Mikroplastik: Der Tragödie erster Teil

5. September 2018

Mikroplastik findet sich inzwischen überall: in Lebensmitteln, Kosmetika und in der Luft. Immer mehr Menschen sind alarmiert, aber fundierte wissenschaftliche Daten fehlen weitestgehend. Wie schätzen Experten das gesundheitliche Risiko für Menschen ein?

Mikroplastik ist momentan in den Schlagzeilen: Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass der Zerfall von Kunststoff in den Meeren Treibhausgase freisetzt. Kurzum: Die Entstehung von Mikroplastik kurbelt den Klimawandel an. Aber nicht nur auf das Klima haben die winzigen Plastikteilchen einen negativen Einfluss. Das zerfallene Plastik wird von Tieren wie Fischen, Muscheln und Vögeln aufgenommen – und wie viele glauben – auch von Menschen. Über Kosmetikprodukte, bestimmte Kleidung, Lebensmittel und die Luft, die wir atmen.

„Wir können davon ausgehen, dass sich Mikroplastik bereits in allen Bereichen der Umwelt befindet“, sagt Leandra Hamann vom Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik. Laut einer aktuellen Studie des Instituts gelangen insgesamt rund 330.000 Tonnen Mikroplastik in Deutschland pro Jahr in die Umwelt. Wie bewerten Experten das gesundheitliche Risiko für Menschen?

Was ist Mikro- und Nanoplastik?

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) definiert Mikroplastik als Kunststoffteilchen und -fasern, die zwischen 0,1 Mikrometer (0,001 Millimeter) und 5 Millimeter groß sind. Nanoplastik-Teilchen sind noch kleiner, nach Definition der EFSA zwischen 1 und 100 Nanometern (0,001 und 0,1 Mikrometer) groß. Eine einheitliche, rechtliche Definition fehlt allerdings bislang.

Generell unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik: Primäres Mikroplastik wird gezielt industriell hergestellt, etwa in Form von kunststoffhaltigen Granulaten oder Pellets. Es ist zum Beispiel in Kosmetikprodukten enthalten, etwa in Peelings, Zahnpasten, Duschgelen, Sonnencremes oder Rasierschaum. Dort wird es genutzt, um Schmutz oder Zahnbeläge besonders schonend zu entfernen. In flüssiger Form dient es dazu, die Zähigkeit von Substanzen zu beeinflussen oder eine Filmbildung zu ermöglichen.

Sekundäres Mikroplastik entsteht dagegen durch Alterungs- und Zerfallsprozesse von größeren Plastikartikeln, etwa Plastiktüten oder Plastikbehältern, die in die Umwelt gelangen. Der größte Verursacher ist  der Abrieb von Autoreifen. Das Frauenhofer-Institut geht davon aus, dass dieser ein Drittel der gesamten Mikroplastik-Emissionen in Deutschland ausmacht. Außerdem gehören Asphalt, Baustellen und Schuhsohlen zu den wichtigsten Verursachern von Mikroplastik. Eine weitere Quelle sind kunststoffhaltige Kleidungsstücke wie Fleece-Bekleidung: Hier lösen sich beim Tragen und Waschen winzige Plastikfasern heraus, die in die Luft oder ins Abwasser gelangen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) macht sekundäres Mikroplastik nach bisheriger Kenntnis den Hauptanteil von Mikroplastik in der Umwelt aus. Nanoplastikpartikel können ebenfalls gezielt hergestellt werden oder entstehen, wenn Mikroplastik in noch kleinere Partikel zerfällt.

Mikroplastik in Lebensmitteln – erste Ergebnisse

Das bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) berichtet, dass bisher Studien zu Mikroplastik in Fisch und Muscheln sowie in Honig, Zucker, Bier und Speisesalz vorliegen. Allerdings seien in den Studien zu Bier, Zucker und Honig laut LGL unzureichende Analysemethoden verwendet worden, die nicht sicher zwischen Mikroplastik und anderen Partikeln unterscheiden können.

