HPV-Impfung: Wer knackt das Jungs-Problem?

17. August 2018

Als einer der ersten EU-Staaten empfiehlt Deutschland HPV-Vakzine für Jungs. Das stellt Ärzte vor ein Problem: Schon die Mädchen wurden schlecht erreicht, nur 45 Prozent der 17-Jährigen sind vollständig geschützt. Was können Mediziner tun, um die Impfquote zu verbessern?

Die HPV-Schutzimpfung wird in Deutschland bislang zu wenig genutzt: Nur knapp 45 Prozent der 17-jährigen Mädchen waren 2015 vollständig gegen Humane Papillomviren (HPV) geimpft. Die Viren können in vielen Fällen Gebärmutterhalskrebs, aber auch verschiedene Karzinomarten bei Männern hevorrufen. Nachdem die STIKO beschlossen hat, Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) nun auch für Jungen zwischen 9 und 14 Jahren zu empfehlen, stellt sich die Frage: Was können Mediziner tun, um etwas an der schlechten Impfquote zu ändern? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Jungen zu erreichen?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat bis Ende September Zeit, zu entscheiden, ob HPV-Schutzimpfungen für Jungen eine Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen werden. Noch erstatten viele Versicherungen die Spritze freiwillig. Jetzt liegt es in den Händen von Experten der Gesundheitsbranche, Strategien gegen die Impfmüdigkeit zu entwickeln.

Früh geschützt heißt gut geschützt

„Ich hoffe, dass möglichst viele Jungen die HPV-Schutzimpfung nutzen und die neue Empfehlung auch ein weiterer Anstoß für bislang nicht geimpfte Mädchen ist, die Impfung nachzuholen“, kommentiert Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, in einer Pressemitteilung. „Bedauerlicherweise werden viel zu wenige Mädchen geimpft, dabei schützt diese Impfung vor Krebs“.

Die Impfeffektivität gegen HPV-assoziierte Läsionen bei Männern schwankt laut RKI-Metaanalyse je nach Studie zwischen 47 und 67 Prozent, was nicht besonders zufriedenstellend ist. Teilweise wurden die Nachbeobachtungszeiten nicht lang genug gewählt, um Krebserkrankungen überhaupt zu bemerken. Wurden nur Arbeiten mit Jungen, die zu Beginn HPV-negativ waren, eingeschlossen, konnten die Forscher einen Impfschutz von bis zu 100 Prozent erreichen. Die Zahlen verdeutlichen, wie entscheidend es ist, Jugendliche bereits vor dem ersten Kontakt mit HPV zu impfen.

Hatten Jungen oder Mädchen schon Kontakt mit HPV, sind in ihrem Körper virale Nukleinsäuren zu finden, aber keine Hüllproteine mehr. Damit sind Vakzine, die unser Immunsystem dazu bringen, Antikörper gegen Hüllproteine zu erzeugen, nutzlos.

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Dr. Thomas Fischbach © NZFH

„Die Impfung schützt Frauen nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor einer ganzen Reihe von anderen Tumoren“, sagt Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts kommt es bei Jungen bzw. Männern pro Jahr zu etwa 600 Analkarzinomen, mindestens 250 Peniskarzinomen und mindestens 750 Karzinomen in der Mundhöhle oder im Rachen, die auf eine HPV-Infektion zurückzuführen sind.

„Viele Eltern wissen das nicht – daher wollen wir in den Praxen verstärkt aufklären.“ Neben dem direkten Nutzen für die Jungen ist die sogenannte Herdenimmunität ein wesentliches Argument für die Impfung: Eine hohe Impfquote der Jungen würde dazu führen, dass es insgesamt einen höheren Schutz in der Bevölkerung gibt.

