Wer sind die Opioid-Verschreiber?

19. Juni 2018

Die USA stecken tief in der Opioid-Krise: Zu häufig werden opioidhaltige Schmerzmittel verschrieben. Auch in Deutschland nehmen die Verordnungen der gefährlichen Analgetika bei Muskel- oder Gelenkschmerzen zu, so der Eindruck von Dr. Tobias Weigl.

 

Das Video in schriftlicher Ausführung:

Dr. Tobias Weigl, Arzt und Schmerztherapeut: „Die im Frühjahr 2018 erschienene SPACE-Studie aus den USA vergleicht den Einsatz von Opioiden und nichtopioiden Analgetika bei Kreuz- oder Rücken-, Hüft- und Knieschmerzen. Dabei wurde untersucht, wie die Wirkung dieser beiden Medikamentengruppen zueinander ist in Bezug auf Schmerz – auch auf Lebensqualität, Bewegung, etc. Der Patientengruppe mit Opioiden wurde in der ersten Stufe Morphin, Oxycodon etc. gegeben, als nichtretardiertes Präparat. In der zweiten Stufe dann als ein retardiertes Präparat und dann noch weiter eskaliert in der dritten Stufe mit einem Fentanyl-Pflaster.

Auch ich spreche zunehmend mit Patienten, die bei Muskel- oder Gelenkschmerzen Opioide verschrieben bekommen. Immer häufiger und immer öfter. Ob das nun ein Trend ist oder ein subjektives Empfinden von mir, kann ich nicht genau beurteilen. Bekannt ist ja gerade aber auch die Opioid-Epidemie in den USA. Ganz wichtig aber: Studien, wie diese SPACE-Studie sind von großer Bedeutung.

Was sagt nun die SPACE-Studie aus?

Die besagt, dass:

  1. Die Schmerzen bei der Gruppe der Patienten mit nichtopioiden Analgetika sich stärker reduziert haben, als bei den Patienten mit den Opioiden. Trotz der Eskalation von der Opiodeinnahme.
  2. Die unerwünschten Wirkungen – also Nebenwirkungen – waren in der Gruppe der Patienten mit Opioiden viel häufiger und viel stärker.

Dennoch – und das sagen auch die Studienautoren – kann man keine klaren Empfehlungen treffen, ob die nichtopioiden Analgetika stärker gefühlt, also subjektiv für den Patient wahrnehmbar, klinisch relevant die Schmerzen reduzieren als die Opioide. Statistisch ja, aber ob klinisch relevant weiß man nicht genau.

Was sagen die Leitlinien?

Die Leitlinie für unspezifischen Rückenschmerz aus dem Oktober 2017 besagt, dass NSAR die Erstmedikamente sind. Die Verwendung von Opioiden ist, unter strikten Auflagen, leicht erweitert worden. Ebenso von Metamizol und andere Medikamentengruppen. Paracetamol oder Antidepressiva sollen weniger verwendet werden. Die Leitlinie für Gonathrose aus dem Januar 2018 besagt ebenfalls ganz klar: Erstmedikamente sind die NSAR. Opioide nur in Ausnahmesituationen verwenden, wenn es z.B. sehr starke Schmerzen sind oder nicht operabel ist (Gonarthrose). Oder auch begleitend zu einer Operation. Ganz wichtig hier: Immer die niedrigst mögliche Dosierung verwenden.

Quintessenz ist also:

Opioide bei muskuloskelettalen Schmerzen und Gelenkschmerzen nicht verwenden, nur in Ausnahmesituationen oder Ausnahmefällen. Und ob die Wirkung dann ausreichend ist oder bzw. ob eine Wirkung besteht, ist fraglich.

Interessant ist dabei auch noch, dass im Frühjahr 2018 eine Studie zu Zahnschmerzen geführt wurde. Gerade bei Zahnschmerzen ist es in den USA so, dass zunehmend Opioide verschrieben werden bzw. in den letzten Jahren verschrieben wurden. Da zeigt sich ganz klar, dass NSAR bzw. Paracetamol überlegen gegenüber den Opioiden sind und hier keine Opiate bzw. Opioide verschrieben werden sollten.

Was sind nun die typischen Einsatzfelder von Opioiden – weil es ja dennoch sehr wichtige und potente Schmerzmittel sind:

  1. in der Anästhesie, also Narkose
  2. in der Notfall- und Intensivmedizin
  3. in der Palliativmedizin
  4. bei der Tumorschmerz- und auch Tumordurchbruchschmerz-Therapie
  5. auch in der Schmerztherapie, da aber nicht unbedingt bei muskuloskelettalen Schmerzen

Ganz wichtig ist bei der Schmerztherapie mit Opioiden immer die Orientierung am WHO-Stufenschema, also der drei Stufen. Daran kann man sich immer sehr gut orientieren.“

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32 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

#27
Der erste Schritt zur Besserung ist Morphium bzw. Analoge.Dann werden die suizidalen gedanken vorbei gehen.Und das ist grundlegend hier:Nicht, dass Morphium euphorisch im falsch verstandenen Sinne sei, sondern um urgrundtiefen Sinn:Dass hier alles leichter erträglich gemacht wird-das ist urgrundlegend das Euphorische.Jede falsche Auslegung hierzu sei mir verpönt.Da muß man erstmal urgrundtief schwerschmerzensverletzt darnieder gelegen haben:Dann wird man weiter reden können.

