Verschwörungstheoretiker kaufen gerne Globuli

8. August 2018

In Ländern mit einem hoch entwickelten Gesundheitssystem wenden sich viele Menschen alternativen Heilmethoden zu, selbst wenn davor ausdrücklich gewarnt wird. Psychologen glauben nun, die Gründe dafür gefunden zu haben.

Westliche Industrieländer verfügen über ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem und eine leistungsfähige medizinische Versorgung. Trotzdem wenden sich viele Menschen, gerade auch in Deutschland, komplementären und alternativen Methoden zu, selbst wenn davor ausdrücklich gewarnt wird. Dies hängt neuen Studien zufolge mit einem starken Hang zum Glauben an Verschwörungstheorien, der sogenannten Verschwörungsmentalität, zusammen.

„Wir haben einen eindeutigen Zusammenhang gefunden“, sagt Pia Lamberty von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Je stärker die Verschwörungsmentalität einer Person ausgeprägt ist, desto mehr befürwortet diese Person alternative Verfahren und umso mehr lehnt sie konventionelle Heilmethoden wie Impfungen oder Antibiotika ab.“ Dies sollte bei der medizinischen Prävention und bei Interventionsprogrammen im Gesundheitswesen berücksichtigt werden.

Besonders viele Verschwörungstheorien im Gesundheitsbereich

Eine „Verschwörungsmentalität“ gilt unter Psychologen als ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal. Diese Menschen mit einer starken Tendenz, an Verschwörungstheorien zu glauben, denken, dass die Welt von verborgenen Mächten beherrscht wird, vermutlich weil sie selbst eine gewisse Machtlosigkeit empfinden. Auffallend ist nicht erst neuerdings, sondern schon seit längerer Zeit, dass besonders viele Verschwörungstheorien im Gesundheitsbereich kursieren, wie zum Beispiel über das Impfen. Impfgegner und Impfbefürworter stehen sich geradezu ablehnend gegenüber.

Aber auch auf anderen Gebieten ist die Alternativmedizin gefragt. Aktuellen Daten zufolge haben 26 Prozent der Europäer im Laufe von 12 Monaten zumindest einmal zu komplementären oder alternativen Mitteln gegriffen, wobei homöopathische und naturheilkundliche Medikamente am beliebtesten sind. Diese Beliebtheit ist besonders bemerkenswert, weil etwa die Homöopathie über Placeboeffekte keine wissenschaftlich nachweisbare Wirkung.

Pia Lamberty und Prof. Dr. Roland Imhoff vom Psychologischen Institut der JGU haben vor diesem Hintergrund mehrere Studien durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Verschwörungsmentalität und der Bevorzugung alternativer Heilmethoden zu untersuchen. Sie befragten ihre Probanden – 392 Studienteilnehmer in Deutschland und 204 in den USA – über die Nutzung von insgesamt 37 verschiedenen Verfahren von Aromatherapie und Bachblüten über Hypnose und Yoga bis zu Antibiotika und Bluttransfusion. Laut Autoren und neuerer wissenschaftlicher Empfehlungen ist bei psychologischen Untersuchungen eine Stichproben-Mindestgröße von 250 nötig, um aussagekräftige Korrelationen zu ermitteln. Den Forschern war es wichtig, diese Voraussetzung in ihrer Studie zu erfüllen.