 

 

Tipp 1: Krankenkassen sollten informieren

Doch wie bekommt man Zugang zu Kinder und deren Eltern? DocCheck  sprach mit Dr. Hermann Josef Kahl, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendkardiologie, aus Düsseldorf. „In dem relevanten Altersbereich gehen die Jugendlichen einfach nicht zum Arzt“, sagt Kahl. Das betreffe Jungs und Mädchen gleichermaßen: „Wir erreichen sie einfach nicht.“ Kahls Lösungsansatz: „Es wäre daher sinnvoll, wenn alle Krankenkassen Versicherte im Altersbereich anschreiben würden mit dem Hinweis, dass es HPV-Impfungen gibt.“ Primäre Ansprechpartner für die HPV-Schutzimpfung bei Jungs seien Kinder- und Jugendärzte. Wer zur U11 komme, werde informiert. „Nur kommen eben nicht alle zu dieser Untersuchung.“ Genau hier sieht Kahl derzeit eine große Schwachstelle.

Die relevanten Zeiträume für Untersuchungen von Jugendlichen sind:

  • U10 (8.-9. Lebensjahr)
  • U11 (10.-11. Lebensjahr)
  • J1 (13.-15. Lebensjahr)
  • J2 (17.-18. Lebensjahr)

Seit Herbst 2014 rät die STIKO, Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren mit zwei Impfdosen im Abstand von 6 Monaten zu impfen. Wird mit der Impfung nach dem 16. Geburtstag begonnen, sind drei Dosen notwendig. Generell sollte die Vakzine verabreicht werden, bevor Jugendliche ihren ersten Geschlechtsverkehr haben. „Leider sind wir in Deutschland noch sehr weit davon entfernt, die notwendigen Impfquoten von etwa 85 Prozent zu erreichen, um Ergebnisse zu erzielen, wie sie z.B. in Australien beobachtet werden“, kritisiert Fischbach.

Tipp 2: Impfstoff – back to school

In Australien bieten Schulen den Schutz gegen HPV an – flächendeckend und kostenfrei. 78,6 Prozent aller Mädchen und 72,9 Prozent aller Jungen im Alter von 15 Jahren waren bei der letzten Erhebung in 2016 geschützt. Zwischen 2005 und 2015  konnte die Infektionsrate von Frauen zwischen 18 und 24 Jahren von 22,7 auf 1,1 Prozent gesenkt werden. „Unser Ziel muss es sein, diese Impfquoten auch in Deutschland zu erzielen“, so Fischbach weiter.

Genau hier setzt Hessens Gesundheitsministerium mit einer Kampagne an. Wie die DPA berichtet, sollen Schüler ab 2018/2019 über die Vorteile von HPV-Schutzimpfungen informiert werden. Das RKI selbst spricht sich im „Epidemiologischen Bulletin“ für Schulimpfungen aus, um Kinder zu erreichen, die nicht an J1-Untersuchungen teilgenommen haben.

Tipp 3: Jugendliche über Social Media erreichen

Nur befürworten nicht alle Jugendlichen die Impfungen. Zahlen dazu lieferteine Befragung via Facebook. An der Studie nahmen 1.161 junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren teil. „Insgesamt war das Bewusstsein für HPV hoch, aber nur 53 Prozent erhielten mindestens eine Impfstoffdosis“, konstatiert Erstautor Cornelius Remschmidt vom RKI. In den häufigsten Fällen wurde eine Entscheidung gegen eine Imfpung mit potenzielle Nebenwirkungen und Sicherheitsbedenken begründet.

Ein Grund für die Unsicherheit könnte die Behauptung kanadischer Medien sein, HPV-Schutzimpfungen gingen mit mehr Autoimmunerkrankungen einher. Aufgrund massiver Fehler musste der Artikel von „The Star“ zurückgezogen werden und ist nur noch über Archive abrufbar. Wo lag der Fehler? Epidemiologen fanden heraus, dass es keine signifikante Assoziation gab. Die auflagenstarke Tageszeitung hatte einfach Fallberichte gesammelt, aber nicht in Erfahrung gebracht, dass Autoimmunerkrankungen bei Mädchen ohne Impfung ähnlich häufig auftraten. Ärztliche Beratung hilft, solche Missverständnisse aus der Welt zu räumen. Vielleicht sollten Ärzte auch stärker über Social Media kommunizieren. Oder wie wäre es mit „Impf-Influencern“?