#32 |
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Nichtmedizinische Berufe

Also diesen Zweifel zu Rücken-bzw. Kreuzschmerzen, zu muskoloslerettalen auch schweren Schmerzen, teile ich ehrlicherweise.Bin aber kein Kenner.Ob da Opioide die Verlierer sein könnten:Weiß ich nicht:Und:Wer weiß das denn?Es wird immer ein thema der Diskussion bleiben:Und eben nicht nur allgemein, sondern die diskussion fängt erst im Einzelfall an:Beim Individuum, beim einzelfall, wird die Diskussion erst beginnen:Die kann dann ganz schnell vorbei sein, weil alles schon klar war:Da gab es nichts zu diskutieren:Und die kann schwerwiegend geworden sein:Da wird viel zu diskutieren sein im Individualfall.Es wurden die Indikationen oben alle abgesteckt:Wann Opioide , wann nicht.Mein Urteil:Opioide/echte Opiate (Morphium) sollten nie verweigert werden aus Vorurteilen, deren es mannigfaltige gibt.Also ich krieg das nicht los:Da kam mal bei Doc Check unter der Überschrift Notarzt ein Beitrag, wo Fentanyl (Morphium hätte längst gereicht) verweigert wurde, ein Ersatz an Novaminsulfon aber angeboten wurde:Also wenn da jemand so schwer verkletzt nach einem verkehrsunfall auf der Straße liegt, dann reicht Novamin nicht.Das habe ich zum Glück noch nie erlebt:Sondern Morphiumsulfat wurde notärztlich injiziert.Also hier wird eine echte diskussion gestartet.Eine Verweigerung in einem sehr schweren Notfall kann nicht verantwortet werden(ethisch)

#31 |
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Nichtmedizinische Berufe

Also, wenn es mir erlaubt sein möchte, eine persönliche Erfahrung zu berichten:Ich hatte mal schreckliche Kreuzschmerzen-über 10 Jahre lang schon her- und hatte tramadol zur verfügung, die ich immer als wirklich gut wirkendes, stärkeres (ist mittelstark) Analgetikum in Erinnerung hatte gegen schreckliche Kopfschmerzen:Und da im Kreuz bei schwerem Schmerz half es nicht.Das hat mir so sehr gut bei migräneartigem Kofschmerz , der mit Erbrechen einherging, geholfen.Mein damaliger Hausarzt-ich war noch jung- sagte, ich bekäme eine rosa Brille:Stimmte auch, überschnitt sich mit Katadolon.Gegen diese muskolös-skellethaften Schmwerzen wirkte dies schwächste Opioid wirklich gar nichts:Aber Diclofenac oral genausowenig:Nur injiziert in die markante Stelle half das Mittel gut.Nur:Wenn jemand prädisponiert ist zu einem Herzinfarkt:Darf das dann noch applitziert werden?Hier stellen sich Fragen, die nicht nur allgemein, sondern besonders hinsichtlich des Einzelfalles immer neu zu diskutieren sein werden.Jeder einzeln-individuelle Fall provoziert immer neu eine neue Diskussion.

#30 |
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Nichtmedizinische Berufe

Also erst heute bekam ich eine Meldung der Presse zu lesen, wo es um eine Aushebung eines Fentanyl-Schwarz-Labors durch die Polizei in Amerika ging.Damit wird scvhnell wieder klar, dass die Drogen-Toten sich des Schwarzmarktes bedienten und nicht zu den kontollierten medizinischen Patienten in amerika gehörten:Ähnlich wie jene Drogentotenkrise durch Heroin in Deutschland(70er-80-er Jahre):Die ist keineswegs medizinisch zu verantworten.Das ist eindeutig Abusus und durch den Schwarzmarkt.In keinster Weise darf sich die Medizin-Pharmazie diesen schwarzen Abusus ankreiden lassen.Man wird durchaus auch ein eigenes verantwortungsbewußtsein bei ordentlichen Patienten fordern dürfen.In wenigsten Prozentfällen gibt es ein Mißlingen.Außerdem sollte keine Mißgönnerischkeit hier auftreten dürfen bei reinem Gewissen.Ich, selbst unbeteiligt, richte sehr streng hier in ethischer Hinsicht:Die Opioid-Notlage dürfte hiermit nicht durch eine liberalere Verodrnung der Opioide erzeugt worden sein, sondern eben durch den Einkauf der Mittel auf dem illegalen schwarzmarkt.Tote eben durch unqualifizierte drogen .Ich sehe nicht eine direkte Linie zwischen medizinischer, ärztlicher Verordnung und dem nachfolgenden Abusus:Da wird jeder selbst seine Verwantwortlichkeit zu erweisen haben.Als die Krise der Herointoten in den 80-ern in Deutschland war sicherst nicht verursacht durch eine freizügigere , liberalere Verordnung in der BRD:Das war eingeschleustes Gift aus Asien.

