Ersatzreligion Hygiene

27. Januar 2010
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Der Ruf nach evidenzbasierter Medizin macht vor der Hygiene nicht halt. Doch die Debatten um sinnvolle und weniger sinnvolle Hygienemaßnahmen werden in diesem Fachgebiet emotionaler geführt als anderswo. Wie viel Wissenschaft verträgt die Hygiene?

Volker Zastrow von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) ist ein Freund der klaren Worte. Nicht dass er wissenschaftliche Untersuchungen zur Effektivität von Hygienemaßnahmen pauschal ablehnen würde. Doch über vieles, was unter dem Label der wissenschaftlichen Hygieneforschung zu Papier gebracht wird, kann er nur den Kopf schütteln. „Zahlreiche Untersuchungen, die angestellt und publiziert werden, halte ich persönlich für wissenschaftliche Beschäftigungstherapie. Und zumindest einige Diskussionen um Sinn und Unsinn von Hygienemaßnahmen gehen schlicht an der Krankenhauswirklichkeit vorbei“, so Zastrow, der bei den Vivantes Kliniken Berlin am Klinikum Spandau die Position des Chefarztes des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin innehat.

Die Gretchen-Frage: Sinnlos oder verantwortungslos?

Diese Diskussionen speisen sich aus einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen der letzten Jahre, Veröffentlichungen in Journalen wie dem Deutschen Ärzteblatt, der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, dem Chirurgen oder der Reihe Krankenhaushygiene up2date. In diesen Publikationen wird von unterschiedlichen Autoren der Sinn einiger breit eingesetzter und oft nicht gerade kostengünstiger Hygienemaßnahmen im Krankenhaus zumindest in Frage gestellt, darunter bestimmte raumlufttechnische Anlagen, endständige Wasserfilter für die Legionellenprävention und auch diverse Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von MRSA-Infektionen.

Im Oktober 2009 platzte der DGKH dann der Kragen. In einer auch im Internet zugänglichen Stellungnahme spricht die Gesellschaft von einer „unbegründeten Infragestellung“ von Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO), die zu „verantwortungsloser Verunsicherung“ in der alltäglichen medizinischen Praxis führe. Kern der Auseinandersetzung ist letztlich die Frage, wie gut belegt der medizinische Effekt einzelner und speziell kostenaufwändiger Hygienemaßnahmen sein muss, um deren Einsatz zu empfehlen. Zwar stellt niemand ernsthaft in Frage, dass beispielsweise Legionellenfilter oder auch keimreduzierende Klimaanlagen, die mit laminaren Strömungen arbeiten, einen mikrobiologischen Effekt haben. Nicht so viel Konsens herrscht freilich bei der Einschätzung, ob dieser mikrobiologische Nutzen auch tatsächlich mit einem messbaren Patientennutzen einhergeht.

Turbulenzen um turbulente Strömungen

Ein Beispiel für solche Debatten sind Diskussionen um raumlufttechnische Anlagen mit so genanntem Laminar Airflow. Diese Art der gerichteten Luftströmung soll eine keimarme Raumluft zur Folge haben, die zu weniger über die Luft vermittelten Infektionen führt. In einer der von der DGKH kritisierten Publikationen schreibt die Hygieneexpertin Ines Kappstein von der TU München, dass es keine Daten gebe, die belegten, dass die Luft als relevantes Erregerreservoir für endemische postoperative Wundinfektionen im Operationsgebiet anzusehen sei. Eine aktuelle Publikation von 17 Hygieneexperten des Netzwerks Zukunft Hygiene um Martin Scherrer von der Universität Tübingen in der Zeitschrift Hygiene-Medizin (2009; 34:188) kommt zu einem fast gleichlautenden Schluss. Hinweise auf einen Nutzen turbulenzarmer Luft gebe es allenfalls bei Operationen mit großen Endoprothesen, und auch hier sei die Datenlage nicht eindeutig.

Volker Zastrow kann die Aufregung nicht so ganz nachvollziehen: „Dass Laminar Airflow nichts bringt, ist definitiv falsch. Was stimmt, ist, dass es nur sehr wenige Studien gibt. Das liegt aber daran, dass Vergleichsstudien in diesem Bereich ethisch problematisch sind. Man kann nicht eine große Studie machen, bei der die Hälfte der Patienten in einem keimreicheren Milieu operiert wird. Das würde niemand mit sich machen lassen.“ Auch praktisch hält er die Kritik für realitätsfern: „In den allermeisten Operationssälen brauchen wir ohnehin raumlufttechnische Anlagen, schon aus rein arbeitsphysiologischen Gründen. Da kann man dann auch gleich solche Lösungen nehmen, die eine keimarme Luft begünstigen.“

Einsparungen auf dem Rücken der Patienten?