Im Jahr 2016 hat die EFSA auf Anfrage des BfR eine zusammenfassende wissenschaftliche Stellungnahme zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln verfasst. Im Fokus standen Fisch und Meeresfrüchte. Zu Mikroplastik in Fisch gebe es bereits eine Reihe von Studien, heißt es in dem Bericht. Dabei wurde jedoch nur der Verdauungstrakt untersucht, in dem hohe Konzentrationen von Mikroplastik gefunden wurden. Da dieser normalerweise nicht gegessen werde, stelle dies jedoch keine Gefahr für den Menschen dar, so die Stellungnahme.

Anders sieht es bei Muscheln aus: Hier haben Studien gezeigt, dass Mikroplastik auch im Fleisch der Muscheln vorhanden sein kann. Dort wurde im Durchschnitt weniger als ein Kunststoffteilchen pro Gramm Muschelfleisch gefunden. Weiterhin haben Untersuchungen des BfR in Zellkulturen und in einem Tierversuch mit Mäusen ergeben, dass Kunststoffpartikel in einer Größe über einen Mikrometer von den Zellen der Darmwand aufgenommen werden können, nicht jedoch Teilchen über vier Mikrometer. Im Tierversuch wurden Plastikpartikel in einer Größe von ein bis zehn Mikrometer nur vereinzelt in den Epithelzellen des Darms gefunden.

In anderen Studien hat sich gezeigt, dass Mikroplastik in Meersalz enthalten sein kann: Dort wurden um die 600 Mikroplastik-Partikel pro Kilogramm Salz nachgewiesen. Eine neue Untersuchung ergab zudem, dass Mikroplastik-Partikel aus Plastikflaschen oder Getränkekartons in Mineralwasser vorhanden sein können.

Aufnahme von Mikroplastik aus Kosmetika

Immer wieder wird auch darüber diskutiert, mit welcher Wahrscheinlichkeit solche Partikel über die Haut oder durch unbeabsichtigtes Verschlucken aufgenommen werden – und ob davon ein gesundheitliches Risiko ausgeht. Die letzte Stellungnahme des BfR zu dem Thema stammt aus dem Jahr 2014. Ein gesundheitliches Risiko für Verbraucher sei aus Sicht des BfR unwahrscheinlich, heißt es im Infoblatt „Fragen und Antworten zu Mikroplastik“. So seien die Partikel in Peelings oder Duschgels größer als 1 Mikrometer – damit sei eine Aufnahme über die gesunde Haut unwahrscheinlich. Beim Verschlucken von Zahnpasta sei aufgrund der Größe der Partikel davon auszugehen, dass nur ein sehr geringer Teil über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und der überwiegende Teil mit dem Stuhl wieder ausgeschieden werde.

Zu anderen, seltener in Kosmetika verwendeten Kunststoffen wie Polyurethan oder Polypropylen lägen dem Institut bisher keine Informationen vor. Derzeit haben sich einige Hersteller freiwillig bereit erklärt, auf Mikroplastik in ihren Produkten zu verzichten – der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) hat dazu einen Inforatgeber herausgegeben. Ein gesetzliches Verbot für Mikroplastik in Kosmetika gibt es jedoch bisher nicht.

Warum könnten Mikro- und Nanoplastik gefährlich sein?

Mögliche gesundheitliche Risiken von Mikro- und Nanoplastik können von den Partikeln selbst ausgehen – aber auch von chemischen Zusatzstoffen und Weichmachern sowie von Schadstoffen, die sich an die Plastikpartikel anlagern können. „Eine möglicher Grund zur Sorge sind die hohen Konzentrationen von Schadstoffen, mit denen sich Mikrokunststoffe anreichern können“, erläutert Peter Hollman von der Abteilung für menschliche Ernährung und Gesundheit an der Wageningen Universität (Niederlande) und Berater bei der Stellungnahme der EFSA. „Solche Schadstoffe sind zum Beispiel polychlorierte Biphenyle (PCB) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).“ Auch Rückstände von Verbindungen, die in Verpackungsmaterial verwendet werden, etwa Weichmacher wie Bisphenol A (BPA), könnten in Mikroplastik-Partikeln enthalten sein.

