Trinkempfehlung: Das 2-Liter-Märchen

13. Juli 2018

Täglich verliert unser Körper knapp 2,5 Liter Flüssigkeit. Daher lautet die allgemein bekannte Empfehlung: Mindestens zwei Liter Wasser sollte der Mensch pro Tag trinken. Wie evidenzbasiert ist diese Aussage? Und wer profitiert am Ende davon, wenn wir viel trinken?

Kaum jemand verlässt sein Haus ohne die obligatorische Wasserflasche. Und wer kennt sie nicht, die Kolleginnen oder Kollegen im Büro, mit ihrer aufgereihten Tagesration an Mineralwasser. Das muss ich heute alles noch trinken, sagen sie stolz. Unser Körper brauche eben viel Flüssigkeit – am besten zwei Liter täglich. Ist diese Trinkmenge wirklich sinnvoll?

Es müssen keine zwei Liter sein

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) nehmen gesunde Erwachsene im Schnitt 1.440 ml Wasser über Getränke und 875 ml über feste Nahrung auf. Bei der physiologischen Verbrennung der Nährstoffe im Körper fällt sogenanntes Oxidationswasser an. Das sind im Schnitt weitere 335 ml.

Und die gleiche Menge scheiden wir dann wieder aus: über unseren Urin (1.440 ml), den Stuhl (160 ml), über die Haut (550 ml) und die Lungen (500 ml). Die Richtwerte für die richtige Trinkmenge schwanken bei Menschen ohne Vorerkrankungen zwischen 400 ml (Säuglinge ab dem vierten Monat) und 1.710 ml (Stillende). Experten der DGE raten Erwachsenen dazu, je nach Alter, etwa 1.200 bis 1.500 ml Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die oft genannte Faustformel von zwei Litern am Tag liegt deutlich höher.

An dieser 2-Liter-Empfehlung zweifelte Heinz Valtin von der Dartmouth Geisel School of Medicine in Hanover (New Hampshire) schon vor 15 Jahren. Der mittlerweile emeritierte Professor für Physiologie und Neurobiologie fand keine validen Daten für normale Trinkmengen bei Erwachsenen. Besser sei, sich getrost auf das Durstgefühl zu verlassen, schreibt Valtin. Er rät, auch Kaffee oder Tee als Teil der Trinkmenge zu betrachten. Ihm zufolge werde der diuretische (harntreibende) Effekt von Getränken mit Coffein überschätzt – eine Sichtweise, die heute von Fachgesellschaften ebenfalls getragen wird.

Flüssigkeitshaushalt wird genau reguliert

Das Durstgefühl wird als Teil der Osmoregulation über verschiedene Mechanismen im Körper gesteuert. Osmorezeptoren sind spezialisierte Rezeptorzellen, die Konzentrationen an Molekülen außerhalb von Zellen bestimmen. Bei Wassermangel senden sie Signale aus, die die Neurohypophyse zur Ausschüttung des antidiuretischen Hormon (ADH) anregt. Das erhöht die Wasserrückresorption der Niere, um den Körper vor weiterem Wasserverlust zu schützen.

In den Nieren kurbeln die Osmorezeptoren zudem das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System an. Die Nebennierenrinde schüttet verstärkt Aldosteron aus. Dadurch werden Natriumionen und Wasser stärker rückresorbiert. Darüberhinaus signalisieren Drucksensoren im Gastrointestinalbereich beim Trinken, dass Flüssigkeit vor Ort angekommen ist. Dieser Mechanismus scheint speziell bei älteren Menschen gestört zu sein, was ihr vermindertes Durstgefühl erklären könnte.

Lebensmittelkonzerne sponsern geschickt

Valtins Kollege Barry Popkin von der University of North Carolina in Chapel Hill hält auch nicht viel von überhöhten Trinkmengen. Er wirft den Lebensmittelkonzernen geschicktes Sponsoring vor. Im Gespräch mit der New York Times erklärt er: „Fast die gesamte Wasserforschung wurde von der Industrie finanziert.“ Und Maude Barlow, eine kanadische Umweltaktivistin, ergänzt: „Diese Vorstellung, dass man immer Wasser dabeihaben muss, damit man nicht verdurstet, ist lächerlich. Das haben die uns eingeredet.“ Beispielsweise sponsern US-Getränkehersteller Kampagnen wie „Drink Up“, um den Konsum zu befeuern. Laut ARD sei es sogar gelungen, Barack Obamas Verbot von Wasserflaschen in Nationalparks zu kippen. Alles nur im Dienste der Gesundheit, versteht sich.

In Deutschland soll „Trinken im Unterricht“ Schüler animieren, öfter zur Flasche zu greifen. Ein Blick in das Impressum der Website verrät: Dahinter versteckt sich die Informationszentrale Deutsches Mineralwasser im Auftrag des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen. Und Nestlé rät Konsumenten per Online-Information, nicht auf ihr Durstgefühl zu hören, sondern mehr in sich reinzukippen:

Trinkregeln

Gesunde Menschen können ihrem Durstgefühl vertrauen. Hersteller sehen das anders. Screenshot DocCheck, © Nestlé

Ähnliche Absichten verfolgt die Initiative „Hydration 4 Health“. Per Urin-Farbskala oder Trinkrechner ermitteln Konsumenten ihre optimale Trinkmenge. Auf der Homepage rät die Initiative per se Männern zu 2,5 und Frauen zu 2 Litern Wasserkonsum täglich. Die Domain wurde laut Whois-Abfrage vom Lebensmittelkonzern Danone registriert.

Ärzte mit allen Wassern gewaschen

Wie sieht es aber mit der Trinkmenge bei kranken Menschen aus? Eine verbreitete Annahme ist, dass beispielsweise Menschen mit Nierenleiden mehr Wasser trinken sollten. Sogar tierexperimentelle Studien hatten Hinweise auf einen Mehrwert gezeigt. Mäuse, deren Nieren fast vollständig entfernt worden waren, konnten durch eine höhere Wasserzufuhr die Restfunktion der Nieren erhalten.

Im Rahmen von „Choosing Wisely“ („Klug entscheiden“), einer Initiative gegen sinnlose Diagnostik und Therapie in der Medizin, schreiben Nephrologen jedoch: „Hohe orale Flüssigkeitsmengen sollen nicht eingesetzt werden, um die Nierenfunktion zu bessern oder Nieren zu spülen“.