Nicht wenige Hygieniker hegen die Befürchtung, dass die „brancheninternen“ Debatten um den Nutzen bestimmter Hygienemaßnahmen von interessierter Stelle missbraucht werden könnten. So wird zum Beispiel immer wieder relativ kontrovers über Sinn und Unsinn der Isolierung von MRSA-Patienten debattiert. Für die DGKH ist klar, dass Einbettzimmer aus hygienischer Sicht äußerst sinnvoll sind, schon weil das Personal dann nicht mehr so einfach undesinfiziert von Bett zu Bett wechseln kann. Trotzdem gibt es Hygieniker, die den hygienischen Nutzen von Einbettzimmern pauschal in Frage stellen.

„Mit irgendwelchen Studien soll dabei suggeriert werden, dass sich Patienten in Mehrbettzimmern viel wohler fühlen und dass die Hygiene keine Frage der Bettenzahl, sondern eine Frage der Händedesinfektion sei. Dabei geht es in Wirklichkeit nur ums Geld, weil Stationen mit Mehrbettzimmern weniger Personal benötigen.“ Tatsächlich finden sich bei Google-Recherchen unter den Stichworten „Hygiene + Evidenz“ unter anderem Vorträge von Mitarbeitern privater Klinikketten, die den hygienischen Nutzen von Einzelzimmer ziemlich unverblümt in Frage stellen. Dabei wird dann auch mal auf eine Formulierung zurückgegriffen wie „Einzelhaft ohne richterliche Anordnung“.

Händedesinfizieren gibt’s auch im Internet

Einig sind sich alle, dass die sachgerechte Händedesinfektion beim medizinischen Personal oberste Priorität hat. „Hier müssen wir immer wieder fortbilden, die Mitarbeiter immer wieder erinnern“, so Zastrow. Anschauliche Multimedia-Materialien, wie sie von der DGKH in jüngster Zeit auf einer Webseite der Gesellschaft und auch bei Youtube zur Verfügung gestellt werden, können solche klinikinternen Fortbildungsanstrengungen ergänzen, aber nicht ersetzen. „Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Hygienefachpersonal vor Ort ist. Hygiene ist eben nicht nur eine Frage von Studien. Entscheidend ist, dass die Fehler, die das Personal macht, erkannt und ausgeschaltet werden. Dafür brauchen wir Ärzte für Hygiene und Hygienefachkräfte in jeder Klinik.“