Im Rahmen der Befragung sollten die Teilnehmer beispielsweise angeben, wie häufig sie die jeweilige Therapie nutzen und wie effektiv sie ihrer Meinung nach ist. Dies sollten sie auf einer Skala von 0 (nicht effektiv/noch nie genutzt) bis 7 (sehr effektiv/oft genutzt) angeben. Die Verschwörungsmentalität wurde mithilfe von zwölf Aussagen ermittelt. Die Probanden sollten ihre Zustimmung auf einer Skala zwischen 0 und 7 zu bestimmten Aussagen treffen, wie zum Beispiel: „Es gibt bestimmte politische Zirkel, die geheime Pläne verfolgen und sehr viel Einfluss haben.“

Lamberty kommentiert die Ergebnisse: „In Deutschland fanden wir einen eindeutigen, unglaublich starken Zusammenhang zwischen Verschwörungsmentalität und Befürwortung alternativer Methoden“. Teilnehmer, die etwa schon häufiger einen komplementären oder alternativ-medizinisch tätigen Arzt aufsuchten, erreichten einen höheren Wert auf der Skala für Verschwörungsmentalität (Korrelationskoeffizienz r = 0,445, p < 0,001, 95% Konfidenzintervall CI (0,356 – 0,534)). In den USA konnten die Psychologen diesen Zusammenhang nicht feststellen (r = 0,043, p = 0,556, 95% CI (-0,100; 0,180)).

Verschwörungsmentalität hat Einfluss auf gesundheitliche Entscheidungen

Zwei weitere Studien untermauerten den Befund und zeigten zudem, dass die psychologische Brücke zwischen einer Verschwörungsmentalität als einer politischen Haltung und der Bevorzugung von Alternativmedizin in einem Misstrauen gegenüber Macht begründet liegt. „Alles, was mit Macht in Verbindung gebracht wird, wie zum Beispiel die Pharmaindustrie, wird von Verschwörungstheoretikern sehr skeptisch beurteilt“, erklärt Lamberty. In einer der Studien sollten die Teilnehmer über die Zulassung eines fiktiven pflanzlichen Medikaments gegen Ängste, Gastritis und leichte Depressionen entscheiden. Personen mit stark ausgeprägter Verschwörungsmentalität bewerteten das Medikament HTP 530 als positiver und wirksamer, wenn es von einer als machtlos geltenden Patientengruppe entwickelt wurde als von einem Pharmakonsortium.

Pia Lamberty und Roland Imhoff heben die Bedeutung dieser Befunde für das Gesundheitswesen hervor, dass ein generalisiertes Misstrauen gegenüber Machtstrukturen die medizinischen Entscheidungen beeinflusst. „Das individuelle Verständnis einer Erkrankung und die Wahl der Behandlung kann also mehr von ideologiegeprägten Persönlichkeitsmerkmalen abhängen als von rationalen Überlegungen“, schreiben die beiden Autoren in einem Beitrag für das Fachmagazin Social Psychology. Eine Verschwörungsmentalität könne beeinflussen, was Patienten für die eigentliche Ursache einer Erkrankung halten, was sie als Anfangssymptom und physiologische Reaktion ansehen und wen oder was sie für ihre Behandlung auswählen.

Wie genau die Ergebnisse bei der Prävention im Gesundheitswesen berücksichtigt werden sollten, lassen die Autoren offen. Die beiden Psychologen machen deutlich, dass für die Interpretation der Studienergebnisse der Umkehrschluss nicht gilt: Nicht jeder, der zu alternativen Heilmitteln greift, glaubt auch an Verschwörungstheorien.

 

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

76 Wertungen (3.74 ø)
Bildquelle: pherecrates, flickr / Lizenz: CC BY
Medizin

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

21 Kommentare:

Ich glaube, der Artikel stimmt, Verschwörungsanhänger mögen es komplementär. Meine Erfahrung.
Natürlich glaube ich an afrikanische Zauberer und deren Placebowirkung. Und natürlich an die Heilkraft vieler Pflanzen.
Bezgl. Glaube: es gibt immer noch Menschen, die gar nicht ausgesprochen doof sind, die glauben, die Erde wäre eine Scheibe…

#21 |
  4
Susanne Janke
Susanne Janke

Kann mal jemand die doppelte Alison mit ihrer gesegneten Ehe und den vielen Mündern eliminieren?