#29 |
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Nichtmedizinische Berufe

Zur Opioid-Krise in den USA:
Immerhin wurde diese in der Unter-Überschrift zu obigem Artikel ausdrücklichst erwähnt:Ich frage mich, ob hierbei nicht aber vielmehr so was wie eine Great Depression in den 1920-1930-er Jahren vorliegt, als sogar eben Alkohohol der Prohibition erlag.Ich glaube nämlich nicht einfach, dass diese Opioid-Krise rein nur eine Folge der leichteren ärztlichen Verschreibungen an Opiaten/Opioiden liegt:Demnach wäre den berichten der Medien zu entnehmen, dass dies eine folge davon sei.Jedenfalls wiederhole ich nochmals:Dass nämlich die Krise in der sehr hohen Zahl Opioidtoter zwar liegt, diese aber sich des Schwarzmarktes bedienten und somit einer Überdosierung der schlechten drogenqualität tödlich erlagen.ich komme mir vor wie zu den Krisenzeiten der Prohibition von “Alkohol”
Die Empfänglichkeit für diese Arzneidrogen scheint mit sicher zur grundlage eine tieferliegende allgemein empfundene Krisenstimmung zu haben.Wer will, wird sich bessere unterlagen zur information besorgen.Jedenfalls sterben keinesfalls so viele deswegen und daran direkt, weil sie Opioide verschrieben bekamen, sondern weil sie das sich dann infolge schwarz besorgten.So sehe ich das.Soweit las ich das in den Medien.Hier liegt eine gewisse Zügellosigkeit vor.

#28 |
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Altenpfleger

Ganz toll ist es auch bei Patienten mitte 80, mit chronischen, nicht rehabilitierbaren Nervenschmerzen (unvollständige Rückenmarksdurchtrennung), und Rheuma im späten Stadium, die Tilidingabe zu halbieren und die Metamizol von 500mg/3*täglich auf null in den Bedarf zu packen. Die arme Frau ist körperlich nicht in der Lage sich den Strick zu nehmen. Unter besserer Medikation müsste ich sie nicht aus dem Bett heben, da sie stehen könnte (da kommt dann mein Schmerz)

Ich möchte erwähnen, daß chronische Schmerzen Menschen zum einen Wahnsinnig (mit Suizidgefahr) machen und zum anderen in Depressionen führen, welche wiederum eine Pseudodemenz auslösen.

Der erste Schritt zur Verbesserung der Versorgungslage wäre meines Erartens die Abschaffung der Kopf-Pauschale!

#27 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich bin in meiner Studentenzeit auf die Debatte aufmerksam geworden.Nur:Da ging es nicht um Opiate/Opioide, sondern aus einem Korb vor der Eingangstür einer Apotheke erwarb ich mir einen fachwissenschaftlichen Beitrag als Buch über die Gefährlichkeit nichtsteroidaler schwach wirksamer analgetika:Ganz besonders wurden hier Kombinationspräparate, besonders noch mit Coffein als Beigabe, angeprangert.Diese Präparate werden einfach in ihrer gefährlichkeit unterschätz.Nicht nur die ausstehende Dialyse, auch die Gefahr einer tödlichen inneren Verblutung. Seitdem verfolge ich diese Thematik.Subjektiv empfunden blieb mir nur e i n e Kombination immer in bester erinnerung:Nämlich die mit Codein(z.B.Gelonida von Gödecke) Und bei mittelstarken Schmerzen half mir das in meiner Kindheit schon gut.Morphium in seiner Gefährlichkeit hochzuspielen, aber die der schwach wirksamen NSAR zu unterschlagen, geht nicht.Maßnehmen ist angezeigt.

#26 |
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Nichtmedizinische Berufe

#19
Ich bitte um entschuldigung. Ich überzog, übertrieb in meinem Beitrag:Ganz so streng meinte ich das nicht.Es ist nicht immer von anfang an abzusehen, welche medikamentation die richtige sein wird.So streng bin ich nicht.Jederzeit wird die vernünftige erstbeurteilung hier herangezogen, um zu ersehen, was zu verordnen ist.Sicher kann das manchesmal schwierig werden, und nicht immer wird sofort erkennbar sein, welches Analgetikum das passende ist.Dass hierbei jederzeit vorsicht zu herrschen hat, wissen eh alle.Grundsätzlich verbleibt dennoch die ethik, dass schmerzfreiheit erzielt werden soll, so gut und wo möglich.