Tipp 4: Kennen Sie die Krebsimpfung?

Generelle Aufklärung ist jedenfalls dringend erforderlich. Laut einer Umfrage der Krankenkasse BKK VBU, an der mehr als 1.000 Frauen und Männern über 14 Jahren teilnahmen, bestehen generelle Informationsdefizite. Nur jeder dritte Teilnehmer hatte schon von der HPV-Schutzimpfung gehört – und knapp jeder sechste wusste zumindest rudimentär, worum es medizinisch geht.

Einen sehr kreativen Lösungsvorschlag hat Andrea Galle, Vorstand der BKK VBU, anzubieten. Nennen wir die Spritze doch einfach Krebs-Vorsorge-Impfung. „Die Windpocken-Impfung ist ja auch nicht unter dem Begriff Varizellen-Impfung bekannt, sondern unter der Krankheit, die sie bekämpft“, sagt Galle. Hier wäre es allerdings wichtig darauf hinzuweisen, dass die HPV-Schutzimpfung keinen generellen Schutz vor maligne Erkrankungen bieten kann, sondern nur gegen bestimmte Typen der Humanen Papillomviren schützt, die Krebserkrankungen am Gebärmutterhals, an der Vulva, am Penis und im Analbereich hervorrufen können.

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13 Kommentare:

Apothekerin

Abgesehen von den Nebenwirkungen, bin ich von dem Nutzen der Impfung nicht überzeugt.
Wenn man sich die Krebsstatistiken anschaut, ist der Gebärmutterhalskrebs eher im unteren Bereich zu finden. Die HPV- Infektionen werden zu 70-90% symptomlos überwunden, 10-15% entwickeln sich zu Vorstufen, von denen sich der größte Teil wieder zurückbildet. Außerdem gibt es noch viele andere HPV-Typen. Ich habe meine Töchter nicht impfen lassen.
Ansonsten bin ich absolut für Impfungen!

#13 |
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Dipl. -Pharm Hannes Sartorius
Dipl. -Pharm Hannes Sartorius

zu #11
Diese Annahme ist grundsätzlich Falsch ! Bei jeder Impfung gibt es vereinzelt Personen bei denen eine Therapie nicht anschlägt.
Auch garantiert nicht jede Impfung einen 100%igen Schutz da es durchaus je nach Erkrankung verschiedene Erregertypen gibt. (Bestes Beispiel Rotaviren)
Dennoch ist es Sinnvoll das eigene Risiko durch eine Impfung deutlich zu reduzieren, um Infektionen vorzubeugen oder deren Symptome zu reduzieren (siehe Influenza oder Rotaviren)
Prophylaxemaßnahmen sind gut, vor allem bei Pandemien, jedoch unterstützen sie nur.

#12 |
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Hebamme

Beipackzettel Gardasil : “Die Impfung ist kein Ersatz für Routineuntersuchungen zur Zervixkarzinom-Früherkennung. Da kein Impfstoff zu 100 % wirksam ist und GARDASIL weder vor sämtlichen HPV-Typen schützt, noch bei bestehenden HPV-Infektionen wirksam ist, bleiben Routineuntersuchungen zur Zervixkarzinom-Früherkennung äußerst wichtig und sollten entsprechend den lokalen Empfehlungen durchgeführt werden.”

Scheint Prophylaxe doch besser zu sein als die Impfung….

#11 |
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Dominik Boeddinghaus
Dominik Boeddinghaus

Guten Morgen, demnächst hab ich für meinen Sohn (12) den Ersttermin zum impfen. Es ist mir egal ob die GKV die Kosten übernimmt, den ich glaube das die Verantwortung durchaus beim Menschen liegt und nicht bei einem Geschlecht.
Die Argumentationsstruktur von Frau Kutzner ist vergleichbar von „wenn alle Autofahrer vorsichtiger wären, bräuchten wir keine Anschnallgurte“, ist mit Sicherheit in vielen Bereichen richtig, jedoch wenn die Mädels sich ordentlich waschen würden, würden sie die Jungs nicht anstecken… /facepalm/

Ein gelungener Slogan wäre auch:
„Wer Enkel möchte, lässt impfen!“

#10 |
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US-Studie aus Kalifornien relativiert die Schutzeffekte der HPV-Impfung bei Frauen!