Im Durchschnitt enthalte Mikroplastik vier Prozent chemische Zusatzstoffe, heißt es in der Stellungnahme der EFSA. Einige Studien an Nagetieren und in Zellkulturen würden darauf hindeuten, dass diese Substanzen nach dem Verzehr von Mikrokunststoffen in Lebensmitteln ins Gewebe übergehen können. „Daher ist es wichtig, die durchschnittliche Aufnahme von Mikrokunststoffen abzuschätzen“, sagt Hollman. Ob und wie stark Verbraucher solchen Zusatz- und Schadstoffen durch Mikroplastik in der Nahrung ausgesetzt sind, sei jedoch eine offene Forschungsfragestellung, betont Jürgen Thier-Kundke von der Pressestelle des BfR.

Die EFSA hat eine Modellrechnung durchgeführt, bei der als Extremfall angenommen wurde, dass ein Verbraucher täglich 225 Gramm Muscheln mit einem Gehalt von sieben Mikrogramm Mikroplastik verzehrt. Dabei wurde gleichzeitig ein hoher Gehalt an Schadstoffen wie PCB und PAK angenommen. Im Vergleich zu anderen Aufnahmewegen erhöhe sich die Aufnahme an PCB durch dieses Szenario lediglich um 0,006 Prozent und die Aufnahme an PAH um 0,004 Prozent, ergab die Modellrechnung. Die mit der Nahrung aufgenommene Menge an Schadstoffen in Mikroplastik sei damit sehr gering, heißt es in der Stellungnahme der EFSA.

Problem: Fehlende Methoden

Das Problem ist jedoch vor allem, dass man bisher nichts Genaues weiß. „Dem BfR liegen derzeit keine gesicherten Daten zur chemischen Zusammensetzung, zur Partikelgröße und zum Gehalt von Mikroplastikpartikeln in Lebensmitteln vor“, fasst Thier-Kundke zusammen. „Aufgrund des Fehlens belastbarer Daten ist eine gesundheitliche Risikobewertung für den Verzehr von mit Mikroplastikpartikeln verunreinigten Lebensmitteln derzeit nicht möglich.“

Ähnlich äußert sich auch die EFSA. „Wir sind derzeit nicht wirklich in der Lage, Fragen zu den Risiken von Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln zu beantworten“, sagt Francesca Avanzini vom Pressezentrum der EFSA. „Unser Bericht zu Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln zeigt, dass in vielen Bereichen Daten fehlen, die notwendig wären, um das Risiko für die menschliche Gesundheit bewerten zu können.“ Darüber hinaus gebe es bisher keine gesetzlichen Regelungen, die sich auf eine Verunreinigung von Lebensmitteln mit Mikro- und Nanoplastik beziehen.

Methoden zur Erkennung und Quantifizierung von Mikroplastik in Lebensmitteln seien bisher nicht umfassend validiert und standardisiert, so die EFSA. Und zur Erkennung und Quantifizierung von Nanoplastik gebe es überhaupt keine Methoden. Das bedeutet, dass bisher nichts darüber bekannt ist, wieviel Nanoplastik Menschen mit der täglichen Ernährung zu sich nehmen.

Darüber hinaus fehlen bislang Daten zur Giftigkeit (Toxizität) und zur Toxikokinetik von Mikro- und Nanoplastik. Unter Toxikokinetik versteht man die Aufnahme, Verteilung, den biochemischen Um- und Abbau sowie die Ausscheidung von Giftstoffen im Körper. So ist unklar, ob und in welchem Maß Mikro- und Nanoplastik-Partikel aus dem Darm in den Blutkreislauf aufgenommen und ob sie von dort in Körperzellen aufgenommen werden. „Wir wissen, dass künstlich hergestellte Nanopartikel in menschliche Zellen eindringen können, was Folgen für die menschliche Gesundheit haben könnte“, sagt Hollman. „Hier bedarf es allerdings weiterer Forschungsarbeiten und Daten.“