#25 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich zitiere aus obigem Beitrag:
“Was sind nun die typischen Einsatzfelder von Opioiden – weil es ja dennoch sehr wichtige und potente Schmerzmittel sind:” und sehe, dass hier doch klar abgesteckt wurde, wann Opioide sinnvoller sind als NSAR und wann eben exclusiv nicht.Hier die Grenzscheide zu ziehen, ist das Erste.NSAR besitzen ihre volle Berechtigung und ihren bereich der vorzüglicheren Wirksamkeit(sind sie doch meist ebenso Antiphlogistika und auch Antipyretika)Da ich Prof.Dr. Gottschling erwähnte und er warnte, NSAR chronisch länger als fünf Tage anzuwenden, so widerspreche ich ebenso seiner übertriebenen Forderung, diese schwachen Analgetika nicht mehr rezeptfrei zu verkaufen.Bei schwachen gelegentlichen Schmerzen erfüllen sie ihren Dienst gut.Zur eigenartigen Problematik, die hier zu musculoskelettalen Schmerzen angesprochen wurde, äußere ich mich nicht:Aber zur Medizinethik:Dass nämlich demjenigen, der wirklich sehr schmerzkrank ist, Morphium bzw.opioide Analogika ncht verweigert werden dürfen aufgrund des bloßen Vorurteils, dass das süchtig mache:Es sind nämlich sehr wenige, die psychisch süchtig werden.Die euphorische Mitwirkung
des Morphins ist vom Allerbesten beim Schwerkranken.Sogar die atemdepressorische ist ebenso vom Guten etwa bei Pleuritis, wo jeder zu starke Atemzug sehr starke
Schmerzen verursacht etc usf usf.Darüber wird noch lange diskutiert werden.
Aufmerksam wurde ich auf eine Procain-Basen-Infusionstherapie.Eine mildere Alternative, auf die nicht jeder reagiert.Den”Geiz”(ist nicht so gemeint), dass immer die minimalste Dosis gewählt werden soll, teile ich, sofern sie wirklich vollauf wirksam ist.

#24 |
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Nichtmedizinische Berufe

Herr Dr. Doßmann , wenn Schmerzpatienten Opioide bekommen, sind sie dann deshalb nicht arbeitsfähig oder schon lange vorher wegen der Schmerzen?
Auch unabhängig von einer organischen Ursache oder wenn diese behoben ist kann der Schmerz als eigenständige Erkrankung weiterexistieren.
Eine andere Möglichkeit sind zusätzlich AD (trizyklische), um die Serotoninspeicher wieder aufzufüllen.
Oder auch manche Antiepileptika. Aber ALLE diese Medikamente haben als Nebenwirkung
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, etc.
Einen Arzt , der Leiden offensichtlich erfolgreich lindert , regresspflichtig zu machen ,
wenn das Praxis der Rentenversicherung ist, bin ich wirklich schockiert und verärgert.
Gibt es eine Petition oder ähnliches, bei der ich für den betroffenen Arzt unterschreiben kann?

#23 |
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Ich bin für Sozialgerichte seit vielen Jahren als Gutachter z. Thema Schmerz tätig. Die Verordnung von Opoiden ist bei somatoformen Schmerzstörung nicht leitliniengerecht. Im Falle, dass wegen der nicht leitliniengerechten Schmerzmittelverordnung (Einschränkung des Konzentrationsvermögens etc. ) eine Rente oder Teilrente notwendig wird, stellt sich die Regressfrage für den Rentenversicherer. Es gibt Fälle in denen der verordnende Arzt zum Regress (Rente) herangezogen wurde. Zumindest bedeutet das sehr unangenehme rechtliche Auseinandersetzungen

#22 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Liebe Leser,
vielen Dank für die Kommentare.

Wir sind uns darüber bewusst, dass dieses Thema sehr emotional sein kann.
Nehmt aber bitte von zu ausführlichen Schilderungen zu Einzelschicksalen Abstand und diskutiert sachlich.

Solltet ihr euch gerade in einer Krise befinden, findet ihr hier Anlaufstellen und Hilfe:

http://www.telefonseelsorge.de/
https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/adressen/
https://www.nervenschmerz-ratgeber.de/wissen/anlaufstellen-hilfe-bei-chronischen-schmerzen/

Eure DocCheck News Redaktion

#21 |
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Kommen Sie mal 1 Woche in meine Praxis, ih stelle Ihnen mal die Patienten vor, die ich nach Ihren Aussagen falsch behandele.

Wenn Sie diese Patienten unter Beachtung der Risiken, Kontraindikationen und den Leitlinen der anderen Fachgruppen (Kardiologie, Nephrologie usw.) ohne Opiodide oder Opiate akzeptabel analgetisch Behandeln und dann auch noch das Physiotherapie-Budget einhalten würde ich mich doch extrem wundern.

#20 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wenn ein Arzt vom ERSTEN TAG die Diagnose sehr starke Schmerzen ignoriert und lächerliche schwach wirksame Analgetika(Novalgin als doch besseres genauso zu bewerten) verordnet,so begeht er durchaus , was ebenso ein anderer mKommentator genauso meinte,unterlassene Hilfeleistung:Denn er kann zur Schmerzfreiheit helfen, tut es aber aufgrund vieler Vorurteile nicht.Hierzu sage ich, dass es nötig ist, zu wissen, dass der Arzt eigentlich lediglich ein Hausverwalter der arzneien ist, die nämlich ursrrünglich gottherkünftig sind.Gott läßt diese Kräuter-wie hier:Papaver somniferum, eben wachsen.Dass nicht jeder zugang hierzu haben soll, ist ebenso richtig und wahr, dass nicht ein jeder irrblöd vorurteilsbelastete arzt das gottgegeben Medikament verweigern darf.Gottesfürchtigkeit auch im Umgang mit Arzneien ist hier geboten.Ausserdem gefällt mir der Argumentationsgang bei Prof.Dr.Gottschling sowieso viel besser.Am wenigsten mag ich einen faschistoid-verkehrten Umgang mit Patienten.Gottschling: “Schmer los werden”, ein Schmerzprofessor aus saarbrücken.Ich selbst bin davon nicht betroffen: aber ich setze mich für die wahrheit ein.Und wer mal die höchstdosis von 3 mal 800 Milligramm Ibuproven verabreicht bekam:Wird wissen, wie vergiftet und nahe einem Herzinfarkt er war und dass an schmerzlinderung ein so schwaches analgetikum nichts brachte ausser einer Wirkung des Sichvergiftetgefühlthabens.Servus!