#20 |
  1
Studentin der Humanmedizin

#19
Ist das ein Scherz?
Klingt nicht gut

#19 |
  0
Nichtmedizinische Berufe

@#17: Es liegt doch am Pateinten selbst, welchem Weltbild er folgen möchte.
In unserem Zeitalter nach der Aufklärung vor Jahrhunderten, sollte doch jedem klar sein, dass das bestehende Wissen, verteilt auf (hoffentlich) immer mehr Menschen, dennoch nur eine Momentaufnahme ist und zu erwarten ist, dass es sich mehren sollte.
Sollte deswegen, weil es in der heutigen Medizin en vogue geworden ist, sich des Patienten mit der F-Entsorgungsdiagnostik (Psychiatrie-Phantasien) zu entledigen, wenn nicht weitergewusst wird und die Eitelkeiten es verbieten, an andere Fachkollegen weiterzureichen.
Damit mehrt sich dann auch kein Wissen mehr, weil Erfahrungen mit dem Unbekannten und den Entdeckungen dazu, verloren gehen.
Ich war selbst lange Jahre auf der Suche im Rahmen der EbM, weil Dinge die zwar zu sehen waren, als diese irgendwann gesehen werden wollten, jedoch dann doch wieder nicht eingeordnet werden konnten.
Und zu keinem Zeitpunkt, auch wieder mit neuen Unbekannten, würde ich auf den Gedanken kommen der Scharlatanerie aufsitzen zu wollen.
Und ich hatte dann doch noch ein paar mal Erfolg, an entfernteren Orten eben.
OK, zum Risiko in der EbM gehörte für mich dann auch mal, einem ins Ausland geflüchteten Nicht-Neurochirurgen ausgeliefert gewesen zu sein, bzw. waren es ja alle anderen ja auch, wie z.B., die aus der Klinik.
Und da muss sich dann über versenkte Tupfer und zu tief ins Gehirn gejagte nicht mehr operable Fremdkörper nicht mehr gewundert werden.
OK, das gehört eben in einer künstlichen Welt dann wohl auch zum Risiko.
Ganz ohne zusätzlich konstruierte Verschwörungen geht es also auch so und noch anders recht aufregend zu…

#18 |
  4
Nichtmedizinische Berufe

Ich wollte dazu noch sagen , dass Medikamente und Behandlungen nur anerkannt werden, wenn sie in empirischen Studien bestehen – also auf JEDEN eine Wirkung haben , nicht nur auf Einzelfälle. Obwohl ,so ganz genau stimmt das auch nicht, denn Probanden sind oft jung und männlich. Man steht noch am Anfang von Gendermedizin und auch von genetisch individualisierter Medizin, auch wenn man schon viel weiß, hat davon noch wenig in die Behandlungsrichtlinien Eingang gefunden , wie in der Behandlung von älteren Patienten.
Aber im Beipackzettel steht noch viel zu oft: “Übliche Tagesdosis…..”
Naturheilkundler und Homöopathen haben schon immer Medizin individualisiert . Natürlich weckt das in einer Gesellschaft wie der unseren, in der Individualismus ein hoher Wert ist, Interesse für dieses Thema. Wenn ich überall ein Individuum bin, weshalb ausgerechnet in der Medizin nicht?
Was Patient X hilft , hilft eventuell Y nicht. Und zar ohne dass Y ein Psycho oder Verschwörungstheoretiker ist , genauso wenig wie X.

#17 |
  16
Mawe Budweg
Mawe Budweg

Das Dilemma findet sich in der Schulmedizin selber. Es wird nur akzeptiert was wissenschaftlich mit p kleiner 0,005 als “signifikant” nachgewiesen wurde und letztendlich auch nur das gilt als Behandlungsgrund und Rechtfertigung für eine Entlohnung im EBM. Der Graubereich wird ausgeblendet.