Das Thema wurde angeregt von unserem Leser Wolfgang Wahl

93 Wertungen (4.11 ø)
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17 Kommentare:

Gesundheits- und Krankenpfleger

Ich bin erfreut über das Echo auf diesen Bericht. Dieses Thema ist es aber auch wert, diskutiert zu werden, bedenkt man die Zahl der 500.000 bis 900.000 Infektionen und der 10.000 bis 40.000 Sterbefälle p.a. (je nach Quelle).
Es ist schon erstaunlich, dass Fachleute hier öffentlich meinen, dies sei kein Thema.
Bereits in meinem Blog-Beitrag “Hygiene-Fehler ohne Ende?” habe ich geschrieben: “Statistisch gesehen bringt jeder am Patienten Arbeitende im Laufe seines Berufslebens mehrere Menschen um!”
Ich habe dort auch gefragt: “Wollen wir so weiter machen?”
Nosokominale Infektionen, und dadurch bedingte Sterbefälle werden in unserem Land seit Jahrzehnten tot-geschwiegen. Was nutzt es, wenn engagierte Fachleute trotz tollem Wissen darüber, wie man Hygienefehler vermeidet, vor Ort kaum etwas bewirken können, verändern dürfen? Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Man wehrt sich, stressbedingt gegen Neues, da durch Änderungen immer Mehrbelastungen befürchtet werden. Da hört man dann Aussagen wie: “Für solche Maßnahmen haben wir zu wenig Personal”, “Bei uns gibt es nicht mehr Infektionen als in anderen Häusern”, “Die Keime sind nicht während der OP in die Wunde geraten; die hatte der Patient schon vorher”, “Infektionen hat es zu allen Zeiten gegeben”, etc. Oder noch schlimmer: ¿Bei uns gibt es keine Infektionen!¿ Es werden Tatsachen ignoriert, verleugnet.
Ein weiterer Grund ist die in vielen (den meisten?) Häusern immer noch vorhandene Hirarchie: Seit wann läßt sich ein Chefarzt von einer Schwester sagen, wie er zu arbeiten hat? Dafür müsste er zuerst anerkennen, dass diese Schwester (als Hygiene-Fachkraft) vom Thema mehr versteht als er.
Die Hygiene einer jeden Krankenhaus-Abteilung steht und fällt mit dem Verhalten des jeweiligen Chef-Arztes. Demonstriert dieser, wie man in unzähligen Häusern beobachten kann, dass man auch ohne Hände-Desinfektion Hände-schüttelnd von einem Patienten zum andern gehen kann, und läuft er, natürlich mangels Zeit, in Bereichs-Kleidung durchs ganze Haus, wird das von seinem Personal nach-, und nicht besser gemacht. Durch solche Fehler werden Infektionen nicht aktiv verhindert ¿ es werden stattdessen grob fahrlässig Körperverletzungen ohne Ende begangen.
In unserem Land haben Hygiene-Fachkräfte erst dann die nötige Durchsetzungskraft, wenn sie, ähnlich wie Betriebsräte, unkündbar wären. Dafür könnte der Gesetzgeber sorgen. Um Welten besser, und deutlich schneller aber wäre es, würden einfach immer mehr Mutige nicht mehr so weiter machen. Es dürfen doch nicht u. a. weiter Jahr für Jahr zig-Tausend Arbeitsfähige zu teuren Kranken, zu Früh-Rentnern gemacht werden!
Möglicherweise wird es erst dann zum Umdenken kommen, wenn Kliniken durch Schadensersatz-Zahlungen in ihrer Existenz bedroht sind. Angehörige werden zunehmend durch Internet, und (hoffentlich noch öfter) durch Fernsehsendungen aufgeklärt. Eine Zunahme der Prozesse ist daher unvermeidbar.
Und was das Geld angeht: diese Infektionen kosten genau die Milliarden, die unserem Gesundheitssystem überall fehlen.
Ich appelliere hier an alle Beteiligten: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Machen Sie das, was Sie eigentlich von ganzem Herzen wünschen: Helfen Sie Ihren Patienten, weigern Sie sich, ihnen zu schaden.
Viel Erfolg für diesen wirklich lohnenden Kampf wünscht ganz herzlich
Wolfgang Wahl

#17 |
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Bernd Lenigk
Bernd Lenigk

Hygiene im OP ist das Eine, aber die größte Keimveschleppung auf normalen Stationen findet nach wie vor durch ärztliches Personal statt. Wir isolieren grundsätzlich JEDE Neuaufnahme im Einzelzimmer, nehmen Abstriche auf multiresistente Keime und betreten den Raum in Schutzkittel, Mundschutz und Einmalhandschuhen. Vor und nach Eintritt erfolgt eine Händedesinfektion. Die Isolation wird erst nach Eingang eines negativen Abstrichergebnisses aufgehoben. Ärzte verwenden die Schutzkleidung meist nur nach Aufforderung durch das Pflegepersonal. Hygiene im Krankenhausalltag ist Sache des Pflegepersonals, denn sie ist Inhalt unserer Ausbildung. Wieviel Hygiene lerhrt die Uni?
Auf Seminaren werden Mittel wie Octenisept beworben – wir verwenden es seit langem erfolglos. Es ist noch nicht eine einzige Keimsanierung (MRSA, VRE, ESBL o.Ä:) damit gelungen. Wir haben begonnen Ätherische Öle einusetzen – ein erfolgversprechender Weg. Deutschland muß sich endlich für solche alternativen öffnen, in Frankreich sind äth. Öle schon seit 40 Jahren etabliert…
Bernd Lenigk, Krankenpfleger und Heilpraktiker

#16 |
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Rettungsassistent

Zum Zitat “Die Hygiene ist die Hure in der Medizin, jeder reitet darauf herum, wie ihm gerade die Lust danach steht”

Nun auf eine gewisse Weise trifft diese Aussage schon zu. Ein Beispiel, welches ich selbst sehr oft erlebt habe. Patientenübergabe im einen Krankenhaus. Wir kommen mit unseren NF Pat. in die ZNA. Eine Krankenschwester versichert uns, dass der Arzt (der die Aufnahme macht) gleich kommen würde. Und in der Tat, wenige Augenblicke später kommt der Arzt direkt vom einen anderen Pat., den er kurz zuvor noch untersucht hat, zu uns. Ich mache eine kurze Übergabe an den diensthabenden Aufnahmearzt der Notaufnahme. Während dessen wird mein bzw. unser Pat. mit einem Handschlag vom Arzt begrüßt. Ohne sich zuvor andeutungsweise die Hände zu desinfizieren!!!