#19 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wer sind die Opioid-Verschreiber? Und:Wer sind die unbegründeten Opiat-bzw. Opioid Gegner?
Die Historie hierzu läßt sich lange verfolgen:Es entwickelte sich eine regelrechte und irrationale opioidphobie.
Wer Paracetamol empfiehlt, ist sofort durchgefallen.Die droge steht auf der abschußliste.Was, wenn ein Patient zu hohe Dosis davon nimmt bei synchronem Alkoholkonsum?Leberversagen und Tod.Die nichtsteroidalen analgetika sind bei chronischer applikation nicht nur unwirksame , weil sehr schwache Analgetik, sie sind mannigfaltig toxisch.Ein schwaches Analgetikum bei sehr starken Schmerzen zu verordnen und das gut wirksame zu verweigern, ist unterlassene Hilfeleistung.Zudem wurde neuerdings bekannt, dass nichtsteroidale das Risiko eines Herzinfarktes enorm potenzieren: Eine analgesie ist mirt denen bei starken schmerzen ohnehin nie erreichbar.Da werden gute und einsichtige Schmerzärzte gefragt:Dass eine Opioid-Epidemie zufällig in amerika vorliegt, besagt das noch wenig-ist zufällig-zeitbedingt.

#18 |
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Lernen wir etwas aus diesem Beitrag? Ich kann mir nicht vorstellen, daß Opoide bei muskuloskelettalen Schmerzen häufig als Erstlinien Therapie verordnet werden. Die NSARs haben ihren bekannten Stellenwert. Paracetamol nicht. Daß Physiotherapie, Osteopathie, Gymnastik, Ernährung und naturheilkundliche Maßnahmen oft besser und nachhaltiger wirken als alle Pharmaka, sollte man vielleicht auch noch mal erwähnen…

#17 |
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Medizinischer Fachhändler

Wieso schwimmt man hier dem medialen Mainstream hinterher?

Ich bin selbst, leider, Schmerzpatient. Ohne Opioide geht es manche Zeiten gar nicht, es sei denn ich jage mir eine Kugel durch den Kopf…
Sobald sich die Dinge wieder normalisiert haben geht es mit der Dosis wieder runter, ganz von alleine, in Absprache mit dem Schmerzarzt und den Rheumatologen und den Endokrinologen ….

Hier wird mit der Gießkanne ausgeteilt und das ist in keinem Falle zielführend.
Aber klar endlich mal wieder was veröffentlicht….

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Eine Einzelfallerfahrung: Nach vier Wirbelsäulenoperationen und heftigen neuropathischen Schmerzen, die mich bis zur Suizidalität brachten, Einstellung in der Schmerzklinik Kiel auf Oxycodon ( Targin). Das führte dazu, dass ich überhaupt wieder am Leben teilnehmen konnte. Vorher NSAR. Dort warnte man mich, dass viele Patienten mit NSAR irgendwann Dialysepatienten werden.
Nach zwei Jahren Einnahme von Opioiden wünschte ich einen Ausschleichversuch. Ich bekam einen genauen Absetzplan, der auch eine Umstellung auf ein anderes Opioid enthielt, da es Targin nur bis zu einer gewissen Dosisstärke im Handel gibt, und habe innerhalb von drei Monaten ausgeschlichen.
Der Absetzversuch war erfolgreich, mittlerweile waren die Schmerzen gut aushaltbar mit Bedarfsmedikation.
Von Sucht oder Suchtentwicklung habe ich nichts verspürt. (obwohl garantiert eine körperliche Abhängigkeit bestand), ich wollte weder die Dosis erhöhen und der Absetzwunsch kam von mir selbst.
Da ich schon so schlechte Erfahrungen mit dem Neuroleptikaabsetzen gemacht habe, habe ich meinen Neurologen gebeten, wirklich ganz langsam auszuschleichen. Zwei, drei Wochen, wie mancher glaubt, ist zu schnell, und dann sind die Absetzsymptome so unangenehm, dass mancher wieder zum Opioid greift.

#15 |
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Ich finde die Diskussion etwas realitätsfern und arg verallgemeinernd.

Schon die Verallgemeinerung “Rückenschmerzen” führt nicht weiter.

Z.B. Patienten mit multiplen Kompressionsfrakturen bei Osteoporose oder starken Schmerzen bei Spinalkanalstenose ein Opiod vor zu enthalten, weil mal wieder eine opiodophobe Wallung aufkommt, ist fragwürdig.

Dass in größerem Umfang bei “unspezifischen” Rückenschmerzen Opiode verordnet werden, erscheint mit fraglich.

Die neueste opiodophobe Welle und ihre mediale Verarbeitung hat zumindest dazu geführt, dass ich meine Patienten mit Tumorschmerzen wieder mühsam davon überzeugen muss, dass Opiode sie nicht “süchtig” machen und im Vergleich zu zB NSAR auch als Dauertherapie ein geradezu niedliches Nebenwirkungsprofil aufweisen.