Rückendeckung erhalten sie von William F. Clark, einem Forscher am London Health Sciences Centre, Ontario. Er untersuchte den Effekt von Trinkmengen bei 631 erwachsene Patienten mit Niereninsuffizienz im Stadium 3. Ihre geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (GFR), also das pro Zeiteinheit von Glomeruli filtrierte Volumen, lag zwischen 30 und 60 mL/min/1.73 m2. Gleichzeitig kam es zu Mikroalbuminurie oder Makroalbuminurie, also Proteinausscheidungen unterschiedlichen Umfangs.

Alle Studienteilnehmer schieden vor Studienbeginn 1,9 Liter Urin pro Tag aus. Für die Untersuchung sollten sie entweder einen bis anderthalb Liter Wasser zusätzlich trinken (n = 316) oder ihre Gewohnheiten beibehalten (n = 315). Zuvor hatte Clark in einer Pilotstudie gezeigt, dass mehr Flüssigkeit in dieser Größenordnung unbedenklich ist.

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William Clark mit den Coautorinnen Kerri Gallo und Jessica Sontrop (v.l.n.r.) © KCRU

Nach einem zwölfmonatigen Follow-up kam die Ernüchterung. Völlig überraschend schnitten Teilnehmer der Gruppe mit erhöhter Trinkmenge schlechter ab als Kontrollen. Die mittlere Veränderung der GFR war -2,2 ml/min/1,73 m2 versus -1.9 ml/min/1,73 m2. Das heißt, Trinken konnte fortschreitende Verluste der Nierenfunktion nicht wettmachen. Laut Erstautor könne es daran liegen, dass die epidemiologische Studie zu kurz lief, um einen Mehrwert zu finden oder die Trinkmenge zu gering war für signifikante Effekte. Womöglich haben sich die Patienten auch nur teilweise an die Vorgaben gehalten.

Ertrunken im Mineralwasser

Wer es als Gesunder mit dem Wassertrinken stark übertreibt, bemerkt die Folgen unmittelbar: Es kommt zu Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel als Symptome einer Hyponatriämie. Darunter versteht man eine verminderte Konzentration von Natriumionen im Blut bzw. im Blutplasma. Das ist Jennifer S. (28) aus Kalifornien passiert, als sie an einem umstrittenen Trinkwettbewerb eines Radiosenders teilgenommen hat. Wenige Stunden später starb sie. Auch beim Sport kommt es immer wieder zu Todesfällen, die wohl im Zusammenhang mit einer Hyponatriämie stehen. Deshalb greifen Profisportler auch zu isotonischen Getränken statt Wasser. Für den Normalverbraucher reicht es aber völlig, seinem Durstgefühl zu vertrauen.

181 Wertungen (4.43 ø)
Bildquelle: Franck Michel, flickr / Lizenz: CC BY
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45 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Also, wenn sich so rein die äußere Erscheinung der Autoren dieses schon windigen Artikels betrachtet wird, insbesondere zu angeblich validen Ergebnissen bei erkrankten Menschen, ich führte ja bereits aus, dann erscheint es so, als wenn die mehr Flüssigkeit zu sich nehmen sollten… ;-)

#45 |
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Heilpraktiker

Endlich mal ein Artikel, der mit dem Unsinn der pauschalen Empfehlungen für hohe Trinkmengen aufräumt.
Typisch für die Diskusssion um die tägliche Trinkmenge:
“Pauschaliert halte ich eine Trinkmenge von ca. 0,3 l pro 10 kg Körpergewicht sinnvoll”.
Klingt super wissenschaftlich und entbehrt doch jeder wissenschaftlichen Grundlage warum nicht 0,2 l oder 0,4 l oder vielleicht doch lieber 0,25 l ?
Wie sagte einmal ein Ernährungswissenschaftler, jeder der eine pauschale Empfehlung für alle Menschen ausspricht ist ein Scharlatan, denn jeder Jeck ist anders und so auch der Stoffwechsel.

#44 |
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Nichtmedizinische Berufe

#41 Sie haben wirklich einen guten Humor!Und ich freu mich am Realitätssinn.
Und bei allem Realitätsgehalt hier:
Also wirklich, erst mal ein Glas Leitungswasser-echt.statt Cola
Na ja, Leitungswasser eben-Er und sein Sohn eben usf.was solls usf

#43 |
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Nichtmedizinische Berufe

#47
Hab ich doch alles schon geschrieben:
Man begibt sich in ein Wasserfasten, das aber unbewußt, unwissentlich war—etc:
Den Alten aber hiebei bezustehen, wo sie scheinbar unwissentlich eine Dehydrierung erlitten, weil sie Fasten.-Ergeben an sich sind- nun, das ist das Erster:Es geht nicht an, unwissend zu sein über ein wasser-Fasten und diese Dehydrierung anzunehmen:Nein:Zu trinken ist wirklich das Gebot.

#42 |
  6

Ich finde den Artikel und die ganze Diskussion sehr interessant. Ein großes Danke an alle, die auf Leitungswasser hinweisen. Wenn wir Wasser trinken, dann trinken mein Sohn und ich Leitungswasser, auch in der Wirtschaft. Der Rest der Sippschaft trinkt sowieso Cola – Wenn ich die ganzen Empfehlungen der Getränkeindustrie annehmen würde, käme ich von der Toilette nicht mehr runter. Wenn ich aus dem Haus gehe, ein Glas Wasser? Dann kann ich mich gleich nach dem nächsten WC orientieren. – Nachts eine Tasse Tee? Prima, ein langer durchgehender Schlaf ist in meinem Alter nicht mehr notwendig.. ;-) – Wasserflasche mit mir rumschleppen, die dann ausläuft, oder mit der ich dann abends meine Blumen gieße?

#41 |
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Nichtmedizinische Berufe

Würde ich mich nur auf mein Durstgefühl verlassen, würde ich oft nur herumtorkeln, auf dem Weg zu einer Dehydrierung. Meine Hirnleistung lässt nach, und ich fühle mich schlapp und dizzy. Sobald ich ein Glas Wasser trinke, merke ich, wie die Lebensgeister wiederkehren.