Haben wir alle nicht irgendwann mal gelernt, wann eine Händedesinfektion indiziert ist und weshalb diese so wichtig ist?

Sehr geehrter Herr PD Dr. R. Schulze. Erlauben sie mir bitte folgendes zu Ihrer Aussage
“Leider gibt es hierzulande aber auch immer noch einige Steinzeit-Hygieniker, die sich nicht fortbilden, die ihre unbelegte Privatmeinung über die wissenschaftliche Evidenz stellen und denen die eigene Profilierung wichtiger ist als das Patientenwohl.”
zu fragen: Meinen Sie nicht vielleicht auch, dass diese Aussage ein klein wenig ungünstig von Ihnen formuliert wurde? Und dass dies eine einfache persönliche Behauptung von Ihnen ist? Falls nicht, dann hätte ich bitte gern an dieser Stelle eine kurze Schilderung darüber, wie Sie zu dieser Aussage kommen. Gibt es z.B. belegte Zahlen darüber, wie viele Hygieniker es bundesweit gibt die sich fort- bzw. sich nicht fortbilden lassen? Denn mit Ihrer Meinung beleidigen leider Sie alle Hygieniker. Und somit auch mich, als Desinfektor! Und ich lasse mich jedes Jahr zum Thema Hygiene fortbilden. Und dies in angesehenen Einrichtungen.

#15 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

Vielleicht kann die industrielle Chipproduktion als Vorbild dienen (äußerste Keimfreiheit insbesondere im Nanotechnologiebereich erforderlich! => Infineon)

Frage: Warum können die Keimstudien nicht mit Tieren durchgeführt werden?

#14 |
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Prof. Zastrows Hinweis auf durch Ethik erschwerte Studienbedingungen klingt ein bisschen fad. Das trifft doch grosso modo auf die gesamte Humanmedizin zu, damit kann man doch nicht auf Studien generell verzichten. Hygiene ist halt Eminenzbasiert und eine Domaene gestaerkter Haeubchen. Als Arzt wird man im OP uebrigens durch Stehzeit und Rang immer steriler, ist immer noch so.

Abgesehen davon ist es natuerlich schon interessant, wie sich hygiensische Massnahmen tatsaechlich auswirken. Nicht nur gemessene Keimzahlreduktionen sondern outcome bezueglich nosokomialer Infektionen, v.a. auch auf lange Sicht. Auch mal in Hinsicht, ob der Kampf gegen bestimmte Keime nicht am Ende andere infektioese Probleme beschert.

Eine wunderschoene Hygienemassnahme hier im Vereinigten Koenigreich ist das Kittel- und Schlipsverbot. Hat den Charme des Einfachen und Billigen.

Apropos Tastaturen, Personalhandys sollen besonders eklig sein.

Habe erst in einem Krankenhaus eine Folientastatur gesehen, die komplett abwischbar war, sonst ueberall verkniestete staubige Keyboards. Zumindest ein aesthetisches Problem.

#13 |
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Rettungsassistent

Das Thema Hygiene sollte man in meinen Augen (als Desinfektor) wie ein rohes Ei behandeln. Denn Hygiene bedeutet nicht nur; wir wischen hier mal ein wenig und dort hinten desinfizieren wir bis zur extasen Besinnungslosigkeit. Soll heißen: Hygiene fängt immer im Kopf an. Und genau dort werden über weitere Entscheidungen und Handeln entschieden. Denn was bedeutet eigentlich “Hygiene”? Zu Hause im Bad 20 verschiedene Desinfektionsmittel im Schrank stehen haben? Alles an Wäsche mit 90° Waschen? Sofort gleich 10 Minuten die Hände mit kochendem heißen Wasser waschen und dann im Anschluss 50 Mal mit Händedesinfektion hinter her, nur weil man einen Cent in der Hand hatte? Und dann wundern Sie sich noch über die steigenden Allergiefälle? Was ich hier nun zugegeben manchmal und da etwas bewusst übertrieben geschildert habe, hat einen wichtigen Kernpunkt. Der da wäre: Wenn die Grundbasis zum Thema Hygiene massiv gestört ist, dann wird es an oberer Stelle erst recht nicht funktionieren.
Und möchte man dies denn auch überhaupt, dass es funktioniert? Ein Beispiel der Klassiker MRSA! Hier nur einen kleiner Vermerk: Blicken sie doch rüber zu unseren Nachbarn in den Niederlanden, wie die dieses Thema behandeln. Und dann schauen Sie sich doch mal bitte in unseren Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen um und machen Sie sich selbst einen Bild.