Erinnert mich stark an die Zeiten vor 1980.

#14 |
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Sonstige

Zitat aus: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz Kurzfassung 2. Auflage, Version 1
© 2017 Seite 16
Bei Erstkontakt
Bei akuten nicht-spezifischen Kreuzschmerzen ist neben einer Basisdiagnostik (siehe Abbildung 1 und Kapitel 3 Diagnostik) eine frühzeitige Beratung durch den behandelnden Arzt wichtig. Dabei ist es wichtig, verständlich zu erklären, dass Kreuzschmerzen sehr häufig sind, die Aussicht auf Genesung im Allgemeinen gut ist sowie das Schmerzen keinen Organschaden bedeuten müssen [40; 41]. Ziel der Aufklärung ist die Motivation der Patienten zur Beibehaltung bzw. Wiederaufnahme einer angemessenen körperlichen Aktivität sowie einer gesundheitsbewussten Lebensführung.
https://www.leitlinien.de/mdb/downloads/nvl/kreuzschmerz/kreuzschmerz-2aufl-vers1-kurz.pdf

Bei Knie und Hüftarthrose

2.5. Therapie
Empfehlung:
Die Therapie sollte anhand eines individuellen Versorgungsplans mittels gemeinsamer Entscheidungsfindung durch Arzt und Patient erfolgen.
100 % Zustimmung (starker Konsens)

Veranlassung konservativer Maßnahmen und nichtoperativer Therapien z.B.
• Physiotherapie, ggf. manuelle Medizin (Chirotherapie)
• Rehabilitationssport oder Funktionstraining
• Verbände
• Ergotherapie
• Indikationsstellung zur Hilfsmittelversorgung sowie deren Kontrolle
• Hilfsmittelverordnung grundsätzlich unter Angabe einer 7-stelligen Positionsnummer des Hilfsmittelverzeichnisses oder durch Angabe der Produktart.
Hilfsmittelverordnungen über die 10-stellige Positionsnummer erfordern gemäß
Hilfsmittel-Richtlinie eine entsprechende medizinische Begründung.
• Empfehlung und Verordnung von wie auch Nachbetreuung nach medizinischer
Rehabilitation, beruflicher Rehabilitation und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft (§ 5 SGB IX; Zusatzinformation: Zugehörige Kostenträger lt. § 6 SGB IX)

Seite 16
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-004l_S2k_Gonarthrose_2018-01_1.pdf

Sollte sich die Diskussion mehr auf nichtmedikamentöse Therapien fokussieren?

Mit sportlichen Grüßen
Hartmut Knorr
Zertifizierter Online Rückentrainer

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich hatte in fast zehn Jahren wg. diverser ZNS- Probleme pre- und postoperativ nur Opistersatze verlangt und bekommen, weil sich Ärzte wiederholt auf mich verlassen konnten und meinem Argument auch folgten, dass ich keine schwerwiegenden anderen Folgen wg. der ach so harmlosen und auch gar nicht potenten Mittel bei z.B. Myelonproblemchen, davon tragen wollte.
Ich kennen meinen Körper gut genug, wann etwas gebraucht wird und wann nicht mehr.
Und da wo andere Patienten mehr nehmen, mache ich das Gegenteil und schleiche ganz langsam aus
Zurück blieb somit eine Beschwerdefreiheit und ein Leben ohne Medikamente.
Wenn es nur mal kurz wieder vom ZNS her ein heftiges Zipperlein gibt, hilft nach jahrelanger Erfahrung eine nur selten eingeworfene Paracetamol-Selbstbesänftigung.
Ansonsten reichen überall mögliche Tiefenentspannung und Walking bei mir individuell aber auch…

#12 |
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Keine Kompetenz bezüglich chronisch schmerzkranker Patienten!!!
Kein Gedanke an differenzierte Mechanismen orientierte Schmerztherapie, Komorbiditäten, Medikamenteninteraktionen. Jeder Arzt, der chronische Schmerzpatienten behandelt weiß, dass Opioide kein Allheilmittel sind. Daran können auch Studien nichts ändern, wenn sie keine sinnvolle Alternative bieten.
Also: Anschauen, Untersuchen, Zuhören. Diagnose stellen. Vernünftiges und realistisches Therapiekonzept entwickeln. Mit oder ohne Opioide, mit oder ohne Psychotherapie.

#11 |
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Ute Jamin-Verstappen
Ute Jamin-Verstappen

Eine Lösung des Problems wäre wahrscheinlich die Gabe eines Coxibs + niedrigdosiertes ASS zur Reduzierung der Nebenwirkungen (Herzinfarkt).
Diese Information stammt aus dem Youtube Kanal von Professor Mang Uni Mainz.
Die dort einsehbaren Vorlesungen sind sehr zu empfehlen!