Bei alten Menschen kommt es ziemlich oft zu massiven Dehydrierungen, weil sie, aus fehlendem Durstgefühl heraus, nichts trinken. Es kommt zu Stürzen und sie landen erst im Krankenhaus und werden von dort ins Pflegeheim verbracht, obwohl eine ausreichende und auch tatsächlich konsumierte Trinkmenge die Lösung des Problems gewesen wäre. Der Staat würde Milliarden an Pflegekosten sparen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

So ganz aus der Luft gegriffen scheint mir die 1,5-Liter-Regel nicht zu sein. Ich vertrete die Meinung, dass kein normal arbeitender Mensch (ausgenommen harte körperliche Arbeit in der prallen Sonne z.B.) mehr als 1-2 Liter pro Tag trinken sollte. Das hängt natürlich vom persönlichen Gefühl ab.

#40 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#9: Das sogenannte Steinleiden hat nun verschiedene Ursachen.
Im geschilderten Fall liegt ein eher primärer oder weniger sekundärer Hyperparathyreoidismus noch unbekannter Genese vor.
Sämtliche Symptome sind wie aus dem Lehrbuch zugegen.
Wie z.B. die dauerhaft gereizten Mundschleimhäute, die schon zwangsläufig die Polydipsie bedingt, die Polyurie ist auch ohne viel zu trinken bis zum letzten Tropfen da.
Die von Ihnen geschilderte Urinfärbungsschwankungen gibt es auch schon längst nicht mehr.
Ob wenig oder viel getrunken.
Der Urin bleibt wie bei der Diagnose zu erwarten, hellgelb bis meistens fast klar wie Wasser.
Die nächste Eskalationsstufe ist zum Glück noch nicht erreicht.
Was es dabei zu disliken gibt, dass diese Schilderung mit hoffentlich bekannten Tatsachen zu diesem Krankheitsbild, zu einer Ablehnung des Teilberichts zu erkrankten Menschen führt, erschließt sich mir nicht…

#39 |
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Studentin der Pharmazie

Ich habe nicht alle Kommentare gelesen.Aber wie sieht es aus, wenn man sonst eine normale Trinkmenge zu sich genommen hat und nun aber bspw. Medikamente nimmt wie SSNRI (bspw. Duloxetin). Das Trinkbedürfnis durch Mundtrockenheit, vermehrten Harndrang o. A. steigt. Sollte man dann trotzdem nicht seinem vermehrten Trinkbedürfnis nachkommen?

#38 |
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Ärztin

Ich schließe mich Frau Zierer an.

#37 |
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hab den Thread mal überflogen, erwähnt in diesem Zusammenhang wirklich niemand die üblichen Saluretikaverordnungen?

#36 |
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HPA Juliane Deinzer
HPA Juliane Deinzer

Ich finde, dass hier die Wasserzusammensetzung/Nahrungsaufnahme völlig zu kurz kommt. Man könnte selbst das Experiment machen, und beobachten, wieviel Durst man auf mineralarmes/mineralreiches Wasser, oder Wasser mit Vitaminzusatz hat.
Bemerkenswert ist aber auch, dass Viele die Erfahrung machen, nicht viel Durst zu haben, und der Urin dann auch total konzentriert ist. Eine Erklärung dafür wäre die Gewohnheit, nur selten was zu trinken (bei Gelegenheit, sonst stundenlang unterwegs), oder auch, dass natürlicherweise Nahrungsmittel genügend Flüssigkeit enthalten (trifft auf Obst zu, nicht auf Fleisch und Nüsse, schon gar nicht auf unsere Getreideerzeugnisse). Haben wir deswegen für Wasser nur zur Not ein Durstgefühl, falls der Spiegel zu stark absinkt? Würde mit wasserhaltigen Lebensmitteln unser “sich zwingen, genügend zu trinken” gar nicht notwendig sein? Milch ist auch relativ flüssig, daran könnte man sich für alle Körperbedürfnisse ein Beispiel nehmen.
Die ganze Diskussion um Wasser müsste meiner Meinung nach viel ernster geführt werden, sie kann auch nicht losgelöst vom Bedarf an Mineralien, der Wasserqualität und des zeitlichen Flüssigkeitsbedarfs je nach Nahrung betrachtet werden. Schließlich spielen die Getränke in der Zahnmedizin (keine Zuckergetränke dauernd trinken) bzw. der Herz-Kreislauf und Nierenthematik eine große Rolle.
Zu den Kommentaren: Es kam bei Einigen gut heraus, dass es zwar mit wenig Wasser nicht sofort schlecht gehen muss, aber einige Menschen wirklich auf genügend Trinkmengen angewiesen sind. Langfristig wäre eine Krankheitsvorbeugung durch optimale Wassermengen äußerst sinnvoll zu untersuchen (schon allein Hautkosmetik einsparen wäre ein Gewinn). Das Problem in der Umsetzung ist da wirklich das “unterwegs” oder “auf Arbeit” sein. Manche Arbeiten/Reisen machen es schwer, nötigenfalls öfter eine Toilette zu finden/aufzusuchen; davon kommt manches Gewöhnen an “Nichttrinken”. Das Nächste ist wirklich der Vorrat, was in manchen Diskussionen unterschiedlich bewertet wird: Glasflasche ist schwer und gefährlich; in der Plastikflasche kann Wasser viel Plastik aufnehmen. Aluflaschen sind auch bedenklich. Restaurants zum “Drink” können sich viele nicht leisten. Das Essen liefert lang Flüssigkeit, wenn es reichlich aufgenommen wurde (mit entsprechender Konsistenz). Viele essen aber mehrere kleine Mahlzeiten. Eine Stunde keine Flüssigkeit ist meiner Meinung nach das Maximum, mit dem man auskommen sollte. Die Frage ist, wo es geeignete-gepolsterte und gut spülbare Mitnehm-Halbliter-Glasflaschen gibt, die auch noch sicher dicht sind.

#35 |
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Dentalhygieniker

Nicht die tägliche Trinkmenge ist entscheidend, sondern die Urinausscheidung mit den Harn pflichtigen Substanzen bzw Stoffwechselprodukten. Diese sind löslich in ca 500 mL – 700 mL Flüssigkeit / Urin. Dieses Urin-Volumen wird in der Regel erreicht mit 800 mL bis 1000 mL Trinkmenge, d.h. 10 mL – 20 mL / kg KG unter Normbedingungen (Physiologie 4. Semester Medizinstudium).

