsgebühren von 10 € pro Quartal die Kassen sich überlegten, nach einer Phase der ökonomischen Erholung , ob sie nicht zu viel gezahlte Beiträge der Mitglieder zurückzahlen sollten. War so.Gut leben und gut wirtschaften gehörten schon immer zum Ineinskommen.Hier mangelt es oft in wirtschaftlichem Sinne an guter Ausgeglichenheit.Somit kann die Erkenntnis, dass Kliniken und alles Medizinische wirtschaftlich sinnvoll zu führen seien, nicht dem Gebote der Fürsorge widersprüchlich sein wollen.

#13 |
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Ja, ja und unser Super-Minister Spahn, der ja sehr ambitioniert ist, wird’s schon richten . Denn man tau

#12 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Ansonsten ist dem Kommentar von Kollegem Schätzler – mal wieder – nichts hinzuzufügen.

#11 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Man stelle sich einmal vor: Ein Autokäufer/Patient geht zu einem Verkäufer/Arzt und möchte einen Porsche/Operation. Der Verkäufer gibt ihm einen und der Käufer zahlt einen ihm genehmen Preis und fährt davon. D.h. der Leistungsempfänger/Patient/Kasse zahlt dem Leistungserbringer/Arzt einen ihm genehmen Betrag und der Leistungserbringer hat damit zufrieden zu sein. Wieso stellen die Leistungserbringer dem Leitungsempfänger keine Preisliste für ihre Leistungen zur Verfügung? Dafür braucht es natürlich EINE Leistungserbringerorganisation mit Tarif- und Streikrecht. Schöne Grüße aus Norwegen – wo die Norwegische Ärztevereinigung mit den Tarifpartnern (kommunaler Dachverband und der einen einzigen Krankenkasse) die Vergütungen aus dem Leistungskatalog/EBM in Krone und Øre aushandelt.

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wie hoch sollen denn die Gewinne der gesetzlichen Kassen noch werden?
Wenn man liest, dass im Jahr 2017 die gesetzlichen Kassen einen Überschuss von mehr als 3 Milliarden Euro (ja richtig: 3 Milliarden!) gemacht haben und dass damit die Gesamt-Rücklagen auf 28 Milliarden Euro angestiegen sind, so frage ich mich, wieso man dieses Geld der Versicherten nicht für Leistungen ausgibt, die den Versicherten zugute kommen?
Dazu rechne ich auch eine gerechte Vergütung an die Ärzte.
Es ist leider so, dass man als chronisch kranker Mensch mit mehreren -seltenen- Krankhten keinen Arzt findet, der sich es leisten kann, die notwendige Zeit aufzubringen, die zur Beurteilung und Therapie notwendig ist. Denn er kann das nicht abrechnen.
Auch ist es leider so, dass in meinem Wohnumfeld auf dem Land (und nicht nur hier!) immer mehr Hausärzte altersbedingt ihre Praxis aufgeben und sie keinen Nachfolger haben.
Wieso haben sie keinen Nachfolger? Weil die Hausärzte auf dem Land nicht gut entlohnt werden. So müssen sie für Hausbesuche oft weit fahren und bekommen dafür nicht mal das, was dafür aufwenden.
Hausärzte haben viele Beratungen und weniger technische Untersuchungen.
Die Vergütungen für Beratungen sind viel zu gering.
Wieso ändert man dies nicht endlich?
Wieso wird ein Arzt nicht nach dem erforderlichen zeitlichen Aufwand entlohnt?
Bei 28 Milliarden Euro Rücklagen sollte doch das möglich sein?
Diese 28 Milliarden sind Gelder, die man den Versicherten vorenthalten hat. Gebt doch diese Gelder für medizinische Leistungen zugunsten der Versicherten aus!
Auch im Bereich der Medikamentenversorgung kann man einen Teil dieses Überschusses “unterbringen”. Denn ist unsozial, wenn die Versicherten immer mehr verschreibungsfreie Arzneimittel selbst bezahlen sollen. Nicht jeder kann das.

#9 |
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Dr. rer. nat. Dagmar Kemmling
Dr. rer. nat. Dagmar Kemmling

Was mir als Außenstehender auffällt ist, dass es offensichtlich eine unterschiedliche Verteilung des Geldes innerhalb der Ärzteschaft gibt. Kann es sein, dass die eine Fachgruppe das Geld mit der Schubkarre nach Hause fährt während die Anderen darben?