Meine Aussage: Händedesinfektion und eine natürliche persönliche Hygiene ist da A und O gegen die Übertragung von Krankheiten. Und pflichtbewusst sowie mit Verstand Hygienerichtlinien erstellen und einhalten.

#12 |
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Elena Charlotte Haanen
Elena Charlotte Haanen

Ich könnte doch fast wetten, daß mein Wohnzimmer, obwohl 2 Hunde darin rumtollen, keimfreier ist als jedes Krankenzimmer einer Klinik.

#11 |
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Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

Jedem Zahnarzt sind natürlich die sogenanntn “Oralsäue” leider bestens bekannt.
Das nur aus meiner Warte zur Zuschrift von Jens.

#10 |
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Dr. med. Wolfgang Wittwer
Dr. med. Wolfgang Wittwer

Woanders ist es auch nicht anders.
Kaum aus einer sehr rennomierten deutschen kardiologischen Klinik (1-taegiger diagnostischer Aufenthalt) um mich in einer skandinavischen Hauptstadt einer geplanten endoskopischen Krebsoperation zu unterziehen. Wurde da auf MRSA untersucht, weil Deutschland so grosse Probleme damit habe, und vorerst nachhause geschickt.
In meiner (psychiatrischen) Zentralklinik sind die PC-Tastaturen stark verschmutzt mit schwarzen (eientlich hellen) Tasten mit mittelstaendigem Gebrauchsabrieb. Das Putzpersonal darf die PSs nicht beruehren, das medizinische Personal empfindet keine Zustaendigkeit dafuer (in Deutschland heisst das bei Handwerkern: “Das ist nicht mein Gewerke”). Die Hygienekommission besteht aus zwei Nurses im 50 km entfernten Nachbarkrankenhaus und ist nicht erreichbar. Da habe mehrfach, zweimal schriftlich, die Leitung informiert. Es gibt dafuer ein netzbasiertes Meldungssystem, um Fehler im System zu erkennen und abzustellen (schlafendes Personal, unfreundliche Kollegen, eigentlich auch solche Dinge). Nach drei Wochen wurden die Meldungen einfach, ohne Rueckmeldung geloescht. Geschehen ist – nichts.

#9 |
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Cornelia Klein-Orth
Cornelia Klein-Orth

Zertifizierte Häuser und Kliniken!
hochmoderne Operationsräume!
Komplizierte Hygienepläne – erstellt von Fachkräften!
Und wie sieht es an der Basis aus?
Ärzte, die zuvor operiert haben, waschen sich die behandschuhten Hände – und trinken dann schnell mal einen Kaffee oder greifen rasch in das Glas mit den Süssigkeiten!
Bereichskleidung wechseln? Für viele ein Fremdwort, besonders für Ärzte in Leitungsfunktionen.
Anästhesiepersonal mit dicken Ketten und Ohrringen!
Reinigungsfirmen, die nur den Boden säubern in Ambulanzen -Anrichten, Fensterbänke, Schreibtische werden gereinigt von Pflegepersonal (wenn Zeit da ist).
Reinigungspersonal wird nur mit dem Mindestlohn abgespeist und hat strenge Vorgaben, wielange z. B. eine Toilettenreinigung dauern darf (bei “sauberen Toiletten” kein Problem, was ist mit den von Patienten “verschmutzten Toiletten”.

Blutspritzer an gereinigten OP Tischen, nichts neues!
………..das sind nur die sichtbaren Dinge. MRSA und Verwandschaft sind unsichtbar.
Noch Fragen?