#34 |
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Medizinische Dokumentarin

Ich habe beide Extreme erlebt. Der an Blasenkrebs erkrankte Schwiegervater, der wegen der Schmerzen beim Urinieren vermieden hat, ausreichend zu Trinken und uns dann mit heftigen Halluzinationen beglückte; und meine Mutter, deren Pfleger ihr zum “Viel Trinken” geraten hatten und die nach 6 Litern Wasser kollabierte. Empfehlung des Krankenhauses: Salztabletten lutschen und weniger trinken.

#33 |
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Heilpraktiker

Ich bin erstaunt wie manche Personen auf die Gefahr des „zu viel Trinkens“ pochen – und frage mich ob hier tatsächlich therapeutische Erfahrungen aus der Behandlung von Patienten dahinter stehen oder theoretische Denk- und Studienmodelle.
In unserer Praxis stellen wir immer wieder fest, dass Patienten (z.B. mit einem Körpergewicht von 70 kg) deren Trinkmenge z.B. bei zwei oder drei 0,2 l Gläsern täglich gesundheitlich weit mehr Probleme / Symptome haben, als Patienten die ca. 1,5 bis 2 l trinken.
Auch die Skala bzgl. Schmerzen, Stoffwechselstörungen, Verdauung, Gelenkproblemen, verklebtes / übersäuertes Gewebe ist bei diesen Patienten oft erhöht.
Pauschaliert halte ich eine Trinkmenge von ca. 0,3 l pro 10 kg Körpergewicht sinnvoll (oder 0,03 l pro kg) – und diese erreichen laut meinen Beobachtungen ca. 70 % der Patienten nicht.
Unsere Beobachtung ist bei diesen Patienten auch, dass es mit dem „Durstgefühl“ oft gar nicht klappt – da kommt oft die Aussage „ich habe keinen Durst“. Selbst bei Patienten bei denen der gute alte „Hautfalten-Test“ hinweisend ist für die Dehydration.
Dass es „Ausreiser“ gibt, die enorme Trinkmengen konsumieren, erleben wir selten – doch dann muss man als Therapeut eben auch an Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Diabetes inspidus denken.
Todesfälle bei Leistungssportlern sehe ich nicht im Zusammenhang mit ZU VIEL trinken, sondern mit dem VERLUST / MANGEL an Mineralstoffen. Davon ist der klassische deutsche Patient eher selten betroffen.
Interessant wäre eine Publikation wie z.B. die Trinkmenge in den vergangenen Jahren war, bei Patienten die z.B. an Demenz, Krebs oder Niereninsuffizienz (Daten könnte man ja mal in Dialysezentren sammeln) leiden. Ich vermute (und beobachte in meiner täglichen Arbeit), dass bei diesen Patienten meistens die tägliche Trinkmenge langfristig eher im unteren Bereich liegt.
Nahrung soll nähren, Wasser soll verteilen – ist unsere Beobachtung und deckt sich auch mit dem was in Biochemie und Physiologie bekannt ist
Je weniger Wasser „beladen“ ist, desto besser kann z.B. die Aufnahme von und Verteilung von Nährstoffen erfolgen. Als gutes isotonisches Getränk für Sportler – oder um Dehydration auszugleichen – betrachte ich persönlich Kokoswasser.

#32 |
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Heilpraktikerin

Und schon wieder hat sicher herausgestellt:
Tierversuche sind selten auf den Menschen zu übertragen!

“Bei 25.000 Tierversuchsstudien gab es eine “Erfolgsquote” für die klinische Anwendung von 0,024 %! ” Quelle: Ärzte gegen Tierversuche

#31 |
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Nichtmedizinische Berufe

Valtins Kollege Barry Popkin von der University of North Carolina in Chapel Hill hält auch nicht viel von überhöhten Trinkmengen. Er wirft den Lebensmittelkonzernen geschicktes Sponsoring vor. Im Gespräch mit der New York Times erklärt er: „Fast die gesamte Wasserforschung wurde von der Industrie finanziert.“ Und Maude Barlow, eine kanadische Umweltaktivistin, ergänzt: „Diese Vorstellung, dass man immer Wasser dabeihaben muss, damit man nicht verdurstet, ist lächerlich. Das haben die uns eingeredet.“ Beispielsweise sponsern US-Getränkehersteller Kampagnen wie „Drink Up“, um den Konsum zu befeuern. Laut ARD sei es sogar gelungen, Barack Obamas Verbot von Wasserflaschen in Nationalparks zu kippen. Alles nur im Dienste der Gesundheit, versteht sich.
Also ich kann manchmal nachvollziehen, dass werbung übertreibt:Ein Verbot von wasserflaschen in Nationalparks verstehe ich nur dann, wenn es dadurch zu umweltverschmutzungen gekommen sein sollte.wasser zu trinken ist auch nicht ein bloßer trick der Werbung, sondern darf als gesunder, natürlicher, allezeit gültiger Apell an Jeden gelten, also wirklich.Obama verbot sicher noch nie,wasser in nationalparks zu trinken:Wohl lediglich, dort Müll abzuladen.
Ich ermahne manche wie mich selbst dazu, den ärztlichen rat nicht zu vergessen, wasser zu truinken, falls man trinkmüde bzw.trinkvergessen geworden sein sollte.Das ist eine gefährliche austrocknung.Ich wiederhole, dass ich seit meiner Jugend diesem Rate meines arztes treu blieb und mich oft dabei ertappte, das Trinken von wasser zu vernachlässigen.Davor sollte man sich hüten und selbst stets die warnung des arztes im gewissen hören und befolgen:Versäume nicht , Wasser zu trinken.

#30 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich persönlich stimme einer ärtlichen Anratung, genug zu trinken, stark zu:Weil nämlich manche ein unbewußtes, also nicht vorsätzlich-willentliches Fasten auch in der Hinsicht auf den Konsum von Wasser betreiben.Also einfach genug zu trinken vergessen, einfach das unterlassen.Nicht nur oder weniger, weil dadurch Steine sich bilden könnten.Es ist für das Allgemeinempfinden des eigenen Selbstes im Corpus nicht gut, auszutrocknen -nun, wie ein Wüstenbewohner?Der Geist durstet-und der Körper meldet nicht das richtige Signal.Wasser ist da wirklich notwendig.Nicht zu vergessen, dass Kaffee, tee mit coffein zwar Flüssigkeit zuführen, ebenso zugleich aber diuretisch sind.was ttun die, die Kaffee bekamen? Zumeist kurz darauf erstmal Wasser lassen.Es gibt da so was wie ein unbewußtes fasten:Und dann wird auch Wasser nicht gewollt.Aber das ist nicht gut für Körper und Geist.Ich verdanke den hinweis, ausreichend zu trinken, einem früheren Arzt aus der Jugendzeit.Und bin heute noch dankbar und gehorche dem guten Rat, wenn ich mal wieder Wüstenbewohner werden könnte.So lange her:Bis heute nicht vergessen!