Im Rahmen einer Fallkontrollstudie wurden die Versicherungsdaten der “Kaiser-Permanente” im Bundesstaat California/USA bei mehr als 25.000 geimpften und nichtgeimpften Frauen zur Wirksamkeit der HPV-Impfung analysiert. Bei 4.357 wurden hochgradige zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN 2+ oder 3+) als Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. “Effectiveness of catch-up human papillomavirus vaccination on incident cervical neoplasia in a US health-care setting: a population-based case-control study” von Michael J. Silverberg et al. https://www.thelancet.com/journals/lanchi/article/PIIS2352-4642(18)30220-7/fulltext

Der Fakten-Check mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ:
“Im Sommer 2015 wurde in der EU Gardasil® 9 zugelassen. Dieser Impfstoff soll gegen insgesamt neun HPV-Typen wirken. Der Impfstoff hat 2017 das bisherige Gardasil-Präparat abgelöst, das sich gegen vier Papillomviren richtete. Derzeit sind in Deutschland zwei verschiedene HPV-Impfstoffe auf dem Markt: Cervarix® und Gardasil® 9. Beide beugen einer Infektion mit den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 vor. Gardasil® 9 wirkt gegen insgesamt neun HPV-Typen. Bis Juli 2017 war außerdem der Vierfachimpfstoff Gardasil® verfügbar, er wurde durch Gardasil® 9 abgelöst. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren. Sie folgt damit der Impfempfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO: Je früher geimpft wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Mädchen noch nicht mit den Viren infiziert hat. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Noch nicht geimpfte Mädchen können die Impfung bis zum Tag vor ihrem 18. Geburtstag nachholen” …

“Nur noch zweimal impfen?
Bis vor kurzem musste die HPV-Impfung dreimal gegeben werden, um eine möglichst vollständigen Impfschutz zu erzielen. Dies hat sich inzwischen geändert: Den Impfstoff erhalten Mädchen und Jungen bis 14 Jahre heute in nur zwei Einzelimpfungen im Abstand von sechs Monaten. Ab dem Alter von 15 Jahren und bei einem zu kurzen Impfabstand sind aber weiterhin drei Einzelimpfungen vorgesehen.”
Quelle: http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv-impfung.php
© 2018 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Auch die optimale HPV-3-fach-Impfung hinterlässt CIN-Erkrankungsrisiko!
Die Interpretation der US-Studie bewegt sich auf unsicherem Terrain: “Interpretation – Catch-up quadrivalent HPV vaccination with three doses was effective against CIN2+ and CIN3+ in girls and women aged 14–20 years at time of first vaccine dose but not for women aged 21 years and older at first dose.” Die HPV-Erstimpfung sollte aus US-Sicht spätestens ab dem 14. Lebensjahr starten, da der Schutzeffekt bei HPV-Erstimpfung mit 21 Jahren oder später nicht mehr effektiv ist.