#8 |
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Dr. med. Jacqueline Detert
Dr. med. Jacqueline Detert

Ich bin jetzt fast ein Jahr lang niedergelassene Rheumatologin. Honorierung dieser steht ganz unten in den Listen. Die Honorierung ist in jeder Form für die vielen Investitionsschulden für die Praxis (davon habe ich mir viele nicht gewünscht, sondern diese werden mir vordiktiert), die viele Arbeit (Digitalisierung ist der Oberwitz, Papier, Papier, Renten-, Kuranträge,..alles Papier) und die Verantwortung. Selbst, wenn ich noch fleißiger wäre, ich bekomme nicht mehr (in welchem Unternehmen ist das so?), das ist allenfalls möglich wenn ich Studien, Projekte, Igel-Leistungen, etc erbringe. Dann muss ich aber noch unabhängig sein, dem Patienten jederzeit sofort Termine geben, ob es sinnvoll ist oder nicht. Der Gesundheitsminister will, dass wir noch mehr Zeiten freischaufeln, obwohl 60 Stunden pro Woche und mehr nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. In Bereitschaftsdiensten soll ich nachts alleine durch die Brandenburger Finsternis fahren, fremde Wohnungen alleine betreten ( würde das die Polizei, Feuerwehr oder Gesundheitsminister machen?), ein eigenes Auto nutzen und das für einen Verdienst, wo wirklich kein anderer aufstehen würde und das bei Wind und Wetter. Ärzte sind und waren schon immer ausnutzbar und fremdbestimmt…man braucht nur an unsere Berufung und unseren Ethos appellieren. Das funktioniert doch prima und wer berufen ist, der lebt eben auch von Luft und Liebe…denkt die Politik? Natürlich ist das nur Gejammer auf hohem Niveau! Aber irgendwie nervt es wirklich, dass der Arzt immer wieder Spielball aller sein darf, ob bei Politikern, bei ständig fordernden Patienten, die nicht verstehen, dass in erster Linie, sie selbst zur Gesunderhaltung beizutragen haben und nicht die Pille oder der Arzt, Patienten, die Altern und normale Herausforderungen des Lebens als Krankheit betrachten und fruehberentet werden wollen, Behörden, Ämter und Vertreter u.v.a.m. Im Landkreis gibt es bereits das ärztliche Burnout mehrfach…wer motiviert eigentlich Ärzte und achtet auf die kostbare Ressource Arzt? Zur Not holt sich der Gesundheitsminister die Ärzte aus Vietnam, Kuba oder….? Das gab es alles schon mal, preiswert, pflegeleicht, nicht aufmüpfig…deja vue! Nicht falsch verstehen, ich bin trotzdem gerne Ärztin!

#7 |
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Die hier bisher geschriebenen Kommentare beschreiben das Problem.voll umgänglich. Das die Kassenärztecausgetrickst werden bzw. werden sollen erkennt man an den Palästen der KVen und dem angesammelten Kontrollfussvolk!
Ich habe meine Praxis, 125000 € Jahreshonorar mit einem Minus von über 100000 dicht gemacht und bin vorzeitig in Rente.
Mein Rat ist an die niederlassungswilligen Kollegen lasst Euch eine betriebswirtschaftlich Analyse machen, legt sie der KV auf den Tisch und lässt Euch dann eine Honorargarantie geben. Bekommt ihr nich! Genau deshalb lasst Euch nicht in das Joch der überbezahlten KV Vorstände und deren windigen Rechrsvertreter spannen. Die machen zur eigenen Wohlstandssichererung jede Schweinerei, um Euch auch nach Jahren Honorare streitig zu machen.
Ganz schnell steht ihr vor 6 stellige Rückforderung. Schaut im Netz nach. Es werden täglich mehr.

#6 |
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Mawe Budweg
Mawe Budweg

Himmelschreiende Ungerechtigkeit….und der Autor merkt es nicht…
Hier mal ein paar Fakten, vielleicht interessant.

70 Mio Euro heißt aufgerundet 1 Euro mehr /Patient /Jahr … erbärmlich also hört auf mit diesen miesen Zahlensspielchen wo jeder Laie denkt boah ist das viel Geld und nennt es auch 1 Euro/Patient/Jahr

Der Reinertrag /Praxis ist nicht das Netto des Arztes. Dieses liegt nur bei ca. 23,5% des Reinertrags. Folglich 23,5% von 249k sind ca. 60000 Euro. Nicht schlecht würde der Laie denken, aber 60 Stunden Woche 400000 Euro Investitionskosten. Risiko der freiberuflichen Tätigkeit. Ein schlechter Witz. zum Vergleich Oberarztgehalt im KH (gleiche Qualifikation) 120 000 Euro und alle Annehmlichkeiten des Arbeitnehmerdaseins.

22 Euro/ Hausbesuch sagen alles und zeigen die gesellschaftliche Geringschätzung der ärztlichen Arbeit. Glauben Sie nicht das andere EBM Leistungen relativ gesehen besser bezahlt sind… nur die Patienten wissen das gar nicht weil es keine Rechnung gibt.

Hier wird eine hochqualifizierte Berufsgruppe zum Wohle des Systems mit juristischem Segen nach SGB V rücksichtslos ausgebeutet. Niemand fragt nach den Verwaltungskosten der Kassen die zweistellige Milliardenbeträge jedes Jahr sinnlos in Prunkbauten , Papierkrieg und die Gehälter von fassungslos inkompetenten Kassenvorständen versenken welche eigentlich in die Versorgung gehören.

naja… man könnte immer so weiter machen… Planwirtschaft = Mißwirtschaft

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Dr.med Marco van Gansewinkel
Dr.med Marco van Gansewinkel

Nachtrag:

Woher kommt denn das extrabudhettäre Geld nach 2019 für die Zwangsmehrarbeit von 25%??????