#29 |
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Dipl.-Ing Hans Kirst
Dipl.-Ing Hans Kirst

Wüstenbewohner werden wohl oft mit viel weniger auskommen müssen. Aber sie leben dennoch.

#28 |
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Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann
Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann

Diese dauernde Trinkerei ist eine blöde Angewohnheit. Die Leute sind irgendwie nicht richtig abgestillt, haben möglicherweise eine entsprechende Fruststration und brauchen daher überall immer noch ihr Fläschchen.

Anders natürlich bei großer Hitze; das ist ja klar, daß man da mehr nachgießen muß.

#27 |
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Gertraud Schmid
Gertraud Schmid

Heilpraktikerin, MTA-L

Danke für den Artikel, der hier die Debatte angestoßen hat, die viele zutreffende Aspekte aufgezeigt. Man sieht wieder einmal, dass die Empfehlung sich an der individuellen Situation orientieren muss.

Was kann man noch hinzufügen?
Die Tageszeit, um zu trinken: die erste Tageshälfte, am besten schon um das Frühstück herum. Es gibt wohl Untersuchungen, die zeigen, dass dies der Leberfunktion gut tut. Natürlich auch der Durchspülung.
Die Hauptmenge vor 17 Uhr (Organuhr: Nierenzeit 17-19 Uhr). Viele Menschen trinken die Hauptmenge abends, sogar Rentner tun dies, man hat sich im Laufe des Lebens daran gewöhnt. Folge: Unterbrechung des Nachtschlafs.

Ich bin der Ansicht, dass das Körpergefühl erst einmal reaktiviert werden muss, bevor man sich darauf verlassen kann, also erst einmal eine Zeit lang Neutralflüssigkeit anbieten (Wasser, dünne Tees). Dann wird das Gefühl für den Bedarf im Lauf der Zeit kommen. Immer wenn man sich erschöpft fühlt oder grundlos müde, einfach ein kleines Glas Wasser in kleinen Schlucken trinken und 10Min. später nochmal das Befinden prüfen. Sammeln Sie Ihre Erfahrung! Besonders im Sommer!

#26 |
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Gertraud Schmid
Gertraud Schmid

Heilpraktikerin, MTA-L

“Die Erkenntnisse der modernen Medizin: Wasser, in Maßen genossen, ist ungefährlich.”

Mark Twain

#25 |
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Erich Dengler
Erich Dengler

Der Flüssigkeitsbedarf hängt von der Nahrung und von der Belastung ab. Wegen der üblichen sehr kalorienhaltigen Nahrung benötigen wir meistens mehr Flüssigkeit, als uns der Durst rechtzeitig sagen kann, vor allem bei hohen Zuckermengen (Zucker = süßer Zucker und Stärkezucker). Zu wenig Flüssigkeit senkt die Leistungsfähigkeit. Das kann aber auch bei zu viel passieren, zum Beispiel beim Sport in der Halbzeitpause beim Sport. Dem Durst dann voll nachzugeben, bedeutet oft Müdigkeit in der zweiten Halbzeit. Auf dem Tisch immer Trinkwasser bereitstellen und immer wieder ein Schluck trinken, sowie möglichst schon vor dem Essen und vor einer körperlichen Leistung etwas mehr, insbesondere bei hohen Temperaturen, deckt sicher den Bedarf. Der beste Hinweis ist die Konsistenz des Stuhlgangs, wenn auch sehr zeitverzögert.

#24 |
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Gilles Quinet
Gilles Quinet

Ein gesunder, junger Körper darf ruhig auf sein Durstgefühl hören. Für alle anderen gilt, mindesten die empfohlen 1500 ml trinken.
Rät der Arzt zu weniger, das natürlich auch berücksichtigen.
Wenn möglich auch den gesunden Menschenverstand einschlalte.
Ob die Tasse Tee vor dem Schlafengehen so sinnvoll ist? Ein gesunder Schlaf ist das auch.
Problematisch wird es wenn der Mensch in seiner Vigilanz und seinem Allgemeinzustand so eingeschränkt ist, dass er auf andere angewiesen ist um ausreichen Flüssigkeit zu sich zu nehmen oder eben nicht zu viek!

#23 |
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Heilpraktiker

Was Hr. Dr. med. Michael Schmiedle schreibt, ist gelebter Pragmatismus – die Realitäten würdigend, ihnen angepasst, nicht irgendwelchen Theorien. Jenseits wie auch immer gearteter Besserwisser- u. Klugscheißerei, zu der Michael van den Heuvel mal wieder eingeladen hat. Das ist aber auch gut, so, denn auch Diskussionen u. Debatten können lehrreich sein. Wie sonst hätte ich von Dr. med. Michael Schmiedle’s Pragmatismus erfahren? (Und mich bestätigt gesehen). Der Mensch ist nun einmal keine Maschine, die man dogmatisch kategorisieren u. katalogisieren kann. Er ist Individuum. Und das muss individuell betrachtet werden Ganz pragmatisch.

#22 |
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Selbstst. Apotheker

“mein” Urologe rät jedem, egal ob mit Harnwegsinfekt, Gicht, Prostatabeschwerden usw., mind. einen Liter Wasser je 25 kg Körpergewicht täglich zu trinken, wobei es egal ist, ob Kaffee oder Tee oder Schorle oder Mineralwasser egal welcher Quelle. Und wer viel schwitzt, ob beim Sport, bei der Arbeit (Metall- und Glasverarbeitung …) oder bei der Hitze etwa doppelt soviel.
Allerdings ist bei Milch der Proteinanteil doppelt abzuziehen und z.B. Wodka zählt nur zu bestenfalls 70 %, weil der Rest ja verstoffwechselt wird.

4 Liter bei 100 kg Körpergewicht erscheinen mir zwar auch etwas reichlich, aber wie gesagt, im schlimmsten Fall gibt’s ‘nen Tzunami

#21 |
  23
Nichtmedizinische Berufe

“Für den Normalverbraucher reicht es aber völlig, seinem Durstgefühl zu vertrauen.” Sorry, doch über diese Brücke gehe ich nicht. Was dabei raus kommt, wenn der “Normalverbraucher” sich auf sein Hungergefühl verläßt, kann jeder von uns in seinem Umfeld regelmäßig bestaunen. Wieso sollte es beim Trinken besser funktionieren?