#8 |
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Dr. med. Wolf-D. Köhn
Dr. med. Wolf-D. Köhn

»[Primum] Nihil nocere !« = ein im derzeitigen Medizinbetrieb weitestgehend mißachtetes Prinzip. So schafft man Probleme in Form von Infektionen, wenn man den natürlichen Schutz an unserer trockenen Barriere zur Umwelt = Haut mehr oder weniger durchlässig macht durch Reduktion des SEBUM (= bestes + billigstes Fett der Welt) mittels Detergentien / Tensiden aller Art bei der alltäglichen Reinigung von Haut & Haar. Dazu reicht i. a. pures Wasser zum Abspülen des sog. »inneren Drecks« = Schweiß, der ja Salze + harnpflichtige Substanzen enthält; also Schutz belassen !
Als echt alternatives, nicht entfettendes, rein natürliches Reinigungsmittel für Haar & Haut bietet sich die Wascherde (Rhassoul) aus Marokko an, die ich ca. 1x / Wo (sogar mit Vergnügen) anwende.
»Test it !«.

Die Schaffung resistenter Erreger durch gedankenlosen, ungeprüften Einsatz von Antibiotika (z. B. bei Virusinfektionen !) war / ist das Grundübel; jetzt heißt es: die Suppe auslöffeln !
Ein intaktes Immunsystem durch optimale Ernährung + Vermeidung seiner unnützen Inanspruchnahme (s. o. !) bietet den besten Infektionsschutz.

#7 |
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Dr. Hermann Grötschel
Dr. Hermann Grötschel

Wenn ich als Tierarzt einen Rinderkaiserschnitt im Kuhstall mit Laienassistenz und anständiger Antibiose ohne jegliche Infektionsprobleme hinbekomme, und das ist nicht die Ausnahme, so frage ich mich schon, was da in der humanmedizinischen Fakultät falsch läuft.
Mir ist das Händeschütteln, das die meisten Ärzte mit ihren Patienten zelebrieren schon immer ein Gräuel gewesen. Ich versuche das immer zu vermeiden.

#6 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Silke Roose
Krankenschwester und angehende PDL
Mal ehrlich, solange Ärzte ohne jegliche Schutzvorkehrungen MRSA Patienten aufsuchen / untersuchen und das Gros der Menschheit die Toilette verlässt ohne sich die Hände zu waschen müssen wir uns nicht über neue Hygienerichtlinien unterhalten.

#5 |
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Jutta Tscheschel
Jutta Tscheschel

Die Händedesinfektion ist sicher die beste Maßnahme um nosokomiale Infektionen zu verhindern. Was in Deutschland aber auch dringend benötigt wird, sind bindende Leitlinien für die Antibiotekatherapie. Da schauen wir gern ,zugegeben etwas neidisch, zu unseren Nachbarn den Niederländern.

#4 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Hygiene, wie jeder es in seinem privatem Bereich gewohnt ist und nicht erschrecken, wenn ein MRSA innerhalb kürzester Zeit unter ” unhygienischen” Bedingungen nicht mehr nachweisbar ist. Schnellere Entlassungen aus dem stationären Bereich und es würden wesentlich weniger nosokomiale Infektionen die mit einem imensem Kostenaufwand korrigiert werden müssen, entstehen.
Zu den Ganzkörperkondomisten: Eure Handschuh-mania schützt nur subjektiv, wenn 85% Ferkel sind wieviel Schweine sind dann darunter? Und eigenartig dass gerade die Schweine am wenigsten Immunproblematiken aufweisen.

#3 |
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Entscheidend ist die gewebeschonende und hämatomvermeidende Operarion.Ein postoperatives Hämatom infiziert sich immer, egal ob mit oder ohne Desinfektion ! Ein infiziertes Hämatom auf mangelhafte Hyggiene zurückzuführen ist Unsinn !

#2 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Schon immer kämpften Chirurgen mit der Hygiene gegen Infektionen und Kontaminationen. Der erste wirklich grosse Schritt wurde mit der Erkenntnis des Infektionsweges des Kindbettfiebers gemacht. Und diese Erkenntnis ist immer noch gültig, wird es immer bleiben und ist der Grundstein aller Hygienemassnahmen.
Sicher geht der Fortschritt weiter und neue Methoden erobern die Kliniken, doch wird auch hier viel Geld verdient und ein Grund zur Daseinsberechtigng mancher Dienstleistung geschaffen. Studien sind geduldig und die allgemeine Verunsicherung wird manchmal schamlos ausgenutzt. Die Meinung ist, Hauptsache wir tun etwas und können uns auf irgend eine Studie berufen.
Meine alte Chefärztin sagte einmal zu den herrschenden verschiedenen Meinungen einen ehrlichen Satz: ” Die Hygiene ist die Hure in der Medizin, jeder reitet darauf herum, wie ihm gerade die Lust danach steht”
Sie war eine feine, respektvolle, realistische Dame !!!

#1 |
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