Nicht “highly effective”, sondern nur “effective”?
Die Autoren/-innen schreiben selbst nicht von “highly effective” sondern nur von “effective”. Sie stellten 4.357 inzidente Fälle von zervikaler intraepithelialer Neoplasie (CIN)2+ den 21.773 Kontrollen gegenüber. Davon waren 1.849 CIN3+ Fälle gegenüber den 9.242 vergleichbaren Kontroll-Fällen ohne CIN beobachtet worden [“4357 incident CIN2+ cases and 21773 matched controls were included in the study. Of these, 1849 were incident CIN3+ cases with 9242 matched controls”]. Das jüngste Erstimpfungs-Alter war 14 Jahre. Der Impfschutz von einer oder mehreren HPV-Impfungen erwies ein signifikant reduziertes relatives Risiko (RR) für CIN 2+ von 0,82 und für CIN3+ von 0,77. Der stärkste Schutz wurde mit der 3-maligen Impfung und dem Beginn der Impfserie zwischen 14 und 17 Jahren mit einem relativen Risiko von 0,52 erreicht. Der Impfbeginn zwischen 18 und 20 Jahren erhöhte wiederum das relative Risiko auf 0,65. Für Frauen mit Erstimpfungsalter von 21 und mehr Jahren konnte das relative Risiko mit 0,94 nicht signifikant verringert werden. “The youngest age at time of first vaccination was 14 years. One or more HPV vaccine doses conferred protection against CIN2+ (RR 0.82, 95% CI 0.73–0.93) and CIN3+ (0.77, 0.64–0.94). We found the strongest protection against CIN2+ in women who had received at least three vaccine doses and had received their first dose aged 14–17 years (0.52, 0.36–0.74) or aged 18–20 years (0.65, 0.49–0.88). No significant protection was found in women aged 21 years or older at time of first dose (0.94, 0.81–1.09). Inferences were similar for CIN3+, but with stronger effects for women who received at least three vaccine doses and had received their first dose aged 14–17 years (0.27, 0.13–0.56) or aged 18–20 years (0.59, 0.36–0.97).” Am stärksten verringerte sich das relative Risiko bei CIN3+ auf 0,27 bzw. 0,59 je nach Erstimpfungs-Alter.

Doch Vorsicht!
Die relative Risikoreduktion in der US-Studie mit wesentlich ungünstigeren Voraussetzungen als den STIKO/RKI/WHO Empfehlungen beträgt günstigstenfalls 73%, ungünstigenfalls nur 6% weniger zervikale intraepitheliale Neoplasien (CIN) im CIN2+ oder CIN3+ Stadium: Insbesondere, wenn viel zu spät mit der Erstimpfung begonnen wurde. Dies bedeutete dann ein erhebliches Erkrankungsrisiko bei quadrivalenter HPV-3-fach-Impfung.

Die US-Studie überprüfte nicht
1. Den weiterentwickelten Gardasil-9-Impfstoff.
2. Verbesserungen von Schutzeffekten durch Impfbeginn ab 9 Jahren (WHO/RKI/STIKO).
3. Einbeziehung der jungen Männer in das modifizierte, früher beginnende Impfregime.
Schutzeffekte von ergänzenden HPV-Impfungen bei jungen Männern sind und bleiben m.E. Spekulationen, da sie bisher noch gar nicht evaluiert werden konnten.
Vgl. dazu
http://news.doccheck.com/de/blog/post/9674-hpv-impfung-fuer-junge-frauen-und-maenner-hit-niete-oder-gender-gap/

#9 |
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Dr. med.dent. Jens Assmus
Dr. med.dent. Jens Assmus

Zum Kommentar von Constanza Kuttner :
Jungs sollen sich gründlicher waschen, damit sich die Mädels nicht infizieren. Wenn es ein Hygieneproblem gibt ist dieses sicher ein individuelles und kein Geschlechterspezifisches . Als ´nur´Zahnarzt´sehe ich bei Jugendlichen zwar nur in das obere Ende des Verdauungstraktes , aber hier spiegelt sich meines Erachtens nach die Grundhygiene wieder. Ob diese bei jungen Frauen im heranwachsenden Alter grundsätzlich deutlich besser ist als bei jungen Männern ist sehr fraglich. Meine eigenen Kinder, männliche Teenager, warne ich eher vor fischelnden jungen Damen….

#8 |
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Frank Ullrich
Frank Ullrich

Wollen wir mal Big Pharma nicht unterstellen das es hier hauptsächlich um die Erweiterung der Absatzmärkte geht. Das es in unserem “Gesundheits”wesen zuerst um Gewinn und Umsatz geht und dann der Mensch kommt muss ich leider immer wieder feststellen und es stimmt mich zutiefst traurig.