#4 |
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Dr.med Marco van Gansewinkel
Dr.med Marco van Gansewinkel

Rs ist jährlich dasselbe Kasperletheater immer an der Wirklichkeit vorbei.

Wen interssieren Punktwertzuwächse , sonlange es das im RLV versteckte Budget gibt.
Augenärzte erhalten dadurch z.B weder die Netzhautuntersuchung in Mydriase noch die Gesichtsfelduntersuchung vergütet.
Bsp. :
Glaukompatient erbringt nach EBM in Euro virtuell ca. 55 Euro ( inkl GF UND MYDR).
REAL gibt das RLV zwischen 14€ und 16€ her; zusätzlich gibt es floatende Stützpauschalen,dass max 22 Euro dabei herumkommen.

SOLANGE DER EBM NICHT VOLLUMFÄNGLICH ANGEWENDET VERGÜTET WIRD, BLEIBT ES BEIM
KASPERLETHEATER.

Nur schlimm die jährliche Blendung durch Mittelwerte.
Das Stat. Bundesamt macht es sich peinlich leicht, wenn es um Arzteinnahmen geht.
Die Differenzierung dieser, die höhere statistische Mathematik: alles vergessen.
Niveau unterdte Realschulschublade.

Oder?
Manipulation der Öffentlichkeit über die Leitmedien in welchem Auftrag und Interesse?????

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Dr. Franz-Josef Rausch
Dr. Franz-Josef Rausch

Praxisertrag
Warum wird immer der Reinertrag je Praxis angegeben. Je mehr Gemeinschaftspraxen und MVZs es gibt, um so höher wird der Reinertrag der Praxen. Irgendwie kommt aber beim einzelnen Arzt immer wenige an, Seltsam??
Außerdem bekommen allen Angestellten und Arbeitnehmer Prozente Lohnerhöhung nur wir bekommen Millionen Euros!

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KBV-Dramoulette – Man kann es drehen und wenden, wie man will…

…doch dem Vorsitzenden Dr. med. Andreas Gassen wie auch dem gesamten Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) fehlen elementare betriebswirtschaftliche Kenntnisse und tariflich-taktisches Verhandlungsgeschick.

Zur Begründung:
– Wie von KBV und GKV-Spitzenverband vereinbart, steigen allein der Orientierungswert für 2019 um 1,58% und alle anderen Leistungen nicht.
– Nur eine wundersame Geldvermehrung kann dazu führen, dass laut KBV-Chef am Ende knapp zwei Prozent herauskommen.
– Großspurig angekündigte “Steigerungen” von 0,3% wegen demografischer Morbiditätsentwicklung bedeuten zu 99,7% unbezahlte Mehrarbeit.
– Praxis-Mehrkosten für Hygienevorschriften und DSGVO (Datenschutzgrund-Verordnung) konnten nicht ermittelt und konsentiert werden.
– Eine KBV-“Erfolgs”-Bilanz mit einem Plus von 6,8 Prozent in fünf Jahren bedeutet lächerliche 1,36% pro Jahr.
– Die Behauptung des Kollegen Gassen: “Selbstverwaltung funktioniert” wird durch neue finanzielle Eckpunkte für die Honorierung z. B. der Hausärzte unter dem Einfluss des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) und seinem Entwurf eines Termin Service- und Versorgungsgesetzes (TSVG) konterkariert. Eine weitgehende Unfähigkeit der Selbstverwaltungs-Autonomie wird damit konstatiert.

Die KBV führt hier jährlich frei nach Peter Handke als Dramoulette eine “Vertragsarzt-Beschimpfung” im Sinne einer Publikumsbeschimpfung auf:
Vertragsärztinnen und Vertragsärzte werden finanziell in Haftung genommen für
– das steigende Morbiditätsrisiko,
– den demografischen Faktor bei unseren Patientinnen und Patienten,
– die erhöhten Inanspruchnahmen in Not-, Nacht- und Wochenenddiensten,
– die von GKV-Kassen induzierten “all-you-can-eat” und “flatrate”-Manieren,
– den bio-psycho-sozialen, medizinisch-industriell-pharmazeutischen Fortschritt,
– die unterschiedlichen Bewertungskriterien in Klinik und Praxis
– das “kostenlose” 2. Meinungsverfahren bei geblockter Gesamtvergütung
– unsere geleisteten Labor-Mehraufwendungen bei gedeckelter Budgetierung,
– unsere Mehraufwendungen für Bürokratie, Verwaltung und Juristisches.

So lange die KBV nicht die fachspezifischen Regelleistungsvolumina (RLV) für die 3-monatige Quartals-24-H-Versorgung bei Haus- und Fachärzten drastisch anhebt, gibt es keine betriebswirtschaftlich begründete Rationale für unsere umfassende vertragsärztliche Leistungsbereitschaft – Gestern, Heute und Morgen nicht.

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