#20 |
  13
Jürgen Braun
Jürgen Braun

nur bei Durst zu trinken, lässt vor allem bei älteren Frauen den Kreatininwert in die Höhe schnellen.
In meiner langjährigen Tätigkeit als Landarzt sind mir sicher weit mehr als ein Dutzend solcher Fälle begegnet.
Meine Mutter hatte sogar den Vogel mit einem Kreawert von 4,15 abgeschossen. Nach Regulierung und entspr. Anweisung lebte sie noch 10 J. mit einem Max.-Wert von 1,4 und verstarb im Alter von 89 J.

#19 |
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Selbstst. Apotheker

wir Menschen sind genauso wie andere Land- und Wassertiere und Pflanzen nun mal Durchlauferhitzer. Ohne ausreichend Wasser funktionieren viele organische Vorgänge nicht richtig. Unser Körper hat wohl verschiedene Möglichkeiten, Wasser einzusparen, jedoch nicht ohne Risiken: im Nierenbereich kommt es zu keineswegs edlen Steinen, im Darm zu Verstopfung, das Blut wird dick wie Honig mit der medizinisch häufigen Folge deutlich erhöhten Blutdrucks und Bedarf an “Blutverdünnern”, die Haut wird trocken (doch mancher schmiert sich lieber 1 kg Feuchtigkeitscreme ins Gesicht statt ein Glas Wasser zu trinken. Physisch lässt die Kraft und Konzentration nach, wir sehen die Tennisspieler bei jedem Seitenwechsel trinken. Im Kopfbereich kommt es zu Spannungskopfschmerzen und Übelkeit, im Krankenhaus gibt’s dann erstmal einen Liter i.v., den hätte man besser zeitig getrunken. Die Risiken durch zu geringe Trinkwassermenge sind gegenüber dem Gegenteil beachtlich, im ärgsten Fall gibt’s einen Tsunami …

#18 |
  7
Nichtmedizinische Berufe

Trinken im Unterricht: Es ist richtig, dass Kinder trinken sollen wenn sie Durst haben. Wenn sie zu wenig trinken, leidet die Konzentration und mancher Schüler bekommt auch Kopfweh oder Migräne. Aber was nützt die schönste “drink up” – Kampagne , wenn Schüler nix trinken, um nicht auf die Schultoiletten gehen zu müssen (besonders die Mädchen)?
das Rumgerenne mit der Wasserflasche halte ich aber eher für so ein Life-Style – Hipster- Ding – nein, man verdiurstet nicht, wenn man eine halbe Stunde Bus fährt…..

#17 |
  61

Weder die indigenen Wüstenbewohner der Sahara, der Kalahari oder der unterschiedlichen Wüsten auf dem amerikanischen Kontinent liefen und laufen ständig mit Wasserflaschen umher an denen sie wegen der Hitze ununterbrochen herumnuckeln. Sie beherrschen den richtigen Umgang mit Wasser sicher wesentlich besser als die meisten Ärzte und Heilpraktiker. Sie achten dabei auch durchaus auf eine Flüssigkeitshomöostase und die besteht aber nicht daran, den Körper dauernd mit einem frei erfundenen Übermaß an Wasser zu konfrontieren, sondern darin, die Wasserzufuhr zu begrenzen, mit Wasser also richtig hauszuhalten, die natürlichen Regulationsmechanismen zu nutzen, den Verlust aber zu begrenzen.

#16 |
  13
Nichtmedizinische Berufe

PS.: Viele Menschen verspüren kein Durstgefühl, weil sie es verlernt haben. Ich spüre genau, wann ich Durst habe und trinke dann auch.

Häufig wird Durst- und Hungergefühl verwechselt.

Selbstredend sollte man nicht massenweise Wasser in sich hineinschütten wie “Heidis Meeedels” (Modelkrankheit), um den Hunger zu unterdrücken. Wassermengen, die über 3 Liter hinausgehen bei Menschen die im Winter im Büro sitzen können durchaus zu Problemen führen.

#15 |
  13
Nichtmedizinische Berufe

In diesem Artikel kommen nirgends die Außentemperaturen vor. Zudem fehlen Hinweise auf die körperliche Aktivität, ebenso auf Erkrankungen, die eine größere Trinkmenge erforderlich mache. Größe und Gewicht scheinen ebenfalls keine Rolle zu spielen.

Im Sommer reicht eine Trinkmenge von 1,5 l in der Regel nicht aus.
Menschen, die körperliche Arbeit verrichten, benötigen eine größere Trinkmenge.
Menschen, die häufig an chronischen Harnwegsinfekten leiden, sollten z.B. mehr trinken. Und und und.
Insbesondere Kinder sollten genügend trinken. Sie toben auch im Sommer herum und verbrauchen viel Flüssigkeit.

Ein schlechter Artikel. Es gibt große individuelle Unterschiede und es macht im Sommer durchaus Sinn, das Haus nicht ohne Wasserflasche zu verlassen.

Beim Essen zu trinken ist ebenfalls sinnvoll, da dann massvoller gegessen wird.

Allerdings muss es nicht Saftschorle sein und auch kein Mineralwasser. Das Wasser aus dem Hahn ist in Deutschland in der Regel ein sehr gutes Lebensmittel. Früchtetee ist nicht schlecht, wer es mag. Menschen mit Sodbrennen sollten darauf jedoch ebenso verzichten wie auf Kaffee oder Schwarztee. Kinder sollte man erst gar nicht an stark aromatisierte und gesüßte Getränke gewöhnen.

Wenn ich an einem heißen Tag wenig trinke, bekomme ich am Nachmittag Kopfschmerzen und ich bin nicht die einzige. Und das ist nicht die einzige Nebenwirkung.

#14 |
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Heilpraktiker

#10 Herr Uwe Ramspeck, ich danke für den Beitrag!