#10 |
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Dr. med. Miriam Le Goff
Dr. med. Miriam Le Goff

Es ist immer wieder eine „ schmerzliche“ Erfahrung, wenn ich lese, wie offensichtlich „schmerznaive“ Kollegen pauschale Urteile sprechen und so gänzlich an der Realität der Patienten vorbei. Ich bin Ende 40 mit Seropositiver Polyarthritis, Gonarthrose 4. Grades und einem schweren Restless legs-Syndrom. Soll ich weiter Blut erbrechen mit Aspirin, Ibuprofen , Dickofenac….oder Celecoxib 3×200 nehmen -das bisschen Herzinfarkt ist ja nicht schlimm. Und erst das Lebeversagen nach PCM, ohne dass die Schmerzen im Griff gewesen wären. Mehr als 3g Novalgin ist vielleicht auch etwas viel… wo sind denn die schrecklichen Nebenwirkungen der Opiate? Seit dem mir ein couragierter Kollege Targin verschieben hat, kann ich mehr als 3 Stunden schlafen und bin wieder ein paar Schritte weiter weg vom BU-Antrag. Ich habe in Frankreich und Luxemburg eine wesentlich großzügige Verordnung von Opiaten in meinem Fachgebiet Pädiatrie erlebt und viel weniger schmerzverzerrte Gesichter totkranker Menschen gesehen als hierzulande. Ich finde das Zurückhalten wirksamer Schmerzmittel sollte als unterlassene Hilfeleistung gelten.

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Das beste Schmerzmittel ist das simple Aspirin. Vertrage ich gut, als Fiebermittel in der Kindheit. Schmerzen solange ausgehalten, bei Psor. Arth. Aller größrren Gelenke, bis es nivht mehr ging. Schmerzfrei für 35 Stunden von 500 mg ASS – Klasse. Leider als Dauerlösung unbrauchbar. 50ug/h Fentanyl als Ersatz, natürlich auch Nebenwirkungen (auf Minimaldosis eingestellt). Wenn ich zwischen Teufel und Beezlebub wählen muß, weil zu spät das Mikrobiologica gegeben wurden, was soll dann das Ganze? MTX und das Eskalationsmittel (weiß nicht mehr, was das war) haben die Degeneration vollendet. Was vorher auszuhalten war, wurde inakzeptabel. Man rechne die durchaus entstandene Kostenersparnis für ein Jahr mal gegen, plus Ausfall für Gesellschaft. IrgendeinEm mag es gelingen, die Statistik so zu fälschen, das man da sparen kann.
Das Gefühl des Autors, das Aspirin an sich und einmalig besser wirkt als Fenta, kann ich bestätigen, da durch Fenta ganz andere Probleme auftreten. Was nicht ist, ist eine Sucht.
Die Anfangsdosierung ist unverändert, der Immuneingriff verhindert weitere Gelenkabbauten sicher. Beides seit 5 Jahren.
Was wäre idealer? Rechtzeitig richtig behandeln, oder ein nebenwirkungsfreieres Schmerzmittel.
Viele Praktiker haben ansonsten schon dargelegt, was auch meine Meinung ist: Ein glücklicherweise vorsichtig gehaltener theoretischer Beitrag. Er gehört in die Schublade.
Solche Beiträge werden leider von völlig unwissenden Ökonomen gelesen, die meinen könnten, es steht Substanz dahinter. Es kommt eben immer auf den konkreten Fall an.
Es gibt keinen 95%-Menschen, oder möchte jemand die abweichenden 5 % umbringen?
Das entspricht einer Statistische Genauigkeit von um die drei Sigma.
Ärzte studieren deshalb länger. Am liebsten würde ich die Ökonomiebegründer namentlich haftbar machen wollen, so wie Ärzte es sind. Es gilt die fachliche Dominanz, sorry – die haben nur aktive Ärzte mit zu behandelnden Patienten.