Sind Beschwerden trotz Standarduntersuchungen nicht objektivierbar, werden sie als nicht existent “psychosomatisch” abgetan. Dies hat zur Folge, daß an besagter Störung leidender Patient sich entweder als “Psycho” outen muß um Aufmerksamkeit zu erhalten (EBM abrechenbar) oder die Probleme für sich zu behalten hat. (Diskrepanz Zeitaufwand-Entlohnung seitens der Kassen).

Da der Patient sich aber oft weder aufgeben, noch in die “Psychoschiene” drücken lassen will sucht er sich die Alternativmedizin. Diese beinhaltet den Graubereich der Medizin (aktuelle Forschungen, Hypothesen etc…) der kausal orientiert ist und Ihm möglicherweise tatsächlich zur Gesundung verhelfen kann, aber leider auch viele Scharlatane, die monetär getriggert pseudowissenschaftlichen Unsinn verbreiten. Dies kann der Laie und auch der Fachmann manchmal nur schwer auseinanderhalten, was aber nicht heißt, daß alles Unsinn ist. (s. Entwicklung der Akupunktur in der Medizin).

Letztendlich hat der Patient hier mit seiner Suche recht! Denn hinter jeder Symptomatik verbirgt sich eine biochemische Störung! Dies in der Schulmedizin zu ignorieren zeugt von unwissenschaftlichem Denken und Arroganz, während das Kassensystem mit seiner ökonomisch fokussierten Doppelmoral sowohl Ärzte als auch Patienten ausnutzt. Die Patienten, die einmal durch die Maschen des Netzes gefallen sind bringen logischerweise ein gewisses Mißtrauen gegenüber den Systemstrukturen auf (zurecht) und haben oft einen Alternativmediziner konsultiert.

#16 |
  2
Zahnärztin

Liebe Frau Fine, da haben Sie aber gut in der Schule aufgepasst! Waren Sie in der Folgestunde erkrankt? Es ist damals sicher erklärt worden, dass in Sätzen, die mit ” dass” beginnen, ein Komma zwischen den konjugierten Verben stehen muss:” Dass…..kommentiert,finde….”
Desweiteren reicht” gut finden” in einer inhaltlichen Diskussion nicht aus. Man sollte schon erklären, warum man etwas mag. Üben Sie einfach ein bisschen!

#15 |
  12
Doris Fine
Doris Fine

Lieber Herr Fontaine, den Beitrag hätten Sie lieber lassen und die gesparte Zeit zur Auffrischung Ihrer Orthographiekenntnisse nutzen sollen.
Dass (das wird mit zwei s geschrieben) hier eine Tierheilpraktikerin kommentiert finde ich übrigens großartig.

#14 |
  15
Nichtmedizinische Berufe

Ich habe jetzt einen naturkundlichen Arzt gefunden, der mich mit Psychoenergetik, Homöopathie , Stoßwellen u. a. behandelt. (und ja, ein echter Doctor der Medizin). Dabei neige ich überhaupt nicht zu Verschwörungstheorien….im Gegenteil….
ich bin aber laut Schulmedizin austherapiert, nach insgesamt vier Wirbelsäulen-OPs , von denen zumindest 3 fragwürdig waren.
Meine Erfahrung ist, dass sich bei der Komplementärmedizin nicht die Leute sammeln, die das System ablehnen, sondern die von ihm ausgespuckt wurden , all diese Menschen mit chronischen Schmerzen, Darmbeschwerden, Nervenempfindlichkeiten, Unverträglichkeiten, die leiden, und denen nicht geholfen wird.

#13 |
  29
Zahnärztin

#11
Was denn sonst?! Es war nicht die Rede von ” fehlerfrei”, sondern von ” hoch entwickelt” und ” leistungsfähig”. Lassen Sie sich doch demnächst mal in Zentralafrika behandeln und berichten Sie anschließend! Es hat schon Gründe, weshalb die Lebenserwartung hier hoch und die Kindersterblichkeit gering ist.Das liegt nicht an Globulis und Klangschalen!