#13 |
  23
Heilpraktiker

Den Ausführungen von Herrn van den Heuvel kann ich mich nur bedingt anschließen.
Sicherlich sind Trinkexzesse/regelrechtes “Stoßtrinken” gesundheitlich bedenklich, jedoch ist eine tägliche Trinkmenge von 1,5l viel zu niedrig angesetzt. Dies würde bedeuten, dass ein Kg Körpermaße des durchschnittsdeutschen Mannes lediglich 16-20 ml Flüßigkeit pro Tag benötigt. Dies erscheint mir sehr wenig, wenn man bedenkt, dass die Flüssigkeit essentiell ist für unser Gewebe und die damit verbundenen Stoffwechselprozesse.
Sofern wir in dem Artikel von einem Minimum an Flüssigkeitszufuhr sprechen, die dem Körper ermöglicht zu überleben, stimme ich zu! 1,5l reichen mit Sicherheit aus den Körper mit dem nötigsten zu versorgen.
Wenn wir jedoch über die Qualität des Alterns sprechen, die Versorgung von Gewebshäuten mit in die Rechnung aufnehmen und von Vitalität bis ins hohe Lebensalter sprechen, reichen 1,5 l bei weitem nicht aus.

Wasser ist Grundlage unseres Stoffwechsels, sowohl IZ als EZ.
Dafür braucht es kein kostspieliges Wasser, an dem Nestl oder eine andere Quelle ihre profitgreifenden Finger hatte. In Deutschland reicht hier oftmals der Griff zum Wasserhahn, da unsere Trinkwasserqualität wohl herausragend ist und französisches Modewasser spielend übertrifft.
Das Problem der meisten Menschen liegt mehr in der Problematik, dass Wasser nicht umgehend belohnt. Sicher, wenn man Durst hat (dies stellt übrigens bereits eine erste Stufe des Dehydrierens bezogen auf eine Homöostase dar) tut es gut etwas zu trinken. Aber sofern dieses Gefühl noch nicht vermittelt wird, wird das Hydrieren in erster Linie als unspektakulär und notwendiges Übel empfunden in einer von Genuss und Spaß geprägten Gesellschaft. Und sobald doch Geschmack und Genuss in der Flüssigkeit zu finden sind, ist diese oft kalorienreich mit Nährstoffen und/oder Zucker versetzt, was dann auf Dauer zu Übergewicht führen kann.

Einige werden mir hier widersprechen, jedoch gehe ich nicht von der “gesunden” derzeitigen Bevölkerung aus, in der ein Großteil der 30-jährigen nicht mehr älter als 70 Jahre alt werden möchte (aus Angst so “zu Enden” wie unsere Ü-70 Bevölkerung – “Pharmaleichentum”, Immobilität/Alterssteife, Depressionen, Demens etc.); sondern von dem Menschen, der seinem Körper die Nährstoffe/Vitalsoffe, die Flüssigkeit und die Bewegung zukommen lässt, die für uns Artgerecht ist. Sobald wir einen vergleich mit dem Durchschnitt unserer Gesellschaft ziehen, bewerten wir unseren Körper und dessen Bedürfnisse unter seinen Möglichkeiten.

Sicher werde ich im Berufsalltag die Ergebnisse der erwähnten Studien weitergeben, jedoch immer mit Kommentar, dass dies individuell entschieden werden sollte und ich daher für mich mit 40ml/Kg Körpergewicht beste Erfahrungen gemacht habe.

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Nichtmedizinische Berufe

Der Artikel spricht mir aus der Seele. Wissenschaftlich belegen kann ich nichts, ich habe beobachtet. Meine Eltern hatten einen typischen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb am Rande der Lüneburger Heide. In den 70ern wurde im Sommer noch körperlich bei der Ernte gearbeitet. In diesen Fällen – und nur in diesen – wurde explizit Tee zur Feldarbeit mitgenommen (ca. 2 Liter für 4 Personen und 3 Stunden). Das hat gereicht ohne sich unwohl zu fühlen. Meinen Vater kenne ich nur kaffeetrinkend, manchmal Leitungswasser dazu, gelegentlich ein Bier. Mineralwasser hatten wir nicht im Haus. Über ein Mindestmaß an Flüssigkeit/Tag hat sich niemand Gedanken gemacht, außer an Schützenfesttagen … und alle waren wohlauf.

#11 |
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Uwe Ramspeck
Uwe Ramspeck

Diese Studien und alten Weisheiten führen zu nichts. Es ist immer noch nicht angekommen in der Wissenschaft, das der Mensch aus über 70% Wasser besteht!! 1% dieses Wasser wenn fehlt, ist die Gehirnfunktion und Multiorganfunktion eingeschränkt! TCM und Ayurveda Medizin sind ein paar tausend Jahre älter! Erfahrungsmedizin! Viel Wasser ist immer gut, ohne Wasser kein Leben! 2 Liter sind die unterste Grenze……………
Das heutige moderne Leben, hat so viele Faktoren die zu einer übermäßigen Dehydration führen das es darüber Studien geben sollte!
Die sogennate Bluteindickung, zuständig für tausende Herzinfarkte, Schlaganfälle, u.a. rüht einzig und allein von Flüssigkeitsmangel!
Aber unsere Pharmariesen verstecken alles denn Unwissen bringt das meiste Kapital!
Leider gibt es sehr wenige Mediziner, die Ahnung und wissen haben. Dafür gibt es auf der anderen Seite, millionen Patienten die vorsätzlich Dehydriert werden!

#10 |
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Dr. med. Michael Schmiedle
Dr. med. Michael Schmiedle

Auch bei Steinleiden hat man sich aus mannigfachen Gründen zwischenzeitlich vom ehedem urologischen Dogma des “Saufen und Laufen” hin zu einer differenzierteren Betrachtungsweise weiterentwickelt. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund mittlerweile bekannter genetischer Prädispositionen jenseits der Cystinurie auch bei kalziumhaltigen Steinen. Ich rate den Patienten letztlich zum Schutz der Nierenfunktion die Osmolalität des Urins im Auge zu behalten – und zwar nicht mal mit Combur Streifen sondern schlicht optisch. Die dunkelgelbe Farbe des “Morgenurins” sollte über die Trinkmenge zu einer helleren Farbe “verdünnt” werden und gut isses. Ob der Eskimo dafür einen Liter braucht und der Saharabewohner 4 liter ist mir dann letztlich wurscht. Hauptsache es kommt zu keiner metastabilen Übersättigung des Urins mit Kristallbildung.

#9 |
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Man sieht also: Bei aller Forschung ist sich immer noch auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen.