Risikoeinschätzung für den Menschen enorm wichtig

Aus diesen Gründen sind eine Reihe von Maßnahmen notwendig. „Zunächst sollten die Analysemethoden zur Erkennung und Quantifizierung von Mikroplastik weiterentwickelt und Methoden zur Identifizierung und Quantifizierung von Nanoplastik in Lebensmitteln entwickelt werden“, fasst Avanzini die Empfehlungen der EFSA zusammen. „Anschließend sollten die Mengen von Mikro- und Nano-Plastikpartikeln in Lebenmitteln, insbesondere in Meeresfrüchten, systematisch bestimmt werden.“ Schließlich sollte untersucht werden, was mit den Partikeln passiert, wenn sie in den Verdauungstrakt gelangen – insbesondere, ob sie toxische Wirkungen haben, ob kleinere Partikel ins Körpergewebe eingelagert werden können und welche Wirkung die Partikel im Magen-Darm-Trakt haben.

Vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurde 2015 das Projekt „Mikroplastik in Lebensmitteln“ ins Leben gerufen. Ziel, war die Menge von Mikroplastik in Lebensmitteln zu bestimmen, das gesundheitliche Risiko für den Menschen zu bewerten und mögliche Quellen und Eintragswege zu identifizieren. Das Projekt wurde jedoch zurückgestellt: Es fehlen qualifizierte Analysemethoden.

Immerhin werden erste Schritte in diese Richtung unternommen. So arbeitet das LGL zur Zeit daran, routinetaugliche Untersuchungsverfahren zum Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln zu entwickeln. Ein Forscherteam um Barbara E. Oßmann vom LGL und der Universität Erlangen-Nürnberg hat vor Kurzem einen Filter entwickelt, mit dem sich Mikroplastik-Partikel bis zu einer Größe von 1 Mikrometer mit der so genannten Mikro-Raman-Spektroskopie nachweisen lassen. Und das BfR hat sich zusammen mit anderen Instituten, die sich mit dem Thema Mikroplastik befassen, zum Ziel gesetzt, ein Bewertungskonzept zum Vorkommen von Mikroplastik in Lebensmitteln zu erarbeiten – und relevante Fragestellungen dafür festgelegt.

„Es ist nicht gerade beruhigend, dass man zu den Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastik auf den Menschen bisher so wenig weiß“, sagt Nadja Ziebarth, Leiterin des BUND Meeresschutzbüros in Bremen. „Hier besteht ein großer Forschungsbedarf, der dringend angegangen werden sollte. Denn es ist sehr wichtig, in diesem Bereich Risikoeinschätzungen vornehmen zu können.“

75 Wertungen (4.41 ø)

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12 Kommentare:

Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
#12 |
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Ärztin

Im Supermarkt nahe meiner Arbeit gibt es einen Fleischstand, an dem z.B. Hackfleisch in Papier eingeschlagen wird mit einem dünnen Tütchen drumrum. Keine drei Meter weiter wird das gleiche Fleisch in riesigen Plastikbehältern angeboten, in denen sich das Scheibchen Hackfleisch verliert. Was soll das?

#11 |
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Dr. med. Michael Freytag
Dr. med. Michael Freytag

Plastik ist günstig, Plastik ist (konkurrenzlos) billig, weil die Entsorgungskosten nicht eingepreist werden müssen. Alternativen werden sich erst dann durchsetzen, wenn sich das ändert.

#10 |
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Bernhard Geiges
Bernhard Geiges

Es ist wohl die Summe vieler schädlichen Substanzen, geschaffen nur vom Menschen selbst, die die Gesundheit der Menschheit und den ganzen blauen Planeten ruinieren. Es scheint auch immer mehr Gedankenlosigkeit und Dummheit mit dabei ! Wir sitzen wohl alle in einem Zug der auf einen Abgrund zufährt , jeder schaut auf die Notbremse, aber keiner zieht sie ! Keine Sorge, ist doch Alles mal so endlich und unendlich entgülig !