#7 |
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Mehrsad Klemm
Mehrsad Klemm

Oh je.. wenn man keine Ahnung hat, muss man sie ja nicht auch noch lautstark kundtun, – oder @Frau Kutzner?
Mit diesem Phänomen haben wir es leider sehr häufig zu tun. Dies verunsichert die Eltern, die von Hinz und Kunz Meinungen hören und lesen.. umso wichtiger, daß wir bei den Vorsorgen ganz aktiv das Thema Impfungen ansprechen. Gerade als hausärztliche Pädiater genießen wir das Vertrauen der Patienten und dürfen durchaus kundtun, daß wir unsere eigenen Kinder ja auch impfen. Dies scheint für die Eltern einen hohen Stellenwert zu haben.

#6 |
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Stephan Schaffer
Stephan Schaffer

Ist der Impf-Report nicht so ein Schmierenblatt von fanatischen Impfgegnern?

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Dr. Ingolf Reichardt
Dr. Ingolf Reichardt

…nun ja, das wird Zeit, in Österreich zahlen die gesetzlichen Kassen schon über 2 Jahre bei Frauen bis 45 bzw. bei Männern bis 35 Jahren. Nur 20 von ca. 120 gesetzlichen Kassen in D beteiligen sich und leider nur kleinere Kassen. Wenn man es schon leider betriebswirtschaftlich sieht, denken die Vorstände nur bis ans Ende ihrer Vorstandschaft. Langfristig schlummert hier ein gewaltiges medizinisches und Kassen-wirtschaftliches Potential durch massiv reduzierte Inzidenz entsprechender Karzinome besonders bei Gardasil 9 Anwendung!!

#4 |
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Dr. med. Carla Schoenmakers
Dr. med. Carla Schoenmakers

Stimme Ihnen voll und ganz zu, Herr Kollege Hartl!
Halten wir Frau Constanza Kutzner mal zugute, dass sie vernutlich nicht vom Fach ist und über die Übertragungswege nicht wirklich Bescheid weiß…..

#3 |
  28

Nun hätte ich beinahe geschrieben, bei solchen Kommentaren geht mir mein A. in der Hose auf.
Die HPV-Infektion ist eine Viruserkrankung (HPV), deren Erreger durch Hautschuppen (Handtücher, Waschlappen, enger Körperkontakt, invasiven Sex, aber auch Kuschelsex ) übertragen werden. Genitalhygiene spielt wohl eher keine große Rolle, Kondome auch nicht. Beschneidung wahrscheinlich vorteilhaft, aber nun alle Jungs zu beschneiden klappt in unserem Kulturkreis sicher nicht. Und ob männliche Beschneidung nicht auch eine Art Genitalverstümmelung ist, ist auch ein Diskussionspunkt.
Natürlch impfen wir gegen alles, was impfpräventiv ist. Besser und effektiver geht es kaum. Leider sind gefühlt weitere Hunderte von Krankheitserregern nicht durch Impfungen verhinderbar. Den modernen Jungs vorzuwerfen, sie würden sich nicht waschen, kann ich nicht nachvollziehen. Mein Jungs (Sohn, Neffen, Vettern usw) und die bisherigen Freunde meiner Tochter waren alle sehr sauber. Genital hab ich es zwar nicht bei allen kontrolliert, aber als Waschtransferleistung bin ich fest davon überzeugt.
Und Kondome schützen zwar vor Schwangerschaft, Hepatitis oder HIV, aber nicht vor HPV (Feigwarzen). Und waschen schützt vor gar nix. Deshalb ist die Impfung auch für Jungs in meinen Augen eine ganz wunderbare Idee.
Und ja, ich habe bereits mit ein paar Jungs die aus anderen Gründen in meiner Sprechstunde waren über die Möglichkeit einer HPV Impfung gesprochen.

#2 |
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Constanza Kutzner
Constanza Kutzner

Bei solchen Artikeln geht mit immer das Messer in der Tasche auf!
Hauptsache wir impfen gegen alles… Aber dass die HPV Infektion hauptsächlich ein hygienisches Problem ist, davon redet niemand!
Wenn die Jungs sich gründlicher waschen würden und wenn konsequent Kondome benutzt würden, gäbe es das Problem viel weniger!

#1 |
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