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Es wäre schön, wenn die Tippfehler noch korrigierbar wären…

#7 |
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Nichtmedizinische Berufe

Na, was eine tolle Empfehlung, nicht so viel zu trinken, wenn es Nierendefizite gibt.
Sechs mal Uretersteine – Und immer dann, wenn ich mal weniger als 3 l tgl. getrinken hatte.
Bis mal die Idee kam, genauer hinzusehen.
Die dann berühmte Kombi aus entgleistem Parathormon, Phosphat u. moderat bis normal Kalzium, hat dann erst einmal ohne Ursachenklärung, kommt noch, Polyurie und Polydipsie bei sonst gesundem internistischen Status, erklären können.
3 bis 5 l sind somit Tag und Nacht meine derzeit normalen Mengen und es geht mir rel. gut dabei. Hauptsache erst einmal keine scharfkantigen Kalziumoxalatbrocken.
Die Hinweise für Kranke in dem Bericht halte ich somit für anwegig…

#6 |
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Heilpraktiker

Endlich ein Beitrag zum Trinken, der mir aus der Seele spricht. Ich habe noch nie etwas davon gehalten, “gesunden” Menschen eine bestimmte Mindesttrinkmenge zu empfehlen und ich halte es bei mir, ich bin jetzt auch schon über 70, schon immer so und bin damit gut gefahren. Das natürliche Durstempfinden ist der Indikator, der die Trinkmenge bestimmt.
Bei Krankheit sieht dies natürlich anders aus und muß immer den Gegebenheiten angepasst werden. Allerdings halte ich auch nichts davon, einem Patienten mit einer chronischen Nierenschwäche erhöhte Trinkmengen zu empfehlen, das wäre so, als ob ich einem Marathonläufer nach seinem Wettkampf sagen würde, jetzt muß er noch einge Stunden weiterlaufen.
Die Niere ist kein Muskel, der trainiert werden kann.

#5 |
  6
Medizinphysiker

Der Körper sagt leider bei alten Menschen nicht was er an Flüssigkeit braucht. Mineralwasser hat recht wenig Mineralstoffe so dass bei hoher Zufuhr eher ein Mangel von Mineralien im Körper durch Ausschwemmen entsteht.
Ansonsten bin ich mit Herrn Meyer auf einer Linie.

#4 |
  4
Nichtmedizinische Berufe

Dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen. Als nicht Mediziner möchte ich mich hier einmal zu dieser Problematik äußern.
Unser Körper sagt uns im Prinzip genau was er möchte. Er sagt uns wenn er Essen möchte, schlafen möchte, wann der Toilettengang notwendig ist. Er sagt uns auch wenn er Flüssigkeit braucht.
Ausgehend von der Entwicklung des Menschen, habe ich noch keine Plastikflaschen mit Flüssigkeit bei meinen Vorfahren gesehen, welche ständig mit sich rum getragen werden müssen, damit man nicht verdurstet.
Eine Frage, geht jemand auf die Toilette wenn er nicht muss?
Aber trinken ist gut, auch wenn kein Durstgefühl vorhanden ist? Rein von der Logik passt das nicht zusammen.
Ich gehe von jungen, gesunden Menschen aus, um Missverständnisse zu vermeiden.
In meinem Leben bin ich Marathon und Strecken bis 100 km gelaufen. Das Trinken ist dabei sehr wichtig! Aber aus heutiger Sicht hätte jeder Läufer einen Wassertank mit mindestens 1000 Liter Wasser mitnehmen müssen, um die von irgendwelchen, wahrscheinlich von der Industrie bezahlten “Experten”, gepredigten Trinkmengen zu sich zu nehmen.
Was ich als medizinischer Laie nicht verstehe ist, dass es Ärzte gibt, die diesen Schwachsinn des Trinkens von mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tage vehement vertreten. Gerade als Arzt müsste ich doch Wissen, dass die Menschen unterschiedlich sind und der eine braucht 3 Liter Flüssigkeit wo der andere mit 1 Liter hinkommt. Man kann die Trinkmenge nicht pauschalieren sondern sollte immer den Menschen sehen und nicht die Brauerei.
Über gesundheitliche Probleme auf Grund der ständigen hohen Flüssigkeitszufuhr erfährt man sehr wenig. Könnte mir vorstellen, dass auch die Industrie daran kein Interesse hat, dass Untersuchungen dieser Art durchgeführt werden.
Vor kurzem habe ich hier einen Beitrag zu Nieren- und oder Blasensteinen im Kindesalter gelesen. Eventuell spielen da auch die Trinkgewohnheiten eine Rolle bei der vermehrten Bildung von Steinen?
Rein von der Logik werden dem Körper ständig Mineralstoffe aus Mineralwasser zugeführt. Könnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, wo der Körper die Mineralien nicht mehr verarbeiten kann und diese dann zu einer vermehrten Steinbildung führen.
Ich hoffe das mein Beitrag zu einer kleinen Diskussion über die Notwendigkeit und nicht Notwendigkeit des ständigen Tragens von gefüllten Wasserflaschen führt

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Dr. Marc Heydenreich
Dr. Marc Heydenreich

Die Trinkmenge an sich ist eine nicht hilfreiche Angabe, denn für eine 40 kg leichte Anorektikerin ist sie sicher anders als für einen 160 kg schweren Mann. In der Nephrologie war daher immer die Empfehlung 1,5 bis 2 l Urin pro Tag auszuscheiden – schön zu sehen beim 24 h Sammelurin. Die hierfür erforderliche TM ist naturgemäß sehr verschieden! Auf das Durstgefühl würde ich mich nicht verlassen. Es gibt die chronischen , habituellen Durster, die dann Steinleiden entwickeln.

#2 |
  5
Heilpraktikerin

Endlich mit studien untermauert, die Empfehlung Sebastian Kneipps aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: “… soll man denn nicht oft und viel Wasser trinken? Ich antworte hierauf: Richte dich ganz nach dem Gesetze des Schöpfers, welches er deiner Natur gab. Hast du Durst, so trinke; hast du keinen Durst, dann lasse das Trinken bleiben; denn dadurch, daß du keinen Durst empfindest, zeigt die Natur dir an, sie brauche keine Flüssigkeit. Ich halte es für einen großen Unsinn, der Natur Wasser aufzudrängen; was soll sie denn mit dem Wasser, wenn sie’s nicht gebrauchen kann?
Aus: So sollt ihr leben, Sebastian Kneipp

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