#9 |
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Sorry, Fehler: Es wird uns von oben vorgelebt. Es folgt ein Gedicht (nicht von mir):
Der Umweltschutz hat seinen Preis,
wie jeder Politiker wohl weiß.
Fahrt mehr Fahrrad, geht per Pedes,
sagt er und steigt in den Mercedes.
Wir wollen ihn darum nicht tadeln,
soll er zum Hubschrauber radeln?

#8 |
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#5) Hallo Frau Schmid, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Mich würde interessieren, wer Ihren Kommentar hier negativ wertet. Ich habe schon während meiner Studienzeit – ist paar Jahrzehnte her – Müll getrennt und auf dem Weg zur Uni in die Sammelstation geworfen. Auch heute versuche ich noch manchmal, die Leute zum umweltfreundlicheren Verhalten anzuregen. Aber im günstigsten Fall ernte ich dafür gutmütigen Spott, selbst im Familienkreis. Die Verkäuferin beschwert sich, wenn ich die Banane ohne Plastiktüte aufs Band lege, eine Gratisplastiktüte ist umweltschädlich, die für 50 Cent komischerweise nicht…Der Umweltschutz hat seinen Preis. Egal, ich habe sowieso meistens eine Stofftasche dabei. Neulich wurde in einer Firma ein Wasserspendeautomat installiert, ohne Plastikbecher (Umweltschutz!), dafür gab es gratis Plastikflaschen mit Firmenlogo. Die ersten Flaschen lagen abends schon wieder in der Hecke. Aber teilweise wird es uns halt auch von oben vorgelegt, s. Gedicht

#7 |
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Gertraud Schmid
Gertraud Schmid

Es ist nicht gerade beruhigend, dass Viele gar nicht viel darüber wissen wollen.

Was kann ich tun?
In meiner privaten Umgebung aus Glasflaschen trinken, die regional abgefüllt wurden, Plastik vermeiden oder entsorgen und nicht irgendwo hinwerfen. Zahn- und Körperpflege auf Ölbasis statt auf chemischer Basis, hat sich bereits empirisch durchgesetzt. und immer mit der geringsten wirksamen Menge arbeiten. Keine Hormone schlucken, die landen auch im Wasser.

Was kann ich konkret bei Schuhsohlen tun? Nie darüber nachgedacht. Wahrscheinlich Schuhe rechtzeitig in den Verbrennungsmüll geben (?????) bevor sie spröde werden. Oder Ledersohlen möglich lange tragen? Oder gibt es alternative Sohlen, Hanf :-) ?
Was kann ich konkret bei Autoreifen tun? Mein Fahrstil ist schonend, ich fahre so ausrollend, dass die Bremsscheiben Flugrost ansetzen, kein Witz. Nach 7 Jahren neue Reifen, Profil wär noch da, aber vermeintlich spröde. Oder umziehen, sodass ich gar kein Auto mehr brauche? Was ist mit den Weinbergen entlang der Autobahnen und so weiter…

Im dienstlichen Bereich: Infusionen gibt es nur aus Glasflaschen, lediglich die Notfallflaschen sind Plastik, wohl Weichmacher-frei. Trink-Wasser aus Glasflaschen, Emiden ohne Plastikinnenleben, gibt es alles im Handel, aber besser verfügbar ist in der Regel “das Andere”.

Was könnte ich noch tun? Andere aufmerksam machen, mich einsetzen, Zivilcourage zeigen bei einem lästigen Thema. Das finde ich viel schwerer, als im eigenen Bereich achtsam zu sein.
Dann müsste ich wohl auch Leute ansprechen, die ihre glühenden Kippen aus dem Autofenster schnippen (sehe ich oft), oder Leute, die ihre Autos am Straßenrand einseifen, die Schaumblasen sind dann im Flüsschen nebenan oder die ihre Hunde beim Kaka fotografieren, anstatt es aufzuheben?