#12 |
  4
Heilpraktikerin

Leider beginnt der Artikel selber mit einem Glaubensbekenntnis:”Westliche Industrieländer verfügen über ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem und eine leistungsfähige medizinische Versorgung”
Alles weitere wird dann diesem Glaubensbekenntnis angepasst. Unter Wissenschaft verstehen ich etwas anderes.

#11 |
  42
Medizinphysiker

Verschwörungstheorie ist ein Totschlagargument. Wie viele solche Theorien haben sich später als Realiät manifestiert.
Bei manchen Sachverhalten ohne Aufklärung sind sie Spekulationen von Phantasie unterlegt, etwa wenn Akten zig Jahre nicht eingesehen werden dürfen.
Und nicht zuletzt kann es Spaß machen den Geist dazu zu benutzen Zusammenhänge oder vermeintlich solche zu konstruieren.

#10 |
  11
Pia Schwartz
Pia Schwartz

Die Kartelle treibens wirklich bis ins Uferlose, eine Lachplatte irgendwie sind einige so Weltfremd, das sie noch nicht kapiert haben das es durchaus selbstständig denkendes Leben auf dem blauen Planeten gibt oh Wunder ….selbst in neuen Kräuterbüchern gibts nur noch Zensur also Leute kauft alte….Früher Hexenverbrennung …heute fake news…was kommt dann?? Zurücklehnen zuschauen u. die Komentare genießen die es besser wissen…

#9 |
  17
Heilpraktiker

Peinlicher Artikel.

#8 |
  32
Nichtmedizinische Berufe

@#6: Lobbyismus ist gerade in D allgegenwärtig und selbst oppositionelle Gruppierungen kommen schon so daher und nennen sich dabei selbst Lobbyisten.
Dafür und für gut recherchierte investigativ-journalistische Arbeiten, muss niemand einer gemutmaßten Verschwörung anhängig werden.
Die Psychologie gehört im Gegensatz zur Psychiatrie tatsächlich zu den wissenschaftlich erarbeiteten Disziplinen in der Medizin.
Wie es die Psychiater dennoch schafften, obwohl am Anfang der bis heute gültigen Schulmedizin niemand mit denen etwas zu schaffen haben wollte, endet dann eben auch nur wieder bei der Beobachtung zu gegenseitigen Interessensbefriedigungen, die wir doch querbeet überall so und ähnlich und anders thematisch gelagert, vorfinden.
Als erwachsener Mensch kann das jeder für sich klar analysieren und seine Konsequenzen daraus ziehen.
Natürlich halte ich selbst Lobbyismus für eine larvierte Form von Korruption, also für schwerkriminell.
Ob ich deswegen überall dann gleich den Weltenschmerz verspüre? Gewiss nicht…

#7 |
  15
Helmut K Heckele
Helmut K Heckele

Und was entnehme ich dem Bericht?
Es gibt keine politischen Kreise , die außerhalb normaler parlamentarischer Arbeit großen Einfluss haben!
Große Pharmakonzerne sind immer schon geborene “Saubermänner” gewesen, geschönte Studien oder fragwürdige Vorgehensweisen gab und gibt es da niemals!
Jemand der bei einem v i r a l e n Infekt gerne auf Antibiotika verzichtet und lieber ein pflanzliches oder Hausmittel verwendet ist ein Verschwörungstheoretiker!
Auch jeder der ein Sportstudio, Pilates,Yoga – oder was immer – Studio/Kurs besucht, gehört ebenfalls zu dieser verdächtigen Gruppe der geistig Minderbemittelten.

Dabei meinte ich bisher die Psychologie gehöre zu den wissenschaftlichen Disziplinen. Ach so, ja, ich gehöre auch zu den Verschwörungstheoretikern.
Lasse mich allerdings impfen und nehme Antibiotika wenn es sinnvoll und angezeigt ist. Bei einer Erkältung nehme ich aber lieber ein homöopathisches Mittelchen, da diese ja ohne Medikation bekanntlich 7 Tage und mit eine Woche dauert.
Fazit. Man sollte nicht nur über Verschwörungstheorien, sondern auch über manche Studien(designs) nachdenken!