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Herr Kollege Weigl, weder bei akutem unspezifischem Rückenschmerz, noch bei Zahnschmerzen dürfte wohl ein Gros der Ärzte gleich zu Opioiden greifen. Dieses Patientenklientel stellt bezüglich der Schmerztherapie, zumindest für mich, in der Hausarztpraxis, nicht wirklich ein therapeutisches Problem dar. Bewegung und Physiotherapie/MT, Wärmeanwendungen, das sind durchaus sinnvolle, adäquate und vor allem nebenwirkungsarme Behandlungskonzepte. Aber der Großteil meiner CHRONISCHEN Schmerzpatienten sind Ältere und Multimorbide, denen der Erhalt ihrer Eigenständigkeit und Lebensqualität flöten geh, wenn wir sie mit ihren Schmerzen alleine lassen. Leider zwingt uns ja allein schon die unsinnige Budgetierung dazu, physikaische Therapieverfahren nicht in dem Umfang verschreiben zu können, in dem sie eigentlich benötigt werden. Was bleibt, sind Medikamente. (Autogenes Training, Hypnotherapie, etc. ist für mein Patientenklientel nicht wirklich einsetzbar). Sicher, NSAR und COX 2-Hemmer helfen prima bei vielen muskuloskelettalen Schmerzen, chronischen Arthrosen, degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen… aber bitte, um welchen Preis? Wie oft sehe ich Senioren, die seit Jahren Ibuprofen, Voltaren und Co. wie Bonbons futtern, häufig auf Rezept, z.B. vom mitbehandelnden Orthopäden. Der allerdings interessiert sich weder für Blutdruck und Nierenwerte, geschweige denn Magen-Darmblutungen als Folge dieser preiswerten und scheinbar von Ihnen propagierten Verschreibungspraxis. Wie viele Patienten hängen an der Dialyse, weil sie über Jahre NSAR eingenommen haben? Und welche Alternativen haben wir denn? Novamin wird, gerade in Kliniken, verteilt wie Kamellen beim Karnevalsumzug. Schade nur, daß die erwünschte Wirkung gerade bei dieser Patientenklientel meistens mehr als zu wünschen übrig lässt. Wie bereits in einem Beitrag erwähnt, bei Nieren- oder Gallenkoliken ist Novamin sicher das Mittel der ersten Wahl. Geschluckt wird es jedoch von unzähligen Schmerzpatienten, die dadurch kaum eine Beschwerdelinderung erreichen. Paracetamol erübrigt sich aufgrund der mangelnden analgetischen Wirksamkeit von selbst, Wirkstoffe wie Flupirtin (Katadolon) sind aus dem Rennen. Nun, Herr Schmerztherapeut, bitte empfehlen Sie mir doch jetzt einmal, wie ich meine chronischen Schmerzpatienten, insbesondere mit degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, OHNE ANWENDUNG VON OPIOIDEN, wirkungsvoll behandeln soll??? Wenn ich zwischen Nierenversagen und gastrointestinalen Blutungen als NW auf der einen Seite, und Schmerzmitelabhängigkeit durch Opioide auf der anderen Seite wählen muß, dann entscheide ich mich für die risikoärmere Variante, Opioide. Natürlich beginne ich nicht mit dem höchstpotentesten Opioid in Höchstdosis, aber welcher verantwortungsvolle Arzt würde dies tun? Ich persönlich empfinde es als zynisch, wenn mir vom Schmerztherapeuen vorgeworfen wird, zu schnell und viel zu dieser Medikamentengruppe zu greifen, mir jedoch keine sinnvolle Alternative genannt wird! Aber vielleicht überraschen Sie uns ja noch damit?

#7 |
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Dämlich pauschalierte Schmerzbeurteilung, gegen Muskelschmerz helfen Opioide sowieso nicht, dafür nebenwirkungsarm gegen degen. Gelenkerkrankungen, gerade beim älteren Pat. sind kardiovask. Probleme im Vordergrund! Und Paracetamol flog wegen Unwirksamkeit (gegen Placebo) aus der Nationalen Versorgungsleitlinie Rücken, Novamin hilft super bei Koliken(glatte Muskulatur)!
Also bitte erst differenzieren und dann referieren!

#6 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Sehr guter Beitrag, Herr Weigl, gerade bei älteren Patienten sind die Opioide oft fragwürdig. Die Schmerzen werden sie doch nur vorübergehend los, danach haben wir wieder das alte Problem, nur mit der Schwierigkeit, dass wir die Opioide jetzt nicht absetzen können. Und die angeblich starken Nebenwirkungen der NSAR sind ein Märchen. Sie haben eine hervorragende Wirkung und werden gut vertragen.

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Über Schmerz reden und Schmerz haben ist nicht dasselbe.

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Dem Kollegen Weil, sein VIDEOAUFTRITT zeigt schon das ganze Dilemma der Akademiker, wünsche ich ein angenehmes alt werden mit Paracetamol bis zum Leberversagen.
Die gesamte muskuloskeletale Schmerzgruppe unter dem Begriff Osreoarthrose ist segensreich mit Buprenorphin und Oxycodon zu führen. Es ist gerade nicht so in Deutschland, dass diese Patienten schmerzarm alt werden können. Genau das Gegenteil ist durch Reglementierung, Honorar(exess)regresse und solche üblen Beiträge der Fall. Herzliche Grüße von einem Kollegen der 29 Jahre Schmerzmedizin an der “Front” Bus zur Aufgabe gemacht hat.
Das Theoretisieren steht mir bis……. Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit und nicht Krankenhausstudien und Videobortchaften.

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“… bei Zahnschmerzen … keine Opioide verschrieben werden sollten”

Ich habe in 40 Jahren zahnärztlicher Tätigkeit genau drei Mal Opioide verschrieben, in drei gleich liegenden Fällen: die Patienten waren nach Tamponade einer heftigen, arteriellen Nachblutung aus einer Extraktionswunde nur unter Opioid-Therapie bereit, den Tampon für die zur nachhaltigen Blutstillung nötige Zeit zu tolerieren. Ein ausgesprochen seltener Fall also – aber in diesen Fällen doch zwingend erforderlich.

Man soll nie “nie” sagen :-)

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Gelobt seien die Theoretiker
Wer hat denn häufig chron. muskoloskelettale Schmerzen: Der ältere Patient.
NSAR wg Herz und Niere kontraindiziert, Novamin hat ja nun auch so seine Tücken (Allergie, Niere,Knochenmark) bleibt Paracetamol mit ungenügender Wirkung, wird im Zweifel mal das ganze Schächtelchen an einem Tag genommen. Was bleibt , insbesondere wen der Patient nicht operabel ist ?
Ich wünsche unseren ganzen Besserwissern ein Altwerden mit multiplen Schmerzen und Ärzten die sich an ihre Leitlinien halten.

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