Wäre schön, wenn Achtsamkeit der Umwelt gegenüber hipper würde als Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit oder gar bewusste Ignoranz.

#6 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

Ich möchte das Problem nicht klein reden, aber überzogen erscheint mir die Diskussion schon. Das bei allen menschlichen Handlungen auch Nebenprodukte entstehen, die Gefährdungen hervorbringen, ist bekannt. Wenn interessiert es, wenn durch Feuerwerke (“Rhein in Flammen”), Motorsportveranstaltungen, Schiffskreuzfahrten u. ä. massive Umwelt- und Gesundheitsschäden geniert werden? Wir reden von Treibhausgasen durch Kohleverstromung und illuminieren ganze Städte mit allen möglichen Leuchtreklamen. “Das muss eben sein”, scheint die allgemein anerkannte Meinung zu sein. Was soll die Diskussion über Mikroplastik, frage ich mich. irgendwann wird am Ende ohnehin alles vergraben oder verascht, stelle ich sarkastisch fest. Die Menschheit muss sich entscheiden, will sie Bequemlichkeit und Vergnügen in gegenwärtig gewohnter Weise oder zurück in die Steinzeit.

#5 |
  36
Nichtmedizinische Berufe

Ach Gott, Mikroplastik gibt es seitdem es Plastik gibt, sagen wir ‘mal mit deren beginnender Intensivzeit, zumindest seit 1960.
Endlich strebt Wissen sollen dorthin, wo es auch neuerdings fündig wird. Ach ja, erst so spät.
Klaus Fischer, 65779 Kelkheim

#4 |
  12
Krankenpfleger Psychiatrie

Man könnte ja versuchen das Richtige tun weil wir es als das Richtige erkannt haben ohne das wir zur weiteren Begründung Katastrophenphantasien benötigen.

vgl Klimawandeldebatte

Mir genügt zB die Kenntnis das es blödsinnig ist Energie zu verschwenden.

Bezogen auf Mikroplastik genügt es mir wenn ich versuche meine Umgebung nicht in eine Müllhalde zu verwandeln. (oder ich Nachts Wasser lieber aus einer Glasflasche trinke die neben dem Bett steht)

Beides kann ich auch aufgrund egoistischer Motive tun.

Das Problem ist ggf das meinem Nachbarn das wurscht ist.
Und dererlei Nachbarn sind viele.

#3 |
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Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Über das Satirische komme ich bei dem Thema nicht hinaus. Mikroplastik ist auch in Muttermilch. Da das Zeug bei Röntgenuntersuchungen/CT bekanntlich unsichtbar bleibt, frage ich mich, wieviel davon in den Köpfen, sprich der Volkshirnmasse insgesamt schon angekommen ist. Kann man das über die grassierende politische Idiotie quantifizieren oder muss der durchschnittliche Facebook IQ dafür hergenommen werden? Macht Mikroplastik vielleicht auch, dass wir nicht merken wie wir in kompletter Verblödung unsere Lebensgrundlagen langsam in leblose Materie verwandeln? Ade Homo sapiens ! Salve Konsumo debilis!

#2 |
  6
Weitere medizinische Berufe

Mikroplastik durch Autoreifen ist schon längst bekannt!
Die Politik hat gepennt!
Man könnte auf Anhieb mindestens 50 % einsparen durch Wahl der Reifen-
Fabrikate und Typen.
Beispiel: Ich habe einen neuen Smart, da waren die Reifen nach 5000 km
schon zu 2/3 abgefahren!
Reifen auf meinem alten Smart hielten 40.000 km bis 2 mm
Genau so ist das mit den Reifengeräuschen. Es gibt Reifen mit bis zu 10 dBA Geräusch-Unterschied, zwischen fast ruhiges Abrollen und lautem Lärm.
Da wird nur über Umwelt geredet und oft das Gegenteil getan
Hier ist die Politik veranwortlich und nicht die Auto-Kanzlerin!

#1 |
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