#6 |
  20
Nichtmedizinische Berufe

@#4: Selbst wenn ich eine immer umstrittene erweiterte Sicht habe, die reflexartig zum Dislike-Treibstoff hier wird, muss ich Ihnen voll zustimmen.
Mich selbst wird jeder nur bei dem schwierigen Versuch finden, der hoffentlich noch Ursache und Wirkung im Zusammenhang bringen möchte, also bei der Schulmedizin.
Leider erlebe ich es aber auch in der Technik schon sehr lange so, dass hier mehr Meinungen gestreut werden als valide Beweise aufgrund von Wissensschaffung herbeigeführt werden.
Früher wurde auch mehr geschrieben und gelesen und da regen sich schon viele über solche für mich kurzen Texte hier auf.
Verschwörungstheorien basieren ja auch auf hartnäckige Meinungen und nicht auf Wissen, letzteres doch oftmals nicht so sensationell daherkommt.
Und weil es so langweilig ist, haben wir heute so viele Zehntelwissen-Publikationen, alles muss ja im Kästchen für den schnellen Leser passen.
Drumherum die Anzeigen für die Alternativ- und Komplementärmedizinpräparate – und natürlich die eine oder andere Sichtung von Skandalen…

#5 |
  9
Dr. med.vet Burkhard Wendland
Dr. med.vet Burkhard Wendland

Ich habe den Eindruck, dass die Bevölkerung immer dümmer wird. Texte lesen und verstehen, ist schwierig. Die Wissenschaft ist der Teufel per se. Andererseits konsumieren sie mit Vergnügen die neuesten technischen Errungenschaften, z.B. Smartphone. Eigenständiges kritisches Denken wird in der Schule nicht mehr vermittelt. Viele Naturwissenschaften können zum Abitur abgewählt werden. Wen wundert dann noch, dass sich immer mehr Scharlatane auch in der Medizin tummeln?

#4 |
  20
Nichtmedizinische Berufe

Meinen selbst gemachten Erfahrungen nach, ist der Grund dafür in der sogenannten EbM selbst zu suchen und zu finden, warum die Menschen dann andernorts leider vergeblich deren Hoffnungen erfüllt haben wollen.
Wenn es die Schulmedizin nicht schafft, Eitelkeiten abzulegen und das Scheitern zuzugeben, solange werden sich die Menschen nicht mehr dem Wissen, sondern nur noch dem Glauben zuwenden.
Leider besitzt ja auch schon die Schulmedizin in Form der vielen erfundenen psychiatrischen Pamphlete selbst so eine Art Glaubensbekenntnis, denn mit Wissensschaffung hat das herzlich wenig gemeinsam, siehe das jederzeit erfolgreich anwendbare Rosenhan-Experiment und dessen Derivate.
Nun gut, Wissen ist ja auch immer so nüchtern und begrenzt, kann latent immer zu Enttäuschung und Erfolglosigkeit führen.
Nur das müsste sich jeder klarmachen.
Dann erst lässt es sich auch mit unerfüllten Hoffnungen und mit seriöser, somit begrenzter Schulmedizin, die ja auch nur als eine optionale und temporäre Begleitung verstanden werden sollte, gut leben…

#3 |
  8

Wundert mich jetzt nicht. Kann man ja auch gut Kohle mit verdienen.
Und das eine “Tierheilpraktikerin” hier kommentiert, wundert mich inzwischen auch nicht mehr.

#2 |
  71
Tierheilpraktiker

Ich hoffe, es wird auch der letzte Satz gelesen :-).

Gruß,
Sabine Meyer

#1 |
